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Patt im Pott

Der VfB spielt nicht den Aufbaugegner, Schalke 04 bleibt aber auch im 22. Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg, der VfB dagegen hat seit acht Ligaspielen nicht mehr gegen die Knappen gewonnen. Es war mehr als ein Punkt drin. Ärgern wir uns darüber? Nein. Natürlich hätte ich lieber geschrieben “Stuttyacht erobert Schalke“, denn Schalke ist mit einem Punkt noch gut bedient. Aber neun Punkte in sechs Spielen, seit fünf Spielen ungeschlagen, das ist ein mehr als erfreulicher Saisonstart, zumal nicht wenige (auch wir) Teile des Kaders für nicht bundesligareif hielten. Ein zugegeben machbares Programm? Völlig egal, denn der VfB der letzten Jahre hätte dieses Auftaktprogramm vergeigt und sich selbst in Probleme gebracht vor den Spielen gehen Frankfurt, Hoffenheim und Bayern. Mischa gegen Mislintat ging also 1:1 aus, wobei ich mir einen Sieg gegen den ehemaligen VfB-Sportvorstand Michael Reschke sehr gewünscht habe. Zu viel verbrannte Erde (und verbranntes Geld) hat er in Stuttgart hinterlassen, er wusste alles besser, aber er machte nichts besser. Wie wohltuend ist es heute und was für ein himmelweiter Unterschied zur bleiernen Ära …

Fehler 404: Unrechtsbewusstsein nicht gefunden?

In der Mercedesstraße zählt man vermutlich schon die Stunden bis zum Anpfiff gegen Bayer Leverkusen. Denn im Idealfall überdeckt ein sportlicher Erfolg jegliche unschönen Nebengeräusche und zum anderen wäre auch eine 0:4 Schlappe einfacher zu erklären als die Weitergabe vom Mitgliederdaten an Facebook. Mit etwas mehr Zeit eine erweiterte Version des Zeitstrahls zu den #VfBleaks: + Info MVs und Entlastungen + Termin Ausgliederung ergänzt + Hervorhebung Fragenkomplex zu Datenlieferung 10/2018 #VfB pic.twitter.com/QOcSWZJ9jp — Ron Merz (@Brustring1893) September 29, 2020 Aber was sagt es über den VfB Stuttgart aus, wenn man “noch vor zehn Tagen davon ausging, dass kein öffentliches Interesse an einer Berichterstattung über diesen Vorgang besteht“ wie es in der heutigen Ausgabe des kickers zu lesen ist? Klar, einerseits verständlich, dass niemand, der offensichtlich massiv Mist gebaut hat, daran interessiert ist, dass die Angelegenheit komplett aufgearbeitet wird. Andererseits: Empfindet der VfB es als Petitesse, dass er seine Mitglieder mit Füßen getreten hat? Dass er im Rahmen der Ausgliederungskampagne und danach versucht hat, sie zu manipulieren und ja, sagen wir wie es ist: sie zu …

VertikalGIF #M05VfB: Bye bye Byerlorzer?

2020 scheint alles möglich: Saisonunterbrechung, Spiele ohne Zuschauer, ein grünes VfB-Trikot aus alten Flaschen, die erste Niederlage im eigenen Stadion gegen Freiburg seit 2012 und jetzt der erste Sieg in Mainz seit 2005. Am Ende waren es wieder 5 Tore und dazu noch zwei gelb-rote Karten. Im Gegensatz zum Saisonauftakt waren die Treffer aber diesmal besser verteilt. Zumindest aus VfB-Sicht. Dabei sah es danach lange nicht aus. Schon vor dem Spiel war klar, dass die erste Viertelstunde sehr wichtig sein würde: Würde das Mainzer Team wirklich gegen seinen ungeliebten Trainer spielen? Oder würde man dem Aufsteiger gleich mal zeigen, wer der Chef im Stadion ist? Auch Matarazzo hatte seinen Team anscheinend mit auf den Weg gegeben, von Anpiff an für Alarm zu sorgen. Und das tat der VfB in beeindruckender Art und Weise. Hier das Stuttgarter Mittelfeld: Die Mainzer bekamen kaum einen Fuß auf den Boden. Nach zehn Minuten hatte der VfB bereits 5 Ecken herausgespielt und über 75 % Ballbesitz. Das Problem: Drei Minuten später lag das Matarazzo-Team mal wieder zurück. Gut spielen, aber …

VertikalGIF #VfBSCF: Zorni reloaded?

19. September 2020, 15:30. Das Wetter ist herrlich, der Rasen perfekt. Die knapp 8.000 Fans im Neckarstadion sind optimistisch. Der VfB Stuttgart ist zurück in der Fußballbundesliga. 19. September 2020, 15:38. Das Wetter ist immer noch herrlich, der Rasen nach wie vor perfekt. Die knapp 8.000 Fans sind im Stadion entsetzt. Der VfB Stuttgart liegt mit 0:1 zurück, weil Nils Petersen völlig im frei im Stuttgarter Strafraum zum Kopfball. Wer hätte auch ahnen können, dass der so torgefährlich ist? Und das, während die Fans ohnehin noch viele Fragezeichen in den Augen hatten: Würde Endo in der ersten Liga genauso auftreten können wie in der zweiten? Würden Silas die Qualitäten, die er vor allem in der Endphase der vergangenen Saison gezeigt hatte, wieder auf den Rasen bringen. Und warum spielte der VfB eigentlich ohne Stürmer? Doch bevor das geklärt werden konnte, stand es nach einem Freistoß bereits 0:2. Verursacht hatte diesen übrigens Daniel Didavi mit einer komplett sinnfreien eingesprungenen Grätsche. Als kurz nach dem 0:2 auch noch das vermeintliche 0:3 fiel, überlegte man sich dann schon, …

Das hat mit Naivität nichts zu tun

7.123 Zuschauer im Neckarstadion – nur im Jahr 1976 in der zweiten Liga bei der 2:3 Niederlage gegen den SSV Reutlingen kamen weniger. 2.500 sollen es damals gar nur gewesen sein, so wurde es jedenfalls überliefert. Aber aus der Zeit gibt es ja nur noch Höhlenmalereien. Die Niederlage gegen Reutlingen vor 44 Jahren war trostlos, für die Zuschauer – soweit erkennbar sehr diszipliniert im Tragen des Mund-/Nasenschutzes – wiederholte sich dieses Erlebnis gegen den SC Freiburg nicht, auch wenn der VfB fünf Tore kassierte, ein Glück waren zwei Abseits. Der VfB trat beim Saisonauftakt 2020/2021 mit Roberto Massimo, Wataru Endo, Silas und Matteo Klimowicz mit vier Spielern an, die ihr Bundesligadebüt feierten, später kamen noch Momo Cissé, Hamadi Al Ghaddoui und Sasa Kalajdzic dazu. Insgesamt also sieben Bundesliga-Neulinge! Dass der VfB nach rund 20 Minuten mit 0:2 zurücklag, hatte aber nichts mit der Unerfahrenheit der Mannschaft zu tun. Beim 0:1 präsentierte sich die Innenverteidigung mit Waldemar Anton, Marcin Kaminski und Marc-Oliver Kempf – allesamt gestandene Bundesligaspieler – völlig orientierungslos. Vor dem 0:2 beging Daniel Didavi …

VertikalGIF #FCHVfB: Das Traditionsduell

Lust auf etwas Mathe zum Saisonstart? Die Chance, dass es in der ersten Runde zur Partie Hansa Rostock gegen VfB Stuttgart kommt, liegt bei 1:1024. Die Wahrscheinlichkeit, dass es gleich drei Mal in Folge zu dieser Partie kommt, liegt hingegen bei ca. eins zu einer Milliarde (1:1.073.741.824). Ein Lottogewinn ist ein Klacks dagegen.   Dass der VfB seine Saison in Rostock beginnt, hat mittlerweile also Tradition. Und mittlerweile wissen Spieler, Verantwortliche und Fans gleichermaßen: Drittligist hin oder her, das wird nicht einfach. Das Weiterkommen wird natürlich erwartet, aber niemand glaubt so wirklich daran, dass es einen souveränen Sieg gibt.   In der zweiten Liga hatte das Stuttgarter Team gegen vermeintlich unterlegene Gegner wie Wehen Wiesbaden oder Osnabrück oft pomadig gewirkt. Ähnliches stand auch in Rostock zu befürchten, schließlich traf ein Bundesligist auf einen Drittligist. Aber erstaunlicherweise war der VfB ab der ersten Minute konzentriert, präsent und ließ sich auch von der härteren Gangart von Hansa nicht schocken. Und die Fans so:   Ebenso irritierend wie das konsequente Auftreten der Spieler mit dem Brustring waren die …

Same procedure as last season? Same procedure as every season!

Die beste Nachricht zuerst: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es kein Corona mehr! Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, warum 7.500 Fans im Ostseestadion lauthals sangen, um die freigesetzten Aerosole dann mit ihren Schals zu verteilen. Den Gästeblock hatte man frei gelassen. Nicht, dass es zu viel Abstand zwischen den Fans gibt: Wo bleibt denn da die Stimmung?! Fairerweise muss man dazu allerdings auch festhalten, dass die Infektionszahlen in Mecklenburg-Vorpommern sehr niedrig sind. Gute Stimmung beim @DFB_Pokal in #Rostock 👍 Die Fans haben lange darauf gewartet. Ich freue mich, dass wieder mehr Zuschauer ins Stadion können. Es ist ein großer Schritt in #CoronaZeiten 👉 Viel Erfolg @HansaRostock !!! pic.twitter.com/MYHjlWbivo — Manuela Schwesig (@ManuelaSchwesig) September 13, 2020 Die nächste gute Nachricht: Der VfB Stuttgart ist eine Runde weiter. Dank einer guten ersten Halbzeit und dem Abstaubertor von Silas. Dass die Truppe von Pellegrino Matarazzo am Ende ziemlich wackelte und fast noch das Gegentor kassiert hätte? Geschenkt! Das hat ja schon Tradition. Konzentrieren wir uns lieber auf die positiven Aspekte des ersten Pflichtspiels der Saison. Der VfB war …

“Schorschi, Schorschi noch einmal, …

… es war so wunderschön. Schorschi, Schorschi noch einmal, wir wollen Tore sehn!“ Leser unserer VfB-Fibel wissen: Wir sind Fans von Georg Volkert, dort schrieben wir unter anderem über ihn: Erst mit knapp 33 Jahren wechselte der gebürtige Franke zum VfB, nachdem er mit dem 1. FC Nürnberg Deutscher Meister und 1977 mit dem Hamburger SV Europapokalsieger geworden war und längst nicht mehr so flink auf den Beinen wie zu Anfang seiner Karriere. 75.000 Mark betrug 1978 die Ablösesumme für Volkert. Eine selbst für damalige Verhältnisse geradezu lächerliche Summe für einen, der lange Zeit als bester Linksaußen Deutschlands galt, den sogar Juventus Turin verpflichten wollte. Volkert hatte seine Launen, er war ein guter Orgelspieler und Sänger, aber am wichtigsten: an guten Tagen war er unwiderstehlich. Würde man einen Film über ihn drehen, so müsste er “Der Trixxer” heißen. Volkert hatte alles drauf, er war ein Fopper, ein Fummler, aber kein Ego-Shooter. Dribbeln bedeutete bei ihm nicht Eigensinn, sondern Raumgewinn. Er konnte Tricks im Stehen, im Laufen und wahrscheinlich auch im Sitzen, er schnickste mit dem …

vp weekly KW32

Die Woche begann mit etwas Erfreulichem: Der VfB stellte die Trikots der Saison 2020/2021 vor. Wer ein weißes Trikot mit einem roten Brustring erwartet hatte, der wurde nicht enttäuscht. We call it a Klassiker und zum Glück wurde von Jako auch im zweiten Jahr nicht verkrampft dran rumgespielt. Das Auswärtstrikot in rot bzw. schwarz ist recht kreativ geworden. Es ist inspiriert vom Auswärtsjersey der Saison 1997/1998. Der Stuttgarter Stadtplan ist das zentrale Gestaltungselement des Trikots, wobei sich das Herzstück (=Stadion) direkt unter dem Wappen befindet. Ganz neu ist die Idee zwar nicht, aber trotzdem ist es wieder ein unverwechselbares Trikot geworden. Well done, Jako! Wie beim Heimtrikot trägt die Innenseite am Nacken das Ortsschild „Bad Cannstatt“ und an der Außenseite befindet sich ein VfB Nackenprint. So bilden Heimat und Verein – mit allen Menschen, die dazugehören – den symbolischen „starken Rücken“ der VfB-Spieler. Wer sich ein Trikot holen will, hier gehts lang: 75,90 EUR für Mitglieder. Schnäppchen! Fit für die neue Saison! 💥 Unser Heim- und Auswärtstrikot 2020/2021 #auscannstatt. Zusammen mit der Mercedes-Benz-Bank und JAKO …

vp weekly KW30

Die Sommerpause wird nicht langweilig. Gleich am Anfang der Woche kommt schwer Verdauliches aus Bayern: Nachdem Karlheinz Rummenigge mit der Aussage “Wir sind jetzt leider angekommen an einem Punkt, an dem ich von den Ultras immer nur lese: Wir fordern dies, wir fordern das. Jetzt wollten sie Mitsprache bei der Debatte um die Verteilung der TV-Gelder“, vorgelegt hatte, Irgendwann ist auch mal Schluss, sagt Karl-Heinz #Rummenigge. Immer nur fordern. Wo kommen wir denn da hin … @FCPlayFair https://t.co/RP6jHE1mqB pic.twitter.com/hH76j4Y8i1 — rey bucanero (@ReyBucanero74) July 16, 2020 springt ihm sein Partner in crime (pun intended) Uli Hoeneß im Bayerischen Rundfunk bei: “Der Fußball gehört allen und es ist sehr wichtig, dass die Ultras begreifen, dass sie auch ein wichtiges Element sind, aber nicht alles alleine bestimmen dürfen. Ich bin immer für Kooperation, aber auch die Ultras müssen wissen, dass der Fußball auch ohne Ultras möglich ist.“ Was Hoeneß nochmal erläutern sollte: Wo und wann haben jemals im deutschen Fußball Ultras „alles alleine“ bestimmt? Mehr noch: Wo haben Ultras überhaupt jemals etwas bestimmt? pic.twitter.com/9z7P6aljqy — Philipp Köster …