Autor: @buzze

Game over: Der VfB sucht einen Trainer. Mal wieder.

Nach Bruno Labbadia und Armin Veh ist Alexander Zorniger schon der dritte VfB-Trainer, der nach einer Niederlage gegen den FC Augsburg seinen Hut nehmen muss. Da wird wohl keine große Städte-Freundschaft mehr draus. Vielleicht könnte der VfB in Zukunft statt gegen Augsburg einfach gegen Manchester City spielen. Doch wer soll die Nachfolge von Alexander Zorniger übernehmen, nachdem Huub Stevens bereits Hoffenheim retten möchte? Wir werfen einen Blick auf die Kandidaten: Jürgen Kramny: Es ist hinsichtlich des Leistungsprinzips kein gutes Zeichen, dass Kramny (kurzzeitig) befördert wurde. Wo steht er nochmal mit der U23-Mannschaft in der dritten Liga? Richtig, auf einem Abstiegsplatz. Immerhin kennt er sich damit in den unteren Tabellenregionen aus. Angesichts dessen, dass Kramny nie auch nur im entferntesten als VfB-Chef-Coach in Frage kam, ist es nicht verwunderlich, dass er “nicht mal eine Sekunde gebraucht hat, um das Angebot anzunehmen!“, wie Dutt freudig berichtete. Aber wer weiss: Vielleicht macht Kramny den Schubert (Gladbach) und der VfB landet einen Glückstreffer. Kramny hat sich natürlich das Vertrauen verdient durch seine überaus erfolgreiche Tätigkeit beim #VfB II. — Seriouz …

Bernd Sautter: Heimspiele

Fußballromantik fürs stille Örtchen

Vor ein paar Wochen ereignete sich ein Meilenstein in der Geschichte unseres kleinen Blogs: Wir bekamen zum ersten Mal ein Buch mit der Bitte um Rezension zugeschickt. Unaufgefordert! Absender war der Silberburg-Verlag und bei der Lektüre handelte es sich um „Heimspiele“ von Bernd Sautter. Und hier wird es spektakulär. Auch, wenn er es mittlerweile wahrscheinlich längst wieder vergessen hat: Mit eben jenem Bernd Sautter stand ich vor ein paar Jahren selbst ein paar Mal auf dem Platz. Sonntags in Hofen auf dem Kunstrasenplatz neben dem Vereinsgelände der SKG Max-Eyth-See. Er war damals einer von denen, die in grauer Vorzeit zum Inventar des Sonntags-Kicks gehörten, dann aber nur noch selten die Zeit fanden. Eine Rolle, die ich mittlerweile perfekt ausfülle. Als ich vor ein paar Wochen mit den anderen Sonntagskickern  zur Studienfahrt nach Frankfurt aufbrach, kam das Gespräch auch auf dieses Buch, das der „Saudi“ da wohl irgendwie geschrieben hat, und dass auch sein Blog ziemlich lesenswert sei. Und ich dachte mir nur: „Das wäre doch auch mal was für den vertikalpass.“ Und kurze Zeit später fragt …

Zornis Mofa-Gang in München

Als ich in den 90ern für den Dorfclub meines Heimatkaffs kickte, gab es in einer Saison nicht genug Spieler für eine B-Jugend. Die pragmatische Lösung: Wir wurden durch die Spieler verstärkt, die in der A-Jugend nicht zum Zug kamen und starteten als “A2” in die Saison. Positiv war die Tatsache, dass wir am Wochenende spielen konnten. Der Nachteil: Während wir mit Fahrrädern und Mofas anreisten, kamen unsere Gegner mit dem eigenen Auto zum Spiel. Es war eine legendäre Saison. Wenn ich mich recht erinnere, gewannen wir ein einziges Spiel gegen ein Team, das ebenfalls mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hatte. In der Regel versuchten wir allerdings weniger als zehn Gegentore zu kassieren und wenn wir eines schossen, war das eine Sensation. Auch taktisch waren wir ganz weit vorn: Wir spielten mit Vorstopper, Libero – und noch einem Libero, bolzten die Bälle so weit wie möglich hinten raus und schossen aufs gegnerische Tor, sobald wir es sahen. Und das wichtigste: Wir hatten jeden Menge Spaß. Ganz ähnlich wirkte das Spiel des FC Bayern gegen den VfB Stuttgart. …

Cannstatter Kurve

Für die Stimmung seid Ihr doch verantwortlich!

Sonntag, 17:27 Uhr, Charlottenplatz: Ein hektisch wirkender Mitvierziger kommt mir entgegen und fragt: “Welche Bahn fährt nach Cannstatt? Ich muss ins Stadion!”. Und ich denke mir: “Du siehst auch nicht mehr vom Spiel als ich.” Am Sonntag Morgen merkte ich nämlich, dass die Freizeitgestaltung der Kinder mit dem Spielplan kollidiert. Und ganz ehrlich: Ich war nicht traurig. Denn in der bisherigen Saison kann man eigentlich froh sein, wenn der VfB erst am Sonntag spielt. Am besten noch um 17:30 Uhr, um den Anteil des Wochenendes, den man sich dadurch versauen kann, zu minimieren. Kollege abiszet hingegen ist nicht nur pünktlich, sondern auch vor Ort. Und so sieht er, was der Mann vom Charlottenplatz und ich verpassen: Beste Stimmung im Stadion trotz vier Heimniederlagen in Folge und der erneute Beweis, warum Stürmer nichts im eigenen Strafraum verloren haben. Schon gar nicht, wenn sie Martin Harnik heißen und den Lauf ihres Lebens haben. Einen Lauf vor die Wand. Oder um Casper zu zitieren: “Nicht dein Tag. Jahrelang.” So sieht abiszet die erste Hälfte: Ich sage zu meiner Sitzplatz-Nachbarin: “Jetzt …

The show must go on

Die 60. Minute der Partie VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach: Das Jagd-Geschwader von Alexander Zorniger setzt den Champions League Teilnehmer vom Rhein derart unter Druck, dass sich die Gladbacher wiederholt nur befreien können, indem sie die Bälle möglichst weit aus dem eigenen 16er schlagen. Im zentralen Mittelfeld gewinnt Serey Dié tatsächlich jeden verdammten Zweikampf und auf dem linken Flügel läuft Filip Kostic mal wieder seinem Gegner davon und schlägt am Samstag Nachmittag gefühlt 60 Flanken aller Qualitätsstufen in den Sechzehnmeterraum. Hinten wird es eigentlich nur dann gefährlich, wenn die Innenverteidiger Sunjic und Baumgartl mit schlechten Pässen das Nervenkostüm ihres Keepers strapazieren, der mittlerweile aber bis auf wenige Ausnahmen auch einen recht soliden Eindruck macht. Selten hat es so viel Spaß gemacht, dem VfB zuzuschauen. Die Mannschaft erarbeitet sich nicht nur Chancen am Fließband, sondern sie ist vor allem eins: Gierig. Nahezu jeder Einwurf wird schnell ausgeführt, um dem Spiel und dem Gegner ja keine Gelegenheit zum Verschnaufen zu geben. Als der eingewechselte Alexandru Maxim zwanzig Meter vor dem Tor gefoult wird, signalisiert er noch auf …

Dragan Holcer

Dragan Holcer: Gegangen, um zu bleiben

Dragan Holcer ist gestorben. Bei Holcer muss ich erst an Hermann Ohlicher denken und dann an Roland Hattenberger und dann an KSV Baunatal, Röchling Völklingen und FK Pirmasens. Zweite Liga. So wenig Zuschauer, dass auf Ordner verzichtet werden konnte, in der Halbzeit wechselten die Zuschauer von der Cannstatter in die Untertürkheimer Kurve, um näher dran zu sein, falls ein VfB-Tor fallen sollte. Das war natürlich nix für meinen Vater. Er hatte eine Dauerkarte, Gegengerade Mitte. Bruddler-Ghetto. Um sich nicht vor jedem Spiel ein Sitzkissen zu leihen, hatte er ein eigenes, das stilecht in einer Ledertasche transportiert wurde. Als zentrale Figur in der Abwehr hatte Holcer maßgeblichen Anteil am Wiederaufstieg 1977. 100 Tore wurden eben gegen Baunatal, Pirmasens und Völklingen geschossen. Aufbruch lag in der Luft. Wie vor dieser Saison. Der Aufbruch 1977 endete auf Platz 4, das wird diese Saison knapp. Von 1976 bis 1978 hat Holcer beim VfB 82 Spiele am Stück bestritten, ohne auch nur eine Minute zu fehlen. Manche sagen, Holcer hatte seinen Namen nicht von ungefähr, aber Holcer war kein Holzer, …

Commerzbank Arena

Von Studienreisen und der Champions League.

Ich bin seit vielen Jahren stolzes Mitglied der Hofener Sonntagskicker. Leider muss ich jedoch gestehen, dass meine Einsatzzeiten in den letzten Monaten immer geringer wurden. Familie, andere zeitraubende Hobbys, das Leben an sich – Ihr kennt das. Dennoch versuche ich stets, den Pflichttermin im Herbst mitzunehmen: Die Studienreise. Angefangen hat damals alles mit Kewin. Er kam im Jahr 2008 als Neuzugang an den Max-Eyth-See. Ursprünglich stammt er jedoch aus Hamburg oder zumindest aus der Nähe der Hansestadt. Und nachdem er komplett integriert war und wusste, wie das mit der Kehrwoche läuft und dass man an der Kasse keine Tüte, sondern “a Guck” verlangt, schlug er uns vor, dass wir doch mal alle ein Wochenende an der Alster verbringen sollten. Wir waren natürlich begeistert – vor allem, weil er alles organisieren wollte – und machten uns irgendwann im Herbst mit dem ICE von Stuttgart auf den Weg gen Norden. Es war eine lange Zugfahrt. Vor allem für die Personen, die mit uns im Wagen saßen. Das lag ehrlicherweise aber weniger an uns als vielmehr an dem Junggesellen mit seiner Abschieds-Entourage, die in Mannheim einstiegen und …

Fußball ist keine Mathematik

Wenn einer weiß, wie der Hase läuft, dann Karl-Heinz Rummenigge. Das war schon 2007 so, als er dem ehemaligen Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld zu verstehen geben wollte, dass auf dem Rasen eben nicht alles planbar ist. Dass Fußball keine Mathematik ist, konnte man am Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena sehen: Frankfurt macht mit einem Torschuss zwei Tore und am Ende stimmt für den VfB das Ergebnis nicht. Mal wieder. Fußball mag keine Mathematik sein, aber dennoch dreht sich leider alles um Zahlen. Und die sehen beim VfB nach drei Spielen verheerend aus: 10 Gegentore, 2 Platzverweise, 11 gelbe Karten, Platz 17. Fußball ist auch kein Marketing. Leider. Denn der VfB verkauft sich gut, keine Frage. Die Außendarstellung stimmt. Die von Alexander Zorniger verordnete Spielphilosophie sieht sexy aus und sorgt für blendende Stimmung auf den Rängen. Das Team attackiert bereits weit in der gegnerischen Hälfte, geht agressiv zu Werke, verteidigt hoch und doppelt auf den Flügeln. Das ist klasse, solange es funktioniert. Aber es dauert am Samstag nur wenige Minuten, bis auch die Eintracht zum ersten Konter genötigt …

Abgezockt oder fahrlässig?

„Ich weiss nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll.“ Was klingt wie eine potenzielle Zeile aus einem Cro-Song, ist in Wirklichkeit ein uraltes Zitat von Georg Christoph Lichtenberg, seines Zeichens Schriftsteller und der erste deutsche Professor für Experimentalphysik. Wir wissen nicht, ob auch Robin Dutt die erhellenden Worte des guten Lichtenbergs kennt, aber es hat ganz den Anschein, als ob er nach ihnen handeln würde. Neuer Trainer, neuer Keeper, neues System, neues Trikot und Transfers, die keiner auf dem Zettel hatte. Wer kennt den schon Tyton, Heise oder Insua? Ich denke, solche “Wundertütentransfers” wie Kollege abiszet sie nennt, sind der richtige Weg. Aber ich bin ja auch ein Fan des Lichtenberg-Zitats. Robin Dutt kärchert ordentlich durch und geht damit ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein. Ist das noch höhere Transferphysik oder schon Gezocke? Denn nüchtern betrachtet wurde ein Team, das knapp dem Abstieg entronnen ist, auf keiner Position zwingend verbessert. Aber die vergangenen Saisons haben gezeigt, dass sich etwas ändern muss. Nicht nur …

From Russia with love!

Nicht erst das Engagement von Huub Stevens in Gelsenkirchen oder die Verpflichtung von Armin Veh bei Eintracht Frankfurt zeigen: Nur allzu gerne greifen die Verantwortlichen der Bundesliga auf bewährte Lösungen zurück. Das klappt mal hervorragend wie zum Beispiel Jupp Heynckes zweite Amtszeit bei den Bayern, mal mittelmäßig wie Christoph Daums Comeback in Köln oder die von Nuri Sahin und Shinji Kagawa in Dortmund, und manchmal auch gar nicht wie Teil Zwei der Liaison zwischen dem HSV und Rafael van der Vaart eindrucksvoll zeigte. In Stuttgart sitzen ebenfalls Spezialisten für so genannte Retrolösungen: Mit Veh und Stevens waren in der vergangenen Saison gleich zwei ehemalige Trainer für die verheerende Saison mit glimpflichen Ende verantwortlich. Und auch in der Vergangenheit verließ man sich gerne auf Bewährtes. Meist leider mit mäßigem Erfolg. Nur ungern erinnern wir uns Alexander Hleb, der in seiner zweiten VfB-Zeit nur noch ein Schatten seiner selbst war. Und dann gibt es da noch die Retrotransfers zweiter Klasse: Spieler, die in der Bundesliga funktionierten, dann durch einen Wechsel ins Ausland vom Radar verschwanden und anschließend von einem anderen Bundesligaverein …