Autor: @buzze

Ja zum Abstiegskampf!

Du brauchst auch Match-Glück. Sonst wird aus einem Nico Willig ganz schnell ein Markus Weinzierl. Erst ein schlampiger Pass von Tassos Donis, dann rutscht Gonzalo Castro aus, ein einfacher Ball zwischen die Schnittstellen und Alassane Plea kann 30 Meter alleine auf Ron-Robert Zieler zulaufen. Die Chance ist so monströs groß, zumal noch zwei Gladbacher mitgelaufen sind, dass Plea sie nicht vergeben kann. Fällt hier das 0:1, ist das Spiel zu. Köpfe am Boden, Motivation am Ende, Klatsche incoming. Aber Plea scheitert an seiner Überheblichkeit und an Zieler. Statt einem Rückstand hinterherzulaufen läuft Daniel Didavi seine Gegenspieler an wie ein junger Gott, mit einer ansteckenden Energie und offensichtlich mit einer Pferdelunge. Es versucht sich Andreas Beck an Flugkopfbällen und Seitfallziehern (und sieht dabei gar nicht so übel aus), Nicolas Gonzalez gewinnt jedes (wirklich jedes!) Kopfballduell und Benjamin Pavard spielt den rechten Verteidiger nicht wie ein beleidigtes, trotziges Kind sondern im Weltmeistermodus. Als Zuschauer hat man das Gefühl, es steht eine Mannschaft auf dem Platz, nicht wie letzte Woche in Augsburg (und in sehr vielen Spielen dieser …

VertikalGIF #VfBBMG

Spiel Eins unter dem neuen Trainer, dem dritten in dieser Saison. Nach einer sehr unruhigen Woche, die gefüllt war mit Trainerentlassungen, präsidialen Ehrenerklärungen und entlarvenden Interviews des VfB-Aufsichtsrats. Umso gespannter waren die Fans, wie sich das Team gegen M’gladbach schlagen würde. Sollte Nico Willig wirklich in der Lage sein, der Mannschaft die Lethargie auszutreiben und seine guten Pläne in die Tat umzusetzen? Doch schon kurz nach Anpfiff sah es so aus, als könnten wir unsere Hoffnungen zu den anderen Erwartungen packen, die wir vor der Saison hatten. Denn bereits nach vier Minuten rannten gleich drei Gladbacher auf Ron-Robert Zieler zu, der aber abwehren konnte. Wie sagte Nico Willig später im Interview: Man muss auch mal das nötige Matchglück haben. Der VfB, den man dann in der Folgezeit sah, hatte nur wenig mit der VfB-Karrikatur zu tun, die wir in Augsburg erleben mussten – zum Glück! Frühes Anlaufen, Pressing und Aggressivität zeichneten das Spiel der Stuttgarter aus. Manchmal sogar etwas zu viel davon. 19 Fouls standen am Ende in der Statistik: Saisonhöchstwert. Nur nach vorne ging …

VertikalGIF #FCAVfB

Ostersonntag. Herrlichstes Wetter. Ostereier suchen und Schokohasen essen bis einem schlecht wird. Kann es etwas schöneres geben? Vielleicht. Aber das Spiel des VfB Stuttgart in Augsburg gehörte definitiv nicht dazu. Ganz im Gegenteil: Da war einem schon schlecht bevor man den ersten Schokohasen verspeist hatte. Klarer Fall: Das Team von Markus Weinzierl hatte leider vor dem wichtigen Spiel gegen einen direkten Tabellennachbarn seine Eier nicht gefunden. Kein Fußballwunder, keine Auferstehung. Trotzdem hier unser VertikalGIF in der Osterversion: Markus Weinzierl hatte mal wieder umgestellt und ließ Esswein als Rechtsverteidiger und Kabak auf der Doppel-Sechs spielen. Aber wie schon häufiger in letzter Zeit wirkten seine Maßnahmen mehr aktionistisch denn sinnvoll und wohl überlegt.   Bereits nach 11 Minuten stand es 1:0 für den FC Augsburg. Das Abwehrverhalten der VfB-Hintermannschaft sah dabei ungefähr so aus: Nur 18 Minuten später waren bereits zwei weitere Tore gefallen. 3:0 nach nicht einmal 30 Minuten. Einsatzwillen, Mut, Kreativität, Professionalität: Alles sehr gut versteckt beim VfB. Man mag es verdrängen, aber am Ende stand es 6:0 für Augsburg. Game, Set, Match für den …

VertikalGIF #VfBFCN

Disclaimer: Ich bin selten so schlecht gelaunt aus dem Stadion gegangen wie heute. Diese Ausgabe des VertikalGIF kann daher Spuren von Frustration enthalten. Die 2016 abgestiegene (nur ein Unfall!) und vor der aktuellen Saison für rund 40 Millionen verstärkte Traditionself trifft im April 2019 gegen den chronisch klammen Aufsteiger aus Nürnberg, den eigentlich alle schon abgeschrieben hatten. Das Wetter ist gut, das Stadion ausverkauft. Besser können die Voraussetzungen nicht sein, oder? Und dann das: Die Cannstatter Kurve mal wieder mit einer tollen Choreo, aber mit dem Anpfiff ist jede Leidenschaft vergessen – zumindestens auf dem Platz. Der VfB Stuttgart schafft es gegen – bei allem Respekt – sehr limitierte Nürnberger nicht einmal für Unruhe im Strafraum des Gegners zu sorgen. Sorry, aber das ist Angsthasen-Fußball. Dabei war Markus Weinzierl über seinen Schatten gesprungen und hatte anstatt von Nicolas Gonzalez nicht nur Mario Gomez, sondern auch Tassos Donis aufgeboten. Auf dem Papier las sich das ganz gut, aber man fragte sich schon, wer eigentlich den Spielaufbau übernehmen sollte. Fast forward: Nach 42 Minuten, einem Lattentreffer von …

Arithmetik der Angst

Schon erstaunlich: Keiner rechnete einem Sieg in Frankfurt. Der VfB verlor erwartungsgemäß – und trotzdem sind alle enttäuscht. Obwohl der VfB 44 Minuten ganz gut mitspielte. Doch warum ist das so? Weil wir uns mehr ausgerechnet hatten? Vielleicht eher, weil die Innenverteidigung mit Pavard, Kempf und Kabak personell hochklassig besetzt ist, aber trotzdem wieder drei Treffer kassierte – unter tatkräftiger Mithilfe von Andreas Beck und Ron-Robert Zieler. Kleine Zahlenkunde: Nach 27 Spieltagen hat der VfB Stuttgart 59 Gegentore kassiert. Das macht 2,185 pro Spiel. Geht das bis Saisonende so weiter, werden es am Ende 74. Zum Vergleich: In der vergangenen Spielzeit waren es 36, in der Abstiegssaison waren es 75. Vielleicht sind wir aber gar nicht wegen der klaren Niederlage frustriert, sondern wegen der Tatsache, dass die besten Stuttgarter Chancen aus Aktionen der Innenverteidiger resultierten. Kabak und Kempf waren vor dem Frankfurter Tor auffälliger als die Offensivkräfte. Steven Zuber hatte keinen guten Tag erwischt, Alexander Esswein fehlt grundsätzlich der Zug zum Tor und Nicolas Gonzalez schlichtweg die Physis, um Bälle festzumachen und die Cleverness, um …

VertikalGIF #SGEVfB

Bewährtes Format am neuen Sendeplatz: Ab sofort findet ihr das VertikalGIF direkt hier bei uns im Blog! So lange und lästig wie die Länderspielpause auch war: Irgendwie war es auch sehr schön, zwei Wochen ohne Bundesliga-Existenz-Ängste zu verbringen. Denn beim VfB Stuttgart ist die Laune immer dann am besten, wenn nicht gespielt wird. Da kann man sich in aller Ruhe über Werbevideos aufregen oder spekulieren, wer im nächsten Spiel Santi Ascacibar ersetzen soll. Achja, das nächste Spiel! Es ging nach Frankfurt. Dort, wo die Eintracht spielt, die in diesem Jahr noch unbesiegt in allen Pflichtspielen ist. Easy.   So erwartbar wie die Aufstellung (Gentner vertrat Ascacibar), so ungewohnt war die mutige Spielweise der Weinzierl-Truppe. Nach der ersten Frankfurter Großchance köpfte Kempf nach einer Ecke an die Latte und auch sonst kam der VfB zu der ein oder anderen Torchance. Grundsätzlich sah das besser aus als erwartet. Auch, weil Ron-Robert Zieler mit einer spektakulären Dreifach-Kombo das 0:0 festhielt.   Das änderte aber leider nichts daran, dass noch vor der Halbzeitpause das 1:0 fiel. Nach einem abgeblockten …

Bonus-Spiel oder Tilt?

Ein Bonus wird definiert als eine (finanzielle) Belohnung für gute Leistungen und für erreichte Ziele, ein Add-on, auf das sich nach erfolgreicher Arbeit jeder freut. Im Flipper- und Merkur-Spielautomaten-Business wird es auch als Frei-Spiel bezeichnet. Man spielte für den anerkennenden Blick der anderen Mitspieler, wenn beim Flippern dieses charakteristische „Klack“ kam. Man spielte für diesen magischen Augenblick, bei dem man möglichst lässig aussehen sollte mit einer Kippe im Mundwinkel, auch wenn der Zigarettenqualm höllisch in den Augen brannte. Beim VfB Stuttgart wurde bis vor kurzem von Bonus-Spielen gesprochen, wenn es gegen scheinbar übermächtige Gegner ging. Bayern München, Leipzig, Hoffenheim, Leverkusen, Frankfurt, Düsseldorf, Dortmund. Die Bezeichnung Bonus-Spiel konnte dechiffriert werden als „wir werden das Spiel abschenken, denn wir haben sowieso keine Chance“. Eine Mentalität, die sich der VfB nicht mehr leisten konnte. Seit der Partie gegen Borussia Dortmund gibt es eine andere Einstellung zu diesen angeblich unbezwingbaren Gegnern. “Wir haben keine Chance, lasst sie uns nutzen”. Seit Dortmund wird in Endspielen gedacht. Jetzt sind es noch acht. Inklusive Relegation – die sehr wahrscheinlich ist – sogar …

Herzlich willkommen beim Trollinger Talk!

BrustringTalk trifft Vertikalpass. In einer Kneipe. Unser Thema: Der VfB Stuttgart, was sonst? Doch statt das aktuelle Geschehen zu betrachten, werfen wir im TrollingerTalk lieber einen Blick zur Seite oder in die Vergangenheit. Denn das ist mindestens genauso spannend. Zum Wohl! P.S. Wir wissen, dass die Soundqualität noch ordentlich Luft nach oben hat. Gar nicht so einfach, einen Podcast in einer Gaststätte aufzunehmen, aber wir arbeiten dran! Wir sind gespannt auf euer Feedback und freuen uns auf Vorschläge zu Themen, Gästen und Locations – gerne mit Nebenraum. :-) P.S. Natürlich könnt ihr den TrollingerTalk auf über iTunes, Spotify und alle Podcatcher hören. @buzzeSchreibt und redet gerne über den VfB Stuttgart. Es sei denn, er sitzt auf dem Fahrrad. www.vertikalpass.de

Ausgerechnet!

Hartnäckig hält sich der Mythos, dass die Geschichten, die nur der Fußball schreibt, auch in jeder anderen Sportart geschrieben werden. Aber das ist natürlich nicht richtig. Schließlich heißt es ja “nur der Fußball”. Und wie diese Geschichten gleich im Akkord geschrieben werden, haben VfB-Fans am Samstag wieder eindrücklich erleben dürfen. Erst trifft Andreas Beck, seines Zeichens mit 216 Einsätzen Rekord-Bundesliga-Spieler Hoffenheims gegen seinen alten Arbeitgeber nur den Pfosten, dann bereitet er den schmeichelhaften Ausgleich vor. Und wer erzielt ihn? Steven Zuber! Ausgerechnet! Darüber, dass der Schweizer Nationalspieler dann ausgerechnet vor dem Gästeblock jubelte und mit Fritzle kuschelte, kann man sich natürlich aufregen. Vielleicht war ihm wirklich nicht bewusst, wo er gerade stand. Aber andererseits: Warum sollte er sich nicht ausgiebig freuen? Nach etwas holperigem Start läuft es für Zuber in Stuttgart mittlerweile wie ein Schweizer Uhrwerk. Mit fünf Treffern in neun Spielen ist er inzwischen nach Mario Gomez (6) zweitbester Torjäger des VfB. Für die TSG aus Hoffenheim hat er seit 2014 in 82 Partien übrigens nur sieben Treffer erzielt. Dazu dürfte kommen, dass sich …

VertikalGIF #VfBTSG

Bewährtes Format am neuen Sendeplatz: Ab sofort findet ihr das VertikalGIF direkt hier bei uns im Blog! Trotz der 1:3 Niederlage, mit der der VfB aus Dortmund zurück kam, herrschte vor dem Heimspiel gegen Hoffenheim die gleiche vorsichtige Zuversicht wie schon in den letzten Wochen. Das machte sich auch an der Zuschauerzahl bemerkbar: Mit über 56.000 war das Neckarstadion quasi ausverkauft. Zum Vergleich: gegen Leipzig kamen 10.000 Fans weniger. Nun also gegen Hoffenheim. Wir erinnern uns: Im Hinspiel vergab Mario Gomez gleich zu Beginn eine große Chance, Emiliano Insua sah bereits nach acht Minuten die rote Karte, der VfB ging trotzdem mit einem 0:0 in die Pause, um anschließend in zwölf Minuten vier Treffer zu kassieren. Doch die letzten Partien haben gezeigt, dass sich der VfB Stuttgart endlich von einer nervösen Trümmertruppe in einen soliden Verbund verwandelt hat. Und es war auch allerhöchste Zeit für diese Boss-Transformation. Schließlich geht die Saison in die entscheidende Phase und Punkte werden dringend benötigt. Und tatsächlich ging das Team von Markus Weinzierl gleichermaßen konzentriert und engagiert in die Partie …