Alle Artikel mit dem Schlagwort: Wolfgang Dietrich

Der Märchen-Präsident

Baron Hieronymus Wolfgang Freiherr von Dietrich ist ein deutscher Sport-Funktionär und Finanzinvestor. Im Moment ist er noch Präsident des VfB Stuttgart e.V., Aufsichtsratsvorsitzender der VfB 1893 AG und war beteiligt an verschiedenen Unternehmen (u.a. der Quattrex Finance GmbH), die sich in der Finanzierung von Profi-Fußball-Clubs engagieren. Freiherr von Dietrich ist ein spannender Geschichtenerzähler, der gerne Freunde, Untergebene und Medien mit gebeugten Wahrheiten und sehr selbstbezogenen Einschätzungen unterhält, das Ganze an einer opulenten Tafel sitzend, die gedeckt ist mit Ausreden, Phrasen und Märchen. So hören sich seine Ausführungen zu seinen Finanzbeteiligungen ganz harmlos an und die schlechteste Saison seines Vereins trotz der höchsten Investitionen ist für ihn nur eine kleine sportliche Delle. In Wirklichkeit hat er den VfB auf einer Kanonenkugel reitend in die zweite Liga katapultiert. Aber das macht Dietrich nichts, denn seine größte Stärke ist, dass er unbeirr- und unbelehrbar ist und seine tollkühnen Geschichten selbst glaubt. Dietrich interpretiert das „Ehrenamt“ des VfB-Präsidenten auf seine ganz eigene Art. Das Amt ist ihm wichtig, es mit Ehre auszufüllen dagegen anscheinend weniger. Manche seiner Zuhörer bekommen …

Was Du Wolle?

Er wirkt gehetzt, leicht aufgelöst, seine Stirn glänzt, er schwitzt ein wenig. Normalerweise lässt sich Wolfgang Dietrich von seinem Fahrer vor dem Neckarstadion absetzen. Um die paar Meter zur Geschäftsstelle selbst zu laufen und um vor dem Stadion mit ausgebreiteten Armen zu rufen: „Alles meins!“ Dieses Mal verzichtet er darauf, denn es hätte ihn zu sehr geschmerzt, sich an den letzten Samstag zu erinnern. Minusrekord bei den Zuschauerzahlen, und das beim Derby gegen den Karlsruher SC. Nur 28.000 Zuschauer bei der 0:3-Niederlage, da kommt selbst der Präsident ins Schwitzen. Wir schreiben das Jahr 2021, seit Sommer 2019 hat der VfB sieben Trainer und vier Sportvorstände verschlissen. Als erstes erwischte es Thomas Hitzlsperger im Herbst 2019. Er und Nico Willig hatten zwar den Klassenerhalt geschafft, weil Holger Badstuber zum Held der Relegationsspiele gegen Heidenheim wurde, doch Platz 14 nach zehn Spieltagen war in der Folgesaison einfach zu wenig für die Ansprüche des Präsidenten. Neuer Trainer, neuer Sportvorstand, same procedure as every season. Ohne den besonnenen Führungsstils Hitzlspergers ging es für den VfB dann jedoch in die …

Im Fegefeuer der Eitelkeiten

Michael Reschke und Wolfgang Dietrich wollen im Winter den Kader aufrüsten, angesichts von Platz 18 und einem Torverhältnis von 8:21 nach zehn Spieltagen absolut einleuchtend. Aber das wollten sie sowieso machen, sagen sie. Nicht, dass einer auf die Idee käme, sie hätten einen Fehler gemacht, die beiden. Der eine (Reschke) hat schließlich den Fußball erfunden, der andere (Dietrich) steht für Glaubwürdigkeit und Kontinuität. Beide umgehen das Verb „nachbessern“, doch genau darum geht es: Die Fehleinschätzungen des Sommers bei der Kaderplanung zu korrigieren. Natürlich geht es auch darum, den Kader den Wünschen des neuen Trainers Markus Weinzierl anzupassen – Stichwort Geschwindigkeit. Wollen wir mal hoffen, dass er noch in den Genuss der Neuzugänge kommt und nicht schon vorher Erfahrungen mit dem „Schleudersitz“ (Dietrich) in der Mercedesstraße machen musste. Erst wird von Michael Reschke die phänomenale Rückrunde überschätzt (zugegeben: damit war er nicht der einzige), dann der Vertrag mit Tayfun Korkut verlängert, der wiederum die Mannschaft nicht weiter entwickelt, sondern in allen Belangen – spieltaktisch, personell und fitness-mässig – runterwirtschaftet. Das Ganze führt zu Formkrisen von Leistungsträgern …

Captain Kork und die Stunde der Erkenntnis

Jetzt mal ganz ehrlich: Wer hätte gedacht, dass diese erste Staffel nach dem Wiederaufstieg ein Happy End haben würde? Ja, Captain Kork hatte es schwer, beim Raumschiff VfB 1893 richtig anzukommen. Der neue Kommandant wurde von der Mannschaft zwar mit offenen Armen empfangen, musste sich den Respekt der restlichen 0711-Galaxie aber hart erarbeiten. Und Liebe ist es irgendwie immer noch nicht. Aber unendliche Dankbarkeit, dass der Klassenerhalt so früh und letztlich souverän eingetütet wurde bevor die Duelle gegen Leverkusen, Sinsheim und München anstehen. Dabei muss noch einmal klar gestellt werden, dass sich die Skepsis gegen Captain Kork in erster Linie auf seine wenig erfolgreichen Missionen auf der USS H96, USS K’lautern und USS Bayer bezog und ihm einfach nicht der nötige Entwicklungsschritt zugetraut wurde, um die gefährlich schlingernde VfB 1893 zu retten. Kritik und teilweise auch Wut richtete sich vor allem an die Führungscrew, bestehend aus Admiral Wolfgang Dietrich und Michael „Schrotty“ Reschke, die einen Trainer mit einem bisherigen Punkteschnitt von 1,0 als die einzig richtige Lösung verkauften, und Herkunft und Wohnort von Korkut allen …

Die neuen Abenteuer des Captain Kork

Die Bundesliga, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2018. Dies sind die neuen Abenteuer des Captain Kork, der mit dem VfB 1893 unterwegs ist, um fremde Bundesligastadien zu erforschen und neue Taktiken und Herausforderungen zu entdecken. Er ist den anderen Trainerkollegen dabei Lichtjahre voraus und übernimmt auch Missionen, die nie zuvor ein Bundesligatrainer angenommen hat. Captain Kork zeichnet sich durch großen Mut und edlen Charakter aus, er ist der Erfinder der außerirdischen Sternenflotte Gomez-Ginczek-Thommy. Er gilt als Anti-Guardiola, als der neue Trapattoni, sein Matchplan lässt die Gegner aussehen wie Flasche leer, zuletzt Köln. Nirgendwo lag so viel Leere als im Blick von Keeper Timo Horn. Captain Kork, den manche schon Korky nennen, hat die Teamdynamik und Hierarchie im Kader messerscharf analysiert und erkannt, dass er nur mit den Routiniers gewinnen kann. Sie sind es, die die Statik im Team verändern können, im Guten wie im Schlechten. Seine oberste Direktive: Keine Rotation. Das Ergebnis: 4 Siege, 1 Unentschieden, eine astronomische Bilanz. Nicht mal ein Weltklasse-Trainer hätte das geschafft. So wie er viel zu früh kritisiert wurde, …

Schrotty und Captain Kork

„Schrotty und Captain Kork“ ist eine deutsche Komödie – manche sprechen von einer Tragikkomödie – die unter der Regie von Wolfgang Dietrich entstand. Die Premiere fand am 29. Januar 2018 in der Stuttgarter Mercedes Straße statt – deutschlandweit startet die Klamotte am 3. Februar 2018. Die Handlung in kurzen Worten: Wie kann man den Traditions-Club VfB Stuttgart komplett in Schutt und Asche legen? Wie kann man die Euphorie eines Aufstiegs in Rekordzeit ersticken? Wie kann man den schier grenzenlosen Rückhalt von Mitgliedern, Fans und Zuschauern komplett eliminieren? Wobei: Auf die Handlung kommt es in „Schrotty und Captain Kork“ gar nicht an, denn sie bildet nur den Rahmen für eine pausenlose Folge von albernen Episoden, unterirdischen Gags und flachen Kalauern. „Unser absoluter Wunschtrainer“ „Wir haben eine intakte Mannschaft“ „Eine längerfristige Planung ist im heutigen Fußballgeschäft nicht notwendig“ „Wir haben Vertrauen in die Qualität der Mannschaft“ „Der Coach wurde von der Mannschaft herzlich willkommen geheißen“ „Wir stehen für Kontinuität und Glaubwürdigkeit“ „Jeder Weiß-Rote steht in der Pflicht, alles zu geben!“ „Schrotty“ heisst in Wirklichkeit Michael Reschke und …

Der unbelehrbare VfB

Der VfB ist der HSV des Südens. Nur, dass unser Klaus-Michael Kühne „die Ausgliederung“ heißt. Ansonsten ist der VfB meist genauso planlos wie der Dino und macht sich ebenfalls zum Gespött der Liga. Es wurde Hannes Wolf zu viel zugemutet mit einem Kader, der in keinster Weise seinen Vorstellungen entsprach (eine erstaunliche Parallele zu Hamburg). Dann verlor er Spiele und schließlich verlor er sein Team. Obwohl seine Art der Menschen- und Mannschaftsführung untadelig war, er „seine Jungs“ immer und überall verteidigte und sogar auch die Mentalitätsvorwürfe stets zu entkräften versuchte. Umso schlimmer, dass die Mannschaft den Trainer im Stich ließ. Mit Leistungen, für die sie sich schämen muss. Dies führte sicher auch dazu, dass Hannes Wolf an sich selbst zweifelte und wohl letztlich froh ist, diesem Chaos mit erhobenem Haupt entkommen zu sein. Vorbei ist die Euphorie des Aufstiegs, vorbei der Optimismus mit dem Duo Wolf/Schindelmeiser in eine geordnete und geradlinige Zukunft zu starten, die natürlich auch Rückschläge beinhalten würde. Selbstverständlich sind, nein waren beide nicht frei von Fehlern, wer ist das schon, aber sie …

#DankeHannes

Es war ein schöner Septembertag. Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten und Ina Aogo brauste mit einem Porsche Cabrio vom Vereinsgelände. Es war noch alles gut, der VfB schien in der Bundesliga angekommen, zwar nicht mit großem Hurra, aber immerhin mit sieben Punkten in sechs Spielen. Trotzdem hatten wir Bedenken, dass es Präsident Wolfgang Dietrich nicht schnell genug ging. Diese Sorge teilten wir ihm mit. Daraufhin sagte er sehr bestimmend, ganz wie es seine Art ist: „Solange ich Präsident des VfB bin, wird Hannes Wolf nicht entlassen, es sei denn …“, jetzt fehlten ihm die Worte und der Satz endete im lufleeren Raum. Erstaunlich, normalerweise ist Dietrich nicht um Worte verlegen, insbesondere das Wort „ich“ kommt oft vor. Jetzt ist Hannes Wolf nicht mehr der Trainer des VfB. Offiziell kommuniziert als gemeinsame Entscheidung und damit bleibt Dietrich seinen oberen Worten treu. Die Entwicklung war den VfB-Verantwortlichen – wie vielen VfB-Fans auch – zu negativ, kein Signal schien erkennbar, dass Wolf den Turnaround noch schafft. Auch Wolf zweifelte an sich. Was als perfekte Symbiose zwischen Wolf …

Verein, Club, Unternehmen, Basta-AG

Nach der in der letzten Mitgliederversammlung mit überwältigender Mehrheit beschlossenen Ausgliederung ist der VfB Stuttgart ein anderer geworden. Wem das noch nicht schon lange klar war, dem wurde es nun vor Augen geführt. Präsident Wolfgang Dietrich schließt als Anteilseigner an der VfB AG auch einen Investmentfonds nicht aus. Das bedeutet nicht, dass er es forciert. Es bedeutet aber: Der erste Mann des VfB wird alles tun, um den VfB wieder erfolgreich zu machen. Alles. Dafür scheut er auch vor unpopulären Entscheidungen (Rauswurf Schindelmeiser) nicht zurück. Dafür erinnert er sich im Zweifel an Aussagen vor der Ausgliederung („regionale Firmen als Partner“) nicht mehr. So viel zu Fakes und Fakten. Das ist für Fans und Mitglieder nicht schön, aber bei einem Unternehmen werden schließlich auch nicht Mitarbeiter und Käufer in jede Entscheidung einbezogen. Es wird entschieden. Und gemacht. Basta. Und Wolfgang Dietrich ist ein Basta-Präsident. Wo er ist, ist vorne. Was er sagt, wird gemacht. Machtworte und ein autoritärer Gestaltungswillen werden dabei natürlich skeptisch betrachtet, denn Werte wie Partizipation und Kooperation werden dadurch an den Rand gedrängt. …

Der VfB rockt die Liga!

Endlich ist es soweit. Endlich wieder Fußball! Keine Verschwörungstheorien mehr rund um Jan Schindelmeiser, endlich ein bisschen Abwechslung in der unerquicklichen Diskussion um alte und junge Spieler, endlich Ablenkung von den nervigen Nachrichten um vermeintliche Neuzugänge. Der VfB ist nach einem Jahr #nurzuGast in der zweiten Liga wieder dorthin zurückgekehrt, wo er herkam: in den Abstiegskampf der ersten Liga. So denken jedenfalls viele. Wir als unverbesserliche Optimisten sehen das natürlich ganz anders. Aber lest selbst. Viel Spaß bei unserer mittlerweile schon traditionellen Hinrunden-Prognose. 1. Spieltag Michael Reschke frühstückt mit VfB-Präsident Wolfgang Dietrich im Berliner Hotel Adlon. Gesprächsthema Nr. 1: Kapitän Christian Gentner, der gegen Berlin nicht in der Startformation steht. Das Spiel endet 3:3, nachdem Hertha bereits 3:0 führte. Simon Terodde verwandelt in der 93. Minute den Elfmeter zum Ausgleich. „Der Mannschaft fehlt eindeutig die Erfahrung“, analysiert Reschke. Hannes Wolf hingegen lobt Mut, Geschwindigkeit und Kondition des Teams, er selbst legt am Spielfeldrand fünf Kilometer zurück. Und Wolfgang Dietrich? Der postet auf seiner Facebookseite ein Selfie mit Vedad Ibisevic. 2. Spieltag Die weiße Karawane vom …