Alle Artikel in: Beliebt

Fehlstart!

Champions League Starter, Europa League Starter, von der Quali ermatteter Conference League Starter und zwei Aufsteiger. Die ersten fünf Spiele boten ein abwechslungsreiches Auftaktprogramm, an dessen Ende nun vier Punkte stehen. Deutlich zu wenig, wenn man die Spiele nochmal Paroli passieren lässt. Viel zu wenig, wenn man an die nächsten Aufgaben gegen München, Frankfurt, Wolfsburg und Union Berlin denkt. Ein klassischer Fehlstart, nach neun Spielen könnte der VfB sogar immer noch bei vier Punkten stehen. Gegen Schalke 04 musste der VfB froh sein, immerhin noch einen Punkt gerettet zu haben. Aufgrund von Dummheit, Planlosigkeit und mangelnder Präzision in allen Mannschaftsteilen ist das Remis sogar noch schmeichelhaft gegen einen Aufsteiger, der vor einer Woche noch zuhause ein 1:6 auf die Mütze bekam und nicht gerade vor Selbstvertrauen strotzte. Doch Schalke wurde im Verlauf des Spiels immer sicherer und überlegener, auch schon vor dem Platzverweis von Josha Vagnoman. Dem VfB fehlte vor allem im Zentrum der Zugriff, Borna Sosa wurde von Schalke gedoppelt und aus dem Spiel genommen, Wataru Endo zugestellt. Das Spiel war insgesamt zu langsam, …

VertikalGIF #VfBS04: Zehn kleine Stuttgarter

Wieder beendet der VfB ein Spiel zu zehnt, wieder punktet das Team. Sehen wir der Tatsache in Gesicht: Wenn Stuttgart über 90 Minuten mit elf Mann spielen würde, wäre die Champions League drin, mindestens! Gegen den Aufsteiger aus Gelsenkirchen, der am vorherigen Spieltag gehörig unter die Räder gekommen war, sollte am fünften Spieltag endlich der erste Saisonsieg her. Ohne Sasa Kalajdzic, der seine erste Halbzeit in der Premiere League spielte, und ohne Pellegrino Matarazzo, der wegen seiner Sperre auf der Tribüne saß und versuchte, von dort die Kommandos zu geben. Auch Luca Pfeiffer fehlte nach seiner roten Karte. Und wie regierten die Fans, als sie sahen, dass statt ihm Lilian Egloff seine Startelf-Premiere feierte? Nach einer ruhigen Viertelstunde auf der Baustelle wurde es dann turbulent: Erst ging der VfB in der 18. Minute in Führung. Torschütze: Chris Führich mit seinem ersten Saisontor nach schönem Assist von Silas. Eine frühe Führung und damit die perfekte Grundlage für einen ungefährdeten Heimsieg. Immerhin drei Minuten währte die Hoffnung. Dann war die VfB-Defensive unaufmerksam. Ganz im Gegensatz zu Simon …

Love hurts

Zu glauben, dass Spieler ihre ganze Profi-Karriere beim VfB bleiben wie Helmut Roleder oder Hermann Ohlicher, ist romantisch und naiv. Der Fußball hat sich verändert. Wie die gesamte Gesellschaft. Früher hat man beim Daimler eine Lehre gemacht und arbeitete dann ein ganzes Leben beim Unternehmen mit dem Stern. Heute ist ein Job-Wechsel an der Tagesordnung und im Fußball soll das anders sein? Wir sollten uns die Romantik natürlich erhalten, denn es ist schön, in einen Spieler verliebt zu sein. Bei mir ist es bekanntlich Borna Sosa. Seine Augen, sein Lächeln, sein linker Fuß, seine gebutterten und gezuckerten Flanken, seine Surfer-Attitüde haben mich eben voll erwischt. Den Rest gegeben haben mir seine Jubelszenen nach dem Klassenerhalt, als er nur noch in Shorts bekleidet das Spielfeld verließ. Bin ich froh, dass sein Transfer zu Atalanta Bergamo nicht geklappt hat? Natürlich, denn ich wünsche ihm einen Verein der Kategorie Mailand, Chelsea, City oder Madrid. Dass er den VfB jetzt nicht verlässt – obwohl er sich angeblich mit Atalanta einig war – freut mich natürlich. Schon in der Winterpause …

Auseinandergehen ist schwer …

… jeder beim VfB weiß das zu sehr. Auseinandergehn tut weh. Obwohl man zuletzt den Eindruck in der Causa Kalajdzic gewinnen konnte, dass der Trennungsschmerz von keiner Seite mehr ausging. Sven Mislintat war genervt, die Fans entsetzt und enttäuscht. Und Sasa Kalajdzic? Bei allem sympathischen Auftreten in der Vergangenheit, er ist zu sehr abgezockter Profi. Aber kann man ihm vorwerfen, dass er Falco nacheifert? “Der Mensch, der mir am nächsten ist, bin ich, ich bin ein Egoist“. Tja, so ist er nun mal, der Profifußball. In diesem Sommer ist Kalajdzic schon zu so gut wie jedem Verein gewechselt. Bei Bayern München hat er sich angeboten, mit Borussia Dortmund hat er geliebäugelt, es gab Gerüchte um die Mailänder Vereine und um fast alle englische Vereine. Zuletzt Leeds und Manchester United, wobei man ihm einen Wechsel zur größten Lachnummer Europas nicht wünschen sollte. Geworden sind es für um die 20 Millionen Euro die Wolverhampton Wanderers, letztes Jahr Tabellenzehnter der Premier League. Ich hätte ihm und dem VfB einen Club in einem oberem Regal gewünscht, er und vor …

Gemischte Gefühle, die wo man schwer beschreiben kann

Der 1. FC Köln wird immer mit uns verbunden sein. Wie Cottbus und Manchester United. Immer wenn ich Köln höre, erinnere ich mich an den Nachmittag des 14. Mai, als das gesamte Stadion beschlossen hatte, gemeinsam das entscheidende Tor zum Klassenerhalt zu schießen. Danke Wataru, für den Kopfball und die Tränen, ich träume heute noch davon. Vom Feeling her hatte ich gleich ein gutes Gefühl beim Spiel in Köln. Der VfB, Klasse eingestellt von Pellegrino Matarazzo, sofort im Spiel, will eventuelle Kraftverluste und Müdigkeit der Kölner vom Spiel unter der Woche in der Conference League ausnutzen, will überhaupt keine Euphorie aufkommen lassen bei den Domstädtern. Das gelingt hervorragend, aber es entwickelt sich dann fast dasselbe Spiel wie am 34. Spieltag der letzten Saison. VfB gegen Marvin Schwäbe. Scheiterten zuletzt Endo, Tiago Tomas, Dinos Mavropanos und Sasa Kalajdzic, ist es jetzt Silas. Silas gegen Schwäbe, mit dem besseren Ende für den Kölner Keeper. Zwei Mal läuft der Stuttgarter Stürmer alleine auf den Schlussmann zu, zwei Mal scheitert er an Schwäbe. Zwei hundertprozentige Torchancen, nach tollen Vertikalpässen …

VertikalGIF #KOEVfB: Schrödingers Punkt

Dass der VfB fast alles kann, wussten wir schon lange. Aber dass er selbst die Gesetze der Quantenmechanik außer Kraft setzen kann, ist neu. Doch gegen Köln gelang es dem Team von Pellegrino Matarazzo, einen Punkt zu gewinnen und gleichzeitig zwei zu verlieren. Die VfB-Fans sahen dem Auswärtsauftritt in Köln trotz drei Spielen ohne Sieg gelassen entgegen. Denn wer sollte schon das obligatorische Tor für Köln schießen, wenn Modeste nicht mehr dort spielt? Blöderweise spielte aber auch der VfB ohne A-Lösung im Sturm, weil sich Sasa Kalajdzic nicht in der Lage sah, aufzulaufen. Warnhinweis: Versucht diese Taktik besser nicht bei eurem Arbeitgeber am Montagmorgen. Kein Wunder, dass das Verständnis für Kalajdzic’ Verhalten bei Fans und Verantwortlichen schneller schwindet als die Gletscher in den Alpen. Dafür wächst mal wieder die Erkenntnis: Niemand ist größer als der VfB. Selbst, wenn er zwei Meter misst. Doch zurück zum Spiel. Luca Pfeiffer kam zu seinem Startelf-Debüt, aber ansonsten trat der VfB an wie gegen Freiburg – und präsentierte sich in Köln auch wie eine Heimmannschaft. Was sagen wir zur …

Ich wäre so gerne Optimist

Der VfB hat 1:0 gegen Freiburg verloren und Sportdirektor Sven Mislintat ist zufrieden: “Wir haben ein extrem gutes Spiel gemacht. Je länger das Spiel dauerte, desto dominanter wurden wir.“ Denn der VfB verlor nicht wegen fehlender eigener Leistung, sondern wegen Schiedsrichter Dr. Felix Brych, der einen glasklaren Elfmeter verweigert. Wegen Freiburgs Trainer Christian Streich, der den Schiri beeinflusste und wegen des Standings von Freiburg als Europapokalteilnehmer. An der Leistung des VfB lag es nicht. Das Tor in der 11.Minute fällt nach einer Flanke aus dem Halbfeld von Kiliann Sildillia, nicht weil der VfB fast schon traditionell vergesslich am zweiten Pfosten ist, sondern wegen der hohen individuellen Qualität von Vincenzo Grifo. War auch schwer, unbehelligt von Dinos Mavropanos und Josh Vagnoman den Ball aus zwei Metern über die Linie zu drücken. Gegentore verhindert der überragende Freiburger Mark Flekken, der nahezu unhaltbare Kopfbälle von Mavropanos und Sasa Kalajdzic aus der Ecke fischt und einen Schuss von Borna Sosa nach einem Konter abwehrt, der ungedeckte Vagnoman in der Mitte hätte den Ball sowieso nicht versenkt. Der VfB hat …

VertikalGIF #VfBSCF: Oops, they did it again

Der VfB wollte aus den Fehlern aus dem ersten Heimspiel gegen Leipzig lernen. Und das tat er – zumindest vor dem Anpfiff: Die Schlangen am Einlass waren deutlich kürzer und man konnte sich sogar noch ein Bier holen, ohne den Anpfiff zu verpassen. Nach den frühen Gegentoren gegen Leipzig (9. Minute) und Bremen (4. Minute) hatte Pellegrino Matarazzo offenbar die Order ausgegeben, die ersten zehn Minuten ohne gegnerischen Treffers zu überstehen. Konsequent, dass Grifo erst nach elf Minuten traf. Und wie aufmerksam zeigt sich die Stuttgarter Defensivreihe beim Treffer der Freiburger? Nach der Führung schaltete Freiburg auch schon wieder einen Gang zurück, obwohl das Team eigentlich kaum beschleunigt hatte. Und abgesehen von einem Mavropanos-Kopfball fiel dem VfB zu wenig an, um den Europapokal-Teilnehmer zu gefährden. Und das, obwohl endlich wieder Borna Sosa und Sasa Kalajdzic auf dem Platz standen. Der Stürmer legte zwar einige Bälle gut ab, aber Torgefahr? Folgerichtig ging es mit 0:1 in die zweite Halbzeit. Die zweite Hälfte begann vielversprechend: Borna Sosa marschierte auf dem linken Flügel in bester Silas-Manier Richtung Freiburger …

Zu früh gefreut

Ich stehe Werder Bremen schon immer wohlwollend gegenüber, Völler, Le Chef Micoud, Diego, Klose und mein Opa kam aus der Nähe, aus der Sarah Connor-Stadt Delmenhorst. Er auch ein Werder-Fan, aber gelassen, unaufgeregt, so wie heute der Trainer Ole Werner wirkt. Und mit Werder gab’s immer Spektakel und Drama. Muss ich hier nicht ausführen, kennt Ihr alles von 1984, über das Einwurfeigentor von Borna Sosa und Ron-Robert Zieler 2018 bis zum Trödeltor von Silas 2020. Vor dem Spiel dachte ich: Macht’s wie früher, das war viel geiler, mit vielen Toren, Spannung und so weiter. So wie früher, das war so krass. Am Ende hat’s halt nicht sollen sein, kann nicht immer die Sonne scheinen. Das Unentschieden ist kein Weltuntergang aber es sind genau diese Spiele die darüber entscheiden werden ob wir eine ruhigere Saison haben und früher ans Ziel kommen werden. Bremen will bis auf die Anfangsphase garnix, viele solche Teams kriegst nicht. Schade, weiter geht’s. #VfB — Kuranyi sei Oma (@KuranyiSeiOma) August 13, 2022 Ich wollte es Vintage, ich wollte es Retro, den Anfang …

VertikalGIF #VfBRBL: Adrenalin in hohen Dosen

Eins vorweg: Sollte der erste Spieltag das Spannungsniveau der kommenenden Saison vorgegeben haben, wird sie der Autor vermutlich nicht überleben. Hatten wir uns nicht auf eine komplett langweilige Spielzeit geeinigt? Die 96 Minuten gegen Leipzig fühlten sich jedoch schon wieder wie 10 Spieltage an. Aber eins nach dem anderen. Vor dem Spiel marschierte endlich mal wieder die Karawane Cannstatt vom Bahnhof zum Neckarstadion. Was für ein schönes Bild! Und wie gut fühlte es sich an, Teil dieser wunderschönen Gruppe aus Ultras, Fans und Familien zu sein? Aber Fan-Romantik beiseite: Gleich am ersten Spieltag ging es gegen den aus Fuschl am See finanzierten Pokalsieger und Rückrundenmeister. Der VfB hingegen hatte gegen Leipzig bislang weder gewonnen noch ein einziges Tor aus dem Spiel erzielt. Überhaupt stand erst ein Tor auf der Habenseite. Damals war es ein Elfmeter, der Torschütze eine Leihgabe aus Hoffenheim: Steven Zuber. Lange Zeit war der Stadionumbau ein Thema, jetzt ist er bittere Realität. Der Anblick der halb gerissenen Haupttribüne war extrem traurig und wird uns noch lange begleiten. Wird Zeit für eine schicke …