Monate: Februar 2020

Der Stehblues-Spieler

Orel Mangala war einer der Spieler, auf die ich mich vor der Saison sehr freute und auf dessen Rückkehr ich sehnsüchtig wartete. Ein typischer Jan Schindelmeiser-Transfer, ein typischer Hannes Wolf-Spieler, aber nicht deshalb. Er verkörperte das Junge und Ungestüme im Zweitliga-Kader 2019/2020, auch wenn er kein Draufgänger ist, so verband ich mit ihm die Hoffnung auf mehr Dynamik im zentralen Mittelfeld. In seiner ersten Saison 2017/2018 absolvierte er immerhin 20 Bundesligaspiele und stand auch beim legendären 4:1 am 34. Spieltag gegen Bayern München in der Startelf (Video mit den Highlights, siehe unten). Nach einer guten Saison beim Hamburger SV kehrte er zum VfB zurück und sollte hier einer der Entscheidungsspieler und Hoffnungsträger werden. Trainer Tim Walter sah das anders und setzte zunächst eher auf Ata Karazor, so dass sich Mangalas Bilanz eher mittelmäßig liest: 15 Spiele, davon 6x eingewechselt und 4x ausgewechselt. Das änderte sich als Pellegrino Matarazzo übernahm. Der 21-jährige ist nun wichtiger Bestandteil einer zentralen Achse mit Wataru Endo und Daniel Didavi. Endo ist der Terrier und Zweikämpfer und Didavi der Feinfüßige, der …

So wollen wir das!

Danke, Sankt Pauli! Danke, Daniel Didavi! Endlich mal die Schwäche eines Konkurrenten ausgenutzt, der sechste Heimsieg (die letzten drei ohne Gegentor) in Folge. Die Folge: ein Tabellenplatz, der zum direkten Aufstieg berechtigt. In der ersten Halbzeit jedoch hat man den Eindruck, dass der Ball schwerer, leichter, kleiner oder größer ist als sonst. Oder als ob die VfB-Spieler zum ersten Mal zusammen spielen. Kaum ein Pass kommt an: zu kurz, zu weit, falsche Richtung, die Ballan- und -mitnahme misslingt regelmäßig. In den Hauptrollen: Daniel Didavi und Silas. Trotz vieler unpräziser Zuspiele hat der VfB einige Chancen, aber so richtig konsequent ist das alles nicht. Gejubelt wird trotzdem, in Tor-Lautstärke. 1:0 für Sankt Pauli, 2:0 für Sankt Pauli, darauf zwei Astra! Silas' erster Kontakt ist ein eingebauter Zufallsgenerator. Die große Streuung führt nach der Annahme zu einer unvorhergesehenen Situation, die er dann kreativ auflösen kann. #VfBSSV — Jonas (@vfbtaktisch) February 22, 2020 Das Traum-Tor von Orel Mangala – der beste Mann auf dem Platz, meine Meinung – wäre der Door-Opener gewesen. Aber Door-Man Harm Osmers hat etwas …

VertikalGIF #VfBSSV: Urlaubsedition

Es ist wie verhext: Nach dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue hat der Verfasser dieser Zeilen auch die nächste Partie im Neckarstadion verpasst. Sowohl live im Stadion wie auch vor dem Fernseher. Aber seit Jürgen Kramny und und Robin Dutt wissen wir ja, wie wichtig so ein Kurztrip auf eine spanische Insel ist. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Deswegen ist dieses VertikalGIF kürzer als gewohnt, und basiert zum Großteil auf den Pushnachrichten diverser Fußball-Apps und teilweise der Übertragung auf Amazon Music. Mehr war leider nicht drin. Aber auch so war wieder einiges geboten. Hier z.B. meine Reaktion, als Orel Mangala das 1:0 erzielte. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Und dies war meine Reaktion, als das Tor zurückgenommen wurde: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Harm Osmers hat damit vermutlich mehr VfB-Tore anulliert als die meisten Spieler in dieser Saison erzielt haben. Trotzdem lag er in dieser Situation wohl richtig. Ob man das von …

VertikalGIF #BOCVfB: Das Warten hat ein Ende!

Die Älteren unter uns können sich noch erinnern. An den letzten Auswärtssieg des VfB Stuttgart. Es war im September 2019 in Bielefeld. Der Trainer hieß noch Tim Walter und Santi Ascabibar und Emiliano Insua trugen noch das Trikot mit dem Brustring. Das waren noch Zeiten! Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Seitdem hatte sich der VfB zwar an die Spitze der Heimtabelle gespielt, auswärts aber so gut wie gar nichts gerissen. Die Konsequenz: Platz 11 in der Auswärtstabelle. Wenn Du mich fragst, wer Meister … nee, ob man so aufsteigt, dann sage ich zu dir: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Das Problem bei den meisten der vergangenen Auftritte in fremden Stadien: Alle wussten, dass es für den Gegner das Spiel des Jahres ist. Alle, bis auf die Stuttgarter Spieler. Denn die begannen viel zu oft erst dann Fußball zu spielen, wenn sie bereits hinten lagen. Die Anfangsphase hingegen sah meist so aus: Click on the button below to load the …

Gefühle, die wo man schwer beschreiben kann

Wir kennen das: Wenn ein hoher Funktionsträger über Facebook völlig überraschend und unter nebulösen Andeutungen seinen Rücktritt bekannt gibt und der Club noch nichts davon weiß. Ist dem VfB so gegangen mit dem Ex-Präsidenten Wolfgang Dietrich. Und wiederholte sich nun offensichtlich bei Jürgen Klinsmanns Abtritt als Trainer bei Hertha BSC. Der kommt wie bei Dietrich so überraschend, dass sich die meisten nicht sicher waren, ob nicht doch jemand Klinsmanns Account gehackt habe oder ob es sich um eine clevere Marketing-Kampagne für die Zwei-Faktor-Authentifizierung handele. Aber was wird jetzt aus Santi?! https://t.co/6g2wgHCnDk — Sebastian (@buzze) February 11, 2020 Kein guter Stil, meint 11Freunde. In Berlin ist man sauer: Gemäß, das bisherige Bild stimmt: #Klinsmann kommt, umschwurbelt alle mit seinen Zukunftsfantasien, darf im Winter 75 (!!!) Millionen Euro ausgeben und schmeißt dann nach 5 Spielen in 2020 hin – das dann per Facebook, ohne irgendwem im Verein Bescheid zu geben. Leck mich. #hahohe — Marc Schwitzky (@jungerherr1892) February 11, 2020 Mir tut das Ganze weh. Jürgen Klinsmann war ein phantastischer Fußballspieler beim VfB Stuttgart. Remember Fallrückzieher Bayern, …

VertikalGIF #VfBAUE: Die Zahlen stimmen!

Steigen wir ausnahmsweise mal mit einem kleinen Quiz ein: Wie viele Tore hatte Erzgebirge Aue vor der Partie am Samstag gegen den VfB Stuttgart jemals erzielt? Genau: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Und wie viele Tore waren es nach der Partie? Genau: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content So weit, so gut. Aber es gibt noch viel mehr tolle Zahlen. Denn das 3:0 gegen Aue war nicht nur der fünfte Heimsieg in Folge für den VfB, sondern auch der fünfte in Folge, bei dem der VfB drei Tore erzielte. Nicht so schlecht, oder? Sagt auch das Torverhältnis, das sich so langsam aber sicher wieder sehen lassen kann. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Alles gut also? Eigentlich schon, am Ende kann man wohl von einer erfüllten Pflichtaufgabe sprechen. Nicht unerwähnt soll aber bleiben, dass sich der VfB in der ersten halben Stunde etwas schwer tat. Erstaunlicherweise nicht, weil sich die Auer am eigenen …

Seriös. Sauber. Souverän.

So muss man das machen. Ein ungefährdeter Sieg, locker runter gespielt, kaum Gefahr fürs eigene Tor, außer eine paar Anlaufschwierigkeiten eine sehr souveräne Leistung. Das Fußallvokabular hat dafür einen Begriff: Pflichtsieg. Schön auch deshalb, weil der VfB nach guten Leistungen im darauf folgenden Spiel gerne mal seine „Pflichten“ vergisst. Aue heisst für mich Christian Tiffert heisst für mich Aua. „Tiffi“ absolvierte für Erzgebirge Aue nach dem VfB Stuttgart seine zweitmeisten Pflichtspiele, er war einer der Spielertypen, die man nicht unbedingt mag, wenn sie beim Gegner spielen, aber dafür umso mehr, wenn man sie im eigenen Team hat. So sagt man es auch den Veilchen nach: eklig, fies zu bespielen, aber auch diszipliniert und geradlinig, was nicht unbedingt die erste Attribute wären, die einem zu Tiffert einfallen. Er genoss stets das Leben und das machte ihn so sympathisch. Er war trendy, er war funk und Stammkunde im „abseits“ am Schloßplatz. Hier ein Zigarettchen (Spitzname: Tifferette), dort ein Bierchen zu viel und auch mal nur wenige Stunden Schlaf vor einem Spiel. Er hatte eine außerordentliche Begabung, erstaunlich …

VertikalGIF #B04VfB: raus mit Applaus

DFB-Pokal Achtelfinale. Oder auch: das dritte Spiel in sieben Tagen. Und schon wieder am Mittwoch Abend um 18:30. Und der gemeine Arbeitnehmer so: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Wer es rechtzeitig vor den Fernseher geschafft hatte, der sah, dass Trainer Matarazzo ordentlich durchgemischt hatte. Bredlow im Tor, Endo in der Innenverteidigung. Dazu kamen auch noch Castro, Didavi, Stenzel, Silas und Gonzalez neu ins Team. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Wir wissen nicht, mit welchen Hoffnungen das Team mit dem Brustring in das Spiel ging, aber der Optimismus der Fans hielt sich vor Anpfiff in Grenzen. Kein Wunder, schließlich hatte auch Sportdirektor Mislintat im Vorfeld verkündet, es sei ein Erfolg, keine Klatsche zu kassieren. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Aber ganz entgegen der Befürchtungen, zeigte sich der VfB von Anfang an auf Augenhöhe. Vor allem Gonzalo Castro zeigte sich gegen seinen Ex-Verein von seiner agilsten Seite und wagte sogar …

Alles richtig gemacht!

Gut, dass zumindest einer von 1992 dabei war. Günther Schäfer, Grätschen-Gott. Er hat sicher erzählt, wie das vor 28 Jahren war. Klar, von seiner Rettungstat, auf Du und Du mit der Torlinie. Aber auch von der Wut und dem Willen, das Spiel trotz Unterzahl (Redhead Matthias Sammer sah rot) unbedingt gewinnen zu wollen. Wiggerl auf links machte den Kögl, auf rechts lief Andi Buck-Buck-Buck die 100 Meter in 10,8 Sekunden und Maurizio Gaudino sah nicht nur wie ein Mitglied der Band Bon Jovi aus, er rockte auch das Mittelfeld. Und heute? Die Aufstellung mit einer Verteidigung, bestehend aus Pascal Stenzel, Nathaniel Philips, Roberto Massimo und Wataru Endo gleicht der Idee, ein Pokalviertelfinale spielen zu wollen mit Fell-Adiletten statt Kickstiefeln. Warum hat Matarazzo nicht gleich den einzigen Innenverteidiger – Phillips – auch auf der Bank gelassen? Das wäre konsequent gewesen. Das muss einfach schief gehen, nicht wenige befürchten, dass es so aussehen würde: Leverkusener Angriff und Stuttgarter Abwehr. Ein Symbol-GIF. pic.twitter.com/NznqCxxOSJ — Moritz (@mohoritz) February 5, 2020 Die Partie allerdings erinnert lange an die Spiele des …

Der Brustring verbindet

Ich kenne das vom letzten Jahr, als ich meinen Vater bei der Jubilarfeier vertreten habe: Es ist diese ganz besondere Stimmung, wenn Menschen in einem Raum sind, die seit mindestens 25 Jahren ihr Herz an den VfB verloren haben. Es gibt keine großen Anlaufzeiten, es wird nicht lange abgetastet, man versteht sich sofort blind als ob man sich schon ewig kennt. Da gibt es diesen Kuttenträger aus Hessen, der 1981 zum VfB-Fan wurde, als der VfB in Bochum spielte und Hansi Müller nach einem fiesen Foul auf dem Boden lag und sich direkt vor seinen Augen mit schmerzverzerrtem Gesicht wälzte: „Naheliegend“ sei die Wahl gewesen, meint er heute schmunzelnd. Hansi Müller musste in der 18. Minute ausgewechselt werden, das Spiel endete 3:3 (Beck, Dieter Müller, Six), und das Line-up liest sich so: Roleder – Habiger, Szatmari, KH. Förster, B. Förster – Allgöwer, Ohlicher, Hansi Müller (Harald Beck) – Six, Kelsch, Dieter Müller Als kleiner Junge war ihm nicht klar, dass Kassel rund 380 Kilometer von Stuttgart entfernt ist, aber ein echter Hinderungsgrund stellte das nicht …