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Lemmy Kilmister

Warum Thomas Müller Motörhead ist

Der Schlussakkord hat gesessen. Das 1:0 gegen Spanien war ein guter Abschluss eines Jahres, in dem für die Nationalmannschaft jede Menge Musik war. “Ending on a high note” würde Morten Harkett sagen. Vor der WM hatten wir uns mehr Schweinerock im DFB-Team gewünscht, doch spätestens das gewonnene WM-Finale hat eindrucksvoll gezeigt, dass Dirigent Jogi Löw es geschafft hat, ein hervorragendes Ensemble zusammenzustellen, das sich so schnell nicht aus dem Takt bringen lässt. Daran ändern auch die Misstöne nach der Niederlage gegen Polen nichts. Unsere Weltmeister und auch ihre Nachfolger sind Popstars. Aber welche? Wäre Manuel Neuer eine Band, dann wäre er … Helene Fischer Keine Tattoos, keine Skandale, keine große Klappe. Wie kann man heutzutage mit dieser Schwiegersohn-Attitüde noch so großen Erfolg haben? Atemlos sind höchstens die Zuschauer, wenn Manuel Neuer in der Nähe der Mittellinie auftaucht. Immerhin singt der beste Torwart der Welt keine Schlager. Noch nicht … Wäre Phillip Lahm eine Band, dann wäre er … U2 Phillip Lahm ist der Prototyp des medialen Profifußballers. Keine Affären, Interviews vom Reißbrett und eine von der Bildzeitung promotete …

Trainer oder Team: Wer ist schuld an der VfB-Krise. Teil II.

Nachdem wir uns gestern in Teil I die Verteidiger und die Doppelsechs angeguckt haben, gehen wir heute in die Offensive. Sind das Mittelfeld und der Angriff des VfB Stuttgart bundesligatauglich oder muss nachgebessert werden? Christian Gentner Zweimaliger Meister. Der Kapitän. Einer, der voran gehen sollte. Der andere mitziehen und motivieren sollte. Sollte. Was hatte der VfB für Kapitäne: Ohlicher, Allgöwer, Verlaat, Soldo, Meira. Respektspersonen, die wegen ihrer Leistung und Persönlichkeit im Team anerkannt waren. Ich mag Gentner sehr, aber er ist kein Spielführer. Das einzige, was an Ohlicher erinnert, ist Gentners Spielweise: Er ist überall auf dem Platz unterwegs, kaum auf eine Position festgelegt, vom zentralen Mittelfeld zieht er auf die Mittelstürmer-Position, weicht auch mal auf die Außenbahn aus. Eigentlich ein moderner Box-to-Box-Player, aber defensiv ist Gentner oft nicht da, wo er sein sollte. Ich denke, er wäre ohne Binde stabiler und für die Mannschaft wertvoller. Wobei eine Degradierung seinem Selbstvertrauen und seiner Stellung im Team schaden würde. Ein Teufelskreis. (abiszet) Zuverlässig, kopfballstark, mannschaftsdienlich. Gentner ist der Leim, der den Laden zusammenhält. Oder das zumindest tun sollte. Abgesehen …

VfB-Krise. Trainer oder Team

Trainer oder Team: Wer ist schuld an der VfB-Krise?

Borussia Dortmund ist ein gutes Beispiel, dass der Tabellenplatz nicht immer ein realistisches Abbild der Leistungsfähigkeit eines Teams ist. Kommen jedoch wie beim VfB Stuttgart zu einer bedrohlichen Tabellensituation auch noch die damit korrespondierenden Leistungen, ist klar: Dieses Team ist momentan zu schwach für die Bundesliga. Dafür kann es zwei Gründe geben: Entweder fehlt es dem Kader an Qualität oder dem Trainer gelingt es nicht, das Potenzial der Mannschaft abzurufen. Oder, und das ist die furchtbarste Kombination überhaupt: es trifft beides zu. Über die Gründe für den Sturzflug der Schwaben ist man sich momentan nicht ganz einig. Denn während die Stuttgarter Zeitung Armin Veh in die Pflicht nimmt, sieht der kicker in seiner Montagsausgabe akuten Handlungsbedarf, sobald der Wintertransfermarkt geöffnet wird. Nicht mal im kleinen und gemütlichen vertikalpass-Headquarter sind wir uns einig, woran es denn nun liegt. Während abiszet mit dem aktuellen Kader wenig Chance auf den Klassenerhalt sieht, bin ich der Meinung, dass es am Trainer und nicht an der Qualität der Spieler liegt. Deswegen haben wir uns das Team mal Position für Position vorgenommen. Es versteht sich von …

Danke, Armin Veh!

Wir Stuttgarter sind Freunde von Kontinuität, Zuverlässigkeit und Berechenbarkeit: Wir hören seit 25 Jahren die Fantastischen Vier, fahren unseren Doimler, trinken draußen schon immer in der Kälte unser Bier im ehemaligen Klohäusle “Palast” und wenn wir zappeln und feiern wollen, dann fällt unsere Wahl seit ewigen Zeiten auf die “Boa” und den “Perkins Park”. Deshalb kommen wir mit Armin Veh derzeit nur schwer zurecht. Jede Woche eine neue Aufstellung, neue Spieler, ein neues System, “so goht’s doch net!” Und was sollte das jetzt in Frankfurt? Timo Werner und Antonio Rüdiger auf der Bank, dafür der ausgemuserte Sercan Sararer von der U23 direkt in die Startformation. Das kann doch nicht gut gehen. Doch, das kann. Danke, Herr Veh, was haben Sie mit der Mannschaft gemacht, dass sie innerhalb von einer Woche zwei Spiele des Jahres abliefert? Zehn Tore in drei Spielen? Das müssen Sie mir erklären und dann sagen ich Ihnen mal was zu Ihrem Styling. Denn, bei allem Respekt, so wie in Frankfurt können Sie nicht rumlaufen. Wirklich nicht. Herr Veh, Ihr Coaching ist auf …

Jugendspieler

Wild Boys: Der VfB und ich in den 80er-Jahren

Die Aufholjagd des VfB nach 3 Toren Rückstand führt uns zurück in die 80er, als es noch Ascheplätze gab, Hansi Müller spielte und ich David Bowies “Heroes” zum ersten Mal hörte. Inklusive nostalgischem Blick zurück auf die eigene Karriere als rechter Verteidiger, Libero und Sechser. Mega! Meine Frage im letzten Text, wann der VfB zuletzt einmal einen 3-Tore-Rückstand aufgeholt hat und ob dies vor dem Mauerfall war, wurde flux drüben bei Facebook beantwortet: Ja, das war vor der Wende, in der Saison 1980/1981, gegen Borussia Dortmund, Endstand ebenfalls 3:3. Auf beiden Seiten ein schönes Line-up, an das sich mein Freund Sammy und ich sogar in großen Teilen ungestützt erinnern: Immel, Burgsmüller, Votava, die Förster-Brüder, Holcer (Dragan Holcer!), Hattenberger (Roland Hattenberger!), heute würde man sagen “Mega”, mir entgleitet da ein seliges “Ach”. Nicht weil in den 80ern alles besser war, aber es war eben meine Zeit des jugendlichen Übermuts, die Zeit von Depeche Mode, David Bowie, Ultravox und Duran Duran, die Zeit von “Remington Steele”, “Ein Trio mit 4 Fäusten”, “Ein Colt für alle Fälle”, Serien, …

Foto: muzsy / Shutterstock.com

Lajos, Włodzimierz, Artur und ich

Wir schreiben hier ja gerne über unsere ganz persönlichen Fußballerinnerungen. Während abiszet das VfB-Gen vererbt wurde, wuchs ich in der ostwestfälischen Provinz nahe Bielefeld auf. Ohne fußballbegeisterte Eltern, ohne fußballbegeisterte Geschwister. Eigentlich sogar ganz ohne Geschwister. Aber Eltern. Die liebten mich, aber nicht den Fußball. Wie das Leben eben so spielt. Ohne jegliche Vorprägung durch mein Umfeld konnte ich meine eigenen fußballerischen Erfahrungen machen und Vorlieben entwickeln. Und so kam es wie es kommen musste: Ich wurde Bayern-Fan. Aber das ist ein anderes Thema. Ich war jung und brauchte einen Club. Mit steigendem Alter und Lokalpatriotismus sowie zunehmender Leidensbereitschaft wandte ich mich später natürlich Arminia Bielefeld zu. Eine der frühesten fußballerischen Momente, die sich in meinem Langzeitgedächtnis verankert haben, ist das WM-Finale 1986. Allerdings weiß ich nur noch, dass ich es gesehen habe und dass die Niederlage der deutschen Mannschaft die allgemein gute Stimmung nicht nachhaltig stören konnte. Ich nehme daher an, dass auch die Freunde meiner Eltern keine ausgewiesenen Fußball-Fans waren. Etwas konkreter erinnere mich da schon an die Saison 1987/1988, nicht zuletzt bedingt durch meinen …

Tor in Maribor! Eine Ode an die Konferenz

Seit 2006 bin ich Kunde bei Premiere. Für die Jüngeren: Das ist der Sender, der mittlerweile Sky heißt. Grund dafür war damals ein spektakuläres WM-Paket. Alle Spiele, alle Tore eben. Seitdem bin ich also Abonnent. Entweder, weil ich verlängert habe oder weil ich vergaß, rechtzeitig zu kündigen. Wer sich mit den Gepflogenheiten des Münchener Senders nicht auskennt: Gute Konditionen bekommen nur Neukunden; als Bestandskunde sollte man jährlich kündigen, die ersten drei Briefe und 30 Anrufe von Sky ignorieren und dann auf den letzten Drücker ein attraktives Bleib-bei-uns-Angebot akzeptieren. Diese Praxis ist so gängig, dass es sogar extra Foren dafür gibt. Aber das ist ein ganz anderes Thema.

Taktiktafel

“Trainer, Trainer! Also, ich kann auch Verteidiger spielen!”

Ist der “kleine Boateng” die Lösung? In Stuttgart wird Antonio Rüdiger nicht unkritisch gesehen, nicht wenige Fans hätten das Angebot von West Ham in Höhe von 15 Millionen mit Kußhand angenommen. Aber Jogi Löw setzt scheinbar auf Rüdigers bissige und schnörkellose Spielweise. Denn die Abwehr, die ist ein echtes Problem.