Alle Artikel mit dem Schlagwort: Bielefeld

VertikalGIF #VfBDSC: Ganz großes Tennis!

Allzu viel hatten wir nicht erwartet vom Spiel des Tabellenvierzehnten der ersten gegen den Letzten der zweiten Liga. Das dachten sich vermutlich auch viele andere VfB-Fans und blieben gleich zuhause – ganze 25.000 verirrten sich ins Neckarstadion. Wenn sie denn überhaupt ins Stadion kamen. Kurz vor Anpfiff gab es mal wieder Riesenprobleme mit dem Einlass. Die Drehkreuze vor der Cannstatter Kurve funktionierten nicht, es bildeten sich riesige Schlangen und viele Fans verpassten das 1:0 durch Pascal Stenzel, der den nach einer Ecke geklärten Ball so schön in das Bielefelder Tor zirkelte, dass er sich eigentlich in Pascal Schlenzel umbenennen sollte. „Ecke Stuttgart, Tor Stuttgart“ hieß es auch ganze vier Minuten schon wieder. Diesmal war es Endo, der Führichs Eckball zum 2:0 einköpfte. Es roch nach einem gelungenen Pokalabend. Gleich zwei frühe Tore und dazu eine konzentrierte Leistung des neu formierten Teams mit Karazor in der Dreierkette und Luca Pfeiffer als „Neuner“ vorne drin, beeindruckten die Fans. Apropos Pfeiffer: Der erzielte nach nach weiteren vier Minuten das 3:0. Sein erster Pflichtspieltreffer für den VfB – herzlichen …

Moderner Dreikampf

Der Klassenerhalt wird ausgespielt vom VfB Stuttgart, von Arminia Bielefeld und Hertha BSC. Der FC Augsburg wie auch der VfL Wolfburg werden mit dem Abstieg und dem Relegationsplatz nicht zu tun haben, auch wenn wir das gerne hätten und Fürth ist eben Fürth. Aber mal ehrlich: Das Ganze ist natürlich spannender als die Meisterschaft, der Kampf um die internationalen Plätze ist ein Dreck dagegen. Denn beim VfB, der Hertha und Bielefeld geht es um alles und um nicht weniger als die Zukunft der drei Clubs. Für den VfB sprechen die bessere Form, die besseren Spieler und der Brustring. Bielefeld ist im Vorteil, weil Stadt und Verein sich im Abstiegs- und Existenzkampf auskennen. Für die Hertha könnte das Restprogramm sprechen. Die Berliner spielen nacheinander gegen Augsburg, Stuttgart und Bielefeld, am Ende noch gegen Mainz und Dortmund. Die drei fechten einen modernen Dreikampf aus, eine Vielseitigkeits-Prüfung, bei der diese Einzelaspekte entscheiden werden: Form & Qualität der Spieler Nimmt man die letzten Spiele, so scheint der VfB hier die Nase vorn zu haben. Acht Punkte aus fünf Spielen, …

Das 20-Punkte-Spiel

In seiner Antrittsrede sagte der neue CEO und Sportvorstand Alexander Wehrle allerlei Cleveres und hinterließ einen ausgezeichneten und sehr zupackenden Eindruck, was die Projekte in der Zukunft angeht. Bei der Gegenwart wurde er emotional und ballte die Fäuste, denn es sollen “alle Kräfte gebündelt werden für den Klassenerhalt“. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Partie gegen Arminia Bielefeld als “20 Punkte-Spiel!“. Präsident Claus Vogt reagierte darauf leicht irritiert: „Das mit den 20 Punkten musst du mir bei Gelegenheit mal erklären!“ Es ist nicht überliefert, ob und wie Wehrle das erklären konnte, denn auch gegen Bielefeld gibt es nur drei Punkte und zählt man die drei Punkte dazu, die dem Verlierer entgehen, kann man ganz eventuell von einem 6 Punkte-Spiel sprechen. Und selbst das ist mathematisch durchaus diskutabel. Aber Wehrle hat schon Recht: Das Spiel ist ganz entscheidend für den Kampf um den Klassenerhalt. Entschieden ist am 28. Spieltag noch nichts, doch leichter (oder besser: schlagbarer) werden die Gegner für Bielefeld und den VfB nicht mehr. Die Vorzeichen vor dem Abstiegskracher könnten nicht unterschiedlicher sein: Mit …

VertikalGIF #VfBDSC: Return of the Aufbaugegner

Nach der Niederlage in Augsburg brauchte der VfB dringend ein Heimsieg. Das Problem: Wer sollte die Tore schießen, nachdem sich auch noch Hamadi Al(m) Gahaddioui krank abgemeldet hatte? Matarazzos Plan: Einfach ohne Stürmer spielen. Und so reagierten die Fans als sie die Aufstellung sahen:   Kein echter Stürmer, aber dafür mit Endo, Mangala, Nartey und Karazor gleich vier Sechser auf dem Platz. Oder wie man auch sagt: “Mitte zu!” Und tatsächlich begann der VfB mit Didavi und Massimo in vordester Front ganz ansehnlich. Was auch daran lag, dass Borna Sosa auf dem Flügel stark in die Partie fand. Auf dem rechten Flügel wohlgemerkt.   Die Arminia stand wie erwartet kompakt in der Defensive und machte nach vorne erstmal wenig. Kein Wunder, schließlich waren die Bielefelder in dieser Saison noch sieglos. Das letzte Spiel, dass die Arminia gewinnen konnte, war am 34. Spieltag der vergangenen Saison gewesen. In Stuttgart.   Eine starke Anfangsphase, aber der Gegner kommt mit seiner ersten Chance zum Torerfolg. Klingt wie die Story aus dem Spiel in Augsburg, ereignete sich aber am …

VertikalGIF #VfBDSC: Bitte abpfeifen!

Was für ein seltsames Heimspiel. Dabei sollte es doch etwas besonderes werden: Zweiter gegen Erster, die stärkste Heimmannschaft gegen das beste Auswärtsteam. Mehr Spitzenspiel geht nicht, oder? Doch ging es in der Vorwoche noch um Schmähplakate, Drei-Stufen-Pläne und drohende Spielabbrüche, so stand die Partie des VfB gegen Arminia Bielefeld bereits vor Anpfiff auf der Kippe. Der Grund? Corona, na klar. Und da sich die Stadt, das zuständige Ministerium und die Teams mit verbindlichen Informationen zurückhielten, wussten die Fans auch am Montag Mittag noch nicht, ob die Partie überhaupt mit Zuschauern angepfiffen werden würde. Erst wenige Stunden vor Anpfiff war dann klar, dass es ein Spiel vor Zuschauern geben würde. Begründung unter anderem: Es seien schon viele Gästefans unterwegs. Kein Wunder, wenn man so lange braucht, um eine Entscheidung zu treffen. Und so musste jeder für sich entscheiden, ob er ein Bad in der Menge nehmen wollte oder das Spiel lieber im TV verfolgen wollte. Spoiler: Über 50.000 fanden ihren Weg ins Neckarstadion, in dem mit leicht modifizierten Sicherheitskontrollen für mehr Hygiene gesorgt werden sollte. Es …

VertikalGIF #DSCVfB: Alm, Alu, Al Ghaddioui

Wann ist der VfB Stuttgart eigentlich zum letzten Mal zu einem Spitzenspiel gereist? Ein tolles Gefühl jedenfalls. Erster gegen Dritter: Auf dem Papier war das Spiel auf der Bielefelder Alm ein echter Gradmesser. Und das sollte auch auf dem Rasen so sein. Zur Aufstellung: Gregor Kobel hatte seine Blessur aus dem Spiel gegen Fürth auskurieren können, Castro und Wamangituka fielen hingegen aus. Die wichtigste Personalie natürlich: Santi Ascacibar war nicht nur zurück im Kader, sondern auch gleich in der Startelf, um die Alm umzupflügen. Ein Duell, auf das man sich auch freuen durfte: Holger Badstuber gegen Fabian Klos. Ein Kampf der Giganten: Godzilla gegen King Kong, Rocky gegen Ivan Drago, Apple gegen Android. Dass beide bereits früh eine gelbe Karte sahen, machte die ganze Geschichte noch spannender. Zum Spiel: Der VfB war in der ersten halben Stunde die bessere Mannschaft und hielt auch physisch gut gegen die engagierten Arminen mit. Die waren jedoch ihrerseits in der Lage, das Spiel zu machen. Und da beide Teams versuchten, das Tempo hochzuhalten, entwickelte sich eine richtig gute Partie, …

Menschen, Tore, Sensationen!

Kinder, freut euch: Der weiß-rote Zirkus ist in der Stadt! Magische Momente in der Offensive mit Solonummern zum Zungeschnalzen und Toren wie aus einem Youtube-Highlight-Clip. Aber leider auch immer wieder mit spaßbefreiten Horroclown-Momenten in der Defensive. Das will doch keiner sehen! Ja, so ein VfB-Spiel macht eine Menge Spaß – wenn man nicht gerade mit dem Team bangt und zittert. Es gibt viel zu viele Spiele der Kategorie “Wer so eine Partie gewinnt, steigt auf” und zu wenige mit dem Prädikat “Wie langweilig, aber so spielt ein Spitzenreiter”. Na klar, so eine Partie wie gegen Bielefeld ist leider geil, aber ein Spiel wie z.B. gegen Düsseldorf oder K’lautern würde vor allem meinen Nerven gut tun. Denn, wenn die restlichen Partien alle so spannend sind, werde ich den Aufstieg vermutlich nicht erleben. Verein für Bluthochdruck. #DSCVFB — Felix Christmann (@ChristZudemMann) 17. April 2017 Aber warum ist es immer so spannend? Ist es vielleicht eine Self Fulfilling Prophecy, weil Hannes Wolf in bester Pep-Manier jeden Gegner stark redet? Laut Guardiola war ja auch Darmstadt überragend – und …

You’re my heart, you’re my soul

Ich höre Schwäbisch für mein Leben gern, das wird mir immer wieder klar, wenn ich zu VfB-Spielen gehe. Ich meine nicht das peinliche Schwäbisch, das im Stuttgart-Tatort gesprochen wird oder in der Eselsmühle oder in den unsäglichen Prenzlschwäbin-Videos. Ich liebe das ungekünstelte Schwäbisch, das auf der Straße gesprochen wird, Street-Schwäbisch halt. Das harte ostälblerische Schwäbisch mit Roaah- und Orrrww-Lauten, das leise Böblinger Schwäbisch oder das eher runde Cannstatter Schwäbisch, bei dem ich immer an meinen verstorbenen Onkel denken muss. Gerade bei VfB-Spielen höre ich vermehrt Schwänglisch, bei dem englische Vokabeln scheinbar willenlos in den Satz eingebaut werden. Das Schwänglisch wird überwiegend von Jüngeren gesprochen, meist sind es Kessel.TV-Leser oder Leute, die irgendwas mit Medien machen. Beim PSV, in der Daimlerstraße, in Straßen- oder S-Bahn oder nach dem Spiel am Palast der Republik, hier mischt sich die Mundart zu einem speziellen Sound, im Moment mit freundlichem Grundton, die Ergebnisse stimmen, der Tabellenplatz auch, die Spielweise na ja, nur wenige verfallen in ein völlig überzogenes Bruddel-Tourette. Ob Böblinger, Cannstatter oder sonst ein Schwäbisch, ob kroatisch, italienisch oder …

Niceland

Die Haare wie Johan Cruyff, die Socken runter gerollt wie Socrates, ein Blick für den freien Raum wie Bernd Schuster. Es sah immer so leicht aus bei ihm. Am Ende flog der Ball punktgenau dort hin, wo er ihn gerne haben wollte. Außenrist, Innenrist, Vollspann – die Schönheit seiner Pässe und die Eleganz seiner Bewegungen sind bis heute unerreicht. Wenn Asgeir Sigurvinsson auf dem Platz stand, dann schien die Sonne heller, wirkte der Rasen saftiger und die Tore größer, das VfB-Spiel erreichte eine eigene Kunstform. Mit seinen feinen Füßen hätte es mich nicht gewundert, wenn er mit ihnen auch akustische Gitarre gespielt hätte. Zu niemandem passte Dirigent besser als zu Sigurvinsson. Wenn es das schon in den 80ern gegeben hätte, man hätte den Isländer als Wi-Fi des VfB-Teams bezeichnet: Er verband alle Spieler und Mannschaftsteile magisch miteinander. Wegen ihm kann ich die Mannschaft von 1982 immer noch auswendig aufsagen. Roleder. Förster. Förster. Schäfer. Hadewicz. Niedermayer (Kurt!). Allgöwer. Ohlicher. Six. Kelsch. Reichert. Und eben Sigurvinsson. Er war der Beste. Wegen ihm liebe ich Island. “Eismeer-Zico” nannten …

Die hippste Mannschaft Deutschlands

Graue Maus, Fahrstuhlmannschaft, Stadt, die es nicht gibt. Das war Arminia Bielefelds Definition bis vor einem Jahr. Dann kam das Spiel des Jahres: Der Zweitliga-Abstiegskampfkrimi in Dresden. Die Bielefelder gewannen unter dramatischen Umständen, erreichten die Relegation gegen Darmstadt, gewannen das Hinspiel am Böllenfalltor souverän, um im nächsten Spiel des Jahres in letzter Sekunde doch noch abzusteigen. Und heute? Sind sie souveräner Tabellenführer in der dritten Liga, haben mit Fabian Klos den besten Stürmer der Liga im Team, schießen Tore des Monats und werden nach ihrem Halbfinal-Aus gegen Wolfsburg von ganz Fußballdeutschland gefeiert. Ist die Alm auf einmal die Anfield Road Deutschlands? Laufen die Großstadt-Hipster in Zukunft nicht mehr mit St. Pauli Hoodie durch die City, sondern im RUN DSC Shirt und mit tätowiertem Lohmann auf dem Oberarm? Ist das geil. Wolfsburg macht das 0:4 und SOFORT steht die ganze Alm und feiert ihre Arminia! Das könnt ihr niemals kaufen, Wölfe! #DSCWOB — Sebastian Zobel (@zwitscheridooo) 29. April 2015 In Zeiten, in denen vielen Fans der Fußball zu kommerziell, zu stromlinienförmig geworden ist, und in denen sich die zweiten Mannschaften vieler Bundesligisten …