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Der VfB gewinnt das wichtige Aua-Spiel

Christian Gentner wäre stolz gewesen: Der VfB auf Augenhöhe mit Mainz. Die gute Nachricht: Aber nur, weil Mainz den VfB auf sein Niveau runter gezogen hat. Kennt noch jemand Jens Jeremies? Ein eher mittelmäßig begabter und beliebter Mittelfeldspieler und Treter bei Bayern München Ende der 90er-, Anfang der Nuller-Jahre. Aber er brachte es mit seinen limitierten Fähigkeiten recht weit und wusste durchaus als Trashtalker zu überzeugen. Zum eleganten französischen Mittelfeldlenker Patrick Vieira sagte er einmal während eines Champions League-Spiels gegen Arsenal London: “Siehst Du die Mittellinie? Kommst Du drüber, macht es Aua!“ Im Spiel gegen den FSV Mainz 05 machte es mehrfach Aua für die VfB-Spieler. Der Jens Jeremies von heute und aus Mainz heisst Dominik Kohr und blieb bis zur 81. Minute erstaunlicherweise ohne gelbe Karte, obwohl er einiges unternahm, sich den Karton früher zu holen. Dem Tabellenvorletzten ging es nur darum, den Spielfluss zu unterbrechen, wenn nicht mit erlaubten Mitteln, dann mit Fouls. Für eine spielerisch orientierte Mannschaft wie den VfB war dies ein absoluter Stresstest, eine Reifeprüfung, ob sie nicht nur jung …

VertikalGIF #SCFVfB: Willkommen im Krisle

Nach der Heimniederlage am erste Spieltag gegen Freiburg startete der VfB durch: 17 Punkte aus den nächsten zehn Spielen mit dem furiosen 5:1 in Dortmund als krönendes Finale. Was für ein Saison-Auftakt!   Aber seitdem der VfB für einen Wechsel auf der Dortmunder Trainerbank gesorgt hat, stottert die Punktemaschine des Vereins für Bewegungsspiele: Mickrige 5 Punkte aus 7 Spielen stehen zu Buche. Krise? Vielleicht ein “Krisle”. Denn, wenn das eine Krise ist, wie sollen wir dann das nennen, was aktuell abseits des Platzes passiert? Apokalypse?   Im Fußball-Neusprech würde man wohl eher von einer “Ergebniskrise” sprechen, denn tabellarisch hat sich nicht so viel getan: Von Platz 7 ging es auf Platz 10. Aus 10 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wurden sieben – und falls Köln heute gewinnen sollte, wären es gar nur noch vier. Okay, das ist wirklich nicht beruhigend.   Weitaus beunruhigender als die jüngste Punkteausbeute war aber der Auftritt in Freiburg in der ersten Halbzeit. Das war in vielen Aktionen einfach zu entschlossen und uninspiriert. Was bei zahlreichen halbherzigen Abschlüssen begann und sich …

Mal schön den Ball flach halten …

Das Baden-Württemberg-Derbyle ist schnell erzählt: Zwei astreine Torvorlagen von Orel Mangala und Pascal Stenzel, ein verschossener Elfmeter von Nicolas Gonzalez, zwei Pfostenschüsse, ein gegnerischer Torhüter in Top-Form. Hat der VfB ein Problem? Ja, die Ergebnisse stimmen nicht mehr, das Leichte und Lässige ist verloren gegangen. Aber was wird denn erwartet? Dass der VfB eine clevere und formstarke Mannschaft wie den SC Freiburg herspielt? Dass der VfB durch die Liga fliegt? Auch wenn es manchmal nicht so aussah: Jeder Punkt muss hart erkämpft werden, dazu müssen alle in der Mannschaft ihre Top-Leistung auf den Platz bringen. Das war in den letzten Spielen aufgrund von Formschwächen nicht der Fall. Die zweite Halbzeit war absolut in Ordnung, Freiburg kam auf dem Zahnfleisch daher und der VfB spielte nicht wie in den letzten Jahren alibimäßig die Aufholjagd, sondern biss sich in die Partie, ein Punkt wäre mehr als verdient gewesen. Mal ehrlich: Dass die Saison kein Ponyhof wird, war klar, oder? Es ist eine junge Mannschaft und wir wollten eine junge Mannschaft – und die hat uns bisher mehr …

Die Chancen-Sünder von der Alm

“Die SpVgg Greuther Fürth hat ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und den VfB Stuttgart vor heimischem Publikum verdient mit 2:0 besiegt. Während die Gäste aus dem Schwabenland optisch tonangebend waren, aber aus ihrem Ballbesitz viel zu wenig machten, arbeitete sich das Kleeblatt in die Partie hinein und zwang den VfB schlussendlich mit der clevereren Spielanlage in die Knie.” Das schrieb der kicker zur Niederlage am 25. Spieltag in der letzten Saison und könnte so etwas ähnliches auch nach dem 17. Spieltag der Bundesligasaison 2020/2021 schreiben. Zweite Liga, das liegt dem VfB einfach nicht. Der Gegner überlässt den Stuttgartern den Ball, ständig wird mit langen Bällen die eigene Pressinglinie überspielt, in der Offensive gibt es keine Räume. Man muss es so klar sagen: Auch in der zweiten Liga wird mangelnde Spannung bestraft, wie gegen Bielefeld die Weigerung zu verteidigen von Borna Sosa beim 2:0 und Philipp Klement beim 3:0. Das war lediglich Begleitservice der beiden, es hätte nur noch gefehlt, dass sie Ritsu Doan ein Getränk angeboten hätten („Kaffee oder Tee?“). Die Niederlage gegen Arminia Bielefeld fühlte …

VertikalGIF #RBLVfB: Matsch of the day

“Ich glaub’, es geht schon wieder los Das darf doch wohl nicht wahr sein Dass man so total den Halt verliert Ich glaub’, es geht schon wieder los” Mit diesen klugen Worten Roland Kaisers begrüßen wir euch herzlich zum ersten Text des Jahres 2021. Erging es euch am Samstag Morgen auch so, als ihr feststelltet, dass schon wieder Spieltag ist?   Aber tatsächlich: Der 14. Spieltag wartete. Mit einem Heimgeisterspiel gegen den Tabellendritten RB Leipzig, der in der Saison erst eine Niederlage und ganze neun Gegentore kassiert hatte. Und das Ganze am Samstagabend um 20:30. Die Vorfreude bei vielen VfB-Fans sah ungefähr so aus:   Das lag natürlich nicht nur am gleichermaßen starken wie unattraktiven Gegner und der seltsamen Anstoßzeit, sondern auch an der Schlammschacht, die sich Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt in denen Tagen zuvor geliefert hatten – zur Belustigung der Liga und auf dem Rücken des VfB Stuttgart.   Doch noch vor Anpfiff ließen beide via Twitter(!) verkünden, man hätte sich vor dem Spiel zusammengesetzt und ein gutes Gespräch geführt. Die Frage: Hätte …

VertikalGIF #VfBSCF: Driving home for Achtelfinale

Was für ein schöner Jahresabschluss: Der VfB Stuttgart beschenkt sich selbst und seine Fans mit dem Achtelfinale des DFB-Pokals. Nachdem es in der bisherigen Saison nicht mit einem Heimsieg geklappt hatte, kam das 1:0 zum perfekten Zeitpunkt, um mit einem guten Gefühl ins “Winterpäusle” zu gehen.   Im Gegensatz zum 0:1 in Wolfsburg schonte Matarazzo Stammkeeper Kobel und Silas, die sich schon in die Weihnachtsferien verabschieden durften. Ebenfalls nicht in der Startelf: Sosa und Didavi. Stattdessen starteten Klimowicz, Castro und Kalajdzic. Abgesehen vom “Copa-Keeper” sah es aber auf beiden Seiten nicht so aus, als würde man das Spiel auf die leichte Schulter nehmen. Beide Teams wollten die Partie unbedingt gewinnen.   Und tatsächlich: Der VfB übernahm von Anfang an das Kommando und ließ Freiburg kaum Platz zu Entfaltung. Kein Vergleich zur letzten Partie, in der sich das Matarazzo-Team in den ersten Minuten sehr schwer tat. Fast genauso überraschend: Die Effizienz. Denn bereits die erste Chance nutzte Sasa Kalajdzic zur Führung. Ding-dong!   Eine weitere Frage, die in der ersten Halbzeit die Massen bewegte: Was hatte …

“Schiri, bitte gucken!”

Als Nicolas Gonzalez nach einem vermeintlichen Foul an ihm aufstand, murmelte er dies in Richtung Schiedsrichter Florian Badstübner. Das war Mitte der zweiten Halbzeit und ja, hätte der Schiri nur hingeschaut. Hätte er in der 9. Minute so hingeschaut wie in der 86. Minute. In der rempelte Orel Mangala seinen Gegenspieler im Mittelfeld um, ein klares taktisches Foul und auch die gelbe Karte absolut berechtigt. Zu dieser Bewertung hätte Badstübner auch in der Anfangsphase kommen müssen. Ridle Baku checkte Gonzalez im Strafraum rustikal um. So rustikal, dass er sich nicht wundern sollte, wenn er demnächst eine Einladung vom Deutschen Eishockey Bund im Briefkasten findet. Es war das nahezu identische Foul wie von Mangala kurz vor Schluss. Nur: Die Pfeife des Schiris blieb in der 9. Minute stumm, auch der VAR Günter Perl sah keine Veranlassung einzugreifen. Entweder, weil er in Bakus Aktion ebenfalls kein Foul sah oder weil er es für keine “klare Fehlentscheidung” hielt, den Elfmeter nicht zu geben. Es gibt auf der Welt wenige Konstanten. Unsere Auswärtsauftritte in Wolfsburg gehören dazu. Die Spiele …

VertikalGIF #WOBVfB: Das Kacktor des Jahres

Es war das vielleicht einzige Spiel des Jahres, bei dem Allesfahrer froh darüber waren, dass sie nicht dabei sein mussten durften. An einem verregneten Sonntagabend im Dezember beim zuhause ungeschlagenem Tabellenfünften antreten zu müssen, ist ja schon schlimm genug. Aber, wenn es sich dann auch noch um den VfL Wolfsburg handelt! Aber wie schon meine Oma sagte: Was muss, das muss. Und schließlich war auch der VfB vor dem Spiel ohne Auswärtsniederlage. Zudem mussten die Wolfsburger coronabedingt auf mehrere Spieler verzichten. Die zwei positiv getesteten Spieler hatten aber zum Glück nur zu drei weiteren Teamkollegen Kontakt. Na klar! Beim VfB Stuttgart gab es zum Glück keine Coronafälle, aber Pellegrino Matarazzo tauschte trotzdem gleich auf vier Positionen. Unter anderem fand sich auch Kapitän Castro auf der Bank wieder. Wer die Hoffnung hatte, der VfB würde die ersatzgeschwächten Wolfsburger von Anpfiff an unter Druck setzen, sah sich getäuscht: Schon in der ersten Minute hatte der VfL eine gute Torchance, während sich die Stuttgarter sichtlich schwer taten. Doch kam die neunte Minute! Mangala spielte perfekt in den Lauf …

From Sasa with Love

Nach der Gala gegen Dortmund hatte Pellegrino Matarazzo davon gesprochen, dass die Partie gegen Union Berlin ein Charaktertest sei. Nach dem sehr späten 2:2 kann man sagen, sein Team hat ihn bestanden, nachdem es sich mühsam in das Spiel hinein gekämpft hatte und weil es der VfB schaffte, auch in einem suboptimalen Spiel noch zu punkten. Der VfB-Trainer stellte seine 5:1-Erfolgsmannschaft um, brachte statt Orel Mangala und Tanguy Coulibaly in der Startelf Gonzalo Castro und Nicolas Gonzalez. Was zunächst arrogant wirkte nach dem Motto „Union schaffen wir auch ohne die beiden“, hatte triftige Gründe: Mangala hatte sich beim Aufwärmen verletzt, Coulibaly leichte muskuläre Probleme, so hieß es. Es sah ein bisschen nach Hangover aus, was der VfB am Anfang bot. Nach der Riesen-Party bei den Schwarz-Gelben waren der Kopf und die Beine schwer, zudem präsentierte sich Union als ekelhafter Gegner. Frühes Anlaufen, viele Zweikämpfe, kaum Räume, also das genaue Gegenteil zum Dortmund-Spiel. Dass ein Standard den 0:1-Rückstand bringt, ist Standard beim VfB. Es ist bekannt, dass Union bei ruhenden Bällen durch Christopher Trimmel (by the …

VertikalGIF #S04VfB: Pommes weiß-rot

Vor dem Spiel sprach Schalkes Trainer Manuel Baum davon, dass Schalke 04 wie eine volle Flasche Ketchup sei, die man so lange schütteln müsse, bis endlich etwas heraus käme. Doch auch beim 1:1 gegen VfB mussten die Gelsenkirchener ihre Pommes trocken essen. Für weiß-rote Leckerbissen sorgte nur der VfB. Generell muss man sich fragen, ob Baum die Flasche überhaupt schon geöffnet hat, die sein Vorgänger Wagner Anfang des Jahres offenbar ziemlich fest zugeschraubt hat. Zur Erinnerung: Den letzten Schalker Sieg gab es, als wir in Deutschland zum ersten Mal von Corona hörten: im Januar. Manche behaupten, die Schalker Sieglosserie habe mehr Tradition als RB Leipzig. Aber genug zu Schalke. Reden wir über den VfB Stuttgart! Schließlich hatte der auch einige Serien am Laufen. Zum Beispiel vier Spiele ohne Niederlage in Folge. Außerdem wären drei Punkte auf Schalke der dritte Auswärtssieg in Folge gewesen – so gut ist noch nie eine VfB-Mannschaft in die Saison gestartet! Matarazzo war also kurz davor, Geschichte zu schreiben. Und das mit zwei Veränderungen in der Startelf: Silas saß wegen Knieproblemen …