Alle Artikel in: VfB

Doppel-D: die Hoffnungsträger?

„Anastasios Donis und Daniel Didavi sind zwei absolute Schlüsselspieler für uns in der Offensive. Mit ihnen werden wir eine ganz andere Stärke haben“, sagt VfB-Vorstand Michael Reschke nach der Niederlage in Leverkusen. Ist das eine ehrliche Einschätzung oder eine Ausrede? Immerhin hielt Reschke bei seinem Amtsantritt beim VfB Donis für noch nicht einmal bundesligareif. Eine Einschätzung, die eventuell auch damit zu tun hatte, dass es ein Transfer von Jan Schindelmeiser war. Es sagt alles über den jämmerlichen Zustand des VfB Stuttgart und den verblendeten Blick von Reschke, wenn er auf zwei Spieler hofft, die aufgrund von Verletzungen lange nicht auf dem Platz standen und die zuvor nicht wirklich bewiesen haben, dass sie konstant (und verletzungsfrei!) auf hohem Niveau spielen können. Der eine immer an der Schwelle zur Invalidität, der andere wirkte bisweilen launisch wie eine Diva. Dass alle Hoffnungen beim #VfB jetzt auf zwei Spielern liegen, die in der bisherigen Saison 151 Minuten (Donis) bzw. 239 Minuten (Didavi) gespielt haben, ist bezeichnend. Zusammen kommen die beiden übrigens auf eine Vorlage und ein Tor: Das 1:0 …

Das Millionen-Missverständnis?

Perlentaucher, Netzwerker, genialer Kaderplaner, Supernase: Michael Reschke eilte bei seinem Amtsantritt in Stuttgart ein Ruf wie ein Donnerhall voraus. Die Realität: Er hat die Ausgliederungsmillionen versenkt. In Tayfun Korkut und in Spieler wie Mario Gomez, Gonzalo Castro, Holger Badstuber, Daniel Didavi, Andi Beck und Dennis Aogo. Alles Spieler, derenGehälter üppig sind und deren Wiederverkaufswert bei Null liegen wird. Dazu kommen in Pablo Maffeo, Nicolas Gonzalez und Borna Sosa Talente, deren Marktwert beim VfB Stuttgart gesunken ist. Deutlich. Vielleicht wird der VfB-Vorstand ebenso überschätzt, wie Reschke es selbst mit der absurden Rückrunde tat. Alle Befürchtungen, die viele in der Winterpause 2017/2018 hatten, scheinen sich jetzt mit Verzögerung zu bewahrheiten. Jetzt sollen Spieler wie Patrick Herrmann, Sandro Wagner, Sebastian Rode und Shinji Kagawa den VfB retten. Und sie passen in Reschkes Beuteschema:  teuer, erfahren, mit Führungsanspruch und entweder verletzungsanfällig oder langsam. Wird der VfB Stuttgart endgültig zur Rentner-Gang? Eine mögliche Aufstellung könnte dann heißen: Zieler, Badstuber, Pavard, Baumgartl, Insua, Beck, Aogo, Castro (Rode), Kagawa, Herrmann, Gomez (Wagner). Eine Aufstellung, mit der ich mich nicht identifizieren könnte. Eine Aufstellung, …

Wolfgang Dietrich in der Höhle der Löwen

Der VfB ist „leicht hinter dem Zeitplan”, schrieb kürzlich Heiko Hinrichsen von der StZ/StN in Bezug auf die Pläne, neben Daimler einen weiteren Kapitalgeber zu finden. Der zweite Investor sollte ursprünglich im Herbst 2017, spätestens nach der Sommerpause 2018 vorgestellt werden. Wolfgang Dietrich hat sich die Suche nach Investoren nach eigener Aussage nicht so schwierig vorgestellt, wie er im März bei „Talk im Turm“ des Marketingclub Stuttgart/Heilbronn sagte. Woran liegt es, dass sich der VfB in Person des Präsidenten so schwer tut? Da ist zum einen der sportliche Misserfolg. Mit einem Tabellenletzten oder zumindest Abstiegskandidaten schmückt sich keiner gerne. Zum anderen ist die öffentliche Wahrnehmung des VfB auch nicht die Beste, man denke nur an die „Wahrheitsbeugung“ und die kolportierte Einmischung von Michael Reschke in die Entscheidungen des Trainers Tayfun Korkut. Und das mal alles beiseite gelegt – warum sollte sich überhaupt ein Investor in der VfB Stuttgart 1893 finanziell engagieren? Bei Daimler ist es einfach beantwortet: Das Clubheim ist ein Steinwurf vom großen Stern entfernt und mit einer Beteiligung verhindert “der Daimler”, dass sich …

Im Fegefeuer der Eitelkeiten

Michael Reschke und Wolfgang Dietrich wollen im Winter den Kader aufrüsten, angesichts von Platz 18 und einem Torverhältnis von 8:21 nach zehn Spieltagen absolut einleuchtend. Aber das wollten sie sowieso machen, sagen sie. Nicht, dass einer auf die Idee käme, sie hätten einen Fehler gemacht, die beiden. Der eine (Reschke) hat schließlich den Fußball erfunden, der andere (Dietrich) steht für Glaubwürdigkeit und Kontinuität. Beide umgehen das Verb „nachbessern“, doch genau darum geht es: Die Fehleinschätzungen des Sommers bei der Kaderplanung zu korrigieren. Natürlich geht es auch darum, den Kader den Wünschen des neuen Trainers Markus Weinzierl anzupassen – Stichwort Geschwindigkeit. Wollen wir mal hoffen, dass er noch in den Genuss der Neuzugänge kommt und nicht schon vorher Erfahrungen mit dem „Schleudersitz“ (Dietrich) in der Mercedesstraße machen musste. Erst wird von Michael Reschke die phänomenale Rückrunde überschätzt (zugegeben: damit war er nicht der einzige), dann der Vertrag mit Tayfun Korkut verlängert, der wiederum die Mannschaft nicht weiter entwickelt, sondern in allen Belangen – spieltaktisch, personell und fitness-mässig – runterwirtschaftet. Das Ganze führt zu Formkrisen von Leistungsträgern …

Ja zum Erfolg – in nur 48 Tagen

Wir treffen jeden Tag leidgeprüfte VfB-Fans, die ihren ganz speziellen Blick auf die aktuelle Lage beim VfB haben. cubbie (47 aus Esslingen) sieht beispielsweise mit der Verpflichtung von Halil Altintop ein ganz besonderes Kapitel der Saga „Ja zum Erfolg“ entstehen … Nein, einen langjährigen VfB-Fan kann nichts mehr erschüttern. Wir haben alles gesehen. Wir haben alles erlebt. Und natürlich wissen wir alles (besser). Nur mal so zu warm werden: Wir haben mal einen gewissen Didi verpflichtet, der zwar die brasilianische Staatsbürgerschaft vorzuweisen hatte, dafür aber leider, leider keine Kreuzbänder. 3,5 Millionen verpufften schon damals von jetzt auf nachher zu edelstem Stuttgarter Feinstaub. Aber – bitte jetzt keine erneute künstliche Aufregung im Nachgang – es waren weiland ja nur D-Mark. Oder im Stuttgarter Neudeutsch: eine Korkut-Staff-Abfindung. Ein anderes Beispiel: Unser MV hatte es einst, mutmaßlich etwas trollingerbeseelt, für eine sensationelle Idee gehalten, Winnie Schäfer vom KSC, den Inbegriff eines Hassobjektes für das schwäbische Volk, zum VfB-Trainer zu machen. Ihr Ungläubigen und Jüngeren müsst jetzt echt stark sein. Knallharter Spoiler: Es ging völlig überraschend schief! Der VfB …

Sehr geehrter Herr Reschke,

es ist Ihre Mannschaft, von der Sie gesagt haben, dass sie mit dem Abstieg nichts zu tun haben wird. Sie durften einkaufen wie noch nie ein Manager vor Ihnen. Dafür haben Sie unsere Ausgliederungsmillionen verprasst und sie unter anderem Spielern gegeben wie Dennis Aogo, Andreas Beck und Gonzalo Castro, die im fortgeschrittenen Alter beim VfB ein sehr gutes Geld verdienen. Sie haben damit großes soziales Engagement gezeigt, diese Spielern zu verpflichten, denn diese Spieler hätten nirgends einen ähnlich gut dotierten Vertrag erhalten. Sie haben das Bild vermittelt, als ob Sie den Fußball erfunden haben und Sie sind sehr von sich überzeugt, was angesichts Ihrer Leistungen beim VfB absolut bewundernswert ist. Wir wollen Ihnen diese Selbstgewissheit gar nicht nehmen, aber warum frühstücken Sie nicht wieder regelmäßig mit Uli Hoeneß? Das scheint ein Ansprechpartner für Sie zu sein, der Ihrem Niveau entspricht. Bitte übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Taten in Stuttgart, seien Sie ein Ehrenmann und ziehen Sie Konsequenzen. Zumindest dafür werden wir Ihnen dankbar sein. Dann vergessen wir auch, dass Sie sich mit unserem Brustring in …

Lieber Markus Weinzierl,

Sie sind die ärmste Sau. Sie sind sicher überrascht von der Wucht des Misserfolgs. Wir machen den ganzen Scheiss ja schon ein paar Jahre mit, uns wirft fast nichts mehr um, wobei die drei verheerenden Spielen gegen Dortmund, Hoffenheim und Frankfurt auch für uns etwas Besonderes sind. Die Mannschaft wurde Ihnen sicher in den schönsten Farben von Herrn Reschke beschrieben. Und Sie sind genauso darauf hereingefallen wie wir. Sie müssen mit dem arbeiten, was der Kader hergibt. Und das ist im Moment sehr wenig. Sagen Sie: Haben Sie eigentlich eine Ausstiegsklausel? Es wäre Ihnen zu gönnen, aber wir hoffen natürlich, Sie ziehen diese nicht und wünschen Ihnen Kraft und Durchhaltevermögen für Ihre Aufgabe. Denn der VfB ist ein geiler Club, er hat kein schwieriges, sondern ein leidensfähiges Umfeld. Und wenn nur der kleinste Funke Hoffnung da ist, dann wird das Stadion explodieren. Wir hoffen, dass Sie das einmal erleben und drücken ihnen die Daumen. Ehrlicherweise sind Sie auch unsere letzte Hoffnung. Es sind schon andere daran gescheitert, aber eventuell versuchen Sie es einmal mit einer …

Lieber Christian Gentner,

Sie lieben VfB, das weiss ich, das wissen wir alle. Sie sind ein untadeliger Sportsmann und haben hier alles mitgemacht. Aber Sie sind auch über Jahre zu einem Gesicht des Misserfolgs geworden. Wir müssen es so klar sagen: Sie behindern die weitere Entwicklung beim VfB. Machen Sie bitte den Weg frei für Neues bei Ihrem und unseren Herzensverein. Sie bekommen unseren tiefen Respekt, wenn Sie jetzt in der Winterpause verkünden, dass Sie Ihren Vertrag beim VfB nicht erfüllen werden und anstatt dessen nach Amerika in die MLS oder nach Australien wechseln. Genießen Sie Ihr Leben, verzichten Sie auf Privilegien und auf Macht beim VfB. Es ist besser für Sie und uns. Den ganzen Druck wollen Sie doch auch nicht mehr, oder? Diese verzwungenen Interviews, in denen Sie Sachen sagen müssen, hinter denen Sie gar nicht stehen. Es liegt nicht nur an Ihnen, dass es nicht läuft – keine Frage – aber es liegt auch an Ihnen. Sie sind zu tief im VfB verankert und es wird Zeit für Sie, auch einmal etwas Neues zu versuchen. …

Sehr geehrter Herr Dietrich,

dieser VfB ist Ihr „Produkt“, Sie haben ihn personell aufgestellt, Sie haben „professionelle Strukturen“ geschaffen, damit der VfB „mittelfristig im ersten Tabellendrittel spielt“. Sie haben etwas, das gewachsen ist nach dem Aufstieg, durch Personalwechsel mutwillig komplett auf links gedreht. Mutmacher, denen die Fans vertraut haben, mussten wegen Ihnen den Verein verlassen und das hat uns die Hoffnung genommen, dass sich etwas geändert hat beim VfB. Bitte stellen Sie sich und Ihre Taten in Frage, ob die Konstellation mit Ihnen Erfolg bringt. Erfolg, zu dem die Mehrheit der Mitglieder ja gesagt hat. Wir alle wollen den Erfolg. Das muss nicht gleich das erste Tabellendrittel sein, wir wollen einfach mal eine ruhige Saison spielen. Und vor allem wollen wir nicht das Gespött der Liga sein. Aber es scheint sich immer mehr herauszustellen, dass dieser Erfolg mit Ihnen schwer möglich ist. Alle wichtigen Entscheidungen der letzten Zeit (Die Entlassungen von Jan Schindelmeiser, Hannes Wolf und Tayfun Korkut, die Verpflichtungen von Michael Reschke und Markus Weinzierl) wurden stets einstimmig getroffen, heißt es. Aber man wird den Eindruck nicht los, …

Mon frère Benji,

je t’aime. Ich liebe Deine eleganten Bewegungen, Dein Spielverständnis, aber Du bist mittlerweile in Stuttgart einfach am falschen Platz. Wie sagte Dein Kollege Filip Kostic: „Ich bin nur gut, wenn meine Mitspieler gut sind“. In der französischen Nationalmannschaft hast Du absolute Weltklasse-Spieler wie Griezmann, Mbappè, Varane und Pogba um Dich, in Stuttgart muss es ein Kulturschock sein für Dich, neben einem Holger Badstuber spielen zu müssen. Du musst den nächsten Schritt machen. In der Winterpause. Mit einem Transfer. Zu PSG, zu Chelsea, zu Liverpool, zu Atletico Madrid, zu Barcelona, wegen mir auch zu Bayern München, die werden wohl selbst mit Niko Kovac Meister. Trau’ dich! Entwickle Dich weiter, das funktioniert in Stuttgart leider nicht (mehr). Angenehmer Nebeneffekt für uns, dass Du mehr als 35 Millionen in unsere Kassen spülen wirst, die wir dringend für Wintertransfers benötigen. Wir werden Dir auf ewig dankbar sein, dass Du bei uns gespielt hast. Deinen Vertikalpass for Heaven gegen Fürth werden wir nie vergessen, aber es gibt im Moment einfach keinen, auf den Du einen solchen Zuckerpass spielen kannst. Denn …