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Neuland!

Unser aller Lieblingsverein feiert heute Geburtstag. Beachtliche 123 Jahre wird er alt. Wer jetzt sagt, dass man das dem VfB Stuttgart auch ansieht, dem kann man schwer widersprechen. Ja, der Club aus Cannstatt hat schon bessere Zeiten gesehen. Aber sehen wir es positiv: Wer so alt wird, feiert kaum noch Premieren. Alles schon gesehen. Nichts kickt mehr. Doch in der zweiten Liga ist das anders. Zum Glück! Neuland 1 Und so spielt der VfB heute zum allerallerallerersten Mal in seiner Vereinsgeschichte gegen den FC Heidenheim. Erstaunlich, da nur 83 Kilometer Wegstrecke zwischen den beiden Stadien liegen. Der VfB Stuttgart hat übrigens aktuell ca. 47.000 Mitglieder, Heidenheim hat 48.000 Einwohner. Dies nur kurz zur besseren Einschätzung der Kräfteverhältnisse. Neuland 2 Der VfB Stuttgart kommt heute Abend erstmals  in seiner Vereinsgeschichte in den Genuss, von einer Frau gepfiffen zu werden. Eigentlich eine Schande, dass das Team erst absteigen musste, um Bibiana Steinhaus als Referee zu bekommen. Neuland 3 Erstmals in der 123-jährigen Geschichte des VfB Stuttgart und in der 2-jährigen Geschichte des vertikalpass werden wir einen Ticker schreiben. Und …

Fack ju, zweite Liga!

108 Tage nach dem Abstieg aus der ersten Bundesliga wird es Zeit, die Aktivitäten des VfB zu bewerten. Passend zum Schulbeginn nächste Woche vergeben wir Schulnoten. Auf gehts VfB, Schulhefte raus, habt Ihr alle Eure Hausaufgaben gemacht seit Mai? Aufsichtsrat Sind wir ehrlich, der Aufsichtsrat ist auch nur ein Fan. Denn als Trainer den Aufstiegsspezialisten Jos Luhukay und als Stürmer den Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde zu holen, das hätte jeder kicker- und SportBILD-Leser auch gemacht. In der Personalie Sport-Vorstand hat der Aufsichtsrat allerdings viel zu lange gebraucht, was einen enormen Zeitverlust bei der Planung des Kaders nach sich zog. Nur einen Präsi-Kandidaten zur Wahl zu stellen, dessen Vergangenheit kontrovers diskutiert werden kann, ist auch nicht unbedingt eine Meisterleistung. Dafür haben Pooth, Schäfer und Jenner einen Meister für die Fan-Seele integriert: Thomas Hitzlsperger. Dass dessen Aufgabengebiet “nachjustiert” werden muss, so Schindelmeiser, offenbart leider, was es ist: Eine populistische, leicht hilflose Maßnahme. Der Aufsichtsrat braucht dringend Nachhilfeunterricht in der Führung eines Fußball-Vereins. Note 4,5 Sportvorstand Zum Amtsantritt warnte Jan Schindelmeiser, dass der Kader nicht aufstiegsfähig sei. Um danach scheinbar nichts zu machen. …

J-Lu & T-Rodd: Warum der VfB Herbstmeister wird …

Endlich ist es soweit. Endlich wieder echter Fußball! Unsere Sehnsucht nach weniger Kommerz und mehr freien Samstagen wird endlich gestillt: Die erstklassigste zweite Liga aller Zeiten (und derer, die noch kommen) startet am Freitag. Höchste Zeit, eine Hinrunden-Prognose zu wagen. 1. Spieltag Die Karawane vom Cannstatter Bahnhof bis zum Stadion ist das Highlight des Spieltags. „Das macht die Montagsspiele aus“ sagt DFL-Chef Christian Seifert. Auch sonst herrscht absolute Erstliga-Atmosphäre beim Zweitliga-Auftakt des VfB: Ein Gast aus Hamburg, volles Haus mit 60.000 Zuschauern, Flutlichtspiel. Leider erinnert auch das Ergebnis an die Bundesliga. St. Pauli gewinnt mit 1:2. Neuzugang Marcin Kaminski führt sich standesgemäß mit einem Eigentor ein. 

1860 München holt derweil nach Stefan Aigner den nächsten verlorenen Sohn: Moritz Leitner. Schneller wird das Spiel der Münchener dadurch nicht. Martin Harnik schießt im Eröffnungsspiel aus drei Metern übers Tor, Hannover verliert gegen Lautern 0:2. 2. Spieltag Der VfB spielt 0:0 in Düsseldorf. Der erste Punkt in der zweiten Liga wird nicht gefeiert. Nur Jos Luhukay freut sich innerlich. Immerhin schießt Arianit Ferati kein Tor. Auffällig beim VfB: Der …

Hamburg calling: Kostic wechselt zum HSV.

Wir haben Filip Kostic als den George Best des Balkans bezeichnet, als serbische Rennmaus, als fliehendes Pferd, wir waren verliebt in Filip und wollten seinen Werdegang auch nach dem VfB verfolgen. Da rechneten wir noch damit, dass Kostic nach Schalke, Wolfsburg oder wenigstens West Bromwich Albion wechseln würde. Schließlich wollte er ja unbedingt international spielen. Oder vielleicht doch nicht? warum will man denn unbedingt zum #HSV? vermisst er den Abstiegskampf jetzt schon? #Kostic — Sarah (@1893Sarah) 24. Juli 2016 Jetzt ist er nach ewig langen Verhandlungen in Hamburg gelandet und hat dort einen 5-Jahresvertrag unterschrieben. Offenbar hat Onkel Kühne noch etwas Kleingeld locker gemacht und Didi Beiersdorfer beste Überzeugungsarbeit geleistet. Ich würde ja gerne wissen, womit er ihn gelockt hat. Mit einem stattlichen Gehalt und einem ordentlichen Handgeld bestimmt, aber das bieten auch andere. Vielleicht mit herausragenden Offensivpartnern wie Lasogga und Schipplock? Oder doch eher mit ausgewiesenen Sympathieträgern wie Emir Spahic? Klar, der HSV hat aufgrund seiner Erfolge von vor 40 Jahren internationales Flair und mit der Elbphilharmonie gibt es an der Elbe auch ein weltweit beachtetes Bauprojekt, dass es sogar …

VfB 2015/2016 zum Weltkultur-Erbe ernannt

Die VfB-Fans können sich freuen: Sie stehen mit ihrem Verein auf der Weltkulturerbe-Liste! Im dritten Anlauf und nach fünf Jahren Abstiegskampf hat es der Antrag, das Werk des VfB durch einen Welterbe-Titel zu adeln, endlich geschafft. Am Dienstag nahm das Unesco-Komitee die Bewerbung an: Alle Spieler und Offizielle des VfB der Saison 2015/2016 stehen wegen ihres universellen und einzigartigen Werts unter Kulturerbe-Schutz. Mit diesem glorreichen Prädikat erhält der VfB den ihm gebührenden Platz im Verzeichnis der bedeutendsten Sportkulturdenkmäler. Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Der Abstieg des VfB ist wegweisend und muss daher Ansporn für andere Vereine und Trainer sein.“ In der Tat war es eine einzigartige Leistung in der letzten Saison, die fast schon sichere Rettung so künstlerisch zu verspielen. Besondere Verdienste erwarben sich dabei Jürgen Kramny und Robin Dutt, denen es nicht gelang, den Spielern einfachste spieltaktische Grundelemente und persönliche Werte wie Ehrgeiz, Anstand und Siegermentalität beizubringen. In ihrer Begründung schrieb das Kulturerbe-Komitee “Als Einzelspieler haben sie ein durchaus respektables Leistungsvermögen, zusammen sind sie für jeden noch so absurden Fehler gut und bringen selbst …

Schwäbisch by nature!

Na klar, die Steilvorlage in Form der Achtelfinal-Niederlage der Engländer gegen Island haben alle für einen billigen BREXIT-Witz genutzt – wir auch. Dabei kamen alle Teams from UK ins Achtelfinale, richtig Spaß machen sie alle, selbst England, irgendwie. Man soll sich Great Britain nie als Vorbild nehmen, trotzdem gibt es Gerüchte, dass ein reines Schwaben-Team gegründet werden soll. Auch die Bayern (natürlich!) überlegen, eine “Freistaat-Auswahl” ins Leben zu rufen. Nee, wirklich. Herausgekommen ist das durch die sogenannten „Schwoba-Papers“, die von Hansi Müller (obviously!) geleakt wurden. Für mich kämen diese revolutionären Pläne zum perfekten Zeitpunkt, denn im Moment fremdle ich mit dem neuen Zweitliga-VfB ein bisschen. Sechs Wochen ohne Sportverantwortlichen. Das schafft noch nicht mal 1860 München. Dazu ein Kader, der aufgrund der vielen Unsicherheiten wie ein unlösbares Puzzle wirkt. Das „Tragische Dreieck“ schreibt, “tatsächlich herrscht im Umfeld des VfB bereits wieder so etwas wie Euphorie.“ Echt? Das kann ich so gar nicht spüren. Ich bin wohl kein Umfeld, bei mir ist es das volle Gegenteil. 

Denn ich muss zuschauen, wie einfallslos nach neuen Spieler geschaut …

Die EURO für die Ohren

Ich denke, wir sind uns einig: Die Vorrunde der EM hätten wir uns eigentlich schenken können. So richtig begeistern konnten eigentlich nur die Isländer. Micky Beisenherz schrieb dazu: „Wenn ich was sehen will, wo ich mir die ersten 88 Minuten sparen kann, dann gucke ich den Tatort.“ Und damit hat der Gute Recht, denn die späten Tore nervten wirklich. Aber nach den Achtelfinalspielen hat es den Anschein, als ob die Europameisterschaft gerade noch rechtzeitig Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig gab es wohl noch kein Turnier, das medial so intensiv begleitet wurde wie diese Europameisterschaft. Doch leider ist vieles davon nicht wirklich erstrebenswert. Wer den Fernseher also zum Anpfiff ein- und zum Abpfiff wieder ausschaltet, macht wahrscheinlich nichts falsch. Eine der angenehmeren Erscheinung sind hingegen die zahlreichen Podcasts, die um das Turnier herum produziert werden. Neben einigen Perlen aus der Blogosphäre tut sich hier vor allem Deezer hervor. Und deswegen waren wir gerne bereit, das EM-Angebot des weltweit zweitgrößten Musikstreaming-Dienst hier vorzustellen. Denn Deezer überträgt in Kooperation mit Sport1.fm nicht nur alle Partien live, sondern produziert auch zwei exklusive Podcast-Formate. Neben …

Diese EM macht (noch) keinen Spaß!

Meine Vorfreude auf das Turnier war so groß. Anfang des Jahres überlegte ich mir, was wir hier im Blog alles machen könnten: Podcast. Videos. Die besten Szenen mit Gummibärchen nachbauen. Doch je näher das Turnier rückte, desto mehr verebbte mein Enthusiasmus. Und als dann noch die ersten Lieder im Radio zu hören waren, deren einzige Motivation es ist, als EM-Song Kasse zu machen, spätestens da hatte ich keine Lust mehr auf die Europameisterschaft. Nach den ersten zehn Turniertagen sehe ich mich in meiner Ablehnung bestätigt. Bisher ist die EM für mich: David Guetta, Mark Forster, wenige Tore, späte Tore, besorgte Bürger mit Pickelhauben und Reichskriegsflagge, Favoritensiege, Geheimfavoritensterben, Eventisierung von Nichtigkeiten, Fremdschämen, Hashtagflut, schlechte Torwartleistungen, mittelmäßige Kommentatoren, erstaunlich unauffällige Schiedsrichter. Kurz gesagt: Diese EM hat es auch nach mehr als einer Woche nicht geschafft, was seit 1990 jedem großen Fußballturnier in Windeseile gelungen ist: Mich zu begeistern. Und ich merke, dass es vielen so geht wie mir. Aber woran liegt das? Am aufgeblähten Teilnehmerfeld? Eher nicht. Denn gerade die vermeintlich “Kleinen” wie Nordirland, Ungarn, Island und Albanien sorgten bisher …

Niceland

Die Haare wie Johan Cruyff, die Socken runter gerollt wie Socrates, ein Blick für den freien Raum wie Bernd Schuster. Es sah immer so leicht aus bei ihm. Am Ende flog der Ball punktgenau dort hin, wo er ihn gerne haben wollte. Außenrist, Innenrist, Vollspann – die Schönheit seiner Pässe und die Eleganz seiner Bewegungen sind bis heute unerreicht. Wenn Asgeir Sigurvinsson auf dem Platz stand, dann schien die Sonne heller, wirkte der Rasen saftiger und die Tore größer, das VfB-Spiel erreichte eine eigene Kunstform. Mit seinen feinen Füßen hätte es mich nicht gewundert, wenn er mit ihnen auch akustische Gitarre gespielt hätte. Zu niemandem passte Dirigent besser als zu Sigurvinsson. Wenn es das schon in den 80ern gegeben hätte, man hätte den Isländer als Wi-Fi des VfB-Teams bezeichnet: Er verband alle Spieler und Mannschaftsteile magisch miteinander. Wegen ihm kann ich die Mannschaft von 1982 immer noch auswendig aufsagen. Roleder. Förster. Förster. Schäfer. Hadewicz. Niedermayer (Kurt!). Allgöwer. Ohlicher. Six. Kelsch. Reichert. Und eben Sigurvinsson. Er war der Beste. Wegen ihm liebe ich Island. “Eismeer-Zico” nannten …

Quatsch Comedy Club

Jede Woche neu, jede Woche live: die Stand-up Comedians von der Mercedes Straße. Wurde nach dem Abstieg kurz ein wenig Trübsal geblasen, präsentiert der VfB bereits sein neues Show-Programm: der Präsident sagt nach seinem letzten Auftritt leise Tschüssle, der Sport-Vorstand sorgt bei “Sport im Dritten” für den einen oder anderen Brüller, Guido Buchwald hatte die Lacher auf seiner Seite, als er sich in Gespräch brachte als Präsident, Vorstand, Sport-Direktor, Maskottchen oder zumindest als Kulissenschieber. Nur dem Aufsichtsrat sind Pointen zunächst egal. Er engagiert als neuesten Show-Act den Holländer Jos Luhukay, einer, der zum Lachen eher in den Keller geht. Aber spaßbefreite Trainer wie Magath, Groß oder auch Stevens haben in Stuttgart durchaus (Publikums-)Erfolge gefeiert. Es wirkt wie Aktionismus, einen Trainer zu verpflichten, ohne einen Sportdirektor zu haben. Diese Personalien müssen passen! #VfB — arctic light (@arcticlight) May 17, 2016 Ich würde es begrüßen, wenn es erstklassiges Entertainment auf dem Rasen gäbe, wenn wir alle dort etwas zu lachen hätten. Darauf müssen wir bis zum Rückrundenstart warten. Nachdem Stefan Mappus abgesagt hatte, ist nun Günther Oettinger …