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Es ist noch nichts erreicht

2:2 gegen Bayern München – wer hätte das gedacht? Aber kein Grund zum Feiern. Der VfB steht zwar so gut wie sicher auf dem Relegationsplatz und hat sogar noch Chancen auf den direkten Klassenerhalt. Aber das Saisonfinale gegen Köln und eine mögliche Relegation gegen Bremen, den HSV oder Darmstadt gilt es noch zu spielen. Und zwar mit derselben Energie und Leidenschaft wie gegen den Rekordmeister. Das war übrigens das zweite Spiel seit dem 2:1 am 27.03.2010 bei dem wir gegen die Bayern punkten konnten. 🙈🥹 — __1893Seahawk__ (@blackXXseven) May 8, 2022 Pellegrino Matarazzo hatte vor dem Spiel den Ton verschärft. Er sprach bei Hertha und Wolfsburg von zwei „Kackspielen“ und zeigte sich schwer enttäuscht von seiner Mannschaft. Vielleicht hätten er und Sven Mislintat den Kuschelkurs früher verlassen sollen und mehr Energie darauf verwendet, die Mannschaft richtig anzupacken statt demonstrativ Ruhe auszustrahlen. Warum nicht immer so? Trat der VfB zaudernd gegen Mainz auf, lethargisch gegen Hertha und wirkte müde und ausgepowert gegen Wolfsburg, zeigt die Mannschaft eine unerwartet forsche Leistung. Sich gegenseitig unterstützend und motivierend stemmen …

VertikalGIF #FCBVfB: Das Sensatiönle

Die Aufschieber vom Neckar hatten die Hausaufgaben so lange vor sich hergeschoben, dass sie die dringend benötigten Punkte gegen den Abstieg nun in München und gegen Köln holen mussten. Und wie hoch schätzten die Fans die Chancen in München ein?   Kein Wunder, schließlich waren die äußeren Umstände bei den Bayern etwas ungemütlich: Gegen Mainz verloren, von Felix Magath der Wettbewerbsverzerrung bezichtigt, kurz mal nach Ibiza gejettet und dann war da ja auch noch die Schalenübergabe, die sich die Bayern sicherlich nicht ein zweites Mal vom VfB versauen lassen wollten. Und so schickte Julian Nagelsmann auch seine beste Elf aufs Feld.   Trainer Matarazzo hatte angekündigt, in München angreifen zu wollen. Und diesmal blieb es nicht wie so oft zuvor bei leeren Worten. Der VfB ging tatsächlich gleich in die Offensive und stresste die Bayern. Mit Erfolg, denn nach nur acht Minuten konnte Stuttgart nicht nur drei gute Chancen verzeichnen, sondern tatsächlich auch einen Treffer. Und was sagen wir zur Bude von Tiago Tomás?   1:0 also, aber eigentlich viel zu früh. Wie viele Spiele …

Die Aufschieber

Was machen wir mit dem Spiel gegen Bayern München? Gar nicht erst schauen, um eine mögliche Klatsche nicht miterleben zu müssen? Die Erwartungen so weit runter schrauben, dass man jeden Rückpass oder einen Befreiungsschlag feiern kann? Oder einfach ironisch gucken? Mein Freund Kai sagte immer zu mir, wenn ich zauderte: „Schmerz, ja sofort!“ und meinte damit, (unangenehme) Dinge immer sofort anzugehen und nicht aufzuschieben. Im Fremdwörterlexikon steht allerdings unter “Prokrastination”: “Der VfB leidet an Prokrastination. Also am „extremen Aufschieben“, einer pathologischen Störung, die durch ein unnötiges Vertagen des Beginns oder durch Unterbrechen von Aufgaben gekennzeichnet ist, so dass ein Fertigstellen nicht oder nur unter Druck zustande kommt.“ Der VfB, Meister der Ausreden, King im Aufschieben, Experte fürs Schönreden. Der VfB hat seine Erfolge so lange verschoben, in dem er auf die Rückkehr verletzter Spieler setzte oder auf die kommenden Spiele verwies, dass er im Saisonfinale plötzlich gegen Bayern München punkten sollte. Das haben schon andere geschafft, in dieser Saison gewannen Frankfurt, Gladbach, Augsburg, Bochum und Mainz gegen den Rekordmeister. Aber es muss einiges zusammen kommen: …

Die Furcht vor der Relegation

Nach Berlin durften wir so etwas wie eine Trotzreaktion erwarten. Gerade zu Spielbeginn. Aber was da kommt, ist merkwürdig wenig. Nichts, was die Zuschauer mitnimmt. Es sieht aus wie ein Spiel zweier Mittelfeldmannschaften am 25. Spieltag. Bemüht sind sie beim VfB. Aber auch gehemmt, planlos, mutlos, ideenlos, verzweifelt. Sieht so eine Mannschaft nach einer „knallharten Analyse“ aus? „Wir wollen ein anderes Gesicht zeigen“. “Wir wollen von der ersten Minute an voll da sein, Vollgas geben und die Fans mit unserer Leistung energetisieren.“ Es bleiben Worte. Wie so oft in dieser Saison. Die Fans geben jedenfalls mehr Gas als die Mannschaft. “Der Klassenerhalt, egal ob direkt oder über die Relegation, ist ein Erfolg für diesen Club“, sagt Sven Mislintat nach dem Spiel. Echt? Wird da nicht die verheerende Situation und die eigene Leistung schön geredet? Wenn Du nach bisher zwei Siegen und zwölf Punkten in der Rückrunde (und nach einer beschissenen Hinrunde) den Klassenerhalt schaffst, dann ist das ein Geschenk. Die Mannschaft macht aber nicht den Eindruck, als ob sie es sich verdienen möchte. Die Relegation …

VertikalGIF #VfBWOB: Besser, aber nicht gut genug

Zugegeben: Es war für den VfB nicht schwer, die Leistung von der letzten Woche zu toppen. Mit Thommy, Karazor und Marmoush statt Stenzel, Mangala und Führich sollte der sechste Heimsieg der Saison gelingen. Wichtig dabei: Trotz des desolaten Auftritts aus der Vorwoche standen die VfB-Fans von Beginn an bedingungslos hinter dem Team.   Daran konnte auch die 13. Minute nichts ändern, als Brooks nach einer Wolfsburger Ecke relativ unbedrängt und unhaltbar für Müller zum 0:1 einköpfte. Und so fühlte sich der Auftakt für alle Fans an, die mit Vorfreude ins Spiel gegangen waren:   Nach dem Treffer waren die Wolfsburger zufrieden und zogen sich zurück. Der VfB versuchte sich weiterhin im Offensivspiel, aber die Resultate waren in der Regel viel zu harm- und kraftlos, um die Wolfsburger Defensive auch nur irgendwie in Gefahr zu bringen. Der VfB streckte sich, aber nicht genug.   Daran änderte sich auch in der zweiten Halbzeit wenig. Erik Thommy blieb ein Aktivposten, machte aber zu wenig aus seinen wenigen Torchancen. Omar Marmoush und Tiago Tomás fanden weitestgehend nicht statt, und …

Verdammt, ich lieb’ Dich …

… ich lieb’ Dich nicht. Vor allem nach so einem Scheiß wie in Berlin. Verdammt geärgert habe ich mich über diesen unverschämten Auftritt bei der Hertha. Eigentlich wollte ich deshalb etwas schreiben über gut klingende Erklärungen (Verletzungen, mangelndes Budget, Corona, der „Stuttgarter Weg”) für schlechte Leistungen, die wir auch gern gehört haben. Die aber in erster Linie dazu dienten, eigene Fehleinschätzungen und Schlechtleistungen zu kaschieren. Ich wollte etwas schreiben zum mangelnden Willen, die eigenen Stärken zu entfalten, sei es aus fehlender Einstellung, Überheblichkeit oder Angst. Schreiben, warum das ein Haltungs-Problem der Spieler und ein Führungsproblem von Mislintat und Matarazzo ist. Es gab selten eine Mannschaft die mehr Kredit bekommen hat wie in dieser Saison, weil Philosophie und Potential fraglos vorhanden sind. Fehler werden gerne verziehen, aber fehlende Einstellung nicht. #VfB — Seriouz (@Seriouz1893) April 25, 2022 Aber verdammt, ich brauch’ Dich … ich brauch’ Dich nicht. Vor allem brauche ich diese Selbstwahrnehmung nicht, alles richtig gemacht zu haben, sich für vermeintlich clevere Transfers selbst auf die Schulter zu klopfen. Und noch weniger die Attitüde, mit …

VertikalGIF #BSCVfB: Wie ein Unfall

Abgesehen von den Siegen der Wolfsburger und Augsburger war es ein tolles VfB-Wochenende gewesen: Die U17 wurde ungeschlagen Staffelmeister, die U19 blieb nach einem Sieg gegen Kaiserslautern im Titelrennen und den Damen des VfB Obertürkheim gelang das, was der andere VfB auch gebraucht hätte: ein wichtiger Auswärtssieg gegen einen direkten Konkurrenten. Und mit welchem Gefühl gingen die Stuttgarter Fans in die Partie gegen die Hertha?   Schon im Vorfeld des Spiels war klar gewesen: Die Partie würde weniger durch Spielwitz, sondern über Mentalität und Einsatzbereitschaft entschieden werden. Kleine Einschränkung: Den Fans war das klar, bei den Stuttgarter Spielern darf man durchaus seine Zweifel haben. Da half es natürlich auch nicht, dass Atakan Karazor fehlte. Denn er bringt genau das mit, was am Sonntag vielen fehlte: Mentalität und Haltung.   Wenig überraschend lief Berlin extrem defensiv auf. Everybody’s darling Davie Selke als einzige Spitze, dahinter Herthas neue Hoffnung Boateng. Überraschender war da schon, dass Magath sein Team in den ersten Minuten extrem hoch anlaufen ließ, um den VfB zu stressen. Und wie reagierten die Stuttgarter Spieler? …

Mutlos wie Matarazzo

„Es ist ein sehr wichtiges Spiel, es geht gegen einen direkten Konkurrenten um extrem viel. Wenn es das letzte Spiel wäre, dann wäre es ein Endspiel. Aber es kommen noch Spiele, in denen alles möglich ist – unabhängig davon, wie die Partie in Berlin ausgeht.“ (Pellegrino Matarazzo) Und auch M wie mutlos wie Sven Mislintat, der vor dem Spiel vom „Worst Case Szenario Relegation“ spricht. Als ob Bielefeld schon sicher abgestiegen wäre. Da wird analysiert, diskutiert, fokussiert und blablasiert und nicht emotionalisiert. Mit dem strukturell suboptimal zusammen gestellten Kader schaffen es Matarazzo und Mislintat nicht, eine Haltung zum Abstiegskampf zu entwickeln. Der ganze VfB hat es sich im Ruhe- und Gelassenheits-Modus gemütlich gemacht. Wir bleiben cool, Hauptsache nicht in die bekannten Muster anderer Abstiegskandidaten verfallen, nur keine Panik aufkommen lassen, das sieht bescheuert aus. Bescheuert sieht die erste Halbzeit und eigentlich das gesamte Spiel aus. Den Spielern fehlt die Haltung zum Spiel, sie treten ohne jede Widerstandskraft und Wettkampfhärte auf. Was nicht wirklich schlimm ist, denn “es kommen noch Spiele, in denen alles möglich ist”. …

Big in Berlin!

Felix Magath ist ein Trainer-Magier, Hertha BSC auf Jahre unschlagbar. Oder hat zumindest den Klassenerhalt vorzeitig geschafft. Diesen Eindruck konnte man dem schmucklosen 1:0-Sieg der Berliner bei den schwachen Augsburgern jedenfalls gewinnen. Die Hertha ist zurück im Game, dabei muss auch Magath zugeben, dass nicht einmal er weiß, wie es sein Team geschafft hat, die drei Punkte in Augsburg zu ergattern. “Kevin Prince Boateng hatte im Verlauf dieser Saison eine Art Mittelstellung zwischen Motivationstrainer und Maskottchen.“ (Der Tagesspiegel) Wenn man vielen Diskussionen glauben darf, besitzt die Hertha gegenüber Stuttgart einen entscheidenden Vorteil: Berlin hat einen Führungsspieler, der VfB nicht. Die Herthaner setzen wie letzte Saison bei Sami Khedira auf eine Teilzeitkraft. Auch wenn Kevin Prince Boateng konditionell auf Augenhöhe mit Sascha Möders ist (bei deutlich besserer Figur), soll er die Mannschaft mit taktischen Fouls, Schiedsrichterdiskussionen, lautstarken Anweisungen und dem einen oder anderen guten Ball führen. Es ist einfach eine zu schöne Geschichte: 1 Führungsspieler gleich 1 Erfolg. Alle reden über ihn, weil die farblose Berliner Mannschaft sonst auch nicht viel zu bieten hat. Boateng ist …

Das kann hässlich werden!

Jedes Spiel gegen Mainz unter Trainer Bo Svensson ist zäh und unangenehm. Das Gute: Vier von fünf VfB-Teams hätten sich in der Vergangenheit den Schneid abkaufen lassen und hätten verloren. Der VfB blieb dagegen stabil. Das Schlechte: Es war mehr drin. Das Problem ist aber nicht das 0:0 gegen den Vierten der Heimtabelle. Durch den Sieg der Hertha bei Augsburg hat der VfB auf den Tabellenplatz 15 einen Punkt Rückstand und nächste Woche steht ein reines Nervenspiel in Berlin an. Aber diesen unglaublichen Druck haben sich die Spieler selbst zuzuschreiben. Die Partie in Berlin am Sonntag wird ein Drama, das kann hässlich werden. Dieses Mal ist nicht Omar Marmoush Schuld. Und ausnahmsweise auch nicht Florian Müller. Selbst am fehlenden Gonzalo Castro wird es kaum gelegen haben. Das wäre kein Spiel für den Feinfüßler gewesen. Wenn Svensson von seiner Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit enttäuscht ist, hat der VfB wenig falsch gemacht. Offensiv und vor dem Tor aber auch nicht viel richtig. Gerade rund um den Seitenwechsel hat der VfB seine beste Phase mit …