Monate: März 2021

Heartbreaking

Ins Straucheln geraten nach einem kleinen Schubser im Laufduell mit David Alaba, nichts Außergewöhnliches, ein alltäglicher Zweikampf. Aber Silas Wamangituka hat sich dabei das vordere Kreuzband im rechten Knie gerissen. Warum bewegt uns das? Da ist natürlich der sportliche Stellenwert von Silas, seine spektakulären Läufe auf der rechten Seite, sein unfassbarer Speed, seine individuelle Klasse. Aber eben auch seine Fähigkeit, Räume zu nutzen, sie zu öffnen und seine Mitspieler in Szene zu setzen. Selbstverständlich ist es auch die Freude, Silas beim Wachsen zuzusehen, live dabei zu sein, wie er immer besser wird – für den VfB Stuttgart! War sein erster Kontakt am Anfang noch eine Lotterie, bei der der Gegenspieler gute Gewinnchancen hatte, verbesserte er seine Konzentrationsfähigkeit in der Bundesliga deutlich. Waren seine Soli anfangs noch roh und wild, hat ihm Trainer Pellegrino Matarazzo deutlich mehr Zielstrebigkeit beigebracht, ohne ihm das Unberechenbare zu nehmen. Aber bewegt uns nicht vielmehr der Umstand, wie Silas von der einen auf die andere Sekunde aus seinem Höhenflug gerissen (im wahrsten Sinn des Wortes) wurde? Eben noch Hero und Hoffnungsträger, …

VertikalGIF #FCBVfB: Halb so wild!

Das lief doch besser als erwartet! Viele VfB-Fans hatten in München mit einer derben Klatsche gerechnet, aber das Team von Pellegrino Matarazzo zog sich beim Champions League Sieger achtbar aus der Affäre. In der Startelf standen neben dem wieder genesenen Nico Gonzalez auch die Helden des Hinspiels: Philipp Förster und Tanguy Coulibaly. Matarazzo brachte überraschenderweise auch Klimowicz und verzichtete dafür erstaunlicherweise auf Sosa und Silas. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Und tatsächlich hatte der Aufsteiger den Meister ganz gut im Griff und sogar mehr Ballbesitz. Okay, die ganz großen Chancen fehlten, aber auch die Bayern tauchten nur selten gefährlich vor dem Tor von Gregor Kobel auf. Sogar Robert Lewandowski vergab eine erstklassige Chance in der 63. Minute und wurde wenig später ausgewechselt. Dabei schien er nicht mal sauer zu sein! Man hätte fast meinen können, er hätte bereits drei Tore geschossen. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Aber der VfB Stuttgart bestimmte weitestgehend die Partie, während es die Bayern erstaunlich …

Das Lernspiel

Wer dachte, es könnte ein gutes Konzept für die Zukunft sein, dass die Bayern aufgrund ihrer Überlegenheit immer mit einem Mann weniger antreten, um die Spiele spannender zu gestalten, muss nach dem 4:0 gegen den VfB zugeben: Auch das macht keinen Sinn, die Bayern werden auf Jahre hinweg unschlagbar sein (Franz Beckenbauer-Voice). Der Knackpunkt der Partie war die rote Karte von Alphonso Davies nach einem bösen Tritt gegen Wataru Endo in der 12. Minute: Nach einer hervorragenden Anfangsphase wurde der VfB euphorisch und übermütig und von den Bayern auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Drei Tore innerhalb von fünf Minuten und die VfB-Abwehr hatte ein Schleudertrauma, so schnell und flüssig kombinierte der Rekordmeister sogar im Strafraum. Da war so viel Platz, dass die Münchener Angreifer gemütlich Schafkopf hätten spielen können. Gregor Kobel sagte nach dem Spiel, dass der Platzverweis in der Zuordnung Unsicherheit brachte und dazu kam die furchtbare Qualität der Bayern und ihr Ehrgeiz, trotz Unterzahl zu gewinnen. Das muss man nicht gut finden, beeindruckend ist es durchaus. Kind eben: „Lewandowski ist polnisch und …

Der alte Mann und der Pass

Wir haben es vor dem Spiel als Ziel ausgerufen, der VfB hat es nach den 2:0-Sieg gegen Hoffenheim geschafft: Wir sind die stärkste Kraft in Baden Württemberg. Das Konzept der Expected Goals erschließt sich mir nicht. Aufgrund von aktuellen Spielsituationen und zurückliegenden statistischen Erkenntnissen errechnen irgendwelche Nerds die Torwahrscheinlichkeit. Dabei ist es ganz einfach: Wenn Robert Lewandowski mitspielt, ist die Torwahrscheinlichkeit mindestens 1,5 und bei Silas und Sasa Kalajdzic zusammen genommen um die 2, dazu muss ich kein Statistiker sein. Kalajdzic muss nur in der Nähe des Balls sein, schon ist er drin, wie beim Eigentor von Kasim Adams zum 1:0. Das 2:0 macht er dann nach einem Turboangriff über Silas selbst. Damit traf er sieben Spiele in Folge, das gelang zuletzt Fredi Bobic in der Saison 1995/96. Unser „Scheiss-mir-nix“-Spieler hat sich damit seinen Platz in der VfB-Geschichte gesichert. Und das nach nicht einmal einer ganzen Saison. Im Gästeblock heute genau so viele Fans wie sonst auch unter normalen Bedingungen #VfBTSG — VfBrille (@VfBrille) March 14, 2021 Aber wir müssen über Gonzalo Castro sprechen. Wir …

VertikalGIF #VfBTSG: Ja zum Erfolg!

Was für ein Sonntag! Erst Wahl in Baden-Württemberg und nach Schließung der Wahllokale das Derby Duell Württemberg gegen Baden. Für VfB-Fans war klar: Sie stimmen für den Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Die Hoffenheimer reisten nach dem überraschenden 2:1 gegen den VfL Wolfsburg und vier ungeschlagenen Partien mit nur drei Punkten Rückstand auf den VfB und einer ordentlichen Portion Selbstvertrauen an. Aber das hatte auch der VfB nach ebenfalls vier Spielen ohne Niederlage zu bieten. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content In seinem Wahlkampf-Team nahm Pellegrino Matarazzo nur eine Änderung vor: Für Coulibaly rückte Kapitän Gonzalo Castro wieder in die Elf. Neben ihm natürlich im Fokus: Sasa Kalajdzic. Nach sieben Treffern in den vergangenen sechs Spielen hatte er gegen Hoffenheim die Chance, den Rekord von Fredi Bobic aus der Saison 96/97 zu knacken. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Von Beginn an wählte der VfB eine offensive Herangehensweise …

Bussi Baby!

Wenn jemand fragt, wofür Sasa Kalajdzic steht, dann sag’ Amore! Er wird geliebt von den VfB-Fans. Er selbst liebt Flanken, ob von Borna Sosa, Marc-Oliver Kempf, Silas oder Erik Thommy. Er liebt es, wieder auf dem Platz zu stehen nach seinem 2019 erlittenen Totalschaden im Knie. Und er würde es lieben, in einem vollen Neckarstadion aufzulaufen: „Wenn Du Dir neun Monate den Arsch aufreißt, um wieder vor 60.000 Zuschauern zu spielen, dann ist die augenblickliche Situation ein bisschen komisch.“ Sasa Kalajdzic hat also ein volles Neckarstadion noch nicht auf dem Rasen erlebt. Die VfB Fans haben ihn – außer bei den zwei Spielen mit ein paar Zuschauern im Herbst gegen Freiburg und Leverkusen – noch nicht live gesehen. Das ist ebenso tragisch, wie durch die Pandemie generell der Kontakt zu den Fans unterbunden ist. Mit seiner offenen Art, seinem sympathischen Auftreten und seinem Wiener Humor würden ihm weitere Herzen zufliegen. Alle 11 Minuten verliebt sich jemand in Sasa. Der VfB, ein Club für Fans und Mitglieder mit Niveau. Der 23-jährige ist in jeder Beziehung ein …

Die Büffel gezähmt

Bei den letzten Duellen gegen Eintracht Frankfurt in der Saison 2018/2019 wurde der VfB von der sogenannten Büffelherde überrannt. Unter der Wucht von Ante Rebic, Luka Jovic und Sebastian Haller sind die Stuttgarter regelrecht zusammen gebrochen. In der Saison 2020/2021 zeigt sich der VfB widerstandsfähiger: Im Hinspiel ein 2:2 nach 2:0-Führung, am 24. Spieltag ein 1:1 nach 1:0-Führung. Der VfB hat die Büffelherde 2.0 gezähmt. Zugegeben, die Frankfurter Büffel haben nicht mehr ganz die Wucht wie vor zwei Jahren. Aber mit dem zurückgekehrten Jovic, dem Portugiesen André Silva, dem wuseligen Amin Younes und einem gewissen Filip Kostic verfügt die Eintracht immer noch über eine furchterregende Offensive. Dieser Kostic: Über ihn schrieben wir einst, er sei der George Best des Balkans, bezeichneten ihn als serbische Rennmaus und meinten, er bräuchte lediglich eine Lücke so groß wie der Hintern von Kim Kardashian, um sich Platz für seine ausufernden Flügelläufe zu verschaffen. Gegen den VfB schaffte er es, zwei identische Tore zu schießen, was sonst in der Bundesliga nur Wataru Endo beherrscht. Ein Tor kassierte ein Glück der …

VertikalGIF #SGEVfB: Welcome to the Fight Club

Viel war im Vorfeld über die Partie des VfB Stuttgart bei Eintracht Frankfurt geschrieben worden. Und nicht wenige waren der Meinung, dass das ein absolutes Fußballspektakel geben würde. Aber natürlich kam es komplett anders. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Dabei hatte Pellegrino Matarazzo mit der Hereinnahme von Tanguy Coulibaly anstatt Gonzalo Castros schon vor dem Anpfiff ein deutliches Zeichen gesetzt: Der VfB Stuttgart wollte in Frankfurt mit einer offensiven Ausrichtung mutig nach vorne spielen. Und ist es nicht wunderbar, dass das mittlerweile nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel ist? Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   In der ersten Halbzeit ging allerdings offensiv nicht allzu viel. Weder auf der schwäbischen noch auf der hessischen Seite. Statt der Tornetze wurden stattdessen die Knochen poliert: Es ging ordentlich zur Sache. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Durch das Fehlen der Zuschauer im Stadion hat sich dem TV-Zuschauer mittlerweile eine ganz neue Welt …

Der Endonator

Er ist der König im Mittelfeld des VfB Stuttgart, der Dominator der Defensive, der Initiator von Offensivaktionen, der Großmeister des Diagonal- und vor allem des Vertikalpasses und seit dem Schalke-Spiel auch noch Torschütze. Bitte erheben sie sich für den Endonator im VfB-Spiel: Wataru Endo. Der Mann, der immer wieder für die Ausschüttung von Glückshormonen bei den VfB-Fans sorgt, den sogenannten Endophinen (sorry, aber das ist noch lange nicht alles). Die defensiven Mittelfeldspieler, sie sind ein bisschen zum Hype geworden in den letzten Jahren. Angefangen mit Claude Makelele, dem Klavierträger bei Real Madrid, über den scheinbar unsichtbaren Sergio Busquets bei Barcelona bis hin zu Joshua Kimmich, weil er so schön brüllen und aus dem Halbfeld flanken kann. Wataru Endo war beim VfB ab seinem ersten Spiel gegen den KSC ein Spektakel. Er gewann jedes Kopfballduell gegen zwei Köpfe größere Gegenspieler und deutete dies seinen Mitspielern vorher mit weit ausgestreckten Armen an: „Überlasst ihn mir, ich kann das!“. Tatsächlich kann er eigentlich alles. Dieses Derby, wir schrieben damals nach dem 3:0-Sieg „Endo, der neue Soldo“, war der …