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Das Wunder der Vorweihnacht

Jetzt mal ehrlich: Wie viel hättet in der Halbzeitpause der Partie des VfB gegen die Hertha noch auf unser Team gesetzt? Nach drei Schüssen, von denen keiner aufs Berliner Tor ging? Nach sage und schreibe zehn Ballkontakten von Mario Gomez, der einzigen Hoffnung, dass der VfB überhaupt mal ein Tor schießt? Nach einer Leistung von Gonzalo Castro, für die ihm der kicker die Note 5,5 verlieh? Nach einem Gegentor durch Maximilian Mittelstädt, der zuvor noch nie in der Liga getroffen hatte? Vor 47.860 Zuschauern, so wenig wie seit Zweitligazeiten nicht mehr? Ihr hättet keinen Cent investiert? Ich auch nicht. Denn mit dem 0:1 schien die Partie erledigt – wieder mal. Wer auf zwei Tore in 45 Minuten von der schwächsten Offensive der Liga hoffte, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann. Denn ganze drei Treffer in sechs Heimspielen waren es bislang im Neckarstadion gewesen. Aber es ist kurz vor Weihnachten und eine gute Zeit für Wunder. Und wer in der Halbzeitpause das Stadion verlassen oder den Fernseher ausgeschaltet hat, der verpasste so einiges: • …

Ist doch alles nicht so schlimm!

Es sind 14 Spieltage gespielt. Der VfB ist noch nicht abgestiegen. Es ist doch alles nicht so schlimm. Wir haben einen guten, ausgewogenen Kader, mit vielen sehr erfahrenen Spielern und einigen hochveranlagten Talenten. Dass es im Moment nicht so richtig läuft, liegt an extremen Pech mit bitteren Verletzungen und überraschenden Formkrisen. Gerade, dass so ein Schlüsselspieler wie Daniel Didavi verletzt ausfällt, damit konnte wirklich niemand rechnen. Dass Mario Gomez zwar immer noch weiß, wo das Tor steht, aber offenbar nicht mehr, wie man den Ball hineinschießt, konnte auch keiner ahnen. Dass das Spiel des VfB offensiv wie defensiv bisher so langsam ist: völlig unverständlich. Es ist schließlich noch niemand daran gehindert worden, schnell zu laufen! Auf Konter spielen und quasi jedes Laufduell verlieren. Irgendwie witzig. #VfB — Tom (@zwuggele) December 9, 2018 Aber was ist schon passiert? Der VfB hat zwar mit 9:29 ein unterirdisches Torverhältnis, ist aber nur ein einziges Tor von einem Nichtabstiegsplatz entfernt. Selbst Mainz 05 hat nicht einmal doppelt so viele Punkte wie der VfB Stuttgart und ist damit noch in absoluter …

Schöne Bescherung für VfB-Fans

Noch gut zwei Wochen bis Heiligabend. Höchste Zeit, die Geschenke zu besorgen. Aber, was schenkt man VfB-Fans, die schon fast alles (mitgemacht) haben? Wir hätten da ein paar tolle Tipps abseits des Mainstreams! Alle vorgestellten Bücher haben wir in der Hand gehabt und konnten mit den Autoren sprechen. Und was sollen wir sagen: Es lohnt sich! Es steckt viel Herzblut in jedem der Werke und das beste daran: Sie sind unabhängig vom sportlichen Erfolg eine gute Wahl! Also, wenn ihr echten VfB-Fans eine echte Freude machen wollt, dann schenkt ihnen etwas aus dieser exquisiten Auswahl. Oder noch besser: alles! Markus Schmalz Erste Runde Vestmannaeyjar: Mit dem VfB Stuttgart durch Europa Der Autor ist einer von nur ca. 70 VfB-Fans, die 1997 in Reykjavik dabei waren, als der VfB dort im Europapokal gegen den isländischen Pokalsieger IB Vestmannaeyjar antrat. Das war für Markus Schmalz, von Beginn an Mitglied des Commando Cannstatt, der Startschuss für Trips nach ganz Europa: Moskau, Rotterdam, Budapest, Manchester, Genua, Bratislava, Kopenhagen und viele mehr. Das Besondere daran: Seine Auswärtsfahrten kann man wörtlich nehmen, denn …

Einer, der schoss wie Allgöwer und Hitzlsperger

Die vier VfB-Spieler mit dem härtesten Schuss? Karl Barufka, Bernd Martin, Karl Allgöwer, Thomas Hitzlsperger. Meine vier ersten Idole beim VfB? Hermann Ohlicher, Bernd Martin, Karlheinz Förster, Didier Six. Bernd Martin ist gestorben und damit geht einer meiner Helden des VfB Stuttgart, der maßgeblichen Anteil dran hatte, dass ich Fan dieses großartigen Vereins wurde. Bernd Martin war einer der ersten „Jungen Wilden“ des VfB. Nachdem er mit der A-Jugend (u.a. mit Arno Schäfer, Martin Hägele und Mario Salzinger) Meister wurde, spielte er mit 18 Jahren bereits bei den Profis und feierte am 12. Dezember 1973 sein erstes großes Highlight: Achtelfinale im UEFA-Cup gegen Dynamo Kiew, so etwas wie das Nonplusultra der damaligen Zeit, mit dem Überspieler Oleg Blochin an der Spitze. Das Hinspiel in Kiew hatte der VfB bei minus 20 Grad mit 2:0 verloren, Hermann Ohlicher (40.) und Karl-Heinz Handschuh (75.) egalisierten im Rückspiel den Rückstand, alle richteten sich auf eine Verlängerung ein. In der 78. Minute wurde Bernd Martin eingewechselt und traf kaum zehn Minuten später zum entscheidenden 3:0 vor nicht einmal 30.000 …

Der VfB Stuttgart im Dezember 2018

Der VfB im Dezember 2018: Was wir wissen und was nicht

Erstmal vorweg: Wie gut fühlt sich denn bitte so ein Heimsieg an? Sowohl im Oktober wie auch im November mussten wir darauf verzichten. Die Klatschen gegen Dortmund und Frankfurt haben Spuren hinterlassen. Nicht nur bei der Mannschaft, sondern auch bei den Fans. Die Gespräche in der S2 vor dem Spiel gegen Augsburg drehten sich vor allem darum, wie hoch der VfB verlieren wird. Bitter. Und wer meine, dies sei nur eine selektive Wahrnehmung, der muss sich nur die Zuschauerzahl angucken: 52.000. Die Gegentribüne war so spärlich besetzt, dass man die weißen Buchstaben auf den Sitzen sehen konnte. Und, um das klarzustellen: Das hatte nichts mit dem Stimmungsboykott zu tun. Die Cannstatter Kurve war in der ersten Halbzeit zwar ruhig, aber wie immer voll besetzt. Fast genauso gut wie der Heimsieg fühlt sich ein Blick auf die Tabelle an. Platz 15! Völlig trügerisch natürlich, denn Nürnberg muss noch spielen und überhaupt ist es so eng, dass es nach dem nächsten Spieltag schon wieder ganz anders ausgesehen kann. Aufschlussreicher als die Tabelle sind da die Erkenntnisse, die …

Braucht das Team nur Zeit?

Es gibt nicht wenige, die gesagt haben: Hoffenheim, Dortmund und Frankfurt, das seien Spiele, die nicht zu gewinnen sind. Und auch Leverkusen sei kein Gegner auf Augenhöhe, weil Bayer allein durch ihre Offensive mit Havertz, Volland, Bellarabi und Brandt besser besetzt ist. Verschwiegen werden darf aber nicht, dass Leverkusens Trainer Heiko Herrlich aufgrund der miserablen Ergebnisse kurz vor dem Rauswurf stand und steht. Ein starker Gegner sieht anders aus. Wenn sich je etwas in Leverkusen holen ließe, dann zu diesem Zeitpunkt der Saison. Deshalb möchte man den kritiklosen Beobachtern zurufen: gegen wen soll der VfB Stuttgart gewinnen? Wie soll das Team von Markus Weinzierl überhaupt noch einen Sieg bis zur Winterpause holen, wenn sich die Einstellung nicht grundlegend ändert? Nach Augsburg – dem Angstgegner geht es nach Gladbach zum Tabellenzweiten, der gerade Hannover abgeschossen hat. Dann kommt die Hertha, gegen die der VfB auch selten etwas gerissen hat. Danach in Wolfsburg, wo der VfB traditionell schwach auftritt? Im letzten Heimspiel geht’s dann gegen Schalke, die in der Bundesliga zwar unterperformen, aber immerhin die Champions League …

Die Führungsspieler – wo sind sie?

Christian Gentner gibt, assistiert von seinen süßen Hunden, eloquente Interviews, Ron-Robert Zieler redet sich Auftritte schön („bitter“), Holger Badstuber ist verletzt und beleidigt und joggt auf dem Nebenplatz. Mario Gomez schließlich meint, dass es mal ein anderer als er im Sturmzentrum versuchen könnte. Das 17-jährige Supertalent Leon Dajaku womöglich? Mit Nicolas Gonzalez und Chadrac Akolo scheint derzeit nichts anzufangen zu sein, aber ein solches Greenhorn in dieser Situation reinzuwerfen, würde ein wenig an den Umgang mit Timo Werner erinnern. Die Misere liegt an der Unsichtbarkeit der sogenannten Führungsspieler, zu denen ebenfalls Dennis Aogo, Andreas Beck, Emiliano Insua und Gonzalo Castro zu zählen sind. Unsichtbar nicht vor den Mikrofonen, sondern auf dem Platz. Sie sind keine Leistungsträger, sie gehen nicht mit gutem Beispiel voran und geben den jungen Spielern keinen Halt. Der VfB Stuttgart hat also aktuell eine Hierarchie, die offensichtlich nicht funktioniert. Doch hat Markus Weinzierl den Mut, diese aufzubrechen oder bleibt ihm gar nichts anderes übrig als aufgrund der dünnen Spielerdecke auf formschwache Führungsspieler zu setzen? Wahrscheinlich liegt die Wahrheit irgendwo in der Mitte: …

Meister im Schönreden?

Nach der völlig verdienten Niederlage gegen Bayer Leverkusen streute der VfB Stuttgart über seine medialen Kanäle erst das neue Lieblingswort „bitter“, dann Statistiken (wie zum Beispiel Eckbälle oder Zweikampfquoten), die sich gut lesen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier ein Spiel schön geredet wird, dass Fans beruhigt werden sollen, dass Platz 18 gar nicht schlimm ist und der VfB dort auch völlig unberechtigt steht. Und es drängt sich der Eindruck auf: Haben die Verantwortlichen in der Mercedesstraße überhaupt begriffen, wie dramatisch die Situation ist? Die Kollegen von Rund um den Brustring haben es auf den Punkt gebracht: Mit den zweitmeisten Gegentoren und den zweitwenigsten Punkten in der VfB-Bundesligageschichte zu diesem Zeitpunkt der Saison ist der Club mit dem Brustring nur in den Abstiegsspielzeiten 1974/75 und 2015/16 schlechter gewesen. Es ist also mindestens 5 vor 12. Jetzt scheint es offiziell zu sein. Badstuber steht zum Verkauf. 🤔 #VfB @vertikalpass @wolle_diddi_vfb pic.twitter.com/vmi7tkXbnD — Hauptsache Stuttgart (@HptsStuttgart) November 25, 2018 Der VfB Stuttgart scheint im Moment in erster Linie ein Marketinginstrument zu sein: Die “Red …

Doppel-D: die Hoffnungsträger?

„Anastasios Donis und Daniel Didavi sind zwei absolute Schlüsselspieler für uns in der Offensive. Mit ihnen werden wir eine ganz andere Stärke haben“, sagt VfB-Vorstand Michael Reschke nach der Niederlage in Leverkusen. Ist das eine ehrliche Einschätzung oder eine Ausrede? Immerhin hielt Reschke bei seinem Amtsantritt beim VfB Donis für noch nicht einmal bundesligareif. Eine Einschätzung, die eventuell auch damit zu tun hatte, dass es ein Transfer von Jan Schindelmeiser war. Es sagt alles über den jämmerlichen Zustand des VfB Stuttgart und den verblendeten Blick von Reschke, wenn er auf zwei Spieler hofft, die aufgrund von Verletzungen lange nicht auf dem Platz standen und die zuvor nicht wirklich bewiesen haben, dass sie konstant (und verletzungsfrei!) auf hohem Niveau spielen können. Der eine immer an der Schwelle zur Invalidität, der andere wirkte bisweilen launisch wie eine Diva. Dass alle Hoffnungen beim #VfB jetzt auf zwei Spielern liegen, die in der bisherigen Saison 151 Minuten (Donis) bzw. 239 Minuten (Didavi) gespielt haben, ist bezeichnend. Zusammen kommen die beiden übrigens auf eine Vorlage und ein Tor: Das 1:0 …

Das Millionen-Missverständnis?

Perlentaucher, Netzwerker, genialer Kaderplaner, Supernase: Michael Reschke eilte bei seinem Amtsantritt in Stuttgart ein Ruf wie ein Donnerhall voraus. Die Realität: Er hat die Ausgliederungsmillionen versenkt. In Tayfun Korkut und in Spieler wie Mario Gomez, Gonzalo Castro, Holger Badstuber, Daniel Didavi, Andi Beck und Dennis Aogo. Alles Spieler, derenGehälter üppig sind und deren Wiederverkaufswert bei Null liegen wird. Dazu kommen in Pablo Maffeo, Nicolas Gonzalez und Borna Sosa Talente, deren Marktwert beim VfB Stuttgart gesunken ist. Deutlich. Vielleicht wird der VfB-Vorstand ebenso überschätzt, wie Reschke es selbst mit der absurden Rückrunde tat. Alle Befürchtungen, die viele in der Winterpause 2017/2018 hatten, scheinen sich jetzt mit Verzögerung zu bewahrheiten. Jetzt sollen Spieler wie Patrick Herrmann, Sandro Wagner, Sebastian Rode und Shinji Kagawa den VfB retten. Und sie passen in Reschkes Beuteschema:  teuer, erfahren, mit Führungsanspruch und entweder verletzungsanfällig oder langsam. Wird der VfB Stuttgart endgültig zur Rentner-Gang? Eine mögliche Aufstellung könnte dann heißen: Zieler, Badstuber, Pavard, Baumgartl, Insua, Beck, Aogo, Castro (Rode), Kagawa, Herrmann, Gomez (Wagner). Eine Aufstellung, mit der ich mich nicht identifizieren könnte. Eine Aufstellung, …