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VertikalGIF #D98VfB: Boyz and Dahoud

Nach der Pflichtaufgabe gegen Mainz wartete die Pflichtaufgabe in Darmstadt. Der Tabellenletzte wollte und musste endlich mal wieder gewinnen und Stuttgart wollte genau das Gegenteil, um Tabellenplatz 3 zu verteidigen. Und die Fans fragten sich: Kann der VfB doch noch Aufbaugegner? Nicht mit dabei: Alex Nübel, der immer noch unter Rückenproblemen litt, und Enzo Millot, der offenbar eine Pause benötigte. Für ihn in der Startelf: Serhou … GUIRASSY! Apropos Torjäger: Schon nach sieben Minuten hatte der VfB eine erste Chance durch Atakan Karazor, der aber ausnahmsweise nicht erfolgreich war. Besser machte es besagter Guirassy nach vierzehn Minuten: Die Darmstädter konnten eine Stuttgarter Ecke nicht konsequent klären und über Führich und Anton landete der Ball bei Guirassy, der aus kurzer Distanz sein achtzehntes Saisontor zu erzielen. Sein acht-zehn-tes! Nur zwei Minuten später die große Schrecksekunde für VfB-Fans: Der Ball lag im Tor von Fabi Bredlow, Darmstadt jubelte, Anton reklamierte. Und das zurecht, denn Polter hatte den Ball – ohne Absicht, aber regelwidrig – mit der Hand gespielt bevor er zu Mehlem passte. Auch anschhließend war einiges …

Der Fight Club

Arbeitssiege, dreckige Siege, glückliche Siege: Dafür steht der VfB nicht unbedingt. Aber der VfB zeigt in dieser Saison sowieso Qualitäten, die man mit ihm traditionell eher nicht in Verbindung bringt. Neben Spielfreude und intelligenter Spielauffassung vor allem Widerstandsfähigkeit, Leidenschaft, Einsatz und unbedingten Siegeswillen. Dafür gibt es keinen Schönheitspreis in Darmstadt, aber drei Punkte. Wenn man oben bleiben möchte, muss man auch einen nicht gerade schönen und eher unverdienten Sieg mitnehmen, zumal in Unterzahl. Hektisch und hitzig ging es am Böllenfalltor zu. Spätestens nach der ziemlich uncleveren gelb-roten Karte von Pascal Stenzel war klar: Das Feinfüßige und Samtpfotige war nicht gefragt in Darmstadt. Dass der VfB das Kampfspiel demütig annahm, den Schwerpunkt aufs Kämpferische legte und zeitweise sogar Befreiungsschläge einstreute, zeigt die Reife der Mannschaft. Denn sind wir ehrlich: In der Vergangenheit hätte irgendein Darmstädter mindestens den Ausgleich reingewürgt und man hätte gesagt: „Schon ok, wir sind zwar Dritter und die Letzter, aber wir waren sehr lange in Unterzahl“. Der VfB wäre mit weniger zufrieden gewesen, auch gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner. Die Selbstzufriedenheit stand den …

5 Punkte: Worum es bei dem Protest gegen den DFL-Deal geht

Der sich anbahnende Deal der DFL mit einem nicht unbedingt gut beleumundeten Investor gilt es zu hinterfragen und es ist nachvollziehbar und berechtigt, dass Woche für Woche in den Stadien dagegen protestiert wird. Die Kritik daran ist nicht pauschal, sondern bezieht sich auf fünf wesentliche Aspekte, die nie isoliert, sondern immer gemeinsam diskutiert werden sollten: 1. Die Integration eines Investors bzw. „Vermarktungspartners“ Einen externen Partner hinzuziehen, sorgt automatisch dafür, dass eine neue Anspruchsgruppe dazu kommt. Eine, die Geld verdienen möchte. Eine, die im Zweifel auf den Fußball und dessen Kultur keinerlei Rücksicht nimmt. Hauptsache, die Rendite stimmt. Profit über alles. Völlig legitim, das ist das Wesen eines Investments. Aber die Folgen für den deutschen Fußball in den nächsten Jahren sind unabsehbar. Es wird in diesem Zusammenhang von der DFL gerne von „rote Linien“ gesprochen, die in den nächsten 20 Jahren nicht überschritten werden. Dazu gehören in erster Linie die Anstoßzeiten der Spieltage. Der neue Partner soll auch nur eingeschränkte Mitspracherechte erhalten. Das wirkt reichlich unrealistisch, denn ein Investor wird einschreiten, wenn er seine Rendite in …

VertikalGIF #VfBM05: Reife Leistung

5:2 gegen, Leipzig, 3:1 gegen Freiburg, 2:3 gegen Leverkusen: Nach den drei Highlight-Spielen schien die Partie gegen den Tabellenvorletzten wie gemacht für einen Auftritt des alten VfB. Dem VfB, dem bei Spielen gegen vermeintlich schlagbare Gegner oft die nötige Einsatzbereitschaft und Konzentration fehlte. Kein Wunder, dass auch Chefcoach Hoeneß von seiner Mannschaft dementsprechend forderte: “Es ist wichtig, dass wir bereit sind, ans Eingemachte zu gehen und Zweikämpfe zu führen. Wir müssen uns wie am Dienstag am Limit bewegen. Wir sind sehr gut beraten, das Spiel zu 100 Prozent ernst zu nehmen. Nach der ein oder anderen Lobeshymne in den vergangenen Tagen war es mir wichtig, der Mannschaft diese Botschaft zu senden.” Tatsächlich legte der VfB mit viel Elan los und Deniz Undav hatte nach nur 30 Sekunden die erste Chance. Allerdings kam auch Mainz bereits nach 90 Sekunden zur ersten vielversprechenden Möglichkeit. Was ein Start! Nach sieben Minuten war die Partie dann aber erstmal unterbrochen. Wer wissen möchte, warum und wieso, lässt sich das am besten detailliert und komplett neutral vom neuen DAZN-“Experten” Fredi Bobic …

Meins bleibt meins

Es ist die neue Qualität des VfB, Spiele wie gegen den FSV Mainz 05 unspektakulär zu gewinnen. Die neue Qualität als Spitzenmannschaft. Der überraschend aufgebotene Fabian Bredlow bringt es nach dem Spiel auf den Punkt: “Wir haben heute nicht unseren besten Fußball gespielt und dennoch ziehen wir solche Partien an Land.“ Me and my monkey Es sitzt bei mir immer noch der Affe auf der Schulter, der mir irgendwas von „Kraftverlust“ und „Aufbaugegner“ ins Ohr flüstert. Schließlich hatte der VfB eine aufregende und mitreissende Pokal-Partie gegen Leverkusen in den Beinen und musste gegen den Tabellen-17. antreten, der in den letzten zehn Spielen lediglich vier Tore schoss (aber auch nur sieben bekam). Nach dem Spiel trollte sich der Affe, wie er es fast immer in dieser Saison tut: Der VfB ist nicht immer souverän, aber nach Anlaufschwierigkeiten bleiben die drei Punkte in Stuttgart. An das Spiel wird sich nach der Saison niemand mehr erinnern. Aber wenn Du genau diese Spiele gewinnst, humorlos, letztlich ungefährdet, dann bist Du eine Spitzenmannschaft, die zu Recht auf Platz 3 der …

VertikalGIF #B04VfB: Bittere Pille

Da war es also, das vorweggenommene Pokalfinale: Der erste der Liga gegen den Dritten. Die beiden Teams, die im Dezember das vielleicht beste Bundesligaspiel der bisherigen Saison gezeigt hatten. Die beiden Teams mit den spannendsten Spielern und der attraktivsten Spielweise. Eigentlich kaum zu glauben, dass wir von Leverkusen und dem VfB reden, der im Gegensatz zum Werksteam nicht mit Spielgeld agiert.   Sebastian Hoeneß stellte etwas überraschend Asien-Cup-Rückkehrer Ito gleich in die Startelf; Stergiou musste dafür erstmal auf der Bank Platz nehmen. Auch die Leverkusener hatten einen Rückkehrer in ihren Reihen: Tapsoba reiste direkt vom Afrika-Cup in die Startelf und hatte in der 11. Minute offenbar noch größere Orientierungprobleme, denn er verlor Anton aus den Augen und der erzielte nach einer Stiller-Ecke das wunderschöne 1:0. Überhaupt Anton: Mittlerweile räumt der Kapitano nicht nur hinten alles ab, sondern spielt auch pavardeske Vertikalpässe oder trifft gleich selbst. Der beste Waldi aller Zeiten!   Mit der Führung im Rücken machten die Spieler von Sebastian Hoeneß den Leverkusenern das Leben schwer, weil sie kompakt und konzentriert die Räume eng …

Raus mit Applaus

“Wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen” ist eine im Fußball gerne genutzte Floskel. Im Falle des VfB kann man sie allerdings hervorragend mit Substanz füllen, indem man auf den letzten Stuttgarter Auftritt in Leverkusen blickt. Der war im Novemer 2022, an der Seitenlinie stand Michael Wimmer und der VfB verlor chancenlos mit 0:2 (das entscheidende Tor erzielte übrigens Jonathan Tah) und beendete das Kalenderjahr ohne einen einzigen Auswärtssieg in der Liga und verabschiedete sich auf Platz 16 in die längste Winterpause aller Zeiten – und kam mit Bruno Labbadia als Trainer wieder heraus. 15 Monate später sind Leverkusen und Stuttgart die spannendsten Mannschaft der Liga und die beiden Aufeinandertreffen der Teams wurden diesem Anspruch auch gerecht. Aber auch, wenn man sich sehr wohl bewusst ist, wo der VfB herkommt, nämlich aus spielerischer Armut und akuter Abstiegsgefahr, so ist die Niederlage im Pokalviertelfinale mehr als ärgerlich, denn die Chance auf den ersten Titel seit 2007 war historisch groß. Ärgern muss man sich über: Jens Nowotny, der als “Losfee” überhaupt erst dafür sorgte, dass es bereits …

VertikalGIF #SCFVfB: Downfall der Breisgauner

Die Älteren unter uns werden sich erinnern: Es war ein Freitagabend im März 2018. Genau genommen der 16. März. Der VfB spielte damals im Freiburger Dreisam-Stadion und nach nur vier Minuten ereignete sich laut kicker-Ticker folgendes: “Eine Freistoßflanke aus dem Mittelfeld beschert den VfB die frühe Führung! Aogo schlenzt den Ball aus dem rechten Mittelfeld an den Fünfmeterraum. Gomez, aus gleicher Höhe gestartet, kommt in zentraler Position sechs Meter vor dem Tor völlig frei zum Kopfball und bugsiert die Kugel an Schwolow, der zu spät kommt, vorbei ins Tor!” Nils Petersen konnte damals ausgleichen, aber in der 75. Minute machte Mario Gomez nach guter Vorarbeit von Andi Beck den Sack zu und der VfB kletterte unter Tayfun Korkut auf Platz 8 der Tabelle.   Das 2:1 damals war der letzte Sieg des VfB in Freiburg. Die Bilanz seitdem: 3:3, 1:2, 0:2, 1:2. Mittlerweile liegt der letzte Sieg soweit zurück, dass man in Freiburg sogar ein neues Stadion gebaut hat – übrigens für etwas mehr als halb so viel Geld, wie für den Umbau der Stuttgarter …

Robert Schlienz ist unser Held, war der beste Mann der Welt!

Allgöwer, Buchwald, Klinsmann, Ohlicher, Khedira, Gomez, alles Legenden. Aber der Größte in der Geschichte des VfB wird immer Robert Schlienz sein. Der einmalige Stuttgarter Journalist und Romancier Hans Blickensdörfer schrieb über ihn: “Wir werden nie mehr einen wie Robert Schlienz erleben. Aber wir können alle von ihm lernen.“ Natürlich ist Schlienz der Einmalige, aber auch der Einarmige, dem nach einem Autounfall der linke Unterarm amputiert werden musste. Sein Comeback gab er keine vier Monate nach dem Unglück und alle schauten im Neckarstadion ungläubig, weil keiner es glauben konnte, wie ein Einarmiger im Fußball mit seinen vielen Zweikämpfen bestehen könnte. Wie soll er fallen, wie soll er das Gleichgewicht halten? Mit eiserner Disziplin und ungebrochenem Willen kämpfte er sich zurück. Das waren sowieso seine Stärken. Er war kein Feinfuß, er war ein unerschrockener Arbeiter, ein unermüdlicher Antreiber, im „Doppelpass“ würde man wahrscheinlich von einem „Mentalitätsspieler“ sprechen. Angefangen hatte er als Mittelstürmer und schoss in der Saison 1945/1946 in 30 Spielen sagenhafte 45 Tore. Als Schlienz von seiner rot-weißen Wolke auf Robert Lewandowski schaute, konnte er nur …

VertikalGIF #VfBRBL: Beflügelt!

Sind wir ehrlich: Nach dem verpatzten Jahresauftakt, der Abwesenheit von Guirassy, Silas, Ito und Jeong und der Gelbsperre von Atakan Karazor waren wir nicht allzu optimistisch, dass es den ersten Sieg im zwöflten Spiel gegen die Marketingmaßnahme des Brauseherstellers aus Fuschl am See geben würde.   Dabei war der Tag wie gemacht für ein Fußballfest: Bestes Januarwetter beim ersten Heimspiel des Jahres, trotz des Bahnstreiks volle Hütte und wie angekündigt auch wieder ein Protest gegen den Einstieg eines Investors bei der DFL.   Der VfB kam jedenfalls gut ins Spiel, während die Leipziger fahrig wirkten und bereits nach 16 Minuten zwei gelbe Karten kassiert hatten. Das Stuttgarter Spiel zeigte wieder viel von den Qualitäten der Hinrunde: Gute Passschärfe, viel Bewegung und mit Führich und Vagnoman ordentlich Tempo auf den Flügeln. Fehlten nur noch die Torchancen.   Aber auch die folgten ab Minute 20. Erst ein Distanzschuss von Mittelstädt, dann eine Ecke und ein Kopfball von Zagadou, der an den Arm von Simakan sprang. Absicht? Sicher nicht. Elfmeter?   Doch wer würde ihn schießen? Wir erinnern …