Alle Artikel mit dem Schlagwort: Überheblichkeit

Typisch VfB

Wenn in die Scheisse, dann richtig mit Vollgas. Der VfB als sein eigenes Abrisskommando. Wenn, dann als bisher unbesiegter Tabellenführer gegen den Tabellenletzten die erste Niederlage kassieren, nach vier Pfostentreffern und Scheibenschießen am Spielende. Typisch VfB. Wenn Du mit Mario Gomez und Hamadi Al Ghaddioui zwei Ochsen im Sturm hast, dann brauchen die Flanken und Vorlagen, im wesentlichen von den Außenpositionen. Wenn die aber einzig mit einem indisponierten Borna Sosa und einem deplatzierten Santi Ascacibar besetzt sind, dann geht der Matchplan von Trainer Tim Walter nicht auf (er korrigiert dies später mit den Einwechslungen von Silas und Massimo). Aber selbst mit einer beschissenen Aufstellung und Einstellung muss der VfB gegen Wehen Wiesbaden gewinnen. Von einem Kader, der 100 mal teurer ist, kann man das erwarten. Millionarios verlieren gegen eine, sorry, Thekentruppe. Typisch VfB. Zugegeben, Doppeltorschütze Manuel Schäffler ist in der Form seines Lebens. Der würde im Moment auch barfuss, mit verbundenen Augen und drei Maß vom Wasen intus die Kisten machen und seine Tore resultieren aus geradezu grotesken individuellen Fehlern. Sosa verhindert die Flanke beim …

Eine VfB-Weihnachtsgeschichte

Am Rande einer Allee, vis-a-vis eines roten Hauses, ganz in der Nähe eines großen Sterns, steht ein Wegweiser. Er streckt seine Arme aus: Der eine zeigt auf die eine, der andere auf die andere Seite, und auf jedem der beiden Arme steht geschrieben, wohin der Weg führt und was es bedeutet: Freude (Aufstieg) oder Chaos (zweite Liga) Es ist gut, dass der Wegweiser da ist. Denn wer hätte sonst den Weg zeigen sollen? Ein schlecht gelaunter Holländer mit dünnem Oberlippenbart und einer Vorliebe für ehemalige Schützlinge? Dann doch lieber dieser junge, forsche Blondschopf mit dem ernsten Blick, den alle gern haben müssen! Um den Wegweiser herum, auf der Wiese, stehen viele junge Männer, ihr Tatendrang ist von weitem zu erkennen. Zappelig sind sie wie junge Hunde, ungeduldig, aber auch freudig erregt, manche sind egoistisch, einige tragen verborgen einen Brustring über dem Herzen. Ab und zu flattern weiße Schmetterlinge umher und setzen sich auf die Arme des Wegweisers. Ihnen braucht er den Weg nicht zu zeigen, sie wissen ihn von ganz alleine. Kritische Geister fragen: „Was stehen …

Endlich wieder Drama, Baby!

Den Aufstieg können wir abhaken. In der Winterpause muss ein neuer Keeper her. Maxim und Gentner sollten kein Spiel mehr für den VfB Stuttgart machen und ob Hannes Wolf überhaupt der richtige Trainer ist? Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Ernsthaft? Klar hat der VfB dumm und unnötig gegen Hannover 96 verloren. Erst waren sie schlechter als Hannover und dann dämlicher. Und zu allem Überfluss traf auch noch Martin Harnik. Das nervt. Das nervt sehr! Fans, Spieler und Trainer gleichermaßen. Trotzdem ist das gestrige 1:2 nicht der erneute Anfang vom Ende, sondern vielmehr ein kurzer Flashback der vergangenen Saison, als es im Februar ebenfalls eine 1:2 Niederlage gegen Hannover gab. Denn die beiden Hannover-Spiele lassen sich einfach nicht miteinander vergleichen: Im Frühjahr hat der VfB aus purer Überheblichkeit verloren, jetzt wegen eines individuellen Fehlers von Mitch Langerak. In der Bundesliga-Partie war der VfB haushoch überlegen, erspielte sich viele Chancen und verdaddelte großkotzig eine nach der anderen. Im Zweitliga-Spiel ist Hannover lange Zeit das bessere Team, wackelt erst in der Schlussphase, …

Der VfB steht sich selbst im Weg

Jeder Verein besitzt seine DNA: Der FC Bayern München hat dieses großkotzige „Uns kann keiner was“, ausgedrückt im Mia-san-mia. Den 1. FC Köln überfällt eine grenzenlose Euphorie, wenn zweimal nacheinander gewonnen wird. Der HSV pflegt seit einiger Zeit seinen Hang zur Selbstzerstörung und die Kollegen aus St. Pauli sind das gute Gewissen im deutschen Profi-Fußball. Und der VfB? Stünde er sich nicht selbst im Weg, wäre er nicht der VfB. #VfB doing VfB things. #FCUVfB — Ute Lochner (@Aleksch1893) 20. November 2016 Kleine Erfolge feiern, Eier schaukeln, zurücklehnen und genießen, mal den anderen für sich laufen lassen, Selbstzufriedenheit bis hin zur Überheblichkeit, das kommt beim VfB immer wieder auf, wenn ein kleines bisschen Erfolg zu erahnen ist. Trainer Hannes Wolf arbeitet dagegen an, in dem er nicht müde wird, die seltsame Passivität anzusprechen. Und in dem er es vorlebt durch aktives Coaching an der Seitenlinie inklusive energischer Zweikämpfe mit dem vierten Offiziellen wie beim Spiel gegen Union Berlin. Hm, das war über 90 Min. zu wenig. Da hat man gegen einen schlagbaren Gegner aus eigener …

This Club is on fire!

Es wird über guten und bösen Fußball diskutiert in diesen Tagen. Auslöser ist Pep Guardiola, der für das schöne Spiel steht, aber mit Bayern München „nur“ dreimal hintereinander Meister geworden ist. Es gibt wirklich Leute, die so überheblich sind und Guardiolas Fußball über den von Klopp, Rangnick, Schmidt, Schuster oder Simeone stellen. Weil Pep Fußball „spielen“ läßt und die anderen eher auf die Fehler des Gegners warten oder sie erzwingen wollen. Ich bin da ganz einfach gestrickt: Für mich spielt der VfB bösen Fußball – und warum? Weil er nicht erfolgreich ist. So gesehen gibt es nicht gut und böse, sondern erfolgreich und den VfB. Und wie man zum Erfolg kommt, dafür gibt es verschiedene Wege. Nicht nur den Pep-Way und den Halunken-Style von Diego Simeone. Der VfB hat den Weg in den Mißerfolg genommen. Von diesem Weg läßt er sich seit rund fünf Jahren nicht abbringen, ganz so wie die Weinwanderer am Vatertag. Jetzt brennt es lichterloh in der Mercedes Straße. Und zwar überall. Trainerstab Jürgen Kramny saß wie das reine Elend in Bremen …

Ist das die Wand, gegen die Huub Stevens sprach?

Halbzeitpause beim Spiel VfB gegen Freiburg. 2:0 durch Martin Harnik und Daniel Ginczek, dessen Trefferquote fast schon unheimlich wird. Nicht alles war perfekt in der ersten Halbzeit, aber Freiburg insgesamt chancenlos und spürbar gefrustet nach den beiden Toren. Gute Stimmung in der Mannschaftskabine des VfB, nur strahlende Gesichter, es wird sich abgeklatscht, die Fäuste geballt, „Läuft“ brüllt einer, ein anderer will sogar auf seinem iPhone „We are the Champions“ spielen lassen, kassiert aber einen bösen Blick von Trainer Huub Stevens. Ganz offensichtlich geht es nur noch um die Höhe des Sieges. Wie bei den Fans, die jetzt fordern, etwas für Torverhältnis zu tun. „Määnneeer-ch“, schnarrt Stevens und verschafft sich Ruhe in der Kabine. „Das war gut, aber das reicht noch nicht!“ Huub schaut in die Runde und prüft, ob einer denkt „Der Alte schon wieder“. Einige schauen ihm wach ins Gesicht, anderen trinken Ensinger, viele Gesichter sind dem Boden zugewandt, scheinbar konzentriert. „Wir-ch müssen sofort nachlegen! Sofort!“ Stevens haut mit der Faust auf die Physiobank, so dass Ersatzspieler Timo Werner einige Salben Mobilat um die …

Canstatter Kurve

Wofür das Trauerspiel gegen Paderborn gut ist

Viele beklagen das 0:0 zwischen dem VfB und Paderborn, aber es ist genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Ein „standesgemäßer“ Sieg, und das scheint immer noch das Selbstverständnis des Vereins zu sein, hätte vieles überdeckt. Die Überheblichkeit der Spieler, die Engstirnigkeit der Verantwortlichen, die Zweifel von Huub Stevens. Was fiel auf? Paderborn ist technisch, spielerisch und mannschaftstaktisch besser: Zumindest 20 Minuten lang überlegen, selbst über die gesamte Spielzeit ist eine Spielanlage zu erkennen, es ist zu sehen, dass die Mannschaft zusammenspielt. Der VfB ist nur bei Daniel Didavis Standards gefährlich. #VFBSCP: Aktivposten Daniel Didavi – er gab drei der fünf @VfB-Torschüsse ab welcome back Junge ! — Jenni :) (@bee_jenni) December 20, 2014 Was muss man sicher merken? Den Humor von Interimsmanager Jochen Schneider. Er lernt schnell von seinem Chef Bernd Wahler und deshalb will ihn der Präsident unbedingt im Verein halten. Angesprochen auf die Szene, bei der Daniel Brückner beinahe ein ein Eigentor unterläuft, antwortet er auf die Frage „Wie haben Sie die Szene gesehen?“ mit „Auf der Tribüne!“. Bravo, in der Situation des VfB kann …