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Der Wamangitukolaus belohnt den VfB Stuttgart

Der VfB Stuttgart gewinnt das bislang vielleicht wichtigste Spiel der Saison auswärts mit 2:1. Der erste Auswärtssieg in Bremen seit 2006! Trotzdem diskutieren alle über die Art und Weise der Entstehung des zwischenzeitlichen 2:0 für den VfB. Aber klar: Darf man das? War das respektlos? So oder so: Silas wird gegen Bremen zum Matchwinner. Durch einen eiskalt verwandelten Elfer, den Endo gegen den defensiv naiven Chong zieht, und nach einer Balleroberung, die er sich selbst erarbeitet, und dann unkonventionell abschließt. Klar, als Fans des Gegners würde mich das auch ankotzen, aber what the fuck? Sorry. Aber wer einem Spieler wegen des 0:2 in der 91. Minute den Tod wünscht, sollte sich vermutlich löschen. https://t.co/FALCZWHvGG — Vertikalpass (@_vertikalpass) December 6, 2020 Das Spiel in Bremen ist eines, wie wir es in dieser Saison noch nicht erlebt haben. Wenig zwingende Torchancen, aber dafür viele Ungenauigkeiten auf Seiten des VfB. Aber nach der Monster-Gelegenheit von Osako in der 5. Minute kommt von Werder nicht mehr viel und nach 15 Minuten ist der VfB auch endlich in der Partie …

VertikalGIF #VfBFCB: Sieger der Herzen

Nachdem Werder Bremen in der Vorwoche mit einer sehr defensiven Ausrichtung einen Punkt aus München hatte entführen können, lautete die große Frage: Wie lässt Matarazzo sein Team gegen den Rekordmeister auflaufen? Mutig und offensiv, das Risiko in Kauf nehmend, ins offene Messer zu laufen oder doch eher gegen seine Prinzipien und defensiv. Die Antwort: beides. Der Trainer, der am Samstag seinen 43. Geburtstag feierte, hatte sich einiges überlegt: Für Pascal Stenzel rückte Dinos Mavropanos in die Verteidigung, in der er mit Kempf, Anton und Sosa oft in einer Viererkette agierte. Überraschender waren da schon die Veränderungen in der Offensive: Den Ausfall von Gonzalez sollte nicht wie erwartet Kalajdzic kompensieren, sondern Coulibaly agierte unterstützt von Silas als vorderste Kraft. Und für den angeschlagenen Didavi kam Philipp Förster zu seinem Bundesligastartdebüt. Gleich nach Anpfiff wurde deutlich: Das Stuttgarter Team hatte nicht vor, den Bus im Strafraum zu parken. Das Team ging mutig zu Werke und nervte den FC Bayern auf dem ganzen Platz. Dieser Plan wäre allerdings bereits nach drei Minuten schon überholt gewesen als Lewandowski den …

Förster on fire!

Zugegeben: Die Bayern spielen alle drei Tage, haben verletzte und angeschlagene Spieler zu beklagen, kommen auf dem Zahnfleisch daher, aber trotzdem: dass der VfB so ein tolles Spiel hinlegt, wer hätte das gedacht? Pellegrino Matarazzo überrascht mit seiner Aufstellung: Philipp Förster steht in der Anfangself, was nicht wenige direkt dazu verleitet, ein Bierchen zu verhaften. Wie soll man es sonst aushalten? Aber was soll man sagen: Förster macht das Spiel seines Lebens. Zumindest eine Halbzeit lang. Nach gutem Beginn der Mannschaft, nur ein Pfostenkopfball von Lewandowski lässt den Puls nach drei Minuten steigen, läuft ein Konter über eben diesen Förster. Er treibt den Ball in seiner unnachahmlichen Art und er verpasst diesmal nicht den richtigen Zeitpunkt für das Abspiel auf Silas. Der dribbelt nicht, der macht keinen Übersteiger oder sonstige Fisimatenten, womit sein Gegenspieler Lucas Hernandez vermutlich rechnet, sondern passt perfekt temperiert in die Mitte. Manuel Neuer fällt wie eine Bahnschranke und verpasst den Ball, so dass Tanguy Coulibaly den Ball ins Tor stecken kann. Sein Tordebüt! Überhaupt Coulibaly: Er ist überraschend nicht außen, sondern …

Jetzt fehlt nur noch ein Erfolg gegen die Bayern

Was ist bitte mit dem VfB los? Vorausschauend agieren und pro-aktiv kommuzieren, das waren in der Vergangenheit nicht unbedingt die Kernkompetenzen des Clubs aus Cannstatt. Aktionismus, Kurzfristigkeit und eine Prise Dilettantismus dominierten das Handeln der Verantwortlichen. Und jetzt? Zuerst melden sich AG-CEO Thomas Hitzlsperger und e. V.-Präsident Claus Vogt mit Videobotschaften. Auch wenn sie manchmal ein bisschen hölzern wirken, es ist zu erkennen, dass sie in diesen schwierigen Zeiten mit Fans und Mitgliedern kommunizieren und den Kontakt zur Basis nicht verlieren wollen. Tenor: Ihr fehlt uns, die Situation ist nicht einfach, aber wir wissen, was wir tun. Zur Abwechslung und im Gegensatz zu ihren Vorgängern wirkt das durchaus glaubhaft, ganz ohne Großspurigkeit, ganz ohne Selbstzufriedenheit anlässlich des respektablen Saisonstarts. Dann verlängert Sven Mislintat erst mit Nicolas Gonzalez und kurz danach mit Wataru Endo jeweils bis 2024. Einfach so, im Fußballersprech würde man sagen „aus dem Nichts“. Das ist ein Zeichen der Wertschätzung, dass sich Leistung lohnt. Das sieht fast nach einem Plan aus: Mit Weitblick zwei Leistungsträger zu binden – dem Vernehmen nach ohne Ausstiegsklausel …

Zwei Punkte verloren oder einen gewonnen?

Remis gegen Köln, Schalke, Frankfurt, Hoffenheim. Die Frage nach jedem Spiel ist: Hat der VfB einen Punkt gewonnen oder zwei verloren? Bei einem Ausgleichstor in der 93. Minute muss man klar sagen: Punkt gewonnen. So, wie Hoffenheim dem VfB in der zweiten Halbzeit taktisch und spielerisch überlegen war: Punkt gewonnen. Aber liegt die Freude über den späten Ausgleich nicht eher daran, dass wir so etwas nicht mehr gewohnt sind? Späte, entscheidende Tore, die Punkte bringen: Nicht unbedingt die Trademark des VfB. Und gerade nach einem frühen Gegentor folgte nach dem Gesetz der VfB-Serie meist das nächste Gegentor (und das nächste). Nach dem 3:2 durch Andrej Kramaric hätte der VfB, wie wir ihn bisher kannten, nach einigen halbherzigen Alibi-Angriffen noch einen Konter zum 4:2 gefangen. Die Freude über den Ausgleich ist die Freude über das Auftreten der Mannschaft. Widerstände und Rückschläge scheinen sie nicht aus der Bahn zu werfen, sondern im Gegenteil: zu motivieren. Die Freude über den Ausgleich ist auch die Freude über das ungewohnte attraktive Spiel des VfB. Schnell, flüssig, mutig. Das sind wir …

Der deutsche Fußball ist mehr als Bayern München!

Zusammen mit seinem Dortmunder Kollegen Aki Watzke sprach Karl-Heinz Rummenigge in der tiefsten Corona-Krise im Frühjahr von Zusammenhalt und Solidarität. Heute erinnert er sich natürlich nicht mehr daran. Denn es geht um sein Geld. Es geht um eine alternative Verteilung der Fernsehgelder, um in der Bundesliga mehr Wettbewerb zu ermöglichen. Also keine zementierte Tabelle, die aus den immer gleichen fünf Clubs an der Spitze besteht. Der VfB Stuttgart mit seinem CEO Thomas Hitzlsperger hat sich erlaubt, zusammen mit drei Erst- und vielen Zweitligisten eine andere Idee der Verteilung vorzuschlagen. Dafür wurde der VfB bestraft, indem er nicht zur „Geheim“-Tagung in Frankfurt eingeladen wurde. Und Hitzlsperger muss sich auch noch belehrende Worte von Rummenigge gefallen lassen, die “erstaunlicherweise” brühwarm an die Presse durchgesteckt werden. Wenn der Bundesliga-CEO mit Vorstrafe seinem Kollegen mit Bundesverdienstkreuz erklären möchte, was Solidarität ist. Man muss es einfach lieben. pic.twitter.com/bzOXiQoYp4 — Vertikalpass (@_vertikalpass) November 11, 2020 Er halte es für möglich, dass aus einem Saulus ein Paulus werden kann, meinte er in Richtung Hitzlsperger nach einem Telefonat mit dem VfB-Boss. Was will …

Kann der VfB nicht mehr gewinnen?

Schon das dritte Spiel in Folge ohne Dreier. Bei allen drei Spielen wäre der Sieg drin gewesen. Und zwar ohne Probleme, Köln und Schalke waren am Boden, moralisch sowieso. Eintracht Frankfurt war nach einer 2:0-Halbzeitführung eigentlich schon besiegt. Woran liegt es, dass der VfB den Sack in den drei Spielen nicht zu gemacht hat? Zumindest in Frankfurt war es das In-Game-Coaching von Adi Hütter und die mangelnde Bereitschaft von Pellegrino Matarazzo darauf zu reagieren, dass über die Neubesetzung der Außenpositionen der Eintracht ein ganz anderes Spiel entstand. Silas, Stenzel und Sosa taten ihr Bestes, aber die Statik des Spiels hatte sich durch die Einwechslung von Amin Younes und Aymen Barkok komplett geändert. Okay das mit den Unentschieden haben wir jetzt geübt, dann auch gerne mal wieder ein Sieg. Aufgrund der zwei unterschiedlichen Halbzeiten geht das auch heute leider wieder in Ordnung. Wie auch die zwei Wochen davor ist's schade, dass es nicht zu drei Punkten gereicht hat. #VfB — twofourtwo (@two_four_two) November 7, 2020 Im Einzelfall kannst mit nem 2:2 gegen Frankfurt leben. Drei Unentschieden …

Kann der VfB nicht mehr verlieren?

Der VfB ist der heiße Scheiß in der Bundesliga und wird von FAZ, 11Freunde, Spiegel Online völlig zurecht gelobt und gehyped. Was wir da in der ersten Halbzeit gesehen haben, das ist der beste VfB seit vielen Jahren. Alleine die verschiedenen und kreativen Varianten bei den Standards – und das ganz ohne speziellen Standardtrainer. Flüssige Kombinationen, schnelles, direktes Spiel, jung, ein bisschen wild, aber auch vielfach ungestüm. Da kommt dann der letzte Pass oft nicht an, da werden Umschaltmomente nicht optimal ausgespielt. Aber was macht es? Spaß macht es. Denn den VfB 2020 zeichnet Mut aus. Mut, die spielerische Lösung zu suchen und nicht einfach den Ball lang und weit nach vorne zu kloppen und hinterher zu schauen. Wenn es kein Corona gäbe, lägen wir uns alle in den Armen, würden diesen neuen, mutigen VfB feiern. Wenn Zuschauer zugelassen wären, würde das Stadion abheben und auf einem Champions League Platz landen. Denn die Fans waren schon immer Champions League. Wir spielen es wieder sehr stark, nur der letzte Pass ist maximal unclever. — Seriouz (@Seriouz1893) …

Was ist nur aus dem VfB geworden?

Ob man will oder nicht: Als Fan des VfB Stuttgart – Traditionsverein seit 1893 – wird man auch selbst zunehmend zum Traditionalisten und schaut mehr in die Vergangenheit als nach vorn. Kein Wunder, schließlich liegen die richtig guten Jahren unseres Herzensclubs schon gut ein Jahrzehnt zurück. Gerade wieder in die erste Liga aufgestiegen und das Schlimmste befürchtend, flüchten wir uns in das vermeintlich Verlässliche und definieren uns über Historie und Statistiken. Und dann das: der VfB liefert einfach nicht mehr! Erster Spieltag: Der SC Freiburg ist zu Gast. Und gewinnt zum ersten Mal seit 2012 im Neckarstadion. Zweiter Spieltag: Der VfB fährt nach Mainz und siegt mit 4:1. Der erste Sieg bei den Rheinhessen seit 2005! Dritter Spieltag: Angstgegner Leverkusen ist zu Gast. Das Ergebnis: 1:1 und damit der erste Punktgewinn im heimischen Stadion gegen die Werkself seit 2014. Vierter Spieltag: Auch in Berlin ist für den VfB traditionell eher wenig zu holen. Aber in dieser Saison scheint alles anders: Der VfB gewinnt mit 2:0 – der erste Sieg im Olympiastadion seit 2013! Nicht mal …

Der neue und der alte VfB

“Der lupft gerne“, das sagte mein Vater oft. Weniger im Fußballumfeld, er meinte eher jemand, der stark am Glas war. Tanguy Coulibaly lupft auch gerne, ich denke, nur auf dem Spielfeld. Kurz vor dem Halbzeitpfiff hatte er nach einer sasa-tyischen Ablage von Kalajdzic die Chance zum 2:1. Er lupfte, Timo Horn brachte die Fingerspitzen dran und nix war es mit der Pausenführung. Da hätte ich mir den verschmitzten Matteo Klimowicz gewünscht: Der hätte den Ball am Keeper vorbei gelegt und locker eingeschoben. Das Spiel wäre ganz anders gelaufen. Ganz anders gelaufen wäre das Spiel auch, wenn Daniel Didavis Freistoss von der Latte ins Tor und nicht ins Feld gegangen wäre. Didavi hält sich ja für einen begnadeten Freistossschützen und das ist die einzige Parallele zu Cristiano Ronaldo: Auch der meint, jeden Freistoss verwandeln zu können und versucht es immer wieder, mit immer weniger Erfolg. Statt 2:0 nach 2 Minuten stand es 1:1 nach 22 Minuten. Ein saublöder Elfer und ein verletzter Marc-Oliver Kempf brachten Köln ins Spiel und den VfB aus dem Tritt. Coulibaly hätte …