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Ein Käfig voller Narren …

Es wird von VfB-Vorstand und Führungsspielern behauptet, der Teamgeist würde stimmen, die Mannschaft hätte begriffen, um was es geht. Problem nur: Auf dem Feld sieht man es nicht. Es sei fast dieselbe Mannschaft, die letzte Saison Platz 7 geholt hätte, wird uns ungläubig erzählt. Problem: Die Rückrunde als Maßstab zu nehmen, ist unprofessionell und weltfremd. Die Ansprache des Trainers wäre gut, er wäre fokussiert, er weiss, was er macht (ja was denn sonst!?), so wird es erzählt. Problem: Auf dem Spielfeld sehen wir wenig davon. Die Rahmenbedingungen für Erfolg seien geschaffen, wird stets wiederholt, die Phrase von den „professionellen Strukturen“ bei jeder Gelegenheit bemüht. Problem: Der sportliche Erfolg stellt sich nicht ein. Die Methode, mit unverschämten Lügen, frechen Behauptungen über die eigene Managementfähigkeit und leeren Versprechungen Fans, Publikum und Medien ruhig zu halten, funktioniert nicht. Wie auch? Michael Reschke und Wolfgang Dietrich verhalten sich in aller Öffentlichkeit vereinsschädigend, in dem sie Pablo Maffeo öffentlich an die Wand nagelten und damit dessen Marktwert massiv reduzierten. Dabei ist gerade dieser Transfer das Zeugnis eigener Unfähigkeit: Entweder es …

Der VfB steht über allem?

Verhaltenskodex, Teamplay, vielfältige Diskussionskultur, ein neues Miteinander: Zumindest in der Business-Kasper-Stichwort-Hitparade ist der VfB souveräner Tabellenführer – spätestens seit der Wahl von Wolfgang Dietrich zum Präsidenten beziehungsweise seit der Ausgliederung in die VfB Stuttgart 1893 AG. Doch schlich sich allmählich das ungute Gefühl ein, dass dies alles nur Worte sind. Phrasenhafte Hüllen, die nicht mit Taten ausgefüllt werden. Als Wolfgang Dietrich sich von Jan Schindelmeiser trennte, fiel der schöne Satz „Über allem steht der VfB!“. So oder so ähnlich hieß die Formulierung auch bei der Trennung von Hannes Wolf. Das ist grundsätzlich natürlich richtig: Kein Vorstand, kein Präsident, kein Trainer, kein Spieler und kein Fan ist so groß wie der VfB. Nur wird man mittlerweile den Eindruck nicht los, dass es offensichtlich Personen gibt, die sich trotzdem für noch größer halten. Guido Buchwald, Aufsichtsratsmitglied und in diesem Gremium das Feigenblatt der sportlichen Kompetenz, hatte wohl die Schnauze voll davon, nicht informiert zu werden und nichts (mit)entscheiden zu dürfen. Ein Rücktritt erschien aus seiner Sicht daher nur logisch. Ob er ein großer Verlust für den VfB und …

Verein für Blabla?

“Elf gegen elf hätten wir das Spiel definitiv gewonnen.” Markus Weinzierl Ja, Deniz Aytekin hat einen Mist zusammen gepfiffen. Aber diese Schlechtleistung des Schiedsrichters darf niemanden, vor allem nicht den Trainer, darüber hinweg täuschen, dass gestern nichts, aber auch gar nichts beim VfB Stuttgart funktionierte – nicht mal die Verkündigung der Aufstellung oder die Videowand über der Cannstatter Kurve. Doch auch auf dem Feld waren mal wieder keine „professionellen Strukturen“ zu erkennen. Kein Plan, kein Zusammenspiel. Niemand wusste, wo er hinlaufen bzw. hinspielen sollte. Dabei darf man dem Team keinen mangelnden Einsatzwillen vorwerfen. Die meisten Spieler wollten, konnten aber nicht. Weil sie nicht wussten, wie. Es muss Trainer Markus Weinzierl die Augen öffnen, dass ein wilder Alexander Esswein so etwas wie der beste Spieler des VfB war. Ein Spieler, der in erster Linie über seine Schnelligkeit kommt und dessen Stärke weder das Zusammenspiel noch das Spielverständnis sind. Platz 16 ist das Ziel nichts anderes. Wenn du 70 Minuten lang Schrott spielst, brauchst dich nicht zu beschweren, wenn du in der 94′ den Ausgleich kriegst. #VfB …

Captain Kork im Anflug?

Natürlich gewinnt der VfB am Sonntag gegen Freiburg. Trotzdem sollte man sich auch fragen: “Und was, wenn nicht?” Wir hätten da eine Theorie: Nachdem der VfB das erste seiner beiden Sieg-oder-Abstieg-Spiele gegen Freiburg mit 2:3 verloren hat, fliegt dem Club der ganze Laden um die Ohren: Nach dem Derbyle brüllt das gesamte Stadion in Wechselgesängen „Reschke raus!“, „Dietrich raus!”, “Weinzierl raus!“ und “Ausser Fritzle könnt ihr alle gehen!”. Ab Montag morgen steht eine Mahnwache vor dem Clubhaus der Mercedesstraße, um zu dokumentieren, dass die letzten Tage als Bundesligist angebrochen sind. Präsident Wolfgang Dietrich ist merklich angeschlagen und versteht die ganze Kritik nicht, schließlich tut er alles für den VfB Stuttgart und hat professionelle Strukturen geschaffen. Auch sein Versuch, die Fanseele zu beruhigen, geht voll in die Hose: “Fakt ist, dass noch niemand nach 20 Spieltagen abgestiegen ist!“ Fakt ist aber leider auch, dass der VfB noch nie eine solch schlechte Saison gespielt hat wie aktuell und noch nie einen solch erfolglosen Trainer hatte, der von 13 Spielen zehn verlor. Der Präsident und Aufsichtsratvorsitzende schmiedet einen …

Nicht im Trüben fischen!

Sport-Vorstand Michael Reschke hat es sich selbst eingebrockt, im Wintertransfer seinen Kader nachbessern zu müssen. Aber ein Mann wie Reschke klagt nicht, er macht. Trotzdem gibt es tatsächlich Leute, die sagen, er hätte kein Konzept. Nachdem Daniel Didavi mit seinen Verletzungen zu kämpfen hat, verkauft er in Bercay Özcan den Back-up an den HSV. Für hervorragende 2 bis 3 Millionen, die die klammen Hamburger in den nächsten Jahren abstottern werden. Ein exzellentes Geschäft, denn sonst hätte man den türkischen U21-Nationalspieler aufgrund einer Klausel für 1,2 Millionen gehen lassen müssen wie der kicker schreibt. Wie geil ist das denn?! Aber eine Klausel? Moment, war da nicht was? Vor lauter verkaufen und verleihen (Hans Sarpei ging nach Fürth und Ex-Rekordeinkauf Pablo Maffeo soll ebenfalls noch verliehen werden) kommt er gar nicht dazu, sich um Neuzugänge zu kümmern. Das müssen wohl die professionellen Strukturen sein, die nach der Ausgliederung aufgegleist wurden. Aber wir helfen gerne, haben uns einmal auf seinen Stuhl gesetzt (gar nicht bequem!) und eine Liste typischer Reschke-Transfers erstellt. Absolut seriös, die Wahrscheinlichkeit, dass einer aus …

Meuterei auf der Stuttyacht

Es läuft nicht beim VfB. Im Gegenteil: die Stuttyacht hat ordentlich Schlagseite und den Verantwortlichen weht eine steife Brise ins Gesicht. Und jetzt auch noch das Spiel gegen Bayern München. Keiner glaubt ernsthaft daran, dass der VfB den Coup vom 34. Spieltag der letzten Saison wiederholen kann. Als „Bonusspiel“ wird es gar bezeichnet, was bedeutet: Das Spiel wird abgeschenkt. Deshalb ergreift der VfB eine ungewöhnliche Maßnahme: Für das Spiel in München übernimmt Sport-Vorstand Michael Reschke das Kommando. Zu groß ist das Risiko, dass zweistellig verloren wird und Markus Weinzierl schon vor den entscheidenden Spielen gegen Freiburg und Düsseldorf einem Proteststurm ausgesetzt ist. Die Abstimmung unter der Besatzung, also allen Spielern und Crew-Mitgliedern rund um das Bundesligateam, ist eindeutig: Ohne eine einzige Gegenstimme sind alle dafür, dass der meinungsfreudige Reschke nicht nur alleine nach München reisen soll, sondern am besten auch gleich dort bleiben soll. Zu viel erzählt er von seiner Station bei den Bayern, von den opulenten Weißwurst-Frühstücken mit Uli Hoeneß und den intensiven Gesprächen „auf Augenhöhe“ mit Pep Guardiola. Das führt in Stuttgart dazu, …

Verliert der VfB seine Fans?

Halbzeit, der VfB liegt gegen Mainz 0:2 zurück: Pfiffe. 72. Minute, der VfB bekommt das 0:3 nach einem Eckball, der geradezu grotesk sorgenlos verteidigt wurde: Laute Pfiffe, „Wir haben die Schnauze voll!“-Schreie und die wütende Forderung „Dietrich raus!“, verbunden mit dem trotzigen Chor: „VfB Stuttgart, das sind wir“. Jetzt kann man das beklagen, wobei sich der blödelhafte Sky-Kommentator Frank Buschmann nicht zu schade war, den Support der Fans zu kritisieren. Nur: die Geduld der Fans ist am Ende und das völlig zurecht. Vor einem Jahr verlor der VfB ebenfalls gegen die 05er mit 2:3 und stand auf Tabellenplatz 14. Wenige Tage später wurde Trainer Hannes Wolf entlassen. In den 12 Monaten dazwischen durfte Sport-Vorstand Michael Reschke für rund 50 Millionen neue Spieler einkaufen. Mit welchem Effekt? Mit keinem. Es gibt keine Entwicklung beim VfB, wobei die Verantwortlichen Reschke und Präsident Dietrich ständig anführen, dass sie voll im Plan liegen und alle Ziele erreicht hätten. Das bedeutet offensichtlich, die schlechteste Abwehr und den erfolglosesten Angriff in der Bundesliga zu haben. Dass viele Zuschauer nach dem 0:3 …

Mit Mario nach Moskau!

Nein, das ist noch nicht der endgültige WM-Kader: Doch es ist nicht unwahrscheinlich, dass Mario Gomez mit zur WM nach Russland fährt, zumal sein direkter Konkurrent Sandro Wagner nicht nominiert wurde. Herzlichen Glückwunsch! Und jetzt alle auf den Gomez-Button drücken. Wenn ihm nicht der unverhofft nominierte Nils Petersen den Platz streitig macht, dann ist immerhin ein aktueller VfB-Spieler in Russland dabei und rundet die Stuttgarter Kombo ab, die aus Bernd Leno, Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Sebastian Rudy, Sami Khedira und Timo Werner besteht. 1893, hey, hey! Wir sind nicht der Bundes-Jogi, aber wir hätten noch Ron-Robert Zieler und Dennis Aogo nominiert und kurzfristig Santiago Ascacibar eingebürgert. Wie hat es Gomez in den vorläufigen WM-Kader geschafft? Mit Persönlichkeit, Bescheidenheit, Gelassenheit, Selbstironie – und natürlich mit Toren. Gerade die beiden Kisten gegen Hoffenheim zeigen seine Klasse vor dem Tor, auch wenn sich Julian Nagelsmann als schlechter Verlierer erwies: „Diesen Haken vor dem 2:0 habe ich von Gomez schon gefühlt 4,7 Millionen Mal gesehen“. Gomez ignoriert das nicht einmal, ihn scheint nichts mehr aus der Ruhe zu bringen, …

Michamorphose statt Reschkerampe

Dass der VfB Stuttgart unmittelbar nach dem Saisonabschluss zu einer Sonder-Pressekonferenz ruft, erinnerte nicht wenige an die legendäre Robin-Dutt-PK, in der dieser den Mund sehr voll nahm und viel weniger lieferte als er ankündigte. Und diesmal? Jako. Massimo. Maffeo. Sosa. Insua. Kempf. Kopacz. Grahl. Gomez. Michael Reschke und der VfB gehen in die Vollen! Aber sowas von. Und die Reschke-Rampe ist passé! Stattdessen heißt es jetzt: “Resch(ke)spekt!” Fünf Neuverpflichtungen, zwei Vertragsverlängerungen, eine 100%iges Bekenntnis von Mario Gomez zum VfB und ein neuer Ausrüster ab 2019. Doch Michael Reschke, vollmundigen Aussagen sonst nicht abgeneigt, drückt auf die Euphoriebremse. Andere Vereine – als Beispiel nannte er Borussia Mönchengladbach – hätten noch einen deutlichen Vorsprung vor dem VfB. Niemand solle bitte zu träumen anfangen, es gehe darum, den Verein zu stabilisieren und in der Bundesliga zu etablieren. Bei Jako könnten einige auch fragen: Wo spielt der, wo kommt der her, kenn’ ich gar nicht. Kein Wunder: Jako ist kein defensiver Mittelfeldspieler aus Brasilien, er ist der neue Ausrüster aus dem Hohenlohischen. Das hatte sich ja schon lange angekündigt, …

Wichtig is’ auffer Straße: Das WM-Sonderheft von Trott-war

Falls ihr in Württemberg (oder aber in Heidelberg!) wohnt, kennt ihr sie bestimmt: Die netten Damen und Herren mit den roten Westen, die das Stadtmagazin “Trott-war” verkaufen. Das besondere daran: Der Verkauf der Straßenzeitung bietet Menschen mit geringem Einkommen eine Perspektive. Denn 50 Prozent der Einnahmen gehen an die Verkäufer. Die anderen 50 Prozent bekommt der Trott-war e.V. für Projekte und Kosten. Also definitiv eine unterstützenswerte Geschichte. Und falls ihr zu denen gehört, die bislang mit gesenktem Blick an den Verkäufern vorbei eilten, um ja nicht angesprochen zu werden: Kein Problem. Aber das wird sich definitiv ändern, wenn ihr diesen Text lest. Denn ab sofort ist eine fette Sonderausgabe zur WM auf der Straße erhältlich. 72 Seiten statt der üblichen 36. Dazu mit Fernsehplan und Poster zum Rausnehmen. Okay, das gibt es von anderen auch. Aber das Heft von Trott-war lohnt sich nicht nur wegen der guten Sache, sondern vor allem, weil es richtig gut gemacht ist und – noch besser – sehr VfB-lastig ist. Dafür gesorgt hat unter anderem Roland Eitel, ehemaliger Sportredakteur bei …