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Als wir im Stadion übernachten wollten

VfB-Präsident Erwin Staudt war ganz aufgeregt vor dem ersten Champions League Heimspiel und das auch noch gegen Manchester United: “Wir sind uns der Tatsache bewusst, dass wir für Deutschland spielen.“ Ob ganz Fußball-Deutschland zuschaute, ist nicht überliefert. Dass ganz Fußball-Deutschland nach dem 2:1-Sieg gegen Manchester von den „Jungen Wilden“ begeistert war, ist nicht übertrieben. Es war ein trüber, nieseliger, ungemütlicher Tag, es war Wasen, aber es war egal. Wenn die Spieler von Manchester ähnlich auftreten würden wie ihre Fans, dann hat der VfB gute Chancen. Aber nur dann, dachte ich. Denn kein Manchester-Fan konnte mehr gerade laufen, nachdem sie auf dem Wasen waren: Sie fielen Treppen hinunter, singen konnten sie nicht und wenn sie Schals schwenken wollten, schlugen sie sich selbst ins Gesicht. Ich saß mit Sebastian und meinem Vater auf der Gegengerade, mein Vater hatte sich sogar CL-Merch geholt. Vadder rutschte auf seinem mitgebrachten Sitzkissen hin und her, natürlich wie immer bruddelig, nachdem der VfB das erste Spiel gegen die Glasgow Rangers mit 2:1 verloren hatte. Er erwartete nicht viel, er hatte schon zu …

Wie lange noch?

Spätestens nach dem 3:1 gegen Darmstadt fragen sich viele Fans: „Wie lange noch?“: Wie lange hält der Lauf und wann kommt der Einbruch? Die Stimmung schwankt zwischen der Euphorie nach den letzten Ergebnissen und der Sorge, dass alles bald vorbei sein könnte. Ist der phantastische Saisonstart nur eine Momentaufnahme – oder mehr? Wir haben uns mit verschiedenen Szenarien auseinander gesetzt. Das klassische VfB-Szenario Der Lauf endet in Köln – und zwar nach zwei Davie Selke-Toren. Gegen Wolfsburg folgt zu Hause ein 0:1, Torschütze natürlich: Tiago Tomas. Von den folgenden fünf Spielen kann der VfB nur gegen Hoffenheim gewinnen und aus dem Vereinsumfeld kommt „rechtzeitig“ mal wieder Unruhe auf mit geleakten Mails und öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten in diversen Gremien. Weil Mannschaften wie Mainz, Darmstadt, Augsburg, Köln, Augsburg und Bremen von Anfang an unten standen, hat sich der VfB durch seinen hervorragenden Start eine gute Ausgangsposition verschafft. Das Team landet auf Platz 12 und hat in keiner Phase etwas mit dem Abstieg zu tun. Auch wenn man sich nach 12 Punkten in fünf Spielen insgeheim ein bisschen …

VertikalGIF #VfBSVD: Bitte anschnallen!

Am Freitag wurde auf dem Cannstatter Wasen das Volksfest eröffnet. Doch die eigentliche Attraktion des Herbstes fährt ein paar hundert Meter im Neckarpark, wo der Brustring-Hypetrain unterwegs ist. Vergesst die wilde Maus, den Freefall Tower und den Transformer: So rasant wie der VfB ist aktuell niemand in der Stadt unterwegs! Dabei begann die Partie gegen Aufsteiger Darmstadt gar nicht mal so gut, denn nach 17 Minuten geriet der VfB estmals in dieser Saison zuhause in Rückstand. Andererseits blieb man daheim nach wie vor ohne gegnerisches Tor, weil das Zagadou für Damstadt übernahm. Aber das Team von Sebastian Hoeneß ließ sich die Festlaune im Rahmen der 130-Jahr-Festivitäten nicht vermiesen und feierte einfach weiter. Und so dauerte es nicht mal fünf Minuten bis Pascal Stenzel aus dem Mittelfeld Serhou Guirassy per Halbfeldflanke anspielte. Der schloss ausnahmsweise mal nicht selbst ab, sondern bediente Enzo Millot, der nur noch einschieben musste. Alles ganz einfach. Für Darmstadt der Beginn eines stressigen Abends, denn der Hypetrain rollte jetzt erst so richtig los. Erst in Person von Pascal Stenzel, der dynamisch durchs …

Nicht der VfB, den ich kenne

Die Erwartungen waren groß: Tabellenführer konnte der VfB nach einem Sieg gegen Darmstadt werden. Doch die Befürchtungen waren ebenfalls nicht klein: Es war alles angerichtet für den typischen VfB, dass er das verkackt. Wir kennen das aus 130 Jahren. Letztlich war es eine klare Sache, der VfB zeigte die Reife, die von den Verantwortlichen gefordert wird. Einerseits: Die beste Offensive traf auf die schlechteste Defensive. Der VfB kommt aus einem Lauf und wir wissen, was eine Euphoriemannschaft wie die der Stuttgarter dann macht: Sie berauscht sich an sich selbst, erfreut sich an den eigenen Aktionen und begeistert die Zuschauer. Schützenfest incoming. Spitzenreiter sowieso. Andererseits: Der VfB kommt aus einem Lauf und wir wissen, was eine Euphoriemannschaft wie die der Stuttgarter dann macht: Sie berauscht sich an sich selbst, erfreut sich an den eigenen Aktionen und lässt aus Arroganz oder Übermut gerne einmal die Ernsthaftigkeit vermissen – gerade gegen vermeintlich schlechtere Mannschaften. Der VfB als der ideale Aufbaugegner. Einerseits: Darmstadt kommt geknickt und alles andere als selbstbewusst nach Stuttgart, nachdem sie einen 3:0-Vorsprung gegen Gladbach nicht …

Der VfB ist fast Tabellenführer

So schnell kann es gehen: Noch vor gut drei Monaten war der VfB fast abgestiegen. Jetzt steht am Freitag der fünfte Spieltag gegen Aufsteiger Darmstadt an (bisher ein Punkt) und der VfB ist eigentlich jetzt schon Tabellenführer, zumindest bis Samstag 17.30 Uhr. Denn, dass der VfB mal wieder fünf Tore schießt, ist ja eigentlich klar, oder? Klar ist auf jeden Fall auch: Serhou Guirassy wird treffen, mindestens drei Mal, alles andere wäre enttäuschend. Alex Nübel wird seinen Kasten zum dritten Mal zu Hause sauber halten. Atakan Karazor wird wieder der stehende Sechser sein, den sich Thomas Tuchel so verzweifelt von seiner Bayern-Transferkommission gewünscht hatte. Und dann sind es immer verschiedene Spieler, die ihre Bestleistung auf den Platz bringen: Chris Führich macht wieder den Robben (oder wie man in Stuttgart sagt: den Führich). Oder Silas bricht Geschwindigkeitsrekorde. Oder Enzo Millot tanzt Tango durch die Darmstädter Abwehrreihen. Oder Dan-Axel Zagadou köpft Bierkästen aus dem Strafraum. Verabredungen und VfB-Fans klingen im Moment so: „Wir sehen uns am Freitag gegen Darmstadt?“ – „Logisch, ich will dabei sein, wenn das …

Der Spektakel-Spieler

Der VfB Stuttgart stellt bis zum vierten Spieltag die beste Offensive der gesamten Liga. Das liegt in erster Linie am Spektakel-Spieler Serhou Guirassy, der erneut den Unterschied machte gegen Mainz in einer Partie, die überhaupt kein Spektakel war. Spiele in und gegen Mainz sind meist zäh, überwiegend unansehnlich, von Zweikämpfen geprägt, echt enge Kisten. Das Auswärtsspiel am vierten Spieltag ist da keine Ausnahme. Keine der beiden Mannschaften überzeugt, beide äußerst fehlerhaft im Positionsspiel, beide ohne Esprit in der Offensive mit vielen Flipper-Aktionen. Solche Spiele werden in der Regel durch Fehler und individuelle Klasse entschieden. Die Fehler machten Stefan Bell, der unter einem langen Ball von Waldemar Anton durchtaucht. Und Edimilson Fernandes, der vor dem 1:2 grotesk ausrutscht und schließlich die gesamte Mainzer Abwehr, die sich beim 1:3 amateurhaft anstellt. Die sich bietenden Chancen muss aber auch erst einmal einer so konsequent nutzen wie Guirassy. Der Mittelstürmer hat einen echten Lauf, jetzt nach dem Hattrick in Mainz mit acht Toren in den ersten vier Bundesligaspielen. Wieder fragen sich viele, warum sich kein Team der Premier League …

VertikalGIF #M05VfB: We call him Hatriguirassy!

Wenn der VfB am vierten Spieltag mit sechs Punkten im Gepäck zum Konkurrenten in Rheinhessen fährt, der erst einen Zähler auf dem Konto hat, dann kann man getrost sagen: In Mainz muss man nicht gewinnen. 5:0, 1:5, 5:0: Die Ergebnisse zum Saisonstart klangen mehr nach ganz großem Tennis als nach Fußball. Umso gespannter schauten die Fans auf die Partie in Mainz, in der sich das Team von Sebastian Hoeneß gegen einen kompakt stehenden Gegner beweisen musste, der dringend ein Erfolgserlebnis benötigte. Und tatsächlich schafften die Mainzer etwas, das in dieser Saison bislang noch keinem Gegner des VfBs gelungen war: Sie kassierten in der ersten Halbzeit kein einziges Gegentor. Apropos erste Halbszeit: Wie spannend war die eigentlich? Aber sehen wir es positiv: Ein 0:0 zur Halbzeit würde vermutlich auch bedeuten, dass sich die Stuttgarter Spieler bis zum Ende konzentrieren würden müssen. Eine ganz neue Herausforderung, denn schließlich waren die ersten drei Spiele bereits nach 60 Minuten entschieden gewesen. Brustring-Kurzarbeiter sozusagen. In Mainz war genau das Gegenteil der Fall, denn nach 60 Minuten ging es erst so …

Viel Folklore, wenig Vision

Eine Mitgliederversammlung will eigentlich niemand. Den Verein kostet sie rund 500.000 Euro und die Mitglieder einen schönen Sommertag. Und am Ende entscheiden gut 600 von 85.000 über richtungsweisende Satzungsänderungen. Satte 8,5 Stunden dauerte die Versammlung einen Tag nach dem 130. Geburtstag des VfB Stuttgart. Am Ende hatte sich wenig geändert: Es wurden zwei neue Vereinsbeiräte gewählt (einer davon ohne Gegenkandidat*in) und zwei Satzungsänderungen beschlossen. Der Rest war Folklore. Denn beim größten Verein Baden-Württembergs geht es im Grunde genauso zu wie bei einem schwäbischen Kleintierzüchterverein: kleinlich, rechthaberisch, egoistisch, streitsüchtig, wehleidig. Souverän war am Sonntag wenig, höchstens die Technik, die für schnelle und reibungslose Abstimmungen sorgte oder der erstaunlich routinierte Auftritt des AG-Vorstands. Tatsächlich war Alexander Wehrle eine der wenigen Personen, die auf der MV Pluspunkte sammeln konnte, weil er sich in seiner Rede zumindest ein Stück weit selbstkritisch zeigte. Alles andere als souverän waren hingegen weder Inhalt noch Vortrag der Abwahlanträge gegen Claus Vogt, Marc-Nicolai Schlecht und André Bühler, die sich im Kern darum drehten, was irgendjemand irgendwem irgendwann gesagt haben soll, ob Personen auf Mannschaftsfotos …

Die Spektakel-Mannschaft

In den letzten Jahren hat sich der VfB den Ruf einer Drama-Queen erarbeitet: Frühe Rückstände, späte Tore, umgedrehte Spiele, Klassenerhalt auf den allerletzten Drücker. In dieser Saison bietet der VfB zuverlässig Spektakel. Sport-Direktor Fabian Wohlgemuth meint dazu in seiner bekannt nüchternen Art: “Wenn man zu unseren Spielen kommt, kann man sicher sein, dass man viele Tore sieht.“ Man kann es auch etwas emotionaler ausdrücken: Der VfB bietet seinen Fans im zweiten Heimspiel das zweite Fußballfest. Euphorie und La Ola inklusive. Aber man ist geneigt, nach dem 5:0 gegen Bochum auch dieses 5:0 gegen Freiburg mit der Schwäche der Gegner zu erklären. „Wir müssen froh sein, dass wir in der Anfangsphase nicht hinten liegen“ Dabei kam SC selbstbewusst nach Stuttgart, schließlich gewann er die letzten sechs Duelle gegen den VfB und in der Anfangsphase sah es danach aus, als ob ein siebter Erfolg hinzu kommt. Der Europa League-Teilnehmer sofort im Spiel mit vier Torschüssen in den ersten fünf Minuten und zwei dicken Torchancen: Erst blockt VfB-Keeper Alexander Nübel einen Kopfball von Michael Gregoritsch nach schöner Halbfeldflanke …

VertikalGIF #VfBSCF: Fünf auf einen Streich!

Als der VfB Stuttgart zum letzten Mal ein Heimspiel gegen den SC Freiburg gewinnen konnte, saß dort natürlich schon der unvermeidliche Christian Streich auf der Bank. Beim VfB hingegen schossen Simon Terodde, Benjamin Pavard und Daniel Ginczek die Tore zum 3:0. Das war im Oktober 2017.   Terodde, Pavard (alles Gute in Mailand!) und Ginczek sind mittlerweile genauso VfB-Geschichte wie Endo, Mavropanos und Borna Sosa. Aber wir wissen ja: Wichtig ist nicht, wer geht; wichtig ist, wer kommt. Und so sollte es anstelle von Wataru Endo der Neuzugang Angelos Stiller in der Zentrale richten. Borna Sosa möchte man offenbar gar nicht ersetzen.   Wie schon im ersten Heimspiel gegen Bochum herrschte erneut bestes Sommerwetter im Neckarpark. Der Optimismus der VfB-Fans hatte durch die Klatsche in Leipzig aber natürlich einen leichten Dämpfer erhalten. Und jetzt also auch noch ein Gegner, gegen den man die letzten sechs Ligaspiele verloren hatte.   Und tatsächlich hatte das Team von Sebastian Hoeneß Glück, dass es nicht bereits nach wenigen Minuten hinten lag. Doch mit Glück und dem Geschick vom starken …