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Ich mag Mangala.

Sehr sogar. Ich habe das Regenbogen-Trikot mit seinem Flock. Ich werde es weiter mit Stolz tragen, auch wenn Mangala nun für kolportierte 13 Millionen Euro plus Gedöns zu Aufsteiger Nottingham Forrest wechselt. Er reiht sich dort ein in eine Liste von legendären Spielern wie Peter Shilton, Viv Anderson, Tony Woodcock, Jürgen Röber und Trevor Francis. Natürlich ist es schade, dass Orel Mangala den VfB verlässt, er hat außergewöhnliche Fähigkeiten: Seine Ballsicherheit und Technik waren im VfB-Kader einzigartig. Gegner schüttelt er geradezu ab, er liebt es, in Pressingsituationen zu kommen und sich dank seiner feinen Technik daraus zu befreien. Oft gegen zwei, drei Gegenspieler. Das sah nie so aus, als ob es anstrengend für Mangala ist, vielmehr mühelos, elegant und geschmeidig, manchmal sogar lässig. Man könnte Mangala mitten in der Cannstatter Kurve anspielen und er würde sich ohne Ballverlust durch die Kurve zurück aufs Spielfeld dribbeln. Er ist nicht besonders schnell, aber sehr fix im Kopf. Er erkennt in engen Situationen, wo die Lücken für Dribblings und Steckpässe sind, er sieht Räume, die er bespielen kann, …

Herzlich willkommen, Neuanfang!

Wie es ist, ohne die drei Keyplayer Borna Sosa, Sasa Kalajdzic und Orel Mangala zu spielen, ohne den Signature-Move „Flanke Sosa, Kopfball Kalajdzic“, das haben wir in Dresden gesehen. Das Ergebnis: Eine Runde weiter im Pokal. Die Erkenntnis: Der VfB zeigt einen anderen Spielstil und mit ein bisschen mehr Glück und Konsequenz wäre es ein lockerer Pokalauftritt gewesen. Voraussetzung: bessere Entscheidungen in der Offensive. Ich fragte mich vor dem Spiel: Wird es ein Desaster wie in der Zweitliga-Saison 2016? Oder ein Freakspiel und eine Aufholjagd mit Happy-End wie 2017? Es wird schließlich eine ähnliche Nummer wie am 29. Spieltag der Saison 2019/2020, als der VfB 2:0 in Dresden gewann, nach Toren von Hamadi Al Ghaddioui und Darko Churlinov. Der Nord-Mazedonier erneut treffsicher, er spielt eine Art Hybridrolle, einerseits als zweite Sturmspitze neben Tiago Tomas, aber oft auch eher hinter ihm, um sich am Kombinationsspiel zu beteiligen. Für Churlinov ist es ein Neuanfang nach seiner Leihe zu Schalke 04. Sein Wert für die Mannschaft ist deutlich höher nach seiner Rückkehr aus dem Kohlenpott. Dadurch, dass er …

Pelle, der Baumeister

Der 5:2 Testspielsieg gegen den FC Valencia gibt einen guten Vorgeschmack, wie Pellegrino Matarazzo nächste Saison spielen möchte und wie es auf und außerhalb des Spielfelds aussieht. Es ist schon einiges anders an diesem Samstag Nachmittag: Zunächst ist der Fritz-Walter-Weg hinter der Untertürkheimerstraße gesperrt, so dass ein Zugang zum PSV über die Mercedes Straße nicht möglich ist, hoffentlich bleibt das nicht so im ersten Heimspiel gegen Leipzig. Die Eingänge vor der gesamten Haupttribüne sind nicht im Einsatz, nur eine schmale Gasse neben dem Carl-Benz-Center dient gegen Valencia als Zutrittsmöglichkeit. Schon ziemlich verwirrend, so dass selbst der erfahrene kicker-Reporter Goerge Moissidis ein bisschen orientierungslos den Medieneingang sucht und schließlich an einem Art Klohäusle landete, an dem er einchecken musste. Im Stadion bin ich schockiert von diesem Anblick, das müssen wir uns grob anderhalb Jahre anschauen, denn die Erneuerung der Haupttribüne soll erst Ende November 2023 und damit ein halbes Jahr vor EM-Beginn abgeschlossen sein. Das Loch in der Haupttribüne ist wie eine offene Wunde. Es schmerzt dort hinzusehen und ich befürchte, die Baustelle wird in dieser …

Das große VfB-Puzzle

Es hat schon fast Tradition, dass wir uns vor Saisonbeginn die Frage stellen: “Wer soll eigentlich die Tore schießen?” Das fragten wir uns vor der Saison 20/21 und die Antwort lautete: Kalajdzic und Silas. Das fragten wir uns auch vor der abgelaufenen Saison und die Antwort war: Niemand. Und auch für die kommende Spielzeit kann man die Frage stellen: Wer soll eigentlich die Tore schießen? Mo Sankoh ist nach seiner schweren Knieverletzung endlich wieder am Start, aber vermutlich eher ein Kandidat für die U21 oder eine Leihe ins Ausland. Silas ist nach seiner Schulterverletzung ebenfalls wieder voll integriert, wird aber noch Zeit benötigen, um wieder ganz der Alte zu werden, zumal auf einer neuen Position auf der linken Seite. Tiago Tomás ist zwar ein Riesenkicker, der sicherlich auf den Scoreboards auftauchen wird. Aber ist der 19-jährige Leihspieler wirklich unser Torgarant? Gleiches gilt für Neuzugang Perea: Nach 12 Treffern in 62 Spielen in der griechischen Super League sollte man besser nicht erwarten, dass er die Bundesliga kaputt schießt. Bleibt also nur Sasa Kalajdzic. Wenn er denn bleibt. …

Von der “Schlurchmarke” zum starken Partner

Immer, wenn ich den Namen “JAKO” lese oder höre, muss ich an Trainer Baade denken. Denn der bloggt schon viel länger als wir. Er hatte seinen Blog schon, als es noch keine Podcasts gab. Vermutlich hatte er seinen Blog schon, als es noch gar keine Blogs gab. Ich hatte mich damals im Januar 2009 auf Twitter angemeldet und lernte dort die Fußball-Bubble zu schätzen. Viele der Blogs von damals gibt es heute nicht mehr, aber viele der Gesichter dahinter sind nach wie vor auf Twitter zu finden. Doch zurück zu JAKO. Das Unternehmen aus dem Hohenlohischen gab sich im April 2009 einen neuen Anstrich. Farbe neu, Logo neu, alles neu.  Diesen Marken-Relaunch nahm Trainer Baade, damals vermutlich etwas schlecht gelaunt, zum Anlass, um über JAKO zu ranten, wie man heute wohl sagen würde. Und auch in meiner Erinnerung hatte die Marke damals nicht den besten Ruf. Wer in Puma-, Adidas- oder Nike-Klamotten kicken konnte, hätte diese sicher nicht gegen ein JAKO-Dress getauscht. Nun standen in dem Text des Bloggers aber auch Formulierungen, die dem Unternehmen …

Ein Abgang von Kalajdzic im Sommer wäre das Beste

Ich mag Sasa Kalajdzic. Als Spieler und als Typ. Ich freue mich immer, ihn im Trikot mit dem Brustring auf dem Platz und vor den Kameras und Mikros nach dem Spiel zu sehen. Trotzdem wäre ein Abgang in diesem Transfersommer das Beste – nicht für mich, aber für ihn und den VfB. Wie wichtig ein formstarker Kalajdzic für den VfB ist, haben wir in der letzten Saison gesehen und auch in einigen Spielen der zurückliegenden Runde, in der er auch aufgrund von Verletzungen und Corona nicht richtig performen konnte. Seine Tore, seine Präsenz im Strafraum, seine Einbindung ins Kombinationsspiel und auch seine Einstellung haben einen großen Wert für den VfB. Das hat ihn interessant gemacht für große Clubs wie Bayern München (im Tausch mit Joshua Zirkzee?) und Borussia Dortmund, für internationale Player wie Paris St. Germain, SSC Neapel und Manchester United, angeblich 13 Interessenten sollen es sein. Der VfB befindet sich in einer komfortablen Verhandlungsposition und kann abwarten, ob ein angemessenes Angebot auf den Tisch von Sven Mislintat flattert. “Sasa hat noch ein Jahr Vertrag …

Verein für Bewegungsspiele

Wie geht’s euch? Ich schaue immer noch fast alle Videoschnipsel und Bilder an, das ganze Spiel in Relive, Zusammenfassungen, lese Artikel, höre Podcasts. Und immer noch werde ich emotional, denke an einzelne Szenen zurück, rufe mir meine Emotionen ins Gedächtnis. Der VfB ist entsprechend seines Namens wirklich bewegend. Besonders beeindruckt hat mich das Bild, das Riky in STR gezeichnet hat: „In der 92. Minute waren bei der Ecke 60.000 Zuschauer im Strafraum“. Genau das ist es, alle wollten das 2:1, wirklich alle wollten es, wahrscheinlich auch Wolf Fuss auf Sky. Die Süddeutsche Zeitung schrieb: “So verrückt, wie Stuttgart jubelte, spielte es auch – eine ganze Saison lang und auch an diesem Nachmittag.“ So langsam beginnen die Aufräum- und Umbauarbeiten, natürlich im Stadion, aber auch im Club. Alexander Wehrle hat mit allen Beteiligten die Saison in einer “vertrauensvollen und sehr guten Atmosphäre“ analysiert, dabei wurden “verschiedene Themenbereiche beleuchtet, unter anderem die Kaderplanung und strukturelle Optimierungsmöglichkeiten im Lizenzspielerbereich“. Was bedeutet das? Dass Sven Mislintat nicht mehr seiner Vorliebe für junge Spieler nachgehen darf? Dass der Athletik- und …

VertikalGIF #VfBKOE: Endo gut, alles gut!

Sorry, wir sind ein wenig spät zur Party, aber wir sind da! Und während wir das erste Relegationsspiel zwischen der Hertha und dem HSV gucken, fühlen wir uns ziemlich genau so: Aber zurück zum eigentlichen Gegenstand dieses Textes: Der VfB Stuttgart trat am vergangenen Samstag gegen den 1. FC Köln an. Und für den direkten Klassenerhalt war nicht nur ein Heimsieg nötig, sondern parallel auch ein Sieg von Borussia Dortmund gegen Hertha BSC. Nachdem es schon vor Anpfiff zwischen den organisierten Fanszenen knallte und die Polizeitrupps durch das Event-Publikum pflügten, war klar: Das Spiel würde kein Gute-Laune-Sommer-Kick werden. Überhaupt: Die Kölner stelllten den vermutlich beeindruckendsten Auswärtsblock der (Corona-)Saison. Aber endlich zum Spiel: Schon nach weniger als zehn Minuten erorberte Tiago Tomás den Ball und ließ seinen Gegenspieler wie alt aussehen? Sehr alt! Elfmeter! Und die riesige Chance für den VfB, in diesem wichtigen Spiel in Führung zu gehen. Aber Sasa Kalajdzic war das zu einfach und er traf nicht, vor allem, weil Schwäbe richtig gut hielt. Doch, bevor wir Frust auf Sasa schieben konnten, gab …

Der VfB spielt nur gegen sich selbst

Der VfB kann (praktisch) nicht mehr direkt absteigen. Er kann nur gewinnen gegen Köln. Das Spiel und womöglich dadurch den Klassenerhalt, sogar ohne Relegation. Das ist die Ausgangssituation vom dem 34. Spieltag. Der VfB kann also Vollgas geben. Kann ohne Rücksicht auf Sieg spielen, denn die Relegation ist schon sicher, wenn wir nicht von einer hohen Niederlage gegen Köln und gleichzeitig einem Kantersieg der Bielefelder gegen Leipzig ausgehen. Auch wenn Steffen Baumgart den 1. FC Köln wiederbelebt hat und die Rheinländer auf eine ausgezeichnete Saison blicken: Der VfB spielt im letzten Spiel der regulären Saison nur gegen sich selbst. Gegen seine Lethargie, gegen seine Angst, gegen die eigene Selbstzufriedenheit, gegen seine Wundertütenhaftigkeit und gegen seine DNA, dass nach einem guten Spiel nicht selten ein schlechtes folgt. Die Geißböcke überzeugen in dieser Saison zwar durch Laufstärke, Engagement, Zweikampfstärke, Emotionalität und Offensivgeist. Der Tabellensiebte ist in der Lage, fast jede Bundesliga-Mannschaft auseinander zu spielen, mit Vollgas-Fußball und mit Risikobereitschaft. Dennoch besitzt der VfB genug Qualitäten, um gegen Köln zu gewinnen. Die Frage wird sein: Wer will es …

(Fast) mehr Trikots als Siege

Klar, über Geschmack lässt sich streiten. Auch über das neue Sondertrikot, das sich am Meistertrikot von 1992 orientiert. Manchen fällt nur geil ein, andere verdrehen die Augen. Die Frage ist aber: Warum gerade jetzt? Was will der VfB mit dem Sondertrikot bewirken? Einen Zusammenhalt herzustellen, das kann es nicht sein, denn die Trikots werden nicht rechtzeitig zum letzten regulären Saisonspiel gegen Köln ausgeliefert. Erinnerungen an 1992 wach halten? Das ist wohl im augenblicklichen Abstiegskampf nicht die erste Priorität. Niemand sollte bis Samstag an die Vergangenheit denken, es zählt ausschließlich das hier und jetzt. Alexander Wehrle bemüht den Aberglauben: „Das Trikot knüpft an den Geist von 1992 an, der uns auch am Samstag gegen den 1. FC Köln beflügeln und Glück bringen soll. Wir haben in den bisherigen JAKO-Sondertrikots immer gewonnen und hoffen, dass es so bleibt.“ Der Geist von 1992? Wenn es ihn wirklich gibt, sollte er vor dem Spiel gegen die Geißböcke in die Kabine gehen und den Spielern davon erzählen, wie der VfB überraschend die Meisterschaft gewann. Der Triumph vor 30 Jahren war …