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Nächste Ausfahrt: München

Bayern-Trikots hier? Really? Ja, denn es geht um Liebe. Es gibt die Liebe, die sich allmählich entwickelt. Man schleicht um sich rum, oft traut man seinen Gefühlen nicht, bis es endlich so weit ist. Umso intensiver ist es. Es gibt die Liebe auf den zweiten oder dritten Blick. Man kennt sich ewig, nix passiert und plötzlich macht es bumm(s). Und es gibt love at first sight. Sie ist überfallartig, sie ist mitreißend und trifft einen völlig überraschend ins Herz. Wir sind nicht Deutschlands größter Herzschmerz-Blog, obwohl es bei uns schon oft um Liebe ging, zum Beispiel hier und hier. Aber ein bisschen so wie mit der Liebe ist es mit der Zuneigung der Fans zu ihren Fußballern. Gerade das Auseinandergehen ist schwer, jeder VfB-Fan weiß das zu sehr, vor allem wenn der heiß geliebte Spieler zum FC Bayern München geht. Aber warum ist es schlimmer, wenn der neue Verein Bayern München heißt und nicht Dortmund, Madrid oder Arsenal? Was hat der Rekordmeister den VfB-Fans getan? Diese Fragen stelle ich mir anläßlich des Tasci-Wechsels und deshalb schaue ich …

Wo geht die Party ab? Hier geht die Party ab!

Auf der Tribüne bewegen die Fans Arsch und Hüfte, heben begeistert die Hände in die Lüfte. Jo, die VfB-Fans machen sich locker, denn dieses Spiel haut sie voll vom Hocker. Das war Zorni-Fußball, der mitreißt. Kombiniert mit der sachlichen Art von Jürgen Kramny, der Fußball auch denkt und nicht nur fühlt. Dass der VfB-Trainer auch mal unsachlich werden kann, haben wir beim 2:1 gesehen, als er Daniel Didavi umgrätscht. Wo er doch weiß, wie verletzungsanfällig der beste Scorer der Stuttgarter ist. Das Jubeln muss noch geübt werden. Es gab Zeiten, in denen ich die letzten Minuten des VfB nicht mehr angeschaut habe, weil ich Angst hatte, dass sich die Stuttgarter noch ein Ding fangen. Das war in der Thomas Schneider-Ära. Aktuell ist der Mannschaft zuzutrauen, dass sie am Ende noch einen Lucky Punch setzt. Und richtig lucky sind die Einwechslungen, mit Artem Kravets und Alex Maxim bringt Kramny den Siegtreffer aufs Feld. Und was sagt er dazu? “Die Wechsel haben gepasst”, ich mag seinen nüchternen Charakter. Denn seine zurückhaltende Art, Dinge nicht überbewerten zu wollen, …

Ruppinho – der Besser-Macher

Das Einzige, was mich an Lukas Rupp stört, ist, dass er sich von seiner Freundin Noelle Mondoloni getrennt hat. Sie war mal Playboy-Häschen und so ein bisschen Glamour-Faktor und WAG-Style hätte dem VfB und dem Kessel gut getan seit Maria Pogrebnyak nicht mehr da ist. Angeblich hat der Breuninger seine Monster Stöckel-Abteilung im UG nur wegen der VfB-Spielerfrauen eröffnet. Wir sind hier kein Fashion-Blog und Rupp auf seine Ex-Freundin zu reduzieren, wird den Ex-Paderborner stören. Womit? Mit Recht. Denn es sieht auch so ziemlich gut aus, was der Mittelfeldspieler derzeit veranstaltet. Er ist der Zwischenspieler beim VfB: Ruppinho, so heißt er seit seiner Jugendzeit in Karlsruhe, agiert zwischen den beiden Strafräumen und versucht bei Ballverlust immer wieder die Zwischenräume zu schließen. Er hat O-Beine wie Pierre Littbarski und sein Bewegungsablauf erinnert an Bastian Schweinsteiger. Seine Körperspannung ist von der Tribüne aus zu sehen, das kommt auch durch seinen tiefen Schwerpunkt und sein ausgeprägtes Hohlkreuz. “Es werden sich noch einige Vereine ärgern, dass sie ihn nicht auf dem Zettel hatten.” -Robin Dutt im Juni 2015 Er …

Momentum mal!

Dass dieser Text zur Partie des 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart mit etwas Verspätung erscheint, ist unter anderem der frisch entfachten Liebe des Autors zum American Football geschuldet. Neben unzähligen sportartspezifischen Begriffen begegnet man bei der NFL-Berichterstattung immer wieder einem Wort, das für die Amerikaner auch bei anderen Sportarten eine große Rolle spielt: Das Momentum. Die deutsche Übersetzung “Impuls” gibt leider nur unzureichend wieder, was das Momentum ist. Um es zu beschreiben, muss man eher zur schönen Formulierung “am Drücker sein” greifen. Was das mit dem VfB zu tun hat? Alles! Denn die Stuttgarter sind traditionell ein Team, das vom Momentum lebt. Schwimmen sie einmal auf der Welle des Erfolgs, sind sie nur schwer zu stoppen. Aber haben sie Scheiße am Fuß, dann haben sie aber eben auch richtig Scheiße am Fuß, wie man zu Beginn dieser Saison eindrucksvoll erleben durfte. Dabei hat das Phänomen Tradition. Man muss sich nur ein paar Jahre zurück erinnern, als man in Cannstatt regelmäßig nach einer verkorksten Hinrunde im Herbst den Trainer entließ, um dann in der Rückrunde …

Die große Rückrunden-Vorschau

Pep Guardiola muss vor Saisonende gehen, Daniel Ginczek feiert ein wichtiges Comeback, Lord Hlousek wird Maskottchen, Jürgen Kramny sitzt auch am 34. Spieltag auf der VfB-Bank und Kevin Großkreutz fährt zur EM. Wir wissen, wie die Rückrunde läuft.  18. Spieltag Zum Rückrundenstart hat der VfB keinen neuen Innenverteidiger, nachdem Kandidaten wie Gouweleeuw, Romagnoli, Djilobodji und Wimmer zu Mondpreisen (siehe hier) von den direkten Konkurrenten Augsburg, Bremen, Hannover und Hoffenheim verpflichtet werden. Anstatt dessen spielt Kevin Großkreutz rechter Verteidiger. Das macht die Abwehr leider nicht stabiler, der VfB verliert gegen Köln mit 1:0. Wenn es so etwas wie gute Stimmung in Stuttgart gab, dann ist sie jetzt wie weggeblasen. Der HSV geht zum Rückrundenauftakt mit 2:9 gegen Bayern unter. Manche HSV-Fans fragen sich, ob es stimmt, dass Bruno Labbadia als Trainer nur ein halbes Jahr funktioniert. Der FC Bayern München steuert einen knüppelharten Erfolgskurs, alles wird dem „Triple oder nix“ untergeordnet. Manuel Neuer beklagt sich über die kalte Atmosphäre an der Säbener Straße, „Pep Guardiola hat mich noch nie in den Arm genommen!“. In Wolfsburg sitzt …

Der VfB als Gute-Laune-Meister

Neulich habe ich mir vorgestellt, wie es wäre, mit Robin Dutt ein Bier zu trinken. Es ist so gelaufen: Ich trink’ nen Helles, er rührt in einem Tee, wahrscheinlich weil er so wirken will wie Felix Magath. Dutt hat gefährlich gute Laune, er will sich niemanden schlecht reden lassen, schon gar nicht Toni Sunjic und Lord Hlousek, die so gut im Testspiel gegen Hannover verteidigt haben. Kevin Großkreutz stellt sich zu uns, er ist froh, dass er wieder in Deutschland ist und Fußball spielen kann. Im Arm hat er Serey Dié, der strahlt, weil mit Großkreutz endlich einer da ist, der wie er tickt. Bald wird Kevin auch so einen Iro tragen. Artem Kravets prostet uns zu, er ist schon zufrieden, dass er deutsch lernen darf. Jürgen Kramny ist glücklich, dass er endlich Cheftrainer ist und gibt allerlei optimistische Interviews. Daniel Schwaab und Georg Niedermeier sind froh, dass sie wieder spielen dürfen. Bernd Wahler lacht breit, gehts doch endlich los mit der Vereinsentwicklung und den Workshops und den Regionalversammlungen. Da ist er in einem Element. …

In eigener Sache: Die Lesercharts 2015

Mit 2015 ist auch das erste komplette Blogjahr des vertikalpass zu Ende gegangen. Die wenigsten werden es wissen: Wir sind im Sommer 2014 zur WM gestartet. Wer ein wenig in den Tiefen des Archivs stöbert, findet noch die entsprechenden Artikel und vielleicht sogar noch unsere Liveticker. Damals war uns bereits klar, dass wir den Blog nach dem Turnier als Fußballblog weiterführen möchten. Einer der ersten regulären Artikel war damals im August 2014 der Spielbericht der Partie Gladbach gegen VfB Stuttgart. Mit Armin Veh auf der Bank und Huub Stevens auf der Tribüne. Wie bitte? Fast forward ins Jahr 2015. Unsere Zugriffszahlen und die Anzahl der Facebookfans steigen kontinuierlich und es fühlt sich wirklich gut an, ein kleines bisschen Relevanz zu haben. Und mittlerweile von so vielen Menschen gelesen zu werden, dass es unmöglich nur Personen aus unserem persönlichen Bekanntenkreis sein können. Ein wenig Numbercrunching macht immer Spaß. Deswegen haben wir uns mal angeguckt, welche Artikel Euch im Jahr 2015 am meisten interessiert haben. Hier sind unsere Lesercharts: Platz 10 Ende Juli fragen wir uns, was aus den Meistern von 2007 geworden ist. …

Endlich wieder Fußball!

Es gab mal eine Zeit, da war Hallenfußball richtig fresh. Kurz zuvor hatten Cool & The Gang ihren gleichnamigen Hit und Foreigner sangen „I Wanna Know What Love Is“, was mich wirklich brennend interessierte. Ich riss mir an den Knien und am Hintern die Jeans auf, um in den „Club Tropicana“ von Wham! zu kommen, in dem die Drinks umsonst waren. Als ich mich fragte, wie ich aus meinen dünnen Locken so eine steile Friese machen kann wie bei den Jungs von Depeche Mode, gründete Mercedes-Benz das erste internationale Hallenfußball-Turnier in Stuttgart. War für mich eher so die zweitwichtigste Nachricht, aber ein paar Jahre später ging ich mit meinem Vater in die Schleyer Halle und da gab’s mehr zu sehen als im Pop Rocky-Heftle. Jürgen Klinsmann, Asgeir Sigurvinsson, Karl Allgöwer, Günther Schäfer, Guido Buchwald; mir wird gerade schlecht vor Wut, wenn ich an die heutige Mannschaft denke. Auch ein gewisser Hansi Müller lief auf – allerdings für Wacker Innsbruck und er wurde abgefeiert. Welcher ehemalige VfB’ler würde denn heute bejubelt bei seiner Rückkehr nach Stuttgart? …

Zweitklassige Kindheit

Das ist Frederik. Aber alle nennen ihn Freddy. Er ist dreieinhalb. Und noch so klein, dass sein Debüt im lokalen Bambini-Team frühestens im Sommer 2016 denkbar ist. Seinen bisher besten Auftritt aus fußballerischer Sicht hatte er in der Halbzeit des WM-Finales 2014, als er im Sommerregen mit größeren Jungs  auf einer Terrasse voller Nacktschnecken kickte. Barfuß versteht sich. Bislang investiert Freddy seine gesamte fußballerische Energie also in seine Rolle als Fan des VfBs. In seinem Alter gibt es noch keinen Abstiegskampf. Oder Trainersuche. Oder Torwartdiskussionen. Es gibt keine Grauschattierungen. Es gibt nur weiß – und rot. Andere Eltern haben vielleicht die Sorge, dass ihr Sohn schwul wird. Oder Politiker. Oder Fan des FC Bayern. Aus meiner Sicht wäre das alles nicht so schlimm. Okay, das mit den Bayern schon. Viel schlimmer wäre es aber doch, wenn Freddy in Stuttgart zweitklassig aufwachsen müsste. Schon jetzt laufen die Kids in seinem Kindergarten und an der Grundschule seiner großen Schwester in Trikots von Barcelona, Real Madrid oder Bayern München herum. Brustringtrikots in Größe 116 sucht man vergebens. Während man überall kleine …

Er ist wieder da!

Wenn man alles ernst nimmt, was aktuell in Redaktionsstuben, Fan-Foren und Blogs gefordert wird, dann soll und muss alles raus, was und wer beim VfB Verantwortung trägt. Angesichts der Tabellenlage, der Stimmung rund um den Verein und der vakanten Trainerposition ist das schnell gedacht und geschrieben. Es ist eben sehr bequem, gegen alles und jeden zu sein. Es kommt immer gut, es besser zu wissen, ohne selbst den Kopf dafür hinhalten zu müssen. Anti-alles für immer. Wenn aber alle Verantwortungsträger weg sind, wie steht es dann um den VfB? Schauen wir es uns an: Robin Dutt Das letzte Heimspiel gegen Wolfsburg ist die erwartet enge Kiste – der VfB verliert unglücklich mit 0:4. Am Tag danach gibt Robin Dutt auf einer Pressekonferenz seinen sofortigen Rücktritt bekannt. Ihm sei es nicht gelungen, seinen Wunschtrainer Lucien Favre zu verpflichten, gleichzeitig seien die Scouting-Unterlagen zum neuen Innenverteidiger aus Versehen im Trubel der Weihnachtsfeier gelöscht worden. Bernd Wahler Der Präsident sitzt mit seiner Frau Petra am ersten Weihnachtsfeiertag am Frühstückstisch, ihm kommt immer wieder die Gans hoch und er hat …