Alle Artikel mit dem Schlagwort: Mario Gomez

„Maik Franz ist ein Arschloch“

Mario Gomez-Voice, gesagt am 23. Februar 2008, nach dem 3:1-Sieg gegen den KSC. „Es ist die Realität, eine Tatsache, die Wahrheit“. Treffsicher war der Mario damals, nicht nur auf dem Feld, sondern auch in Interviews. Mit gutem Gespür vor dem Tor und vor dem Mikrofon. Es war vor elf Jahren ein besonders hitziges Duell zweier einander durch herzliche Abneigung verbundener Spieler. Franz spielte immer das Ugly Game mit Trashtalk, Provokationen, Fouls und vielen sonstigen Unappetitlichkeiten. Dass Mario Gomez natürlich absolut recht hatte, ist völlig unstrittig. Spätestens nach einem Interview, dass „Iron Maik“ 2015 gab; mit der Aussage „Das Schönste wäre, wenn der KSC aufsteigt und der VfB Stuttgart absteigt.“ Sich auf dem Platz bekämpfen ist völlig legitim. Alle Möglichkeiten zu nutzen, um selbst zu gewinnen, ist absolut okay. Dem Gegner dagegen etwas Schlechtes wünschen, ist hingegen respektlos und hat mit Fairplay nichts zu tun – oder? Beim anstehenden Derby gibt es – zumindest bei den Anhängern – Tendenzen, die in eine ähnliche Richtung gehen. Da wird mal wieder von Krieg gesprochen. Kann man machen, aber …

Mit Mario nach Moskau!

Nein, das ist noch nicht der endgültige WM-Kader: Doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass Mario Gomez mit zur WM nach Russland fährt, zumal sein direkter Konkurrent Sandro Wagner nicht nominiert wurde. Herzlichen Glückwunsch! Und jetzt alle auf den Gomez-Button drücken. Wenn ihm nicht der unverhofft nominierte Nils Petersen den Platz streitig macht, dann ist immerhin ein aktueller VfB-Spieler in Russland dabei und rundet die Stuttgarter Kombo ab, die aus Bernd Leno, Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Sebastian Rudy, Sami Khedira und Timo Werner besteht. 1893, hey, hey! Wir sind nicht der Bundes-Jogi, aber wir hätten noch Ron-Robert Zieler und Dennis Aogo nominiert und kurzfristig Santiago Ascacibar eingebürgert. Wie hat es Gomez in den vorläufigen WM-Kader geschafft? Mit Persönlichkeit, Bescheidenheit, Gelassenheit, Selbstironie – und natürlich mit Toren. Gerade die beiden Kisten gegen Hoffenheim zeigen seine Klasse vor dem Tor, auch wenn sich Julian Nagelsmann als schlechter Verlierer erwies: „Diesen Haken vor dem 2:0 habe ich von Gomez schon gefühlt 4,7 Millionen Mal gesehen“. Gomez ignoriert das nicht einmal, ihn scheint nichts mehr aus der Ruhe zu bringen, …

Böser Fußball, gute Ergebnisse?

Jetzt ist wieder die Zeit, in der über die Schönheit des Spiels diskutiert wird. Mourinhos 2:1 gegen Klopp. Juves 2:1 bei Tottenham. Schalke duselt sich im Minimalistenmodus auf Platz zwei. Pal Dardais Hertha ist seit Jahren extrem eklig zu bespielen. Die Erfolgsserie des VfB Stuttgart mit Anti-Fußball (wie es DIE ZEIT nennt). Weder in Turin, noch auf Schalke und in Berlin, noch in Augsburg, Freiburg, Hannover und Mainz, wo angeblich auch hässlicher Fußball gespielt wird, beklagt sich jemand darüber. Nur in Stuttgart, da wird vereinzelt gebruddelt. Nicht aus Gewohnheit, wie man es den Schwaben klischeehaft nachsagt, eher aus Nostalgie. Der VfB stand mal für Offensivfußball mit Klinsmann, Bobic, Elber, Balakov, Hleb und Kuranyi, mit dem frühen Gomez und Cacau, der VfB stand mal für jung und wild, und lief gegen Leipzig mit der ältesten Startelf seit 12 Jahren auf und ist dabei bieder, unansehnlich – aber erfolgreich. Tayfun Korkut ist mit seiner Herangehensweise an der Spitze einer Bewegung: „Der Zweck heiligt die Mittel“. Er ist ein Vertreter des „einfachen Fußballs“ – doch ist dieser auch …

„Der Kader ist stark genug!“

Michael Reschke wird in Interviews nicht müde zu betonen, dass er den jetzigen Kader nach den Abgängen von Simon Terodde und Josip Brekalo und dem Zugang von Mario Gomez für stark genug hält, die Klasse zu halten. Ich will nicht zynisch sein, aber womöglich steht er mit der Meinung alleine da. Reschke zu Transfers: „Stand heute liegt die Wahrscheinlichkeit bei 75%, dass wir in der Winterpause auf dem Transfermarkt nichts mehr machen werden. Es kann aber sein, dass wir beispielsweise durch Verletzungen in den ersten Spielen noch gezwungen werden, zu reagieren.“ #VfB — Jojo (@Jojo_Maier) January 6, 2018 Oder sind seine Aussagen nur eine gewiefte Taktik? Was will er damit bezwecken? Vier Erklärungsversuche. Die Mannschaft: Zuckerbrot und Peitsche Natürlich drückt er damit der Mannschaft sein Vertrauen aus (Handbuch „Menschenführung“, Kapitel 1), stärkt sie und nimmt Druck raus, weil er signalisiert „Ihr packt das!“. Gleichzeitig nimmt er Druck bei sich selbst raus, indem er keine großen Erwartungen schürt, wenn es um Neuzugänge auf den vakanten Positionen in der Offensive (Außen und Mitte) und Defensive (hinten rechts) …

Was wäre, wenn …?

Bissle ruhig hier gewesen. War auch nicht viel los, neben der Verpflichtung von Orel Mangala wurde nur das neue Trikot geleakt und dazu haben wir schon vor einiger Zeit unsere Vorschläge gemacht. In erster Linie lag die zweiwöchige Stille daran, dass Sebastian im Urlaub war und uns mit seinen Fotos mächtig genervt hat und dass ich gelesen habe. Ich bin eher ein mittelschneller Leser, aber es war das Buch „4 3 2 1“ von Paul Auster, ein Brocken deutlich schwerer als ein nasser Lederball. Der amerikanische Autor erzählt in dem 1250 Seiten dicken Werk vier Mal die Geschichte von Archibald Ferguson. Es sind sozusagen vier Romane in einem, in sieben Kapiteln werden hintereinander jeweils vier verschiedene Versionen des Lebens von Ferguson dargestellt. Sie verlaufen unterschiedlich aufgrund von Eigensinnigkeiten, Risiken, Glück und Pech, Eitelkeiten, Unsicherheiten und krimineller Energien. Dieser große Roman handelt von der Macht des Zufalls, über die Sekunden im Leben, in denen sich entscheidet, ob man die Liebe seines Lebens trifft oder ob man arm oder reich wird, ob man überlebt oder nicht. Letztlich …

Die Stylz der Stars #vpbw

Weiter gehts mit der vertikalpass-Boulevardwoche #vpbw. Nach der Musik gehen wir jetzt steil mit Fashion. Der VfB ist brav geworden, ohne Christian Tiffert, Kevin Kuranyi, Artur Boka, Maria Pogrebnyak, Sercan Sararer und Jürgen Kramy fehlt der Glamour. Niemand ist trendy, niemand ist funk. Die Fußball-Fashion geht downhill in Stuttgart. Nur Alexandru Maxim dreht gelegentlich noch den Swag-Hahn etwas auf. Wer auf Glitzer-Glitzer steht, hat eigentlich auch nur das „abseits“ auf dem kleinen Schloßplatz als Anlaufpunkt. Dort gibt es allerdings Mode „an der Grenze zur Untragbarkeit“, also genau den Style, den die Fußballer suchen. Dolce & Gabbana, Dsquared2, Balmain, Valentino, Alexander McQueen, Golden Goose- und Yamamoto Y3-Sneaker: Das abseits hat die schrägsten Stylz immer als Erster. Markus Babbel, das alte Fashion-Victim, schrieb zur Neueröffnung nach dem Umbau 2015 an abseits-Macher Winni Klenk: „Ihr seid Champions League, ihr seid Pioniere, die immer neue Wege gehen. Und ihr habt die Klamotten, die man etwas später dann auch bei Breuninger sieht.“ Wobei auch Breuninger steil geht: Als Maria Pogrebnyak in die Stadt kam, eröffnete das schwäbische Macys wegen ihr und ihrer russischen Freundinnen …

Der Ungeliebte

Immer wenn die Nationalmannschaft spielt, denke ich über meinen Beziehungsstatus zu Mario Gomez nach. Wenn er mir seit 2009 begegnet, weiss ich nicht so richtig, was ich fühlen soll. Er schoß uns zur Meisterschaft 2007, oiner von uns, dem man anmerkte wie sehr er es liebte, für den VfB zu spielen. Aber auch einer, der nach München wechselte, nachdem er vier Tore gegen Wolfsburg schoß. Das nahm ich ihm damals wirklich übel, ich dachte, er könne sich den bequemen Zwischenschritt in München sparen und gleich zu Real Madrid, Chelsea oder ManUnited gehen. Anstatt dessen ließ er sich vom Rekordmeister vereinnahmen, hampelte in Lederhosen rum und wurde gebrainwasht mit der „Mia-san-mia“-Doktrin bis er schließlich selbst dran glaubte, ein geborener Bayer zu sein. Das schmerzt. In München mochten sie Gomez allerdings nicht. 33 Millionen für einen Chancen-Verstolperer und -Versemmler, so die langläufige Meinung. Für diesen schwerfällig wirkenden Stürmer, der nicht selten unbeholfen durch den Strafraum tapste. In München sah er deshalb aus wie ein großer, trauriger Bär. Er hat sich zwischendrin auch an ein paar Dribblings versucht, …

Nächste Ausfahrt: München

Bayern-Trikots hier? Really? Ja, denn es geht um Liebe. Es gibt die Liebe, die sich allmählich entwickelt. Man schleicht um sich rum, oft traut man seinen Gefühlen nicht, bis es endlich so weit ist. Umso intensiver ist es. Es gibt die Liebe auf den zweiten oder dritten Blick. Man kennt sich ewig, nix passiert und plötzlich macht es bumm(s). Und es gibt love at first sight. Sie ist überfallartig, sie ist mitreißend und trifft einen völlig überraschend ins Herz. Wir sind nicht Deutschlands größter Herzschmerz-Blog, obwohl es bei uns schon oft um Liebe ging, zum Beispiel hier und hier. Aber ein bisschen so wie mit der Liebe ist es mit der Zuneigung der Fans zu ihren Fußballern. Gerade das Auseinandergehen ist schwer, jeder VfB-Fan weiß das zu sehr, vor allem wenn der heiß geliebte Spieler zum FC Bayern München geht. Aber warum ist es schlimmer, wenn der neue Verein Bayern München heißt und nicht Dortmund, Madrid oder Arsenal? Was hat der Rekordmeister den VfB-Fans getan? Diese Fragen stelle ich mir anläßlich des Tasci-Wechsels und deshalb schaue ich …

Der VfB als Gute-Laune-Meister

Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, mit Robin Dutt ein Bier zu trinken. Es ist so gelaufen: Ich trink‘ nen Helles, er rührt in einem Tee, wahrscheinlich weil er so wirken will wie Felix Magath. Dutt hat gefährlich gute Laune, er will sich niemanden schlecht reden lassen, schon gar nicht Toni Sunjic und Lord Hlousek, die so gut im Testspiel gegen Hannover verteidigt haben. Kevin Großkreutz stellt sich zu uns, er ist froh, dass er wieder in Deutschland ist und Fußball spielen kann. Im Arm hat er Serey Dié, der strahlt, weil mit Großkreutz endlich einer da ist, der wie er tickt. Bald wird Kevin auch so einen Iro tragen. Artem Kravets prostet uns zu, er ist schon zufrieden, dass er deutsch lernen darf. Jürgen Kramny ist glücklich, dass er endlich Cheftrainer ist und gibt allerlei optimistische Interviews. Daniel Schwaab und Georg Niedermeier sind froh, dass sie wieder spielen dürfen. Bernd Wahler lacht breit, gehts doch endlich los mit der Vereinsentwicklung und den Workshops und den Regionalversammlungen. Da ist er in einem Element. …

Die tragischen Meister von 2007

Kevin Kuranyi kommt zurück in die Bundesliga, das wird allenthalben gefeiert, zu allererst von ihm, denn er ist eine tragische Figur im deutschen Fussball. Einst hochgelobt als Stürmerhoffnung in der Post-Rumpelfuß-Ära, wurde er von Jürgen Klinsmann rasiert vor der WM 2006. Zwei Jahre später wurde er während des Länderspiels gegen Russland auf der Tribüne bepöbelt und floh wortlos aus dem Stadion. Joachim Löw hatte wenig Verständnis dafür und suspendierte ihn. Und als schliesslich sein Heimatverein VfB Stuttgart 2007 Meister wurde, war Kuranyi zwei Saisons vorher nach Gelsenkirchen gewechselt, vermeintlich wegen der besseren sportlichen Aussichten und Zahlen, die in der Gehaltsabrechnung auf Schalke ein bisschen größer waren als im Kessel. Als Stuttgarter Homeboy, der gerne am Waranga und abseits cornert, hätte Kuranyi auch nach Stuttgart gepasst; weniger sportlich, denn an Daniel Ginczek, Martin Harnik und Timo Werner käme er nicht vorbei, eher folkloristisch, denn Karrieren verlaufen beim VfB oft tragisch. Besonders auffällig ist dies bei der Meisterschaftmannschaft 2007. Timo Hildebrand: Irritierte durch seinen Vertragspoker und verließ nach überragenden Leistungen (Bochum!) den VfB nach der Meisterschaft in …