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Gazi Stadion auf der Waldau

Sehnsucht: Liga zwei

Es gibt bekanntlich nicht viel, was die Fans der “Roten” und der “Blauen” eint. Doch aktuell könnte man meinen, dass beide Fanlager hoffen, ihre Farben in der kommenden Saison in Liga Zwo spielen zu sehen. Höchste Zeit also, dahin zu gehen, wo es weh tut und wo Fußball noch Wadenkrampf und Bluterguss ist und kein Selfie-Scheiß im Mannschaftsbus. Die Rede ist von der Drittliga-Partie der Stuttgarter Kickers gegen Arminia Bielefeld. Als Kind der A2, aufgewachsen zwischen den Abfahrten Ostwestfalen/Lippe, Bad Salzuflen und Herford Ost, bin ich natürlich Arminia-Fan. Das Schöne daran: Es wird nie langweilig. Vier Ligen und Gegner vom DSC Wanne-Eickel bis Bayern München bieten ein breites Spektrum der Unterhaltung. Als ich zu Zweitligazeiten studierte, konnte ich mir gleich nach der Vorlesung noch schnell das Montagsspiel auf der Alm angucken und musste nicht mal das Auto umparken. Ich erinnere mich gut an das damalige Zweitliga-Spitzenspiel gegen TB Berlin mit Hermann Gerland als Trainer. Ging damals übrigens 3:1 aus. Berlin traf bereits früh, aber Tore von Rydlewicz und Labbadia (Doppelpack!) drehten die Partie. Das Team von Thomas von Heesen war …

Mit Shooter Schorsch ist für den VfB noch alles drin

Es gibt auch gute Nachrichten rund um den VfB, es ist nicht alles schlecht: Nach sechs Spielen wurde in einem Heimspiel wieder ins Tor getroffen, es sind nur vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und die Konkurrenten aus Freiburg, Berlin, Paderborn und Hamburg machen nicht gerade einen übermächtigen Eindruck. Dazu sind es die Fans, die zum Verein stehen und für herzzerreissende Szenen nach dem Spiel sorgen, als sie versuchen, den völlig deprimierten Timo Baumgartl aufzurichten. Soweit das Gute, weshalb der Klassenerhalt absolut noch drin ist und es keinen Grund gibt, aufzugeben. Überdies ist der Umgang mit Flitzern in Stuttgart sehr tolerant. Es durfte ein zugegeben friedlicher, aber wohl berauschter Fan aufs Feld laufen, sich kurz mit Marco Reus über dessen Monatsgehalt austauschen, um dann in aller Seelenruhe und von Ordnungskräften unbehelligt wieder das Feld zu verlassen. Die Tatenlosigkeit und Naivität im Stadion steht geradezu symbolisch für den VfB. Wenn man mal Form und Zustand der Mannschaft außen vorlässt, ist der Klassenerhalt noch machbar. Es muss aber ein Impuls von außen her. #VfB — Seriouz (@SeriouzRH) …

Letzte Chance Trainerwechsel?

Wenn der uninspirierte Rumpelfussball nicht einmal mehr zu Teilerfolgen führt, muss womöglich ein letzter Akzent gesetzt werden: Ein Trainerwechsel. Der Trend beim VfB geht sowieso zum Dritt-Trainer. Es war zudem schon der zweite verheerende Spieltag für den VfB. Konkurrenten gewinnen, es gibt in dieser Saison anscheinend nicht wieder zwei Mannschaften außer dem VfB, die unbedingt absteigen WOLLEN. Drüben bei Facebook hat Thomas ausgerechnet, dass in den verbleibenden 13 Spielen ungefähr sechs Siege her müssten, damit die Klasse gehalten wird. Sechs Siege? Das kann nur einer wie Superman schaffen. Perfekter Spieltag für den VfB. Nicht. #abgehängt #rettendesufer #letzter — Kessel.TV (@kesseltv) February 15, 2015 Nur, wer soll es denn richten? Sport-Vorstand Robin Dutt himself? Hat man ja gesehen, wie Bremen rockt, nachdem er nicht mehr auf der Bank sitzt. Oder der kürzlich in Leipzig entlassene Alexander Zorniger? Ein Trainer aus der zweiten bzw. dritten Liga (bei Sonnenhof-Großaspach) ohne jegliche Erfahrung in der höchsten Spielklasse, geschweige denn vom Druck des Abstiegskampfes. So einer soll den Herren Harnik, Gentner, Ibisevic und Niedermeier sagen, wo es lang geht? Glaubt …

Serey Dié: Einer wie Mark van Bommel

Ottmar Hitzfeld hat im Laufe seines Trainerlebens viel Interessantes gesagt: Er erfand den „Profffi“, meinte “Fußball ist kalkulierbar, ich weiß, was machbar ist und was nicht“, blendete Emotionen aus (“Ich habe mir angewöhnt, keine Gefühle zu zeigen“) und und sein Erfolgsgeheimnis bei Bayern war, dass er auf einen „Aggressive Leader“ setzte. Das war Mark van Bommel, der eigentlich von niemandem geliebt wurde. Von den Mitspielern nicht, die täglich mit ihm trainieren mussten. Von den Gegenspielern nicht, die ihm wegen seiner Sensen und Ellbogenchecks aus dem Weg gingen. Und von den Schiris nicht, die sich vor seiner wütenden Meckerei fürchteten. Wenn er mit weit aufgerissenen Augen auf die Schiedsrichter zustürmte, flüchteten die meistens vor ihm und verschluckten die Pfeife. Kurz: van Bommel machte all die Dinge, die sich andere nicht trauten. Er war sicher auch derjenige, der im Schulhof ordentlich Prügel austeilte. Die brave Mannschaft des VfB könnte so einen ganz gut gebrauchen. Einen, der mal Zeichen setzt. Auch Vedad Ibisevic kann Zeichen setzen, aber er macht das äußerst unklug und lässt sich dabei auch noch …

Erfinder der jungen Wilden wird 75!

Jürgen Sundermann, für viele Fans im fortgeschrittenen Alter immer noch der Wundermann wegen seiner Verdienste um den Aufstieg 1977, feiert heute seinen 75. Geburtstag. Da können wir schon ein bisschen nostalgisch werden, oder? Meine Erinnerungen an den Aufstieg 1977 sind altersbedingt ein bisschen nebulös. Drei Dinge sind mir aber noch sehr präsent: Die schönen Trikots mit dem Frottesana-Schriftzug (erster Trikotsponsor von 1976 bis 1979). Egal ob weiss oder rot, kurz oder langärmelig – wenn schon Werbung, dann ist das für mich das beste Trikot; nichts im Brustring platziert, der Schriftzug überzeugt mit perfekter Größe und optimalem Stand, es stört kein zweites Logo. Das Zweite: Kurz vor der neuen Saison in der ersten Liga präsentierte sich der VfB auf der Königstraße, ich weiss nicht mehr wo, ich weiss nur, die Spieler standen rum, meine Mutter und ich mittendrin, die Spieler schon damals Hipster in Jeanshosen mit Schlag, Bernd Martin trug eine coole Fliegersonnenbrille, Präsident MV mit offenem Hemd und einem riesigen Kragen, natürlich mit einer Roth-Händle zwischen den Lippen. Die meisten VfB-Spieler schauten auf den Boden, …

Signal Iduna Park

5 Gründe, warum Dortmund absteigt

Diesen Artikel habe ich bereits am 1. Dezember 2014 geschrieben, aber nach dem Dortmunder Fehlstart in die Rückrunde ist er so aktuell wie nie zuvor. Es gibt fünf gute Gründe, warum Dortmund absteigt – mindestens. 1: Keine Stürmer So langsam wird klar, welch große Lücke Robert Lewandowski hinterlassen hat. Ciro Immobile konnte diese nicht mal ansatzweise schließen. Auch Pierre-Emerick Aubameyang schafft dies trotz ordentlicher Quote (4 Tore in 15 Spielen) nicht. Und Marco Reus, der hier einspringen könnte, klebte erst das Verletzungspech an den Füßen und nun rennt er seiner Form hinterher. Dass die Fahrlässigkeit beim Verwerten von Tormöglichkeiten zu einem ernsthaften Problem geworden ist, hat Immobile im Spiel gegen Augsburg erneut bewiesen, als eine Großchance zum Ausgleich in der Nachspielzeit ungenutzt ließ. Doch, was noch viel schlimmer ist: Mittlerweile generiert die Borussia kaum noch Großchancen, die sie vergeben könnte. 2: Keine Erfahrung Es ist wie in mittelprächtigen Hollywood-Komödien, in denen sich der erfolgreiche Großstadt-Banker auf einmal im südostasiatischen Dschungel bewähren muss. Ein Unterfangen, an dem die meisten scheitern. Wie sich das ungefähr anfühlt, haben Freiburg, Stuttgart und vor allem der …

Baustelle VfB Stuttgart

Großer Umbruch beim VfB: Jetzt!

Alle im Verein haben es bisher betont – Fredi Bobic (weg), Armin Veh (weg), Joachim Schmidt (ewig da), Bernd Wahler (wenns so weiter geht, ist er bald weg) und Huub Stevens (wenn er weg ist, dann ist die Chance auf den Klassenerhalt weg): Die Mannschaft hätte ihre Qualitäten, man müsse ihr vorhandenes Potential wecken und auf den Platz bringen, dann kommt sie vom Tabellenende weg. Alle haben dabei den Etat im Blick. Der VfB Stuttgart liegt je nach Schätzung zwischen Platz 7 und 9 der Budgettabelle, das solle doch der Tabellenstand bitteschön bald widerspiegeln. Es wird also vom Gehalt der Spieler auf deren Leistungen hochgerechnet. Ein Fehler, den der Verein, seine Fans und sämtliche Medien seit vielen Jahren machen. Das Spiel gegen Schalke, es ist das Ende aller Träume, dass diese Mannschaft besser sei als ihr Tabellenplatz. Es ist das unübersehbare Signal, dass das Team in seiner Zusammensetzung den Bundesligaanforderungen nicht gewachsen ist. Die Schalker haben vor vielen Jahren einiges unternommen, um es sich mit mir zu versauen. Anfang der Nuller-Jahre wurde fast jede Woche …

Liveübertragung

Weltmeisterlich: Vertikalpass on air

Welch illustre Runde: SPORT1 wollte über die Sorgenkinder der Liga diskutieren. Namentlich sind das aktuell Borussia Dortmund, Schalke 04 und natürlich der VfB Stuttgart. Moderator Tobias Schimon hatte gestern deshalb drei Experten zum Google Hangout on air geladen. Der dritte Gast neben Jens Matheuszik vom Pottblog und unserem Autoren abiszet war kein geringerer als Weltmeister Olaf Thon. Der hat zwar noch nie aufgewärmte Maultaschen gegessen, wie wir jetzt wissen, aber dafür eine Menge Ahnung. Vom Fußball im Allgemeinen und von Schalke 04 und als  Kapitän der “Eurofighter” von 1997 vom neuen VfB-Trainer Huub Stevens im Besonderen. Das Ergebnis war eine wirklich unterhaltsame dreiviertelstündige Liveübertragung, mit einem brillanten Auftritt von abiszet. Natürlich kann man sich die Aufzeichnung auch nachträglich auf Youtube angucken. Prädikat: Wertvoll.

Huubster

Danke für Nichts, Armin. Hallo Huub!

145 Tage dauerte Armin Vehs Rückkehr bis er selbst das Handtuch warf. “Kein Glück und dann kam auch noch Pech hinzu”, so seine Begründung. Oder steckt mehr dahinter? Hat Veh selbst gekündigt, um auch Schaden von seiner Person abzuwenden? Wie steht er zu den handelnden Personen im “Management” – gibt es hier Dissonanzen? Es ist ein offenes Geheimnis, dass Veh den Kader in seiner Zusammensetzung für nicht konkurrenzfähig hält. Bernd Wahler dagegen meint, wie auch Aufsichtsrats-Chef Joachim Schmidt: “Der Kader hat Potenzial. Es gilt, alles zu mobilisieren.“ Womöglich ist es die unterschiedliche Beurteilung der Mannschaft (wie übrigens auch bei uns im vertikalpass), die zur Trennung führte. Womöglich wollte der Verein der Forderung Vehs nach neuen Spielern (Innenverteidigung, Podolski ;-) und Außenverteidiger) nicht in dem gewünschten Ausmaß nachkommen. vielleicht hat #veh auch desillusioniert gemerkt dass es hier nichts aufzubauen gibt.alles nur ein riesen scherbenhaufen ohne hoffnung #VfB — dunga1893 (@dunga1893) November 24, 2014 Oder war Veh einfach nur unprofessionell und reagierte trotzig und traurig auf das unglücklich verlorene Spiel gegen Augsburg? Die Rückkehr des Meistertrainers scheint …

Bruno Labbadia

Haben wir Bruno Labbadia unterschätzt?

Womöglich mache ich mich jetzt nicht beliebt, aber ich sage: Bruno Labbadia hat Recht. Er hat schon immer Recht gehabt. Er hat viele Missstände beim VfB angesprochen und das wurde stets als Ausrede verstanden. Das wollte ja auch keiner hören, oder? Labbadia war immer so anstregend, nie war das Leben leicht mit ihm, Spaß, nein Fussball war bei Labbadia nie Spaß, sondern immer Arbeit. Stimmt schon, oft waren seine Aussagen larmoyant, es waren immer gute Erklärungen, warum Ergebnisse nicht stimmen, an denen er zu allerletzt Schuld war. Aber am Sonntag hatte er wieder Recht, als er zum 0:1 des VfB gegen Augsburg auf Sky befragt wurde. Die gelb-rote Karte für Daniel Schwaab sei viel zu hart gewesen und zeuge von wenig Fingerspitzgefühl des Schiris. Und der Elfmeter sei ein Witz gewesen, wo soll denn Adam Hlousek hin mit seinen Armen – hinter den Körper? “Das kann ich nicht leiden”, ereiferte sich Labbadia. Und er hat Recht, verdammt Recht. Denn es war trotz der frühen Unterzahl des VfB ein klassisches Null-zu-Null-Spiel. Der VfB verteidigt solide, Augsburg …