Alle Artikel in: Mini-Feature

Die Untrainierbaren.

Der VfB ist wie das Einkaufszentrum „Das Gerber”: mit großen Ambitionen gestartet, aber nach kurzer Zeit gescheitert. Beide wollten einfach zu viel auf einmal. Der VfB hatte sich mit Alexander Zorniger einem einheitlichen Spielkonzept verschrieben, gleichzeitig sollten vorhandene Strukturen in der Mannschaft aufgebrochen werden. Zorni wurde beim VfB zu viel zugemutet und er ist sich selbst im Weg gestanden, ständig grätschte ihn sein Mundwerk um. Er verlor Spiele, weil seine Spieler vorne nicht trafen und hinten Fehler machten, wie sie sonst nur C-Jugendlichen unterlaufen. Und er verlor sein Team, das mit seiner Art der Menschen- und Mannschaftsführung offensichtlich nicht zurecht kam. Er verlor es aber auch deshalb, weil es mit seinem Spielsystem überfordert war. Der wilde Pressing-Fussball passt weder zur Mentalität noch zur Qualität der Spieler. Zorniger wollte ein Leistungsklima schaffen, die Spieler dauerhaft aus der Komfortzone holen, die sie sonst nur verlassen, wenn es wirklich eng wird. Geschaffen hat er ein Reizklima – und zwar auf allen Ebenen. Darauf hatten die Spieler wohl keinen Bock mehr, für was auch, wenn nicht mal Spiele gewonnen …

Mir gehts wie dem VfB-Team: Ich habe keinen Bock mehr!

La Ola geht durchs Stadion, “Oh wie ist das schön” wird gesungen, das Stuttgarter Publikum hat nach der 0:4-Niederlage gegen Augsburg Sinn für Humor. Gefällt mir. Es ist so furchtbar, da hilft nur noch Zynismus. Spontan fällt mir zum Spiel nur #MannschaftRaus ein. Fast schon wehmütig erinnert man sich an die ersten Heimspiele der Saison. Die gingen zwar auch verloren, aber der VfB spielte attraktiv und die Mannschaft machte Hoffnung auf bessere Zeiten. Und jetzt? Null Punkte, null Bock, null Perspektive. Denn das war mit Abstand der schlechteste Auftritt in der Zorniger-Ära. Obwohl ganz klar festgehalten werden muss, dass die Mannschaft ein Produkt von Zorni und Robin Dutt ist, möchte ich die Leistung aller Beteiligten Head for Head durch gehen: Odiseass Vlachodimos: Das war gar nix. Besonders vor dem 0:3. So um die 75. Minute hält der hochgehandelte Keeper seinen ersten Ball. Sein unsicherer Blick, das scheinbar coole Kauen des Kaugummis, wie er sich bewegt: Ausstrahlung und Selbstvertrauen sehen anders aus. Es wundert mich nicht, dass die sportliche Leitung Odi die Bundesliga nicht zutraut. Emiliano …

Subotic

Neven Subotic: Einer für den VfB?

Wenn man glauben darf, was so rund um den VfB gesprochen, gebruddelt und geschrieben wird, dann gibt es sie nicht mehr, die guten Spieler: Emiliano Insua ist bereits auf dem absteigenden Ast, Serey Dié ist manchen zu hektisch und fehlerhaft, Timo Werner zu schnell und Timo Baumgartl zu blond. Daniel Didavi ist zu pomadig und mit den Gedanken schon in Leverkusen und Pommes Tyton zu unberechenbar. Jetzt hält der auch noch ein paar 100prozentige, ja wo kommen wir denn da hin? Die Ehemaligen sind natürlich die einzig Guten: Antonio Rüdiger wird im nachhinein zum Abwehrgott, wovon nie die Rede war, als er noch beim VfB verteidigte. Und Sven Ulreich wird nachgeweint. Will jetzt nicht jemand auch noch Serdar Tasci, Vedad Ibisevic und Sven Schipplock glorifizieren? Ja, mit den dreien wäre der VfB auf Jahre unschlagbar. Gerne wird über ein System diskutiert, das hat sich Alexander Zorniger mit seinen Taktikbelehrungen und dem kategorischen Imperativ selbst eingebrockt. Die Frage ist jedoch: Passt das Spielsystem überhaupt zu dieser Elf, deren Potenzial in München manchmal aufblitzte? Oder, was ich …

Bernd Sautter: Heimspiele

Fußballromantik fürs stille Örtchen

Vor ein paar Wochen ereignete sich ein Meilenstein in der Geschichte unseres kleinen Blogs: Wir bekamen zum ersten Mal ein Buch mit der Bitte um Rezension zugeschickt. Unaufgefordert! Absender war der Silberburg-Verlag und bei der Lektüre handelte es sich um „Heimspiele“ von Bernd Sautter. Und hier wird es spektakulär. Auch, wenn er es mittlerweile wahrscheinlich längst wieder vergessen hat: Mit eben jenem Bernd Sautter stand ich vor ein paar Jahren selbst ein paar Mal auf dem Platz. Sonntags in Hofen auf dem Kunstrasenplatz neben dem Vereinsgelände der SKG Max-Eyth-See. Er war damals einer von denen, die in grauer Vorzeit zum Inventar des Sonntags-Kicks gehörten, dann aber nur noch selten die Zeit fanden. Eine Rolle, die ich mittlerweile perfekt ausfülle. Als ich vor ein paar Wochen mit den anderen Sonntagskickern  zur Studienfahrt nach Frankfurt aufbrach, kam das Gespräch auch auf dieses Buch, das der „Saudi“ da wohl irgendwie geschrieben hat, und dass auch sein Blog ziemlich lesenswert sei. Und ich dachte mir nur: „Das wäre doch auch mal was für den vertikalpass.“ Und kurze Zeit später fragt …

Der VfB gewinnt in München, weil …

Die letzten 12 Bundesligaspiele hat der VfB gegen Bayern München verloren, es ist nur noch die Frage, wie hoch der VfB am Samstag verlieren wird. Der Einzige, der sich gegen eine Niederlage stemmen will, ist Alexander Zorniger, der nach zwei Heimsiegen in Folge Oberwasser hat und den Mund voll nimmt: „Wir können auch Sachen, die den Bayern weh tun“. Das wäre erstaunlich, war doch in den letzten Spielen gegen München stets die Angst der beste Freund der Stuttgarter. Ich habe mir auch meine Gedanken gemacht, wie das Spiel so laufen wird und das geht so: Pep Guardiola ist in seiner Aufstellung immer für eine Überraschung gut und gönnt Sven Ulreich sein erstes Bundesliga-Spiel im Bayern-Trikot: “Er hat super-super trainiert, ich liebe seine Abschläge!“ Die VfB-Fans haben eine Choreo vorbereitet und begrüßen ihn mit blau-weissen Schildern mit der Aufschrift „Rente mit 27“ und werfen Falschgeld aufs Feld. Nach nur einem Tor in den letzten drei Bundesligaspielen wird Robert Lewandowski auf die Tribüne verbannt: Mit “Tore oder nix!” begründet Guardiola die Nichtberücksichtigung. Thomas Müller hat im Angriff …

I’m Titti from the Block

Meine Nerven. Als wenige Minuten vor Schluss im Spiel gegen Darmstadt 98 Adam Hlousek kommt, sind alle Spieler auf dem Platz, wegen denen ich Alpträume bekomme: Im Tor Pommes Tyton, als Sechser Daniel Schwaab und eben der Lord. Allen dreien traue ich jeder Zeit einen Bock zu und wenn sie unbeholfen den 3-Meter-Mann Stroh-Engel fällen oder sich gegenseitig ans Knie schießen. Irgendwie bringen die Lilien die Kugel aber nicht ins Tor, auch weil Tyton zweimal herausragend rettet. Auch das kann er. Aber auch unmotiviert rauslaufen, in der ersten Hälfte mit einer Doublette seiner Elfmeter-Fouls gegen Köln und Frankfurt, nur der Abseitspfiff verhindert einen weiteren Straßstoß. Dass er danach dem Darmstädter Niemeyer mit dem Fuß einen Scheitel ziehen will, ist für den neutralen Zuschauer amüsant, ich frage mich, ob das Gesamtpaket Tyton bundesligatauglich ist. Tyton ist wie Ulle und Niedermeier in einer Person. #VfBD98 — Golwar (@Golwar) November 1, 2015 Für jeden Ulle-Witz den Ihr gerissen habt, lässt Tyton ein Ding rein. #PoeticJustice #VfB — Flo Fi (@Munifornication) November 1, 2015 Vor dem Spiel war eigentlich …

Hit me, Zorni, won more time!

Mir war klar, dass der VfB gewinnen wird. In unserer Montagsrunde sagte mein Freund Thomas, „Früher wären wir hingefahren, Hose runter, Arsch versohlt, nächste Runde!“. Na ja, so hätte ich es nicht ausgedrückt und es gab auch schon bittere Niederlagen (Sandhausen), aber wir sprechen von einem Viertligisten. Ambitioniert zwar, aber weit weg vom VfB. Da muß man einen Sieg erwarten dürfen. Auch wenn dort der HSV ausgeschieden ist und am Dienstag Mainz und Frankfurt erbärmlich verloren haben. Bei allem Respekt, aber Jena musst und wirst du in jeder Besetzung schlagen. #VfB — Seriouz (@SeriouzRH) October 28, 2015 Der Fußballromantiker hat es im Moment leicht beim VfB. Er kann die Bruddler nicht leiden, die alles schlecht machen. Wenn man kein Fan des Vereins wäre, könnte man die Spiele genießen: Meistens ein Riesen-Spektakel das Ganze, der Furor von Alexander Zorniger trägt überdies zur Unterhaltung bei, dazu noch junge Spieler wie Timo Baumgartl, Arianit Ferati, Timo Werner, Jan Kliment oder Mart Ristl. Klar, ärgert man sich und nennt auch mal Martin Harnik eine Pfeife, aber kaum hat man …

Cannstatter Kurve

Für die Stimmung seid Ihr doch verantwortlich!

Sonntag, 17:27 Uhr, Charlottenplatz: Ein hektisch wirkender Mitvierziger kommt mir entgegen und fragt: “Welche Bahn fährt nach Cannstatt? Ich muss ins Stadion!”. Und ich denke mir: “Du siehst auch nicht mehr vom Spiel als ich.” Am Sonntag Morgen merkte ich nämlich, dass die Freizeitgestaltung der Kinder mit dem Spielplan kollidiert. Und ganz ehrlich: Ich war nicht traurig. Denn in der bisherigen Saison kann man eigentlich froh sein, wenn der VfB erst am Sonntag spielt. Am besten noch um 17:30 Uhr, um den Anteil des Wochenendes, den man sich dadurch versauen kann, zu minimieren. Kollege abiszet hingegen ist nicht nur pünktlich, sondern auch vor Ort. Und so sieht er, was der Mann vom Charlottenplatz und ich verpassen: Beste Stimmung im Stadion trotz vier Heimniederlagen in Folge und der erneute Beweis, warum Stürmer nichts im eigenen Strafraum verloren haben. Schon gar nicht, wenn sie Martin Harnik heißen und den Lauf ihres Lebens haben. Einen Lauf vor die Wand. Oder um Casper zu zitieren: “Nicht dein Tag. Jahrelang.” So sieht abiszet die erste Hälfte: Ich sage zu meiner Sitzplatz-Nachbarin: “Jetzt …

Sag's Zorniger

Sag’s Zorniger!

Der legendäre Stuttgarter Sportjournalist Hans Blickensdörfer hätte VfB-Trainer Alexander Zorniger einen “Maulhelden” genannt. Horst Schimanksi hätte gesagt “Noch keine Haare am Sack, aber im Puff nach vorne drängeln”. Zorni schlägt verbal um sich und bekommt seine Aussagen recht schnell wieder um die Ohren gehauen. Man möchte ihm zurufen “Du musch mehr Spiele g’winna – dann bisch’n Großer. Sonscht bisch halt an Zweitliga-Trainer.” Dass Probleme klar angesprochen werden, auch gerne mal mit einem Schuss Süffisanz, das ist man beim VfB offensichtlich nicht gewohnt. Trotz nun jahrelangem Abstiegskampf gibt es wohl immer noch Spieler, die sich schnell in der Komfortzone einrichten und auch das Management soll es sich dann und wann bequem im roten Haus in der Mercedesstraße machen. Da ist einer, der aufrüttelt durchaus gefragt. Nur: Hören will das keiner so Recht. “Der Ton macht die Musik”, hat meine Mutter immer gesagt. Denn es gibt keinen Grund, persönlich oder gar verletzend zu werden und dies auch öffentlich zu tun. Aber Blickensdörfer und Schimanski hätte die Sprache von Zorniger gefallen. Beide nahmen selten ein Blatt vor den …

Bussi Baby, Bussi Baby!

Es gibt nach dem 2:2 gegen Hoffenheim einiges aufzuarbeiten. Die unterirdische Torhüterleistung, die Unsichtbarkeit von Alexandru Maxim, die Berufung des abwanderungswilligen Martin Harnik zum Kapitän, die Unsicherheit von Neuzugang Toni Sunjic, die schlechte Performance von Lukas Rupp. Überhaupt, das erstaunlich blutleere Spiel des VfB. Und was macht Alexander Zorniger? Er lenkt alle Aufmerksamkeit auf sich, in dem er unnötig auf Ausgleichstorschütze Timo Werner schimpft, weil der die große Chance zum 2:3-Siegtreffer auslässt. Mit einer Kritik, die auf die Unreife des Spielers abzielt. Man kann darüber diskutieren, ob das guter Stil ist und ob das bei Werner und der Mannschaft gut ankommt, aber clever ist es. Es bedient den Boulevard, eröffnet Scheindiskussionen und die wirklich wichtigen Themen bleiben unter dem Radar. Zorniger: “Ich habe einen sehr, sehr guten Freund, der mich in Medienfragen berät – der aber in der Zwischenzeit aufgegeben hat.” #skybuli — Dein Sky Sport (@DeinSkySport) October 3, 2015 Was man auch sagen muss: Zorniger braucht erstmal dringend nen Maulkorb. War in letzter Zeit zu viel geschwätzt, für zu wenig Ausbeute. #VfB — Flo …