Alle Artikel in: VfB

Fußball und Sneaker

Dreckiger Sieg im 9-Punkte-Spiel

Es gibt einige Stuttgarter, die neidisch nach Hamburg blicken: Ein spendabler und meinungsfreudiger Mäzen, den Verein in eine AG umgewandelt und mit Dietmar Beiersdorfer ein besonnener, aber zupackender Chef, der innerhalb von drei Monaten den Dino auf links gedreht hat. So würden wir uns auch Bernd Wahler und Manager Mister X wünschen. Vor allem bei den Transfers des HSV wurde anerkennend genickt: Lewis Holtby, Nicolai Müller, Matthias Ostrozlek, Cleber, Valon Behrami. Sieht nach einem Plan aus. Aber die Beiersdorf-Transfers sind eigentlich Bobic-Transfers: Denn alle geholten Spieler wurden beim HSV schlechter, was eigentlich ein exklusives VfB-Phänomen ist. Vor dem Anpfiff Es steht viel auf dem Spiel in Hamburg. Kollege Sebastian nennt es “9-Punkte-Spiel”. Eine Niederlage und der HSV ist sechs Punkte weg, dazu das schwierige Auftaktprogramm in der Rückrunde mit Gladbach, Köln, Bayern, Hoffenheim und Dortmund. Der VfB muss punkten. Huub Stevens erneut mit seiner “Mainzer Rumpeltaktik”, nur Alexandru Maxim und Martin Harnik sind offensiv ausgerichtet. Was für ne Formation spielen wir? 7-2-1? #VfB — Sascha (@Sashko275) December 16, 2014 Was muss man sich merken? Die …

Teamchef Beckenbauer

The Return of Rumpelfussball

Beim 1:1 des VfB in Mainz muss ich an Franz Beckenbauer denken. Aber nicht wegen seiner Wurschtigkeit und Lichtgestaltigkeit in der Neuzeit oder seiner Interpretation des Liberos in den 70er Jahren oder seinem Coaching zum WM-Titel 1990, von ihm stammt vielmehr der Satz: “”Das war müder Rumpel-Fußball, der streckenweise in Misshandlung des Balles ausartete.” Das muss 2000 gewesen sein, die Nationalmannschaft hatte mal wieder gegen Moldawien oder Rumänien nicht gut ausgesehen, es war die beste Zeit von Marko Rehmer, Carsten Ramleow, Jens Jeremies, Paolo Rink und Carsten Jancker. Beim VfB bemüht sich Daniel Schwaab eifrig, so zu sein wie Rehmer, Oriol Romeu interpretiert Ramelow absolut glaubhaft und hätte Daniel Ginczek eine Glatze, er wäre der Wiedergänger von Jancker. Darf man vom VfB im Moment mehr erwarten als Ergebnisfussball? Nein. Ist Ergebnisfussball gleichzusetzen mit Rumpelfussball. Nein. Obwohl, bei der WM 2002 funktionierte das. Da waren allerdings Oliver Kahn und Michael Ballack die Key Player und Sven Ulreich und Christian Gentner sind von den beiden so weit weg wie der VfB in der Tabelle von Bayern München. …

Wunschzettel VfB Stuttgart

Fünf fromme Wünsche für den VfB

Auch die, die nicht an den Weihnachtsmann glauben, schreiben Wunschzettel, um das Schenken den Schenkenden zu erleichtern, aber auch um kleine und große Träume zu Papier zu bringen. Es mag ein Traum sein, doch mein größter Wunsch ist der Klassenerhalt, mein Kompagnon Sebastian sieht das ganz anders, aber das soll hier nicht das Thema sein. Ich möchte konstruktiv sein. Um das große Ziel zu erreichen, habe ich fünf Teil-Wünsche formuliert. 1. Endlich Sportkompetenz Es wird medial heftig diskutiert: Wer soll der Bobic-Nachfolger werden? Irritierenderweise will Bernd Wahler mit der Entscheidung bis zur Winterpause warten. Ich denke schon, dass der Präsident weiss, dass es ein Transferfenster im Winter gibt, oder? Kann mir kurz jemand über Nacht ein paar gute Trainer nennen, die gute Sportdirektoren wurden? (Sammer, Rangnick sind notiert.) Gute Nacht. — heinzkamke (@heinzkamke) December 8, 2014 Ich weiss nicht, mir ist da spontan Guido Buchwald eingefallen. Ist er nicht als Sportdirektor mit dem KSC abgestiegen? Ganz unabhängig davon würde ich die Frage von @heinzkamke mit einer Gegenfrage beantworten: Ist nicht jeder Sportdirektor besser als kein …

Baustelle VfB Stuttgart

Großer Umbruch beim VfB: Jetzt!

Alle im Verein haben es bisher betont – Fredi Bobic (weg), Armin Veh (weg), Joachim Schmidt (ewig da), Bernd Wahler (wenns so weiter geht, ist er bald weg) und Huub Stevens (wenn er weg ist, dann ist die Chance auf den Klassenerhalt weg): Die Mannschaft hätte ihre Qualitäten, man müsse ihr vorhandenes Potential wecken und auf den Platz bringen, dann kommt sie vom Tabellenende weg. Alle haben dabei den Etat im Blick. Der VfB Stuttgart liegt je nach Schätzung zwischen Platz 7 und 9 der Budgettabelle, das solle doch der Tabellenstand bitteschön bald widerspiegeln. Es wird also vom Gehalt der Spieler auf deren Leistungen hochgerechnet. Ein Fehler, den der Verein, seine Fans und sämtliche Medien seit vielen Jahren machen. Das Spiel gegen Schalke, es ist das Ende aller Träume, dass diese Mannschaft besser sei als ihr Tabellenplatz. Es ist das unübersehbare Signal, dass das Team in seiner Zusammensetzung den Bundesligaanforderungen nicht gewachsen ist. Die Schalker haben vor vielen Jahren einiges unternommen, um es sich mit mir zu versauen. Anfang der Nuller-Jahre wurde fast jede Woche …

Huubster

Danke für Nichts, Armin. Hallo Huub!

145 Tage dauerte Armin Vehs Rückkehr bis er selbst das Handtuch warf. “Kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu”, so seine Begründung. Oder steckt mehr dahinter? Hat Veh selbst gekündigt, um auch Schaden von seiner Person abzuwenden? Wie steht er zu den handelnden Personen im “Management” – gibt es hier Dissonanzen? Es ist ein offenes Geheimnis, dass Veh den Kader in seiner Zusammensetzung für nicht konkurrenzfähig hält. Bernd Wahler dagegen meint, wie auch Aufsichtsrats-Chef Joachim Schmidt: “Der Kader hat Potenzial. Es gilt, alles zu mobilisieren.“ Womöglich ist es die unterschiedliche Beurteilung der Mannschaft (wie übrigens auch bei uns im vertikalpass), die zur Trennung führte. Womöglich wollte der Verein der Forderung Vehs nach neuen Spielern (Innenverteidigung, Podolski ;-) und Außenverteidiger) nicht in dem gewünschten Ausmaß nachkommen. vielleicht hat #veh auch desillusioniert gemerkt dass es hier nichts aufzubauen gibt.alles nur ein riesen scherbenhaufen ohne hoffnung #VfB — dunga1893 (@dunga1893) November 24, 2014 Oder war Veh einfach nur unprofessionell und reagierte trotzig und traurig auf das unglücklich verlorene Spiel gegen Augsburg? Die Rückkehr des Meistertrainers scheint …

Bruno Labbadia

Haben wir Bruno Labbadia unterschätzt?

Womöglich mache ich mich jetzt nicht beliebt, aber ich sage: Bruno Labbadia hat Recht. Er hat schon immer Recht gehabt. Er hat viele Missstände beim VfB angesprochen und das wurde stets als Ausrede verstanden. Das wollte ja auch keiner hören, oder? Labbadia war immer so anstregend, nie war das Leben leicht mit ihm, Spaß, nein Fussball war bei Labbadia nie Spaß, sondern immer Arbeit. Stimmt schon, oft waren seine Aussagen larmoyant, es waren immer gute Erklärungen, warum Ergebnisse nicht stimmen, an denen er zu allerletzt Schuld war. Aber am Sonntag hatte er wieder Recht, als er zum 0:1 des VfB gegen Augsburg auf Sky befragt wurde. Die gelb-rote Karte für Daniel Schwaab sei viel zu hart gewesen und zeuge von wenig Fingerspitzgefühl des Schiris. Und der Elfmeter sei ein Witz gewesen, wo soll denn Adam Hlousek hin mit seinen Armen – hinter den Körper? “Das kann ich nicht leiden”, ereiferte sich Labbadia. Und er hat Recht, verdammt Recht. Denn es war trotz der frühen Unterzahl des VfB ein klassisches Null-zu-Null-Spiel. Der VfB verteidigt solide, Augsburg …

Lukas Podolski

Podolski zum VfB Stuttgart?

Ohne Manager ist der VfB derzeit sportlich kaum handlungsfähig, deshalb steht der Trainer Veh auch überhaupt nicht zur Disposition. Denn: Wer soll ihn entlassen und noch viel wichtiger – wer soll einen neuen Trainer finden? Bei den Winter-Transfers wird der VfB deshalb wenig einfallsreich agieren, in alten Unterlagen von Fredi Bobic blättern und sich auf bekannte Namen konzentrieren in der Hoffnung, dass sie irgendwie zum Porte­mon­naie des Tabellenletzten passen. Stelle mir vor, wie jemand aus Cannstatt hektisch versucht, zu Højbjergs Verein Kontakt aufzunehmen. Und beim Pförtner steckenbleibt. — heinzkamke (@heinzkamke) 17. November 2014 Der Münchner Pierre-Emile Højbjerg würde in dieses Muster passen, Problem ist nur: Der Däne hat höhere Ambitionen und geht nach Augsburg ;-) und auf seiner Position hat der VfB ausnahmsweise kein Problem. Einen Namen wird selbst der VfB nicht verpassen haben, er steht im kicker, in jedem Sportteil, wurde rund um das Länderspiel gegen Spanien rauf und runter diskutiert: Weltmeister Lukas Podolski. Er braucht Spielpraxis, ist bei Arsenal unzufrieden und strebt einen Wechsel an. Bevor er in der Türkei, in Italien oder …

Trainer oder Team: Wer ist schuld an der VfB-Krise. Teil II.

Nachdem wir uns gestern in Teil I die Verteidiger und die Doppelsechs angeguckt haben, gehen wir heute in die Offensive. Sind das Mittelfeld und der Angriff des VfB Stuttgart bundesligatauglich oder muss nachgebessert werden? Christian Gentner Zweimaliger Meister. Der Kapitän. Einer, der voran gehen sollte. Der andere mitziehen und motivieren sollte. Sollte. Was hatte der VfB für Kapitäne: Ohlicher, Allgöwer, Verlaat, Soldo, Meira. Respektspersonen, die wegen ihrer Leistung und Persönlichkeit im Team anerkannt waren. Ich mag Gentner sehr, aber er ist kein Spielführer. Das einzige, was an Ohlicher erinnert, ist Gentners Spielweise: Er ist überall auf dem Platz unterwegs, kaum auf eine Position festgelegt, vom zentralen Mittelfeld zieht er auf die Mittelstürmer-Position, weicht auch mal auf die Außenbahn aus. Eigentlich ein moderner Box-to-Box-Player, aber defensiv ist Gentner oft nicht da, wo er sein sollte. Ich denke, er wäre ohne Binde stabiler und für die Mannschaft wertvoller. Wobei eine Degradierung seinem Selbstvertrauen und seiner Stellung im Team schaden würde. Ein Teufelskreis. (abiszet) Zuverlässig, kopfballstark, mannschaftsdienlich. Gentner ist der Leim, der den Laden zusammenhält. Oder das zumindest tun sollte. Abgesehen …

VfB-Krise. Trainer oder Team

Trainer oder Team: Wer ist schuld an der VfB-Krise?

Borussia Dortmund ist ein gutes Beispiel, dass der Tabellenplatz nicht immer ein realistisches Abbild der Leistungsfähigkeit eines Teams ist. Kommen jedoch wie beim VfB Stuttgart zu einer bedrohlichen Tabellensituation auch noch die damit korrespondierenden Leistungen, ist klar: Dieses Team ist momentan zu schwach für die Bundesliga. Dafür kann es zwei Gründe geben: Entweder fehlt es dem Kader an Qualität oder dem Trainer gelingt es nicht, das Potenzial der Mannschaft abzurufen. Oder, und das ist die furchtbarste Kombination überhaupt: es trifft beides zu. Über die Gründe für den Sturzflug der Schwaben ist man sich momentan nicht ganz einig. Denn während die Stuttgarter Zeitung Armin Veh in die Pflicht nimmt, sieht der kicker in seiner Montagsausgabe akuten Handlungsbedarf, sobald der Wintertransfermarkt geöffnet wird. Nicht mal im kleinen und gemütlichen vertikalpass-Headquarter sind wir uns einig, woran es denn nun liegt. Während abiszet mit dem aktuellen Kader wenig Chance auf den Klassenerhalt sieht, bin ich der Meinung, dass es am Trainer und nicht an der Qualität der Spieler liegt. Deswegen haben wir uns das Team mal Position für Position vorgenommen. Es versteht sich von …

VfB: Sorglos in die Krise. Bild: Lario Tus / Shutterstock.com

Sorglos durch die Nacht

Samstagabend. Flutlicht. Der VfB Stuttgart hat gerade gegen den Tabellenletzten Werder Bremen verloren. Bremen hat zwei Torchancen aus zwei Eckbällen und schießt zwei Tore. Florian Klein stellt sich den investigativen Fragen von Jessica Castrop (da würde mir auch ganz anders werden). Klein entschließt sich, diesem journalistischen Stahlbad mit Lockerheit zu begegnen. Souverän nimmt er die Schuld beim 1:0 auf sich und gibt unumwunden zu, dass die Umstellung von Mann- auf Raumdeckung bei Eckbällen unter der Woche zwar geübt wurde, das festgelegte Verhalten aber wohl nur im Kurzzeitgedächtnis angekommen sei. Zum Schluss zwinkert er Frau Castrop charmant zu, außerhalb des Bildes steckt er ihr wahrscheinlich noch seine Telefonnummer zu. Im Interview ist es eine leicht aufgesetzte Lockerheit gepaart mit österreichischer Leichtigkeit, im Spiel ist es bei allen einfach Sorglosigkeit. Torchancen von Christian Gentner und Martin Harnik werden wurstig vergeben, hinten bei Eckbällen halbherzig verteidigt. Man hat beim VfB Eindruck, als ob man nicht verstanden hätte, um was es geht. “Bei uns ist im Moment vielleicht ein bisschen der Wurm drin”, untertreibt Klein. “Bei den Toren wirst …