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vp Weekly: KW 25/2022

Heute ist Retro-Tag bei uns. Er ist ein bisschen Internet-Geschichte und jetzt auch das Revival des “vp Weekly”! Wir werden euch bis zum Saisonauftakt immer freitags die Geschehnisse der vergangenen Woche präsentieren: kurz, knackig, vertikal. Los geht’s: Die Transferzeit ist die schlimmste Zeit des Jahres, vor allem in der Sommerpause. Nicht nur wegen der Hitze haben alle Schnappatmung: Die Medien spekulieren sich wund, weil sie sonst nichts zu vermelden haben, einige schwingen sich zu Wichtigtuern auf. Einer der unangenehmsten ist der selbsternannte Transfer-Guru und “Bild”-Reporter Christian Falk. Falk ordnet Gerüchte ein in „TRUE” und “NOT TRUE“. Sadio Mané, da war Falk wie immer selbstsicher, gehörte zur zweiten Kategorie, bis auch ihm aufging, wie sich die Fa(l)ktenlage wirklich darstellte. So eine Witzfigur fehlt dem VfB allerdings, denn dann wäre die spielfreie Zeit wenigstens amüsant, wir hätten jemand, über den wir lachen können. Denn von sich anbahnenden Transfers hört man beim VfB wenig, hat wohl damit zu tun, dass Sven Mislintat keine Plaudertasche ist wie einst Mischael Reschke. Von St. Pauli kam dann nicht der offensive Mittelfeldspieler …

Moderner Dreikampf

Der Klassenerhalt wird ausgespielt vom VfB Stuttgart, von Arminia Bielefeld und Hertha BSC. Der FC Augsburg wie auch der VfL Wolfburg werden mit dem Abstieg und dem Relegationsplatz nicht zu tun haben, auch wenn wir das gerne hätten und Fürth ist eben Fürth. Aber mal ehrlich: Das Ganze ist natürlich spannender als die Meisterschaft, der Kampf um die internationalen Plätze ist ein Dreck dagegen. Denn beim VfB, der Hertha und Bielefeld geht es um alles und um nicht weniger als die Zukunft der drei Clubs. Für den VfB sprechen die bessere Form, die besseren Spieler und der Brustring. Bielefeld ist im Vorteil, weil Stadt und Verein sich im Abstiegs- und Existenzkampf auskennen. Für die Hertha könnte das Restprogramm sprechen. Die Berliner spielen nacheinander gegen Augsburg, Stuttgart und Bielefeld, am Ende noch gegen Mainz und Dortmund. Die drei fechten einen modernen Dreikampf aus, eine Vielseitigkeits-Prüfung, bei der diese Einzelaspekte entscheiden werden: Form & Qualität der Spieler Nimmt man die letzten Spiele, so scheint der VfB hier die Nase vorn zu haben. Acht Punkte aus fünf Spielen, …

Erste Hilfe für Bielefeld

Es war die Szene des Spiels: Sasa Kalajdzic eilte mit einer Trage zum verletzten Fabian Klos, weil ihm die Sanitäter zu lahmarschig vorkamen. Die Geschichte des Spiels: Nicht nur Kalajdzic, sondern der ganze VfB zeigte sich bei Arminia Bielefeld als barmherziger Samariter, vergab größte Chancen und ließ zwei Punkte liegen. Eine Geschichte lässt sich immer von verschiedenen Ausgangspunkten erzählen. Beim 1:1 in Ostwestfalen sind es vier: Der Elfmeter in der 25. Minute: So sind nicht wenige VfB-Spiele in dieser Saison gelaufen. Beide Mannschaften neutralisieren sich, es gibt kaum gute Torchancen und dann kassiert man einen unglücklichen Elfmeter. Nur dass dieses Mal der VfB der Profiteur ist, nachdem Patrick Wimmer mit einer idiotischen Aktion einen Eckball unbedingt vor Ata Karazor mit der Armbeuge verteidigen wollte. Ich hatte schon Sorge, als Omar Marmoush den Ball in der Hand hatte, aber Kalajdzic verwandelt den Elfer schließlich eindrucksvoll: selbstbewusst, sicher und sich der Verantwortung für die Mannschaft und den Club durchaus bewusst. Der Österreicher ist gewachsen in den zweieinhalb Jahren beim VfB, glaubt man kaum bei seiner Körpergröße. Der …

VertikalGIF #DSCVfB: Comeback als Aufbaugegner

Vor dem “20-Punkte-Spiel” in Bielefeld standen alle Vorzeichen auf Auswärtssieg. Spätestens als bekannt wurde, dass Arminias bester Torschütze Okugawa (8 von 22 Treffern) nicht von Beginn an würde spielen können. Und wie reagiert der typische VfB-Fan traditionell, wenn eigentlich alles auf einen Stuttgarter Sieg hindeutet?   Für die Bielefeld Fans hingegen war das Spiel ein ganz besonderer Moment: Erstmals seit dem Aufstieg(!) war das Stadion ausverkauft und die organisierten Fanszenen beider Teams machten aus der Alm ein Blau-schwarz-weiß-rotes Fahnenmeer.   Überhaupt muss man ja sagen, dass uns die Bielefelder seit dem gemeinsamen Aufstieg irgendwie ans Herz gewachsen sind. Irgendwie passt es zwischen Schwaben und Ostwestfalen. Während hier gerne gebruddelt wird, gibt es dort nur eine Antwort auf die Frage “Wie geht’s Dir?”. Es ist: “Muss ja.”   Aber zurück zum Spiel: Auch der VfB musste auf einen wichtigen Spieler verzichten: Borna Sosa fehlte mit zwickenden Adduktoren und wurde von Hiroki Ito ersetzt, der gerade rechtzeitig aus seiner coronabedingten Pause zurückkehrte. Nächste Woche ist dann übrigens Waldemar Anton gelbgesperrt. Bis dahin muss wiederum Sosa wieder fit …

Das 20-Punkte-Spiel

In seiner Antrittsrede sagte der neue CEO und Sportvorstand Alexander Wehrle allerlei Cleveres und hinterließ einen ausgezeichneten und sehr zupackenden Eindruck, was die Projekte in der Zukunft angeht. Bei der Gegenwart wurde er emotional und ballte die Fäuste, denn es sollen “alle Kräfte gebündelt werden für den Klassenerhalt“. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Partie gegen Arminia Bielefeld als “20 Punkte-Spiel!“. Präsident Claus Vogt reagierte darauf leicht irritiert: „Das mit den 20 Punkten musst du mir bei Gelegenheit mal erklären!“ Es ist nicht überliefert, ob und wie Wehrle das erklären konnte, denn auch gegen Bielefeld gibt es nur drei Punkte und zählt man die drei Punkte dazu, die dem Verlierer entgehen, kann man ganz eventuell von einem 6 Punkte-Spiel sprechen. Und selbst das ist mathematisch durchaus diskutabel. Aber Wehrle hat schon Recht: Das Spiel ist ganz entscheidend für den Kampf um den Klassenerhalt. Entschieden ist am 28. Spieltag noch nichts, doch leichter (oder besser: schlagbarer) werden die Gegner für Bielefeld und den VfB nicht mehr. Die Vorzeichen vor dem Abstiegskracher könnten nicht unterschiedlicher sein: Mit …

Die Comebacker vom Neckar

Der VfB ist in dieser Saisonphase immer ein großes Drama. Es geht nicht ohne Emotionen, die Karussell fahren. Rückstände gehören zum VfB wie der Brustring, aber die Mannschaft hat wieder nur positive Vibes. Sie vertreibt die dunklen Wolken einer Niederlage gegen Markus Weinzierl, sie hat die Sonne dabei und bringt ein ganzes Stadion zum Strahlen. Die Gesichter der Fans leuchteten nach einem Spiel, an das sich die meisten noch lange erinnern werden. Sind wir ehrlich: Weinzierl war beim VfB als Trainer eine völlige Fehlbesetzung. Jedes Kind im Faschingskostüm ist glaubwürdiger. Aber er passt perfekt nach Augsburg, deren Fußballspiel zynisch und komplett spaßbefreit ist. Der FCA ist wie ein Hühnerauge, ziemlich überflüssig. Der Augsburger Fußball ist so unansehnlich, in der zweiten Liga wäre er doch viel besser aufgehoben, oder? Mut, Widerstandsfähigkeit und Leidenschaft, unerschütterliche Moral und der Glauben an die eigene Stärke: Das sind die Erfolgsfaktoren der derzeitigen Comeback-Kings aus Cannstatt. Rückschläge nehmen sie zunächst gleichmütig hin, wobei ich nach dem 0:1 durch André Hahn wirklich schlechte Laune hatte, und zwar in Kingsize-Größe. Wieder genug Spieler …

VertikalGIF #TSGVfB: Heimspiel in Hoffenheim

Schon vor Anpfiff der Partie TSG Hoffenheim gegen den VfB Stuttgart war klar, dass der “Man of the match” ein Stuttgarter sein würde. Es war der 12. Mann, der in Person von fast 3.000 VfB-Fans nach Sinsheim gekommen war, um das Team in dieser schwierigen Phase bedingungslos zu supporten. Das wusste auch das Team zu schätzen, das seinerseits einen Teil der Ticketkosten übernommen hatte. Wenn aktuell auch nicht viel funktioniert: Der Zusammenhalt ist da! Wer leider nicht da war: Borna Sosa, der wegen einer Knieprellung nicht im Kader stand. Bitter, schließlich war er gegen Bochum einer der besten Stuttgarter gewesen. Aber, dass die Besten verletzungsbedingt ausfallen, ist ja ohnehin die Story der Saison. Für den Kroaten rückte Hiroki Ito zurück in die Startelf, wo er mit Anton, Mavropanos und Stenzel eine sehr konservative Viererkette bildete, die gegen die schnellen Hoffenheimer Außenspieler aber keine schlechte Wahl war. Vorne sollten es Tomás, Marmoush und Führich richten, weil Kalajdzic nach seinem Bluterguß noch nicht fit genug für 60 Minuten war und deswegen nur auf der Bank saß. Doch …

Warnung: Der Inhalt könnte verstörend wirken!

Pleiten? Gab’s in der Saison genug, sogar Unentschieden zählen dazu. Pech? Mo Sankoh, Silas, Chris Führich, Sasa Kalajdzic, Corona. Pannen? In fast jedem Spiel. Nach 23 Spieltagen wissen wir: Pleiten, Pech & Pannen ist eine vom VfB Stuttgart konzipierte und und von Sven Mislintat moderierte Serie in der ersten Fußball Bundesliga. Nach dem Vorbild der von Max Schautzer entwickelten Sendereihe aus den 80er Jahren behandelt sie Missgeschicke, die auf und außerhalb des Fußballfelds entstehen. Früher waren talentierte Slapstick-Manager und -Trainer federführend, zu den größten Stars gehörten Robin Dutt, Michael Reschke, Markus Weinzierl und Jürgen Kramny. Heute sind es andere – durchaus kompetentere – Spieler und Führungskräfte, die sich an der Rolle des Mr. Bean versuchen. Und das mit zunehmendem Erfolg. Vereinsintern wurde deshalb diskutiert, ob nicht eine Umbenennung in “Dumm und dümmer“ erfolgen soll. Zudem wurde für die Rückrunde der Saison 2021/2022 Fritzle auf die Tribüne verbannt und ein neues Maskottchen entwickelt: Es heißt “Verletzungspech” und sieht aus wie ein Shit-Emoji. Das Lexikon des deutschen Films kritisierte allerdings: „Die Aneinanderreihung von unzähligen Unglücken überschreitet die …

Vertikalgif #B04VfB: Eine Aspirin, bitte!

Wenn die beste Mannschaft der Rückrunde die schlechteste empfängt und bei dieser auch noch drei wichtige Spieler ausfallen, ist klar: Einen hohen Auswärtssieg wird es vermutlich nicht geben. Und wie optimistisch waren die VfB-Fans vor dem “Top-Spiel” in Leverkusen? Aber – Überraschung – auch dieses Spiel begann beim Stand von 0:0 und Pellegrino Matarazzo wollte mit Pascal Stenzel in der Viererkette und Ata Karazor auf der Sechs neben Endo für die nötige Stabilität gegen das Leverkusener Offensivfeuerwerk sorgen. Mangelnden Einsatz konnte man dem VfB diesmal auch nicht vorwerfen. Von Beginn an stimmte die Körpersprache, es wurde gegrätscht, sich gegenseitig geholfen und den Leverkusenern die Sache möglichst schwer gemacht. Nur in der Offensive ging gar nichts. Was natürlich auch daran lag, dass weder Kalajdzic noch Marmoush einsatzfähig waren und Wahid Faghir in der zweiten Mannschaft auflief – ohne aufzufallen übrigens. So musste es vorne Winterneuzugang Tiago Tomás richten. Eine echte Herkules-Aufgabe. Doch siehe da: Nachdem Patrik Schick in der 13. Minute den Außenpfosten getroffen hatte, investierte auch der VfB Stuttgart mehr in die Offensive – und …

So schätzen die Fans die Chancen auf den Klassenerhalt ein!

Die Medien sprechen gerne von überzogenen Erwartungen, den Stuttgarter Bruddlern und natürlich vom schwierigen Umfeld. In einer Umfrage der Stuttgarter Zeitung / Stuttgarter Nachrichten sprachen sich dagegen 63 % für ein Festhalten am Trainer aus. Pellegrino Matarazzo selbst zeigt sich kämpferisch und sagte in der Pressekonferenz: „Ich bin VfB-Trainer, und ich renne niemals weg. Ich kämpfe immer härter und will diese Aufgabe erfolgreich gestalten.“ Wir wollten es natürlich noch ein bisschen genauer wissen und haben unsere Twitter-Follower gefragt, wie sie die Perspektive ihres Lieblingsteams sehen. Wir fragten: Wie hoch schätzt ihr die Chance auf den Klassenerhalt für den #VfB prozentual ein? Zahl bitte in die Drukos. — Vertikalpass (@vertikalpass) February 11, 2022 Wer hier im Blog einen Blick in die zahlreichen Kommentare (Danke dafür!) unter den letzten Artikeln wirft, wird schnell feststellen, dass die Einschätzungen weit auseinander gehen. Sie reichen von 5 (na ja, ehrlicherweise 0) bis 50 Prozent. Dabei scheint die Fraktion “Trainer raus” die größere zu sein. Und Twitter? Die Antworten auf unseren Tweet schwankten zwischen 0 Prozent und 1893 Prozent (ging mit …