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Der feine Unterschied!

Nach dem Spiel Wolfsburg gegen den VfB habe ich mich gefragt: Kann es sein, dass es im Wolfsburger Spiel irgendeine Situation gibt, in der Kevin de Bruyne und Luiz Gustavo Innenverteidiger spielen müssen? Das ist völlig undenkbar bei Dieter Hecking, oder? Seine Mannschaft spielt so wie seine Frisur, immer frisch, immer akkurat. Die Spielorganisation ist wie sein Styling: immer höchst korrekt, fast schon ein bisschen bieder. Beim VfB gibt es dagegen kurz vor dem 3:1 die absurde Situation, dass der Sechser Oriol Romeu und der Spielgestalter Alexandru Maxim die Innenverteidigung bilden müssen. Dabei behindern sie sich noch gegenseitig und André Schürrle macht mühelos sein erstes Tor. Jetzt kann man Huub Stevens nicht vorwerfen, dass er kein Verfechter von Ordnung und Disziplin wäre. Aber seine Spieler scheinen dies ganz individuell zu interpretieren. Und ja, das Individuelle beziehungsweise die individuelle Qualität macht den Unterschied in Wolfsburg. Spielen wir mit Maxim und Romeu in der IV? Was war los beim 3:1? #VfB — abiszet (@abiszet) April 4, 2015 Die Faktoren, die zum Sieg der “Wölfe” führen: Wolfsburg wechselt …

Mit Shooter Schorsch ist für den VfB noch alles drin

Es gibt auch gute Nachrichten rund um den VfB, es ist nicht alles schlecht: Nach sechs Spielen wurde in einem Heimspiel wieder ins Tor getroffen, es sind nur vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und die Konkurrenten aus Freiburg, Berlin, Paderborn und Hamburg machen nicht gerade einen übermächtigen Eindruck. Dazu sind es die Fans, die zum Verein stehen und für herzzerreissende Szenen nach dem Spiel sorgen, als sie versuchen, den völlig deprimierten Timo Baumgartl aufzurichten. Soweit das Gute, weshalb der Klassenerhalt absolut noch drin ist und es keinen Grund gibt, aufzugeben. Überdies ist der Umgang mit Flitzern in Stuttgart sehr tolerant. Es durfte ein zugegeben friedlicher, aber wohl berauschter Fan aufs Feld laufen, sich kurz mit Marco Reus über dessen Monatsgehalt austauschen, um dann in aller Seelenruhe und von Ordnungskräften unbehelligt wieder das Feld zu verlassen. Die Tatenlosigkeit und Naivität im Stadion steht geradezu symbolisch für den VfB. Wenn man mal Form und Zustand der Mannschaft außen vorlässt, ist der Klassenerhalt noch machbar. Es muss aber ein Impuls von außen her. #VfB — Seriouz (@SeriouzRH) …

Macht Huub Stevens den VfB (noch) schlechter?

Dass der VfB-Trainer ein absoluter Fachmann ist, der schon alles gesehen hat, bewies er kurz vor der Beginn der PK, als er Pep Guardiola eine kleine Geschichte erzählt. Dass er ihn schon kenne als er soooo klein war (hält seine Hand etwa auf Hüfthöhe) und dass Guardiola ihm bei einem Jugendturnier in Lloret de Mar aufgefallen sei, dass der kleine Pep aber einen sonderbaren Laufstil gehabt habe. Dabei konnte sich der Huubster kaum einkriegen vor Lachen, ein sonniges Gemüt hat er also, der VfB-Übungsleiter. Glaubt man gar nicht, die Medien werden ja nicht müde, ihn als griesgrämigen Ewiggestrigen darzustellen. Dass der VfB gerade 0:2 gegen Bayern München verloren hatte, es also kaum Grund für gute Laune gibt – geschenkt. Hatte ja sowieso jeder erwartet, immerhin habe man “über weite Strecken gut mitgehalten”. Damit ist man in Stuttgart schon zufrieden. “Gute Ansätze”, “1. HZ auf Augenhöhe”, “Paroli geboten”, “Leistung hat gestimmt” Ich bereite mich auf das #VfB-Bullshitbingo vor. — twofourtwo (@two_four_two) February 7, 2015 Dass nicht alle fröhlich sind angesichts der schlechtesten Heimbilanz aller Bundesligisten, nach …

Meister des Minimalismus

Vertikalpass-Chefanalyst abiszet hängt auf überteuerten Konzerten Londoner One-Hit-Wonder ab und lässt uns zurück im Elend. Während Heikx mental gefestigt genug ist, um sich ein VfB-Spiel über 90 Minuten anzugucken, ziehe ich wie immer die Konferenz vor. Natürlich in der stillen Hoffnung, den HSV, Bremen und vielleicht sogar Dortmund verlieren zu sehen. Als ich um kurz nach acht einschalte, liegt Hamburg bereits vorne und als endlich nach Köln geschaltet wird und die Aufstellung durch das Bild tickert, fällt das Tor für Bremen. Immerhin weiß ich 105 Minuten später, dass man sich als VfB-Fan weiterhin auf Dortmund verlassen kann. In der ersten Halbzeit wird gefühlt drei Mal nach Köln geschaltet, aber auch das könnte man sich schenken, denn es passiert nichts. Das Schlimme daran: Man ist fast schon froh darüber. Das kommt einem vor als würde man 2 Schildkröten zusehen die hilflos auf dem Rücken liegen und nicht aus der Lage rauskommen… #KOEVFB #VfB — Johannes Maier (@Jojo_Maier) February 4, 2015 Ähnlich denkt anscheinend auch Huub Stevens. Er hat gegenüber dem Spiel gegen M’gladbach nur eine Änderung …

Köln, Karneval, olle Kamellen

abiszet nimmt sich eine Auszeit und geht zum Singalong mit Alex Clare. Das ist die Chance für mich, mal wieder in den Fußballjournalismus einzugreifen. Das will ich natürlich nicht vermasseln und bereite mich akribisch vor. 45 Minuten vor Anpfiff wird der Sky Receiver aktiviert und der korrekte Kanal angewählt. Alles klappt. Als nächstes die Startaufstellung recherchieren. Die Bild hatte vorab Leitner und Werner rausgeschrieben und dafür Maxim und Ibisevic in die Startelf gehievt. Aber ein Huubster hält sich nur bedingt an Ratschläge. Er bringt mal wieder den Harnik als Sturmspitze und irgendwo hat er noch den Sararer rausgekramt. Los geht’s. Auswärtsstärke gegen Heimschwäche, ich habe große Erwartungen. Der VfB beginnt ordentlich. Im Vergleich mit den letzten Spielen verbringen die Brustringträger viel Zeit in der gegnerischen Hälfte und es kommt auch zu Torchancen. Im Gegenzug kommt Köln zu nichts. Aber wenn man ehrlich ist, passiert nicht sehr viel. Ich habe meine Erwartungen zu hoch gehängt und muss mir andere Ziele suchen. Ich bin jetzt zufrieden damit, dass ich keinen Puls habe. Das ist mal ein Spiel, …

VfB mit Herz

Warum ich VfB-Heimspiele anschaue? Es muss Liebe sein.

Es ist kalt und ungemütlich im Stadion, man sieht sowieso schlechter als bei Sky, dazu gibts keine Wiederholungen und ich vermisse Jässica Kastrop. Was man zudem geboten bekommt, ist dürftig und wenn man sich über Tore freuen will, dann nur über die des Gegners: Seit dem 18. Oktober (8. Spieltag) hat der VfB zu Hause nicht mehr getroffen. Martin Harnik war es beim 3:3 gegen Leverkusen, seit dem gelingt den Stuttgartern in 464 Minuten offensiv nichts mehr. Man muss leiden können, wenn man zu einem VfB-Heimspiel geht. Oder es muss Liebe sein. Ich persönlich finde ein VfB-Heimspiel aus verschiedenen Gesichtspunkten interessant. Die Anfahrt ist meist ein Abenteuer, mit dem Auto sowieso, aber auch mit den Öffentlichen, pünktlich zu Heimspielen fahren die S-Bahnen alles andere als zuverlässig und dazu wird gerne an Weichen, Stellwerken oder Tunneln herumgebastelt, so dass der Halt an wichtigen Stationen ausfällt. Die Planer scheinen keine VfB-Fans zu sein. Urban Adventures also, um nach Cannstatt zu kommen. Ich bin dort aufgewachsen, frische Jugenderinnerungen auf, denke an Flirts im Eiscafe Gamba, an feuchtfröhliche Abende …