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Es macht Spaß, Spielverderber zu sein

Letzte Woche war das Spiel des VfB teilweise wie eine Welle, die mich trägt. Mit dem Sieg gegen Gladbach wollte der VfB uns glauben machen, es gäbe was zu lachen, das 3:2 schien eine Befreiung zu sein, eine Pracht. Aber gegen Union wurde es ein anderes Spiel, von Pracht keine Spur. Oder im Trainer-Sprech: “Union ist eine extrem unangenehme Mannschaft, die sehr zäh zu bespielen ist und auch in der Defensive ihre Stärken hat“. Unangenehm? Union ist eine Scheiß-Mannschaft, aber das kann Pellegrino Matarazzo ja nicht sagen. Eine Scheiß-Mannschaft, wie sie der VfB im Abstiegskampf auch sein sollte: hohe Intensität, giftige Zweikämpfe, die ständige Suche nach Körperkontakt, jede Schiri-Entscheidung wird diskutiert und selbst wird bei jeder Berührung so getan, als hätte man sich lebensgefährlich verletzt. Dazu ein Scheiß-Publikum, wir kennen das vom Relegations-Rückspiel, das am Ende auch noch sang „Ohne Schiri habt Ihr keine Chance“. In die Opferrolle geht Union auch gerne. Hätte Union lieber die bornöse Flanke von Sosa verteidigt und in der Mitte Sasa Kalajdzic am Torschuss gehindert. Hätte Timo Baumgarl so viel …

Abstiegskampf until shit!

Tayfun Korkut, bei uns in Stuttgart zum Kino-Star avanciert, ist in Berlin mittlerweile zum viralen Internet-Hit geworden. Legendär seine Ansprache zum Start in die Trainingswoche bei Hertha. Schon in Stuttgart hatte man ihm gute Sprachkenntnisse attestiert und die stellte er nun auch beim “Big Shitty Club” eindrucksvoll unter Beweis, indem er sich auf das einfachste und international verständliche Sprachniveau begab, um seinen Starensemble mitzuteilen: „You are here until shit, I‘m here until shit!”. Die freie Übersetzung lieferte Winterneuzugang Marc-Oliver Kempf schon am Wochenende: “Ich bin seit ein paar Wochen hier, seitdem haben wir noch nicht gewonnen. Das kotzt mich übertrieben an.” Beim @HerthaBSC-Training hat Tayfun #Korkut der Mannschaft eine deutliche Ansage gemacht. #HerthaBSC #Bundesliga #Bobic @rbb_Sport pic.twitter.com/ePu7Iniacb — rbb|24 (@rbb24) March 8, 2022 Während es bei der Hertha nach neun sieglosen Spielen also anscheinend vor allem um übel riechene Körperausscheidungen geht, hat der VfB die Sieglosserie bekanntermaßen endlich durchbrochen. Auch ohne Denglisch-Wutrede. Denn VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo hätte das garantiert nicht gemacht. Nicht nur wegen seiner Englisch-Skills würde er wohl kaum so mit seinen Spielen sprechen. …

Die Mannschaft lebt!

Es wäre nicht überraschend gewesen, wenn der VfB nach dem 0:2 Zwischenstand zusammen gebrochen wäre. Nach neun sieglosen Spielen dann auch noch nach 35 Minuten zurückliegen? Beeindruckend wie die Mannschaft zurück gekommen ist. Mit einer Leidenschaft, die bis auf die Zuschauerränge spürbar war. Es kann mir keiner erzählen, die Mannschaft sei leblos, trainiere lasch oder ihr sei egal, was mit dem VfB in dieser Saison passiert. Wer im Stadion gewesen ist, hat gesehen: Da ist ein Team auf dem Platz, das kann und will. Eine Mannschaft, die sich nicht unterkriegen lässt. Sie hat die Zuschauer mitgenommen und wer nach dem Spiel nicht mitgenommen war, der hat ein Herz aus Stein. Ich habe Borna Sosa in mein Herz eingeschlossen. Seine Energie habe ich sogar im Oberrang gespürt. Und er gibt nie auf. Immer wieder geht er ins Dribbling, geht mühelos an Gegenspielern vorbei, weil ihm der Ball am Fuß zu kleben scheint. Bis er endlich die Vorlage zum 3:2 auf seinen Kumpel Kalajdzic gibt. Und wer Atakan Karazor nicht liebt, hat den Fußball nie geliebt. Während …

VertikalGIF #VfBBMG: Sie können noch gewinnen!

Seit neun Spielen ohne Sieg, durch Augsburgs Sieg in Bielefeld schon sechs Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz: Die Bedingungen vor dem Topspiel gegen Mönchengladbach waren nicht gerade ermutigend. Einziger Lichtblick: Tayfun Korkut und die Hertha, denen es ähnlich schlecht geht- nur dass sie dafür viel mehr Geld versenkt haben. Aber egal, wie schlecht in Berlin gespielt wird: So lange das Team von Pellegrino Matarazzo keine Punkte holt, sind die Ergebnisse der anderen Mannschaften irrelevant. Es wurde Zeit für den ersten Heimsieg seit dem 26. November! Dachte sich auch der Trainer und überraschte mit einer mutigen Aufstellung: Neben dem wiedergenesenen Sasa Kalajdzic brachte er mit Omar Marmoush, Chris Führich und Tiago Tomás gleich drei weitere Offensivkräfte. Die Zeichen standen also auf Attacke! Und tatsächlich startete der VfB mutig in die Partie. Das muss man der Mannschaft lassen: Egal, wie oft ihr – teils durch sie selbst – ein Bein gestellt wurde, sie steht immer wieder auf. Bereits nach zehn Minuten hätte sich der VfB belohnen müssen: Erst durch Borna Sosa, der aber wohl ohnehin im Abseits …

Wie Timo Gebhart den VfB rettete

Gegen Hoffenheim gab es das 100. Bundesliga-Gegentor in der Ära Matarazzo, am Wochenende findet das 100. Spiel zwischen dem VfB und Gladbach statt. Für Statistik-Freunde: Da waren 1980 auch einmal Hin- und Rückspiel im Halbfinale des UEFA Cups dabei. Wer als Erste/r ohne Google(!) mehr als fünf Spieler der Startelf weiß, bekommt von uns eine VfB Fußballfibel geschenkt. Das letzte Spiel gegen Gladbach mit Entscheidungs-Charakter fand am 5. Februar 2011 statt, ein spektakulärer 2:3-Auswärtssieg mit einem Elfmetertor von Timo Gebhart in der 87. Minute. Sebastian schrieb dazu in eben jener VfB-Fibel: Man muss sich nur den Spielbericht aus der ZEIT anschauen, um zu wissen, was für ein Spiel das war: „Während die Stuttgarter ihren ersten Auswärtssieg in dieser Saison feiern und als Tabellenvorletzter mit 19 Punkten den Anschluss an die sicheren Plätze wahren, werden die Sorgen für die Gladbacher immer größer. Noch immer warten sie auf den ersten Heimerfolg in dieser Spielzeit und haben nun schon sechs Punkte Abstand zu einem Nichtabstiegsplatz.“ Es war das „Top-Spiel“ des 21. Spieltags der Saison 2010/11 an einem unfreundlichen …

Wird der VfB das neue Werder Bremen?

Es ist immer schwierig, zwei Vereine miteinander zu vergleichen. Andere Entscheider, andere Spieler, anderes Umfeld. Aber die Parallelen zwischen Bremen 2021 und dem VfB 2022 sind zu offensichtlich. Als Werder Bremen 2021 abstieg, verloren sie sieben Spiele in Folge, blieben insgesamt zehn Spiele von Spieltag 25 bis 34 sieglos. Bremen hatte in der Saison 2020/2021 in Florian Kohfeldt einen Trainer, den sie nicht „opfern“ wollten. Sie waren von ihm und seiner Leistungsfähigkeit überzeugt, er galt als großes Trainertalent, modern, analytisch, kommunikativ. Er stand für den „Werder-Weg“, ausschließlich mit Kräften aus dem eigenen Stall zu agieren. Die Grün-Weißen schafften es jedoch nicht, den Negativlauf zu brechen – wahrscheinlich auch, weil sie sich nicht von Kohfeldt trennten. Als sich Bremen dann doch noch dazu entschloss, war es zu spät. Für den letzten Spieltag wurde Club-Legende Thomas Schaaf engagiert, um zumindest noch die Relegation zu schaffen. Eine 2:4 Heimniederlage gegen Gladbach und gleichzeitig ein 1:0 der Kölner gegen Schalke verhinderten dies. Die Situation beim VfB ist in dieser Saison ganz ähnlich: Neun Spiele am Stück sieglos. Immer wieder …

So steigst du ab

„Eines kann ich versprechen, diese Mannschaft wird wieder aufstehen“, sagte Pellegrino Matarazzo kämpferisch nach dem Spiel. Sicher, um dann erneut zu verlieren. Willen ist dem Team nicht abzusprechen, aber es fehlt immer etwas. Vor allem Glück. Gegen die TSG Hoffenheim waren es gegen Ende auch Konzentration und Kraft. Es ist frustrierend, jede Woche das gleiche Elend zu sehen. Es ist stets der gleiche Scheiss. Immer schießt einer sein Tor des Lebens, agiert einer unglücklich in einer entscheidenden Situation, fehlt es an letzter Konsequenz und das Ganze auch noch in der Nachspielzeit. Natürlich sind es noch zehn Spiele, aber mir fehlt die Phantasie, wie der VfB noch Punkte holen soll. Weil die Spiele stets gleich laufen. Warum bin ich nach dem Spiel so leer? Dieser Verein lässt mich leiden. Aber er wird mich weiter leiden lassen, weil ich ihn liebe. Für immer VfB. Egal in welcher Liga. — Marc ⎝𝖁𝖋𝕭⎠🇺🇦 (@MarcS1893) February 25, 2022 Am Einsatz lag es nicht, der VfB war gut eingestellt von Trainer Matarazzo, aber selbstverständlich schlug auch wieder das Verletzungspech zu. Vor …

It’s A Hard Knock Life

Dinos Mavropanos war nach dem Spiel untröstlich, sein Blick versteinert. Borna Sosa weinte. Orel Mangala schaute mit leeren Augen auf die Tribüne, verzweifelt auf der Suche nach einer Erklärung. Sven Mislintat, sonst immer zuversichtlich, habe ich noch nie so niedergeschlagen gesehen. Die 1:1-Niederlage gegen Bochum schmerzte allen. Dazu kam noch die erneute Verletzung von Silas für den die Saison schon gelaufen ist, bevor er wieder ganz der alte war. Das ist auch angesichts der Verletzungsvorgeschichte ganz bitter. Völlig egal, ob es sich um einen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt handelt: Tut uns leid für #Silas und den @VfB! Werd schnellstmöglich wieder fit, wir wünschen alles Gute dafür!🙏 https://t.co/2bNKrJfLCU — VfL Bochum 1848 (@VfLBochum1848eV) February 20, 2022 Wie soll sich der VfB von diesem Spiel erholen? Denn viel falsch gemacht hatte der VfB nicht gegen Bochum. Von den nicht genutzten Torchancen von Mangala und Omar Marmoush einmal abgesehen. Lange konzentriert und diszipliniert aufgetreten, der Matchplan ging auf, den Bochumern in erster Linie das Tempo nehmen. Das ist alles sehr tragisch für den VfB gelaufen. Aber …

VertikalGIF #VfBBOC: Football, bloody hell!

Nach Ylenia und Zeynep wollten die Fans am Samstag endlich auch den VfB Stuttgart mal wieder stürmen sehen. Die Partie gegen Bayernbezwinger Bochum war eines der Endspiele um den Klassenerhalt, in dem man sich ernsthafte Chancen ausrechnen konnte. Aber apropos Sturm: Sowohl Kalajdzic wie auch Marmoush saßen erstmal auf der Bank, Tibidi war aus disziplinarischen Gründen gar nicht erst im Kader. Also doch nur ein laues Lüftchen statt Sturmwarnung? Vorne sollte es also wieder Doppelpacker Tiago Tomás richten, unterstützt von Chris Führich und Silas auf den Flügeln. Letzterer setzte sich nach knapp 20 Minuten beherzt gegen seinen Gegenspieler durch, verletzte sich aber in der Aktion und musste mit ausgekugelter Schulter ausgewechselt werden. Wie viel Verletzungspech kann ein Team eigentlich haben? Für Silas kam dann doch Omar Marmoush, der nach Coronainfektion ganze zwei Trainingseinheiten absolvieren konnte. Vermutlich musste er sich auf dem Platz erstmal bei Tomás vorstellen. Doch auch in der neuen Angriffsbesetzung sprang außer zwei Distanzschüssen wenig heraus für den VfB Stuttgart. Das galt glücklicherweise aber auch auf der anderen Seite für den VfL Bochum. …

Game of Hopes

Der VfB will den Ball zwar flach halten vor dem Duell gegen den VfL Bochum. Natürlich ist der VfB auch bei einem Remis oder einer Niederlage noch nicht abgestiegen. Genauso wenig ist mit einem Sieg alles gut, der VfB stünde immer noch auf einem direkten Abstiegsplatz. Aber es ist ein entscheidendes Spiel für den weiteren Verlauf der Saison. Sieg oder Sarg. Thriumph oder Tränen. Winner oder wieder nichts. Es gehört nicht viel Phantasie dazu, dass sich bei einer weiteren Niederlage die Trainer-Diskussion verschärfen würde. Es geht um das dringend benötigte Erfolgserlebnis für die Mannschaft, aber auch für den Trainer und den Sport-Direktor, um nicht ständig in der Dauer-Schleife der eigenen Fantasy gefangen zu sein und um nicht mehr länger in schlechten Ergebnissen das Gute sehen zu müssen. Ein Sieg, der die Last und Schwere vom VfB nimmt und der Rückenwind bringen soll. Ein Sieg, der den Glauben an die eigenen Stärken zurück bringen kann und soll. Aber es wären auch drei Punkte für die Traurigen, die als VfB-Fans zu Tausenden da draußen sind. Irgendwo alleine …