Alle Artikel in: VfB

vp weekly KW 29/2022

Die Woche ging gleich teuer los: Für den Platzsturm am 34. Spieltag verurteilte das DFB Sportgericht den VfB zu 15.000 Euro Strafe. Während des dramatischen Spiels und auch danach entstanden Bilder, die international für Aufsehen sorgten. Auf der ganzen Welt wurden die Szenen gefeiert und dafür wird der VfB mit 15.000 Euro Strafe „belohnt“. Unser CEO setzte sich völlig zurecht zur Wehr(le): “Ich finde es schade, dass das Sportgericht friedliche und spontane Emotionen, wie wir sie nach der Rettung am 14. Mai erlebt haben, bestraft. Diese Emotionen nach einem für den VfB und die ganze Bundesliga historischen Saisonfinale waren Ausdruck von Glück und Begeisterung und daher aus unserer Sicht nichts, für das der VfB bestraft werden sollte – zumal wir in Bezug auf unser Sicherheits- und Präventionskonzept nichts falsch gemacht haben“. Dafür hat Marketing-Vorstand Rouven Kasper ein bisschen Geld in die Kassen gebracht: Schwarzwaldmilch wird neuer Team-Partner des VfB und baut damit seine Sponsoringaktivitäten im Spitzenfußball in Baden-Württemberg aus. Denn der VfB befindet sich in „guter“ Gesellschaft: Das Molkerei-Unternehmen sponsert ebenfalls den SC Freiburg und …

Das große VfB-Puzzle

Es hat schon fast Tradition, dass wir uns vor Saisonbeginn die Frage stellen: “Wer soll eigentlich die Tore schießen?” Das fragten wir uns vor der Saison 20/21 und die Antwort lautete: Kalajdzic und Silas. Das fragten wir uns auch vor der abgelaufenen Saison und die Antwort war: Niemand. Und auch für die kommende Spielzeit kann man die Frage stellen: Wer soll eigentlich die Tore schießen? Mo Sankoh ist nach seiner schweren Knieverletzung endlich wieder am Start, aber vermutlich eher ein Kandidat für die U21 oder eine Leihe ins Ausland. Silas ist nach seiner Schulterverletzung ebenfalls wieder voll integriert, wird aber noch Zeit benötigen, um wieder ganz der Alte zu werden, zumal auf einer neuen Position auf der linken Seite. Tiago Tomás ist zwar ein Riesenkicker, der sicherlich auf den Scoreboards auftauchen wird. Aber ist der 19-jährige Leihspieler wirklich unser Torgarant? Gleiches gilt für Neuzugang Perea: Nach 12 Treffern in 62 Spielen in der griechischen Super League sollte man besser nicht erwarten, dass er die Bundesliga kaputt schießt. Bleibt also nur Sasa Kalajdzic. Wenn er denn bleibt. …

vp weekly KW 28/2022

As time goes by: Das Trainingslager im Allgäu neigt sich schon wieder dem Ende entgegen. Höchste Zeit, um auf die vergangenen Tage zurückzublicken: Schon fast eine Woche her ist das Testspiel gegen den FC Zürich.  Der Auftakt des Trainingslagers endete mit 3:2. Vor allem die sogenannte zweite Garnitur machte in der zweiten Halbzeit mit Spielwitz auf sich aufmerksam. Spielwitz, so ein Wort, was ich schon immer mal schreiben wollte. Aber es war schon recht ansehnlich, was der VfB in den zweiten 45 Minuten zeigte, da war deutlich mehr Zug drin im Gegensatz zur vermeintlichen ersten Elf. Doppeltorschütze: Ahamada, der nach einer Seuchensaison in der Vorbereitung bisher einen guten Eindruck macht. „Er hat es super gemacht und wird ein richtiger Herausforderer sein“, meinte Sven Mislintat über den 20-jährigen, der vor zwei Jahren von Juventus Turin kam. Der FC Zürich ist übrigens nicht nur Schweizer Meister und kann sich für die Champions League qualifizieren, sodern startet auch diese Wochenende in die Saison! Am morgigen Samstag spielt der VfB sein nächstes Testspiel in Friedrichshafen. Gegner wird  dann der …

vp Weekly: KW 25/2022

Heute ist Retro-Tag bei uns. Er ist ein bisschen Internet-Geschichte und jetzt auch das Revival des “vp Weekly”! Wir werden euch bis zum Saisonauftakt immer freitags die Geschehnisse der vergangenen Woche präsentieren: kurz, knackig, vertikal. Los geht’s: Die Transferzeit ist die schlimmste Zeit des Jahres, vor allem in der Sommerpause. Nicht nur wegen der Hitze haben alle Schnappatmung: Die Medien spekulieren sich wund, weil sie sonst nichts zu vermelden haben, einige schwingen sich zu Wichtigtuern auf. Einer der unangenehmsten ist der selbsternannte Transfer-Guru und “Bild”-Reporter Christian Falk. Falk ordnet Gerüchte ein in „TRUE” und “NOT TRUE“. Sadio Mané, da war Falk wie immer selbstsicher, gehörte zur zweiten Kategorie, bis auch ihm aufging, wie sich die Fa(l)ktenlage wirklich darstellte. So eine Witzfigur fehlt dem VfB allerdings, denn dann wäre die spielfreie Zeit wenigstens amüsant, wir hätten jemand, über den wir lachen können. Denn von sich anbahnenden Transfers hört man beim VfB wenig, hat wohl damit zu tun, dass Sven Mislintat keine Plaudertasche ist wie einst Mischael Reschke. Von St. Pauli kam dann nicht der offensive Mittelfeldspieler …

Von der “Schlurchmarke” zum starken Partner

Immer, wenn ich den Namen “JAKO” lese oder höre, muss ich an Trainer Baade denken. Denn der bloggt schon viel länger als wir. Er hatte seinen Blog schon, als es noch keine Podcasts gab. Vermutlich hatte er seinen Blog schon, als es noch gar keine Blogs gab. Ich hatte mich damals im Januar 2009 auf Twitter angemeldet und lernte dort die Fußball-Bubble zu schätzen. Viele der Blogs von damals gibt es heute nicht mehr, aber viele der Gesichter dahinter sind nach wie vor auf Twitter zu finden. Doch zurück zu JAKO. Das Unternehmen aus dem Hohenlohischen gab sich im April 2009 einen neuen Anstrich. Farbe neu, Logo neu, alles neu.  Diesen Marken-Relaunch nahm Trainer Baade, damals vermutlich etwas schlecht gelaunt, zum Anlass, um über JAKO zu ranten, wie man heute wohl sagen würde. Und auch in meiner Erinnerung hatte die Marke damals nicht den besten Ruf. Wer in Puma-, Adidas- oder Nike-Klamotten kicken konnte, hätte diese sicher nicht gegen ein JAKO-Dress getauscht. Nun standen in dem Text des Bloggers aber auch Formulierungen, die dem Unternehmen …

Günther Schäfer, Beruf: Fußballgott

Der damalige Präsident Wolfgang Dietrich hatte uns zu einem Gespräch eingeladen. Wir dachten, er will uns ordentlich zusammen brüllen, nachdem wir ihn auf dem Blog verglichen mit einem Chirurg, der nebenher noch ein Beerdigungsunternehmen leitet. Entsprechend angespannt warteten wir am Empfang in der Mercedes Straße auf Dietrich. Das sollte sich ändern, als Günther Schäfer kam. Als wir auf seine Frage, warum wir hier rumstehen würden, den Termin mit Dietrich angaben, sagte er: „Ja, ja, der Präsi lässt immer auf sich warten“. Und dann kam er ins erzählen: Dass er im Moment das Winter-Trainingslager plane, aber Hannes Wolf ungern Entscheidungen träfe. Dass Santi Ascacibar sein legitimer Nachfolger und ein Riesenglücksfall für den VfB sei und dass er jeden Morgen hofft, dass sich Holger Badstuber nicht verletzt. „Stellt Euch vor, der knickt beim Aussteiga aus seim Smart um!“ Wir lachten, wir wollten ihm ewig zuhören, aber dann kam Dietrich. Immerhin brüllte er nicht. 331 Bundesligaspiele für den VfB, zwei Mal Meister (1984 und 1992), zwei Mal Fußballgott – beim VfB und bei Arminia Bielefeld, für die er …

Ein Abgang von Kalajdzic im Sommer wäre das Beste

Ich mag Sasa Kalajdzic. Als Spieler und als Typ. Ich freue mich immer, ihn im Trikot mit dem Brustring auf dem Platz und vor den Kameras und Mikros nach dem Spiel zu sehen. Trotzdem wäre ein Abgang in diesem Transfersommer das Beste – nicht für mich, aber für ihn und den VfB. Wie wichtig ein formstarker Kalajdzic für den VfB ist, haben wir in der letzten Saison gesehen und auch in einigen Spielen der zurückliegenden Runde, in der er auch aufgrund von Verletzungen und Corona nicht richtig performen konnte. Seine Tore, seine Präsenz im Strafraum, seine Einbindung ins Kombinationsspiel und auch seine Einstellung haben einen großen Wert für den VfB. Das hat ihn interessant gemacht für große Clubs wie Bayern München (im Tausch mit Joshua Zirkzee?) und Borussia Dortmund, für internationale Player wie Paris St. Germain, SSC Neapel und Manchester United, angeblich 13 Interessenten sollen es sein. Der VfB befindet sich in einer komfortablen Verhandlungsposition und kann abwarten, ob ein angemessenes Angebot auf den Tisch von Sven Mislintat flattert. “Sasa hat noch ein Jahr Vertrag …

VertikalGIF #VfBKOE: Endo gut, alles gut!

Sorry, wir sind ein wenig spät zur Party, aber wir sind da! Und während wir das erste Relegationsspiel zwischen der Hertha und dem HSV gucken, fühlen wir uns ziemlich genau so: Aber zurück zum eigentlichen Gegenstand dieses Textes: Der VfB Stuttgart trat am vergangenen Samstag gegen den 1. FC Köln an. Und für den direkten Klassenerhalt war nicht nur ein Heimsieg nötig, sondern parallel auch ein Sieg von Borussia Dortmund gegen Hertha BSC. Nachdem es schon vor Anpfiff zwischen den organisierten Fanszenen knallte und die Polizeitrupps durch das Event-Publikum pflügten, war klar: Das Spiel würde kein Gute-Laune-Sommer-Kick werden. Überhaupt: Die Kölner stelllten den vermutlich beeindruckendsten Auswärtsblock der (Corona-)Saison. Aber endlich zum Spiel: Schon nach weniger als zehn Minuten erorberte Tiago Tomás den Ball und ließ seinen Gegenspieler wie alt aussehen? Sehr alt! Elfmeter! Und die riesige Chance für den VfB, in diesem wichtigen Spiel in Führung zu gehen. Aber Sasa Kalajdzic war das zu einfach und er traf nicht, vor allem, weil Schwäbe richtig gut hielt. Doch, bevor wir Frust auf Sasa schieben konnten, gab …

VertikalGIF #FCBVfB: Das Sensatiönle

Die Aufschieber vom Neckar hatten die Hausaufgaben so lange vor sich hergeschoben, dass sie die dringend benötigten Punkte gegen den Abstieg nun in München und gegen Köln holen mussten. Und wie hoch schätzten die Fans die Chancen in München ein?   Kein Wunder, schließlich waren die äußeren Umstände bei den Bayern etwas ungemütlich: Gegen Mainz verloren, von Felix Magath der Wettbewerbsverzerrung bezichtigt, kurz mal nach Ibiza gejettet und dann war da ja auch noch die Schalenübergabe, die sich die Bayern sicherlich nicht ein zweites Mal vom VfB versauen lassen wollten. Und so schickte Julian Nagelsmann auch seine beste Elf aufs Feld.   Trainer Matarazzo hatte angekündigt, in München angreifen zu wollen. Und diesmal blieb es nicht wie so oft zuvor bei leeren Worten. Der VfB ging tatsächlich gleich in die Offensive und stresste die Bayern. Mit Erfolg, denn nach nur acht Minuten konnte Stuttgart nicht nur drei gute Chancen verzeichnen, sondern tatsächlich auch einen Treffer. Und was sagen wir zur Bude von Tiago Tomás?   1:0 also, aber eigentlich viel zu früh. Wie viele Spiele …

Die Aufschieber

Was machen wir mit dem Spiel gegen Bayern München? Gar nicht erst schauen, um eine mögliche Klatsche nicht miterleben zu müssen? Die Erwartungen so weit runter schrauben, dass man jeden Rückpass oder einen Befreiungsschlag feiern kann? Oder einfach ironisch gucken? Mein Freund Kai sagte immer zu mir, wenn ich zauderte: „Schmerz, ja sofort!“ und meinte damit, (unangenehme) Dinge immer sofort anzugehen und nicht aufzuschieben. Im Fremdwörterlexikon steht allerdings unter “Prokrastination”: “Der VfB leidet an Prokrastination. Also am „extremen Aufschieben“, einer pathologischen Störung, die durch ein unnötiges Vertagen des Beginns oder durch Unterbrechen von Aufgaben gekennzeichnet ist, so dass ein Fertigstellen nicht oder nur unter Druck zustande kommt.“ Der VfB, Meister der Ausreden, King im Aufschieben, Experte fürs Schönreden. Der VfB hat seine Erfolge so lange verschoben, in dem er auf die Rückkehr verletzter Spieler setzte oder auf die kommenden Spiele verwies, dass er im Saisonfinale plötzlich gegen Bayern München punkten sollte. Das haben schon andere geschafft, in dieser Saison gewannen Frankfurt, Gladbach, Augsburg, Bochum und Mainz gegen den Rekordmeister. Aber es muss einiges zusammen kommen: …