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CoronaGIF #SGDVfB: Herrlich langweilig.

Die sensationell schlechte und die Sensationell gute Halbzeit noch im Hinterkopf ging es für den VfB Stuttgart zum Tabellenletzten aus Dresden. Und die Fans bewegte vor allem eine Frage: Welches Gesicht würde ihr Team zeigen? Und überhaupt: ausgerechnet Dresden! Die waren schließlich seit sieben Wochen ohne Pflichtspiel und erst seit kurzem wieder im Mannschaftstraining. Vorher hatten die Spieler nur “individuell trainieren” können – wobei es wohl zu wenig entsprechenden Trainingsgeräte gab. Also, wenn ich zuhause individuell trainiere, sieht das ja meist so aus. Doch die Spieler von Dynamo Dresden wussten offenbar von der Stuttgarter Auswärtsschwäche und legten schwungvoll los. Zum Glück ohne den frühen Torerfolg, der dem VfB in den letzten Spielen stets das Leben schwer gemacht hatte. Und mit zunehmender Spieldauer kam auch der Favorit besser ins Spiel, ohne sich jedoch klare Chancen erspielen zu können. Das änderte sich jedoch in der 18. Minute! Da flankte Clinton Mola in die Mitte und über Umwege landete der Ball bei Al Ghaddioui, der tat, was ein Ali G. nun mal macht: ein Tor. Der Schiedsrichter entschied …

CoronaGIF #VfBHSV: Erst nix, dann alles

Da war es also: das erste Coronaspiel im leeren Neckarstadion. Und dann gleich so ein wichtiges. Nach zwei Niederlagen ging es gegen den HSV schon fast um alles. Crunchtime! Nach den desolaten Auftritten in Wiesbaden und Kiel hatte niemand erwartet, dass Matarazzos Team den HSV an die Wand spielt. Die Fans wären schon mit einem beherzten Auftritt zufrieden gewesen. Doch diese Hoffnungen hatten mal wieder nur gut 15 Minuten Bestand. Denn dann lagen die Stuttgarter mal wieder hinten – diesmal nach einer Ecke. Die Reaktion des VfB im Anschluss: Fehlanzeige. Es schien fast so, als ob man vergessen hätte, dem Team zu sagen, dass man es in die Pflicht genommen hat. Und weil der Fußballgott hin und wieder ein zynisches Arschloch ist, bestrafte er VfB-Spieler und -Fans mal wieder mit einem komplett lächerlichen VAR-Elfmeter kurz vor der Halbzeit. Ein Zweitore-Rückstand gegen den Tabellenzweiten zur Halbzeit. Eine leblose Truppe auf dem Platz, die sich nahezu keine Chancen herausgespielt hatte. Wie ging es eigentlich den VfB-Fans zur Halbzeit? Es wird wohl immer ein Geheimnis bleiben, was in …

The Spirit of 2017

Am Anfang hielt ich ja die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Pellegrino Matarazzo für eine Schnapsidee und reine Symbolpolitik: Das Symbol, dass Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat Eier haben. Dass sie das Sagen haben. Dass sie vorgeben, wo es lang geht und allen signalisieren: Mit unserem Trainer lassen wir nicht Hugoles machen. Denn das war keine Belohnung für gute Leistungen nach vier Spielen ohne Sieg. Aber gut, das ist VfB-like, remember Bruno, remember Captain Kork. Dann kommt die erste Halbzeit gegen den HSV und mir war klar. Die Vertragsverlängerung war genau richtig. Die Matchpläne von Matarazzo gehen auf, wie Mislintat bei der Vertragsverlängerung sagte? Ja, wenn der Plan ist, ängstlich, mut-, leb- und emotionslos zu spielen. Matarazzo will all-in spielen? Ja, wenn gedacht ist, sich komplett zu ergeben und dem HSV das Spiel und die Punkte zu überlassen. Einem HSV, der zwar ballsicher und souverän auftritt, der locker und flockig dominiert. Aber dem es sehr leicht gemacht wird durch eine hasenfüßige erste Halbzeit. Ob Hitz die Vertragsverlängerung des Trainers mit dem ausradierbaren Kuli unterschrieben hat? Oder Zaubertinte? …

CoronaGIF #SVWWVfB: “Roooooobert, ich erkenn’ da nix!”

So here we go again. Das letzte VertikalGIF erschien am 10. März nach dem 1:1 im Spitzenspiel gegen Bielefeld. Und, wow, seitdem ist viel passiert. Das Coronavirus ist nach wie vor leider nicht Geschichte, Fußballspiele ohne Fans nach wie vor scheiße, aber: der Ball rollt wieder. Aus Stuttgarter Sicht heute in Wehen. Oder Wiesbaden. Oder irgendwo dazwischen. Aber natürlich waren wir uns einig, dass die unerklärliche Auswärtsschwäche des VfB eine Ende haben würde, wenn keine Heim-Fans im Stadion sind. Und jetzt mal ganz ehrlich: Wir waren auch der Meinung, dass uns VfB-Anhängern die “Corona-Krise” ganz gelegen kommt. Denn schließlich sollte sich ohne emotionalen Support der Fans immer die qualitativ bessere Mannschaft durchsetzen. Und deswegen ging ich auch von einem klaren Sieg gegen den Aufsteiger und Tabellen-Sechzehnten aus. Doch schon während der ersten Halbzeit wurde recht schnell deutlich, dass man sich auf den VfB einfach verlassen kann – zumindest auswärts. Zu langsam, zu pomadig, zu ineffizient. Daran konnte nichtmal eine Pandemie etwas ändern. Und natürlich war allen VfB-Fans klar: Je länger das Spiel torlos bleibt, desto …

„Ich bin bereit für Korn und Sprite!“

Anschauen, nicht anschauen, anschauen, nicht anschauen. Viele fragten sich das vor dem Re-Start der Bundesligen. Für mich stand von Anfang an fest: Ich schaue mir den VfB an, ich kann ja den Club nicht alleine lassen. Zur Eingewöhnung startete ich gleich am Samstag mit der Bundesliga-Konferenz. Ich stellte mir das wie eine Freak-Show vor, wie vor 150 Jahren auf dem Jahrmarkt der Elefantenmensch ausgestellt wurde. Schwachsinnige Ideen, wie das Einspielen von Fangesängen bei der Sky-Übertragung, bestätigten mich in meiner Vermutung. Und ich wurde nicht enttäuscht, denn ich wurde mit animierten Choreos empfangen, die aussahen, als ob irgendjemand Dateien aus den 90er Jahren auf einer Fünfeinviertelzoll-Diskette gefunden hätte. Schnell war klar, ein Geisterspiel ist wie ein Friedhof. Er ist ein stiller Ort, ein Ort der Erinnerung. Und die Geisterspiele leben von der Erinnerung, was man selbst im Stadion erlebt hat. Oder, um beim VfB zu bleiben: erlitten hat. Man schaut das Spiel und denkt an etwas anderes, an gemeinsam gefeierte große Siege, an unnötige Niederlagen, an Momente, in denen einem der Atem stockte. Als man aufsprang …

Die maximale Witzfigur: Otto Baric

Otto Baric war eine Witzfigur. Jetzt könnten Spötter sagen, dass das bei nicht gerade wenigen VfB-Trainer der Fall war, aber Baric war es im wahrsten Wortsinne: Eine Figur, die ständig Witze machte. Meist allerdings unfreiwillig. Er wollte einst beim Mercedes-Stern auf dem Dach des Stuttgarter Hauptbahnhofs das Licht abschalten, damit ihm der VfB mit dem eingesparten Geld einen neuen Stürmer kaufen kann. Er hatte viele solcher Ideen, weshalb ihn so wenig Leute ernst nahmen, die Worte sprudelten aus ihm ununterbrochen heraus und das hörte auch nachts nicht auf, wie seine Frau einmal Stuttgarter Journalisten berichtete. Sein Lieblingswort war “maximal” (“Die Spieler müssen maximalen Einsatz zeigen”, “Ich bin maximal optimistisch”), das er “maximale“ aussprach und ihm den Spitznamen „Otto Maximale“ einbrachte. Der Kroate konnte zuvorkommend, unterhaltsam und witzig sein, pflegte allerdings einen fragwürdigen Umgang mit seinen Spielern und mit seiner ständigen Forderung nach mehr Geld ging er Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder mächtig auf die Nerven. Aufgrund seines arrogant wirkenden Auftretens war Baric in Cannstatt nicht beliebt. Er wusste immer alles besser, doch eines gelang ihm zumindest beim …

Mir fehlt etwas

Mir fehlt sogar ganz viel. Ausgelassen zu sein, gedankenlos zu sein. Freiheit. Die Freiheit machen zu können, was ich will. Liebe Leute zu treffen, die Unbeschwertheit, in der Sonne in einem Cafe zu sitzen und Leute zu beobachten, eine spontane Umarmung oder einfach meine Mutter zu sehen. Im Augenblick werden bei mir Dinge ganz laut, die bisher leise waren. Es sind Sorgen, die sonst verdrängt werden von scheinbar dringenden, aber meist banalen Problemen. Die Banalität ist gewichen der Sorge um die Gesundheit von Freunden und Familie und einem selbst. Die Sorge um die eigene berufliche Zukunft, die Unsicherheit der nahen und fernen Zukunft, ich fühle mich im Existenzkampfmodus. Und wo bekomme ich das nächste Klopapier her, verdammt? Ich lerne den alten Alltag schätzen, denn der ließ es kaum zu, über diese Dinge nachzudenken. Routinen bestimmten bisher meinen Tag, es ging ums Funktionieren und am Ende des Tages um Ablenkung von den schweren und komplizierten Dingen und dazu gehörte auch der VfB. Als kleine Erinnerung an den bisherigen Tagesablauf fange ich meinen Bürotag im Homeoffice mit …

Well, that escalated quickly …

Schon bemerkenswert: Vor nicht mal zwei Wochen hielt ich es für vertretbar, das VfB-Spiel gegen Bielefeld zu besuchen. Heute halte ich es für eine meiner dümmsten Entscheidungen der letzten Jahre. Es kommt einem vor, als sei das vorerst letzte Heimspiel des VfB Stuttgart schon eine Ewigkeit her. Unsere größte Sorge Anfang März war schließlich, dass das Spitzen- auch ein Geisterspiel wird. Elf Tage später hat die zweite Liga wie alle anderen auch längst ihren Betrieb eingestellt. Mannschaftssport findet – egal auf welcher Ebene – nicht mehr statt, Sport-, Spiel- und Bolzplätze sind deutschlandweit geschlossen. Und die anfänglichen Überlegungen, ob der VfB Stuttgart mit dem aktuell zweiten Platz eventuell bereits aufgestiegen ist, sind mittlerweile komplett irrelevant geworden. Denn während wir (und ihr hoffentlich auch) zuhause ausharren, damit nicht noch mehr Menschen an dem Coronavirus sterben, sorgen sich Arbeitnehmer um ihre Jobs und Unternehmen um ihre Existenz. Aktuell steht definitiv mehr auf dem Spiel als ein Aufstieg. Viel mehr. Denn, machen wir uns nichts vor, auch die Clubs mit ihren Multi-Millionen-Etats werden um ihr wirtschaftliches Überleben kämpfen …

Spielbetrieb aussetzen!

Paris, Valencia, Gladbach: Bei den Spielen der Champions League und dem Bundesliga-Nachholspiel wurde deutlich, da fehlte etwas. Die Emotion. Fußball ist mehr als das Ausspielen eines Ergebnisses, ist mehr als Sieg und Niederlage, mehr als Aufstieg und Abstieg. Es ist Kultur. Und das Publikum in den Stadien macht das Spiel dazu. Zu einem Ereignis, zu einem Gemeinschaftserlebnis. Denn das Publikum interagiert mit den Spielern, in nicht wenigen Spielen beeinflusst es die Partie. Es fehlen das Singen, das Stöhnen, das Schreien, das Jubeln, das Ärgern. “Without fans, football is nothing.“, sagte der berühmte schottische Trainer Jock Stein. Die Zuschauer sind die Seele des Spiels, ohne sie wird Fußball auf seinen Kern reduziert: auf ein Millionenbusiness. Gianni Infantino gefällt das, aber womöglich gibt es etwas, was größer ist als die FIFA. Das Corona-Virus bringt alles in Gefahr, natürlich auch dieses Millionenbusiness. Deshalb gibt es bis auf weiteres Spiele ohne Publikum, um den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten, denn für DFL-Geschäftsführer Christian Seifert steht es “außer Frage, dass die Saison wie vorgesehen bis Mitte Mai zu Ende gespielt werden …

VertikalGIF #VfBDSC: Bitte abpfeifen!

Was für ein seltsames Heimspiel. Dabei sollte es doch etwas besonderes werden: Zweiter gegen Erster, die stärkste Heimmannschaft gegen das beste Auswärtsteam. Mehr Spitzenspiel geht nicht, oder? Doch ging es in der Vorwoche noch um Schmähplakate, Drei-Stufen-Pläne und drohende Spielabbrüche, so stand die Partie des VfB gegen Arminia Bielefeld bereits vor Anpfiff auf der Kippe. Der Grund? Corona, na klar. Und da sich die Stadt, das zuständige Ministerium und die Teams mit verbindlichen Informationen zurückhielten, wussten die Fans auch am Montag Mittag noch nicht, ob die Partie überhaupt mit Zuschauern angepfiffen werden würde. Erst wenige Stunden vor Anpfiff war dann klar, dass es ein Spiel vor Zuschauern geben würde. Begründung unter anderem: Es seien schon viele Gästefans unterwegs. Kein Wunder, wenn man so lange braucht, um eine Entscheidung zu treffen. Und so musste jeder für sich entscheiden, ob er ein Bad in der Menge nehmen wollte oder das Spiel lieber im TV verfolgen wollte. Spoiler: Über 50.000 fanden ihren Weg ins Neckarstadion, in dem mit leicht modifizierten Sicherheitskontrollen für mehr Hygiene gesorgt werden sollte. Es …