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Die Ein-Mann-Dampfwalze

Entweder am Freitag oder spätestens an seinem 19. Geburtstag am Montag wird Ozan Kabak sein Debüt bei der türkischen A-Nationalmannschaft feiern. Auch wir believen den Hype um ihn und sind ein bisschen verliebt. Ein Hauch der 2000er Jahre weht durchs Neckarstadion, wenn Ozan Kabak zu einem seiner offensiven Läufe ansetzt. Er erinnert immer ein wenig an Lucio, was nicht nur an seinem Bürstenhaarschnitt liegt. Es sieht bei Kabak zwar nicht so brachial aus wie einst beim Brasilianer, der mit großen Schritten das Mittelfeld durchquerte und es immer so eilig hatte, dass es wirkte, als ob er auf Scherben laufen musste. Aber Kabak ist ebenso eine Ein-Mann-Dampfwalze: unaufhaltsam und unwiderstehlich, dynamisch, technisch stark und in der Vorwärtsbewegung mit gutem Spielverständnis. In der Dreierkette sieht er nicht so elegant aus wie Benjamin Pavard, im Zweikampf ist er nicht so leidenschaftlich wie Ascacibar, dafür aber deutlich abgezockter. Was gelbe Karten angeht, ist er dem Argentinier auf den Fersen: Vier Stück in acht Spielen, we call it eine Santi-Quote. kein Wunder, denn er ist ebenso grätschfreudig wie der Argentinier …

Beck for good!

Sibirien, Saab, Sonderling. Auf diese drei Begriffe reduziert wurde Andreas Beck zum Anfang seiner Karriere. Im russischen Kemerowo geboren, mit 14 nach Stuttgart gekommen, feierte er mit 18 Jahren sein Profi-Debüt beim VfB. Während seine Kollegen mit ihren zu Sonderkonditionen geleasten Mercedes protzten, fuhr er zum Training mit einem alten Saab 900 und las in seiner Freizeit Bücher. Gab es 2007 außer Thomas Hitzlsperger überhaupt Fußballer, die lesen konnten? Beck muss ein Sonderling gewesen sein, denn es waren auch noch Werke von Dostojewski, Schopenhauer, Nietzsche und Paulo Coelho, die er sich zu Gemüte führte. Das Etikett „der etwas andere Profi“ oder „der kickende Philosoph“ wurde ihm schnell angeheftet. Und das nur, weil sein geistiger Horizont nicht an der Spielfeldumrandung endete. Mit fünf Kurzeinsätzen hatte Andi Beck einen überschaubaren Anteil am Meisterschaftserfolg des VfB im Jahr 2007, aber er ist genauso Teil der Meistermannschaft wie seine aktuellen Kollegen Mario Gomez und Christian Gentner. Aus dem dürren Bürschle von 2007, dem jungen Wilden, von vielen liebevoll „s’Beckle“ genannt, ist in den vergangenen zwölf Jahren ein ordentlicher Brecher …

Bravo Hitz!

Ein Kommentar zum Sportvorstand des VfB, bei dem nur noch der Starschnitt von Thomas Hitzlsperger fehlt. Es ist nicht schwer, Fan von Thomas Hitzlsperger zu sein. Das war schon als Spieler so und ist in seiner neuen Funktion als Sport-Vorstand nicht anders. Bereits nach seiner Antritts-PK war es um mich geschehen. Ich könnte Hitz ewig zuhören. Ich denke, er könnte in Krisengebieten Konflikte lösen und er ist der Einzige, der den durchgeknallten US-Präsidenten Donald Trump ausbremsen könnte. Das Gute: Hitzlsperger ist nicht mit einer überheblichen Basta-PK à la Robin Dutt angetreten und trug nicht das Neunmalkluge von Michael Reschke im Gesicht und auf der Zunge. Klar, er ist eloquent. Klar, er ist clever und weicht beispielsweise Fragen bei „VfB im Dialog“ aus und flüchtet sich in Allgemeines. Klar kann er unangenehme Dinge weglächeln und wegmoderieren. Medienprofi halt. Aber er kann auch Missstände deutlich ansprechen: “Einige Klubs haben uns voraus, dass sie sehr klar darin sind, welche Spieler und Trainer sie holen. Wenn wir darüber Bescheid wissen, wie wir Fußball spielen wollen, welche Anforderungsprofile die Trainer …

Mentalitätsmonster oder Abstiegsgespenst?

Im kicker haben knapp 100.000 Menschen darüber abgestimmt, wie das Spiel des VfB Stuttgart gegen Hannover 96 am Sonntag ausgeht. Das erstaunliche Resultat: 67% glauben, dass die Truppe von Markus Weinzierl die Partie gewinnt. Das letzte Mal, dass in dieser Saison ⅔ von einem VfB-Sieg überzeugt waren, war vermutlich vor dem Pokal-Erstrunden-Aus in Rostock. Aber woher kommt diese neue Zuversicht. Oder kann man es schon Euphorie nennen? Euphoriele vielleicht. Doch welche Faktoren sind verantwortlich für diesen Stimmungsaufschwung? Der Hitz-Faktor Reschke raus, Hitzlsperger rein: Wie gut dieser Wechsel dem VfB getan hat, zeigte sich schon bei der Antritts-Pressekonferenz. Bescheiden und eloquent trat der neue Sportvorstand auf. Also genau das Gegenteil seines Vorgängers. Mit seiner offenen und verbindlichen Art hat er umgehend eine ganz andere Verbindung zum Trainer aufgebaut. Das neue Vertrauen tut Weinzierl sichtlich gut. Und es scheint tatsächlich so zu sein, als ob sich die positiven Hitzewellen über den Trainer auf die Mannschaft übertragen. Klar, das garantiert noch keinen langfristigen Erfolg. Doch der neu entdeckte Einsatzwille der Mannschaft ist die Grundvoraussetzung, um noch zu retten, …

VertikalGIF #SVWVfB

Bewährtes Format am neuen Sendeplatz zum Rückrundenauftakt: Ab sofort findet ihr das VertikalGIF direkt hier bei uns im Blog! Auf das Auswärtsspiel in Bremen hatte ich große Hoffnungen gesetzt. Nicht unbedingt, weil man gegen Leipzig mit viel Wohlwollen trotz der Niederlage einen leichten Aufwärtstrend erkennen konnte. Sondern, weil ich das Spiel nicht würde sehen können. So gar nicht. Die letzte Partie bei der das der Fall gewesen war: der 4:1 Auswärtssieg in München. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich leidgeprüfter Realist. Und als das Handtelefon um 20:32 den Sound einer Pushnachricht des kickers abspielte, war mir eigentlich klar: Es konnte sich nur um einen erneuten frühen Rückstand des VfB Stuttgart handeln. Hier meine Reaktionen, als ich las, dass Steven Zuber zum 0:1 getroffen hatte. Erst: Dann: Das folgende Spielgeschehen erlebte ich live nur anhand meiner Twitter-Timeline. Und dort hatte es Anschein, als wären viele VfB-Fans mit der Chancenverwertung von Marion Gomez … sagen wir mal … nicht ganz zufrieden. Nachdem ich mittlerweile die Zusammenfassung gesehen habe, muss ich sagen: Gut, dass ich das nicht live erleben musste. …

Einerseits … andererseits …

Es ist kompliziert. Mal wieder. Okay, das ist jetzt nicht neues. Im Gegenteil: Als Fan des VfB Stuttgart kennt man es ja eigentlich gar nicht anders. Aber die aktuelle Situation ist dennoch irgendwie speziell. Einerseits … … kommt man nicht umhin, festzuhalten, dass der VfB Stuttgart im Heimspiel gegen Leipzig ein deutlich anderes Gesicht zeigte als in den meisten Spielen zuvor. Trotz des erneuten frühen Rückstands gab das Team sich nicht auf und fightete sich mit etwas Glück zurück in die Partie. Sogar der oft verschmähte Gonzalo Castro, der für Christian Gentner in der Startelf stand, grätschte einsatzfreudig durchs Mittelfeld. Im Gegensatz zu den Heimspielen gegen Mainz und Freiburg war man als Fan in der Halbzeitpause nicht komplett frustriert. Im Gegenteil: Ein Unentschieden schien am Samstag realistisch, und sogar ein Heimsieg im Bereich des Möglichen. Definitiv eines der besseren Spiele des #VfB heute. Leipzig einfach eine Nummer zu groß. Dem Trainer ist nichts vorzuwerfen, Basics und Körpersprache deutlich verbessert. #my2cts #vfbrbl — Alexander Bonengel (@Sky_AlexB) 16. Februar 2019 Andererseits … … wissen wir, dass der …

VertikalGIF #VfBRBL

Bewährtes Format am neuen Sendeplatz zum Rückrundenauftakt: Ab sofort findet ihr das VertikalGIF direkt hier bei uns im Blog! Das erste Spiel in der Post-Reschke-Ära. Gleicher Trainer, gleicher Kader, gleicher Präsident. Trotzdem war die Stimmung unter den Fans rund um das Stadion besser als noch vor zwei Wochen. Lag das am “Hitz-Effekt” oder doch eher an den frühlingshaften Temperaturen? Vielleicht lag es aber auch daran, dass Markus Weinzierl mal wieder umgestellt hatte und gegen Leipzig auf Christian Gentner verzichtete. Für manche ein klarer Fall von Majestätsbeleidigung, für viele andere ein längst fälliger Schritt. Dass dem Trainer als einzige Alternative Gonzalo Castro zur Verfügung steht, zeigte allerdings mal wieder die Schwachstellen des Kaders. Und so begann es. Mit Hoffnung, aber ohne Christian Gentner. Und der VfB zeigte mal wieder, dass er sich in dieser Saison spezialisiert hat: auf frühe Gegentore. Ganze sechs Minuten dauerte es bis Poulsen das 1:0 für Leipzig erzielte. Angesichts der superdefensiven Aufstellung Weinzierls mit Fünferkette war ein Großteil der Hoffnung damit bereits zunichte gemacht. Doch im Gegensatz zu den letzten Partien, zeigte …

Die lahme Ente

Es ist wirklich bitter, dass ich mich nicht wie Kollege Geiger für den Mädelsflohmarkt interessiere oder für den sensationellen Stuttgarter Bürgerhaushalt. Ich nehme mir den VfB immer (noch) zu Herzen, obwohl er mir auf die Nieren geht: Erst ein unterirdischer Auftritt gegen Fortuna Düsseldorf, dann eine schlaflose Nacht und schließlich die Erlösung: Markus Weinzierl sitzt auch gegen Leipzig auf der Bank. „Ohne Wenn und Aber!“ (Reschke-Voice). Denn es ist schließlich nicht alles schlecht: Als Weinzierl den VfB von Tayfun Korkut im Herbst übernahm, stand der Club auf dem letzten Tabellenplatz. Und jetzt? Schon Sechzehnter, hey! Lasst den Mann einfach in Ruhe arbeiten, dann ist die Brustring-Truppe Ende 2020 mindestens auf Platz 12 angelangt – allerdings in der zweiten Liga. Markus Weinzierl ist seit heute nur noch ein Trainer auf Abruf. Eine lahme Ente, ein Walking Dead. Oder glauben die VfB-Verantwortlichen wirklich an ein Wunder? Denn nichts anderes wäre es, wenn Weinzierl mit diesem Sauhaufen von Mannschaft gegen Leipzig den Turnaround schafft. Oder ist es nicht vielmehr so, dass eine Freistellung Weinzierls das Eingeständnis von Michael Reschke …

VertikalGIF #F95VfB

Bewährtes Format am neuen Sendeplatz zum Rückrundenauftakt: Ab sofort findet ihr das VertikalGIF direkt hier bei uns im Blog! Wie Sonntag Abend, wieder 18:00 Uhr. Diesmal auswärts in Düsseldorf und bei Fritz-Walter-Wetter. Ein echter Mentalitätstest für die Spieler von Markus Weinzierl. Und für die VfB-Fans, die sich fragten, ob ihr Team endlich mal Mut und Entschlossenheit zeigen würde – und vielleicht sogar ein Offensivkonzept! Das erste Highlight gab es bereits vor der Partie. Allerdings nur für das TV-Publikum: Auf Sky fragte sich “Experte” Didi Hamann allen Ernstes, warum Mario Gomez schon wieder nicht in der Stuttgarter Startelf stand. Rückblickend war das leider aber auch das Amüsanteste am ganzen Abend. Denn gleich nach Anpfiff zeigte sich, dass der VfB mal wieder mut- und konzeptlos unterwegs war. Kein Plan, kein Biss, keine Hoffnung. Es war ein bisschen so, als spielte die Fortuna ein anderes Spiel. Folgerichtig bedeutete dann auch die fünfte Torchance der Düsseldorfer den Führungstreffer. Ein wenig Resthoffnung blieb, dass der VfB völlig verändert und bis in die Haarspitzen motiviert aus der Halbzeit kommen würde. Diese …

Und der Präsident schrie: “Hurz!”

Der Weinzierl, der Reschke, die Krise. Und der Präsident schrie: „Hurz!“ Entschuldigung für den komischen Einstieg, aber was der VfB abliefert, muss ein Witz sein. Leider kein guter. Es ist unwürdig, was der Club abliefert und das gilt für alle Ebenen. Dem muss ich mich vom Niveau anpassen. Gerade die Zusammenfassung von #F95VfB gesehen. Was Stuttgart da macht – fällt das schon unter Warnstreik? — Martin Schneider (@MSneijder) February 10, 2019 Ok, in Düsseldorf muss man natürlich nicht gewinnen. Aber was will man erwarten von der schlechtesten Mannschaft, die je den Brustring getragen hat? Trainiert vom schlechtesten Trainer, der je beim VfB auf der Bank saß. Geführt vom schlechtesten Management in der VfB-Geschichte (und wir hatten Gerd Mäuser und Robin Dutt!). Da ist ein 0:3 gegen einen Aufsteiger noch ein gutes Ergebnis. So schlecht, dass jeder Berufspessimist negativ überrascht wird. — Seriouz (@Seriouz1893) February 10, 2019 Düsseldorf hat mehr dafür getan, um zu gewinnen, sie hatten nicht nur einen Plan, sie haben eine Struktur für das Defensiv- und das Offensivspiel. Sie haben eine Mentalität und …