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Country for old men?

Und wieder waren es am Ende sechs Tore, diesmal paritätisch verteilt. Wie schon hier geschrieben: Der VfB ist momentan ein zuverlässiger Unterhaltungsfaktor in der Bundesliga. Eine Headline “Spektakel in Ingolstadt” hat man in dieser Saison noch nie gelesen. Noch bevor man auch überlegen konnte, mal kurz in die Konferenz zu schalten, waren bereits die ersten beiden Treffer gefallen. Leider ließen sich die Stuttgarter nach einer guten Viertelstunde das Spiel der Ingolstädter aufzwingen. Das war zwar nicht “ekelhaft”, wie Lewis Holtby es mal gesehen hatte, aber auch nicht gerade ein Leckerbissen. Über weite Teile der Partie hatte man das Gefühl ein mittelklassiges Spiel der Premiere League zu sehen: Gras fressen, Feld umpflügen, lange Bälle, Kampf, Kampf, Kampf. Schneller Check, ob man auf der Fernbedienung ausgerutscht ist und gerade Stoke gegen Southampton schaut. Nein, es war tatsächlich Ingolstadt gegen Stuttgart. Klar, #Gräfe ist ein Witz – aber irgendwann muss man so clever sein, 20 Meter vor dem Tor nicht so in die Zweikämpfe zu gehen! #FCIVfB #VfB — Boris Bücheler (@BBcheler) 12. März 2016 Die Ingolstädter schafften …

Ein Buchtipp: Midlife-Cowboy

Kennt Ihr das? Vor zehn Jahren wäre man ohne großartig nachzudenken mit dem Bus zu einer Europa League Auswärtspartie bei Dnepr Dnepropetrovsk gefahren. Und heute? Nur noch Heimspiele. Nach Möglichkeit immer im gleichen Block und natürlich nie ohne Sitzkissen. Am besten bleibt man sowieso zu Hause und guckt sich das Spiel im Fernsehen an. Was ist nur mit uns passiert? Die Antwort ist einfach: Das Alter. Ich stelle es an mir selbst fest. Denn auch ich bin immer häufiger der Meinung, dass früher alles besser war. Wie so ein alter Mann. Man kann es drehen und wenden wie man möchte, aber diese neue Form der Spießigkeit, ist wohl das erste Anzeichen für eine beginnende Midlife Crisis. Nun gibt es verschiedene Wege, dieser Lebenskrise zu begegnen. Man könnte zum Beispiel rebellieren und doch mal wieder ein Auswärtsspiel besuchen. Oder sich mal wieder in einen anderen Block stellen. Wer klein anfangen möchte, der könnte zumindest das Sitzkissen daheim lassen. Oder überhaupt mal wieder ins Stadion gehen. Alles denkbar. Wer wissen möchte, wie man es ganz bestimmt nicht machen sollte, …

Fight for your right to party!

Im Battle of Baden-Württemberg macht Jürgen Kramny seine Spieler zu Beastie Boys: Der VfB hat von der ersten Minute an einen Flow oder wie es Kramny bezeichnet “Jeder hat ja heute gesehen, was los war. Das war von Anfang an eine klare Sache.” Seit DJ Jürgen beim VfB auflegt, geht wieder was, kann der VfB auch Spaß machen – selbst nach einer Woche, die viele zum Haten veranlaßte. Der VfB ist zwar nicht mehr an der Spitze der Rückrundencharts, aber die Spieler haben den Charakter-Test ebenso bestanden wie Kramny den Coaching-Check-up gegen den hochgejazzten Sinsheimer Trainer Julian Nagelsmann. Der VfB rockt das Nachbarschaftsduell, in Ballnähe herrscht meist Überzahl, die Zweikämpfe werden beastiger geführt als zuletzt gegen Gladbach. Die Ein-Mann-Büffelherde Serey Dié gibt dabei die Punchlines vor und läuft immer wieder die Schnittstellen zu und sorgt für Ballgewinne. MC Schorsch schnappt sich wie selbstverständlich das Mikrofon und macht die Hoffenheimer short mit seinen beiden Treffern zum 1:0 und 3:0. So früh in Führung zu gehen, kommt dem auf Konter und Geschwindigkeit ausgelegten VfB-Spiel natürlich entgegen. Die …

Erlebnispark VfB: Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Herzlich willkommen im Stuttgarter Erlebnispark. Hier wird immer was geboten; langweilig wird es nie. Dafür sorgen die vielfältigen Attraktionen. Es sind nur wenige Schritte oder zwei Spiele von himmelhoch jauchzend im Riesenrad bis zum Gruseln in der Geisterbahn. Das Trainerkarussell ist derzeit zwar außer Betrieb, aber das wird erfahrungsgemäß nicht lange so bleiben. In der Zwischenzeit laden wir sie herzlich zu unserer neuen Slapstick-Show im Strafraum ein. Oder steigen sie einfach in unseren Klassiker ein: Die emotionale Achterbahn. Wer weiß, vielleicht hat der VfB einfach seine Berufung verfehlt. Denn das Team sorgt zuverlässig für Unterhaltung. Nach dem spektakulären Rückrundenauftakt verliert das Team erst unglücklich gegen Hannover, um nun in Mönchengladbach totalen Schiffbruch zu erleiden. Dass dabei der lang verletzte Patrick Hermann (ausgerechnet!) nur wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum Torerfolg genötigt wird, zeigt, wie perfekt die Dramaturgie ausgearbeitet ist. Das ist keine Vorabendserie, das ist ganz großes Kino. Das Spiel gegen die Fohlen ist jedenfalls ein Vergnügen für alle. Na gut, außer für die Stuttgart-Fans und die Spieler mit dem Brustring. Denn es scheint so, als …

Hunting for Vereinsrekord?

Sind wir ehrlich: Für alle, die über und für den VfB schreiben, waren die letzten Spielzeiten ein Traum: Trainerwechsel, Abstiegskampf, Last minute Rettung. Dann folgte Alexander “Zorni” Zorniger und auch er gab uns, wonach wir insgeheim lechzen, weil es den Reiz des Sports ausmacht: Hoffnung, Enttäuschung, Drama. Und dann kommt auf einmal der Trainer der zweiten Mannschaft daher und macht uns das alles kaputt. Mit einer stabilen Defensive, Kontinuität und Teamgeist. Zugegeben: Auch wir haben Jürgen Kramny als Notlösung gesehen. Installiert und stark geredet von Robin Dutt, weil der offenbar nicht in der Lage war, einen besseren Trainer zu finden. Doch in der Liga zählen bekanntlich nur Resultate. Und die sprechen absolut für das dynamische Duo Jürgen und Robin; Ungeschlagen in der Rückrunde hat das Team nach fünf Partien genauso viele Siege eingefahren wie in der gesamten Hinrunde. Deswegen ist es höchste Zeit, auch mal folgendes zu schreiben: Sorry, Jürgen. Denn seit Kramny das Sagen hat, spielt das Team so konstant, dass es stets mit der gleichen Startaufstellung antrat – wenn keine Gelbsperren dies verhinderten. Keine …

Indiana Jürgen: Der Jäger der verlorenen Rückrunden-Mannschaft

11Freunde, FAZ, Süddeutsche Zeitung, Spiegel Online – alle sind auf der Suche nach einer Erklärung: Wie wurde aus einem bemitleidenswerten Abstiegskandidaten ein Team, das Fans, Medien und Gegner mitreißt? vertikalpass hat exklusiv die Antwort: Jürgen Kramny ist ein kleiner Fußball-Abenteurer und als Spieler und Trainer schon ein bisschen rumgekommen. Erste, zweite, dritte Liga, Stuttgart, Nürnberg, Mainz, Darmstadt, wieder Mainz und wieder Stuttgart, er war nur in den großen Metropolen tätig. Seine Freunde nennen ihn deshalb spöttisch Indiana Jürgen, enge Freunde dürfen ihn sogar „Indy“ rufen. Zuletzt musste er ein haarsträubendes Abenteuer mit der zweiten Mannschaft des VfB Stuttgart bestehen. Den alternativlosen Zorni-Fußball sollte er da installieren. Das lief mehr schlecht als recht, Kramny befand sich knietief im Sumpf aus Gegenpressing und zentrumsorientiertem Offensivspiel. Im November erhält er plötzlich Besuch von zwei geheimnisvollen Vertretern der Stuttgarter Vereinsspitze, die mit einem unglaublichen Auftrag an ihn herantreten: Indiana Jürgen soll für die Herren, die sich Major Dutt und Doc Wahler nennen, so schnell wie möglich die sagenhafte und verschollene VfB-Rückrunden-Mannschaft finden. Denn die Legende besagt: diese Mannschaft sei nahezu …

Liebster-Award

Seit Sommer 2014 schreiben wir hier im Vertikalpass. Doch es hat bis jetzt gedauert, bis uns ein so genanntes Blogstöckchen in den virtuellen Vorgarten flog. Geworfen hat es niemand geringeres als Benjamin vom sehr lesenswerten Blog “Tragisches Dreieck“. Und natürlich beantworten wir gerne seine Fragen, um uns den Liebster-Award (oder wie man hier Stuttgart sagt: Liebschter-Award) auch zu verdienen. Wir haben uns erlaubt, die Fragen separat oder auch doppelt zu beantworten. Da wir uns solange Zeit gelassen haben, gibt es wahrschienlich kaum einen Blog, der noch nicht nominiert wurde. Deswegen verzichten wir auch darauf . Stell dir vor, du bist der kreative Kopf beim DFB: Welcher Name passt besser als „Die Mannschaft“? Wir brauchen einen Namen, der kurz, prägnant und international ist. Außerdem muss er Hashtag-Qualitäten haben und auf die Merkmale einzahlen, die dem DFB-Team traditionell zugeschrieben werden. Ich weiß nicht, warum uns bisher niemand gefragt hat, aber es kann nur eine eine Lösung geben: #PNZR (am besten in Regenbogenfarben gestaltet) – @buzze Wo liegt dein Lieblingsbolzplatz? Keine Frage: Neben dem Platz der SKG Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen. …

Indiépendence day

Das Spiel gegen Berlin ist ein turning game, es beeinflusst den Verlauf der restlichen Saison und das haben viele gefühlt im Vorfeld: Gehts weiter aufwärts oder fängt das Zittern wieder an? Selbstzweifel nach der Niederlage gegen Dortmund? Im Gegenteil: Clever und smart wird die Hertha niedergerungen, die im besten Darmstadt-Style angetreten ist. Jetzt ist die Frage: Macht es sich die Mannschaft gemütlich im Mittelfeld der Liga? Ungemütlich ist der Rasen, mit seinen vielen Löchern. Seifig ist er, aufgeweicht vom vielen Regen. Das kümmert Filip Kostic wenig. Er überholt einmal mehr nicht nur seine Gegenspieler, sondern auch seinen eigenen Schatten und kann den tristen Kartoffelacker verwandeln in ein strahlendes Blumenbeet wie im Höhenpark Killesberg. Kreativ, bunt, einladend. Dass keine Gemütlichkeit aufkommt, dafür sorgen auch Serey Dié und Georg Niedermeier. Warum lieben eigentlich alle den Schorsch? Weil er auch nicht besser kicken kann als wir. Leo Messi ist Beyoncé, er ist unerreichbar, während Schorsch eher Andrea Berg ist. Volkstümlich, einer aus unserer Mitte, der es irgendwie geschafft hat. Niedermeier wirft sich leidenschaftlich in Zweikämpfe mit Vedad Ibisevic, während …

“Ich habs schon immer gewusst!”

Da sind sie wieder, die Besserwisser. Die Jungs, die sich in der Rolle des Schlumpf Schlaumeier gefallen. Die es vor allem schon immer gewusst haben, dass Jürgen Kramny taktisch nichts drauf hat. Und die Thomas Tuchel glorifizieren, weil er die linke Angriffsseite überlagert und der VfB dagegen zunächst kein Mittel gefunden hat. Ja, aber Standards kann der tolle Tuchel dann nicht verteidigen. Klar, Tuchel wollte angeblich zum VfB und das haben wir jetzt davon. Ausgeschieden im Pokal-Viertelfinale gegen den in der Bundesliga-Geschichte besten Zweiten. Logisch, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang sind auch Blinde, die nur zufällig mal ne Kischte machen. Torbameyang did it again ⚽️ #VfBBVB #Aubameyang — Domi Steel (@Steelfrage) 9. Februar 2016 In der zweiten Halbzeit ist das Taktikgenie Tuchel dann ein bisschen aufgeregt, fuchtelt wie sein Vorbild Pep Guardiola an der Seitenlinie herum. Offen gestaltet der VfB die zweite Halbzeit, hat höhere Ballbesitzzeiten (überraschende 60 Prozent) und erarbeitet sich Chancen. Ja, das ist richtig Arbeit, das ist nicht schön anzuschauen, aber selbst Herr Hummels ist am Rande, seine äußerliche Souveränität zu verlieren. …

Ein Fall für zwei

Wer braucht schon elf Mann für ein Fußballspiel? Der VfB jedenfalls nicht. Er benötigt zwei erfahrene, oft gescholtene Silberrücken, einen Schiedsrichter, der im richtigen Moment beide Augen zudrückt und einen Alex Meier, der Kopfbälle daneben oder an die Latte setzt, die er normalerweise mit drei Äppelwoi intus versenken würde. Heraus kommt ein erneut aufreibender VfB-Sieg, der vierte in der Bundesliga in Folge. Ist das The Return of Rückrunden-Mannschaft? In den Hauptrollen: Georg Niedermeier und Christian Gentner. Niedermeier, powered by emotions, feiert sein hundertstes Comback beim VfB. Er ist der dreckigste aller Abwehrrecken, der Robert Huth der Bundesliga, ein Verteidiger so ruppig und hölzern wie Katsche Schwarzenbeck. Einer, der da hinten aufräumt wie Nick Tschiller im “Tatort”. Seine Spielweise wirkt bisweilen so altbacken wie Josef Matula aus dem ZDF-Klassiker “Ein Fall für zwei”. Er ist einer, der keine Gefangenen macht, einer, den alle mögen, weil er sich so reinknallt. Kopfballduelle werden bei ihm zu Luftschlachten wie beim 1:3, als er die Flanke von Gentner mit allem ins Netz wuchtet, was er hat: mit Kraft, Energie und …