Monate: Januar 2021

VertikalGIF VfBM05: Over the rainbow

Was war das für eine Woche gewesen: Eigentlich hatten alle mit einem Statement von Thomas Hitzlsperger gerechnet. Doch stattdessen meldete sich der Präsident Claus Vogt mit einem langen Brief an die Mitglieder und stellte sich gegen seine Präsidiumskollegen, die wenig später ihrerseits zurückschossen. Im Internet kursieren mittlerweile Bilder, bei denen es sich angeblich um Bilder einer Überwachungskamera im Klubhaus (nicht Clubhouse!) handeln soll: Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Und gerade als alles so richtig schön scheiße war und man einfach nur noch den Anpfiff des Spiels gegen Manz herbeisehnte, veröffentlichte der VfB zum „Erinnerungstag im Deutschen Fußball“ das vermutlich schönste Sondertrikot seit … ja vermutlich seit immer. Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content Leider scheint auf einem Post-it in der VfB-Marketing-Abteilung zu stehen: „Sondertrikots IMMER limitieren!!!“ Und deswegen waren die 1893 Regenbogen-Jerseys am Donnerstag Abend nicht nur schnell ausverkauft, sondern auch bereits auf eBay zu finden. Ganz ehrlich: Wer macht so etwas? Click on the button below to load the …

Der VfB gewinnt das wichtige Aua-Spiel

Christian Gentner wäre stolz gewesen: Der VfB auf Augenhöhe mit Mainz. Die gute Nachricht: Aber nur, weil Mainz den VfB auf sein Niveau runter gezogen hat. Kennt noch jemand Jens Jeremies? Ein eher mittelmäßig begabter und beliebter Mittelfeldspieler und Treter bei Bayern München Ende der 90er-, Anfang der Nuller-Jahre. Aber er brachte es mit seinen limitierten Fähigkeiten recht weit und wusste durchaus als Trashtalker zu überzeugen. Zum eleganten französischen Mittelfeldlenker Patrick Vieira sagte er einmal während eines Champions League-Spiels gegen Arsenal London: „Siehst Du die Mittellinie? Kommst Du drüber, macht es Aua!“ Im Spiel gegen den FSV Mainz 05 machte es mehrfach Aua für die VfB-Spieler. Der Jens Jeremies von heute und aus Mainz heisst Dominik Kohr und blieb bis zur 81. Minute erstaunlicherweise ohne gelbe Karte, obwohl er einiges unternahm, sich den Karton früher zu holen. Dem Tabellenvorletzten ging es nur darum, den Spielfluss zu unterbrechen, wenn nicht mit erlaubten Mitteln, dann mit Fouls. Für eine spielerisch orientierte Mannschaft wie den VfB war dies ein absoluter Stresstest, eine Reifeprüfung, ob sie nicht nur jung …

Der einsame Präsident

Es gibt die schöne Geschichte von Bayern-Trainer Louis van Gaal, wie er in der Halbzeitpause eines Spiels vor seiner Mannschaft die Hose herunter lässt und von ihr forderte, sie solle im Spiel Eier zeigen. VfB-Präsident Claus Vogt hat mit seinem Statement zur Verschiebung der Mitgliederversammlung (ursprünglich geplant: 18. März 2021) blank gezogen und Eier gezeigt. Denn er begründet nicht nur die Verschiebung (sehr ausführlich), sondern liefert auch Insights aus der Mercedestraße. Dass seine beiden Präsidiumskollegen Rainer Mutscher und Dr. Bernd Gaiser sowie der Vereinsbeiratsvorsitzende Wolf-Dietrich Erhard keinerlei Interesse am Austausch von Argumenten haben, dass sie sich für Meinungen der Mitglieder offensichtlich nicht interessieren. Dass auf ihn massiv Druck ausgeübt wird, bis hin zur Androhung von Schadensersatz. Man erkennt: Vogt ist völlig isoliert beim VfB und er entschied sich letztlich „gegen den erklärten Willen meiner beiden weiteren Präsidiumsmitglieder“ für eine Verschiebung, was den Anschein eines Alleingangs hat, aber ein Indiz dafür ist, dass er ganz alleine ist. Er wirkt dabei – und das wird Vogt nicht ungelegen kommen – als „einsamer Ritter im Kampf für Gerechtigkeit“, …

Army of Spalters

Unseren täglichen VfB-Eklat gib uns heute: Am Mittwoch war es eine Email des Präsidenten Claus Vogt an die Mitglieder, die für Aufsehen sorgte. Vogt kündigte darin an, die Frist für die Einladung zur Mitgliederversammlung verstreichen zu lassen. Bedeutet: Er hat die Mitgliederversammlung vom 18. März bis zum 5. September verschoben – gegen den Willen seiner Präsidiumskollegen Gaiser und Mutschler, die auch sonst nicht besonders gut wegkamen. Nicht nur die Botschaft des Präsidenten, sondern die Entwicklungen im Januar generell machen deutlich: Es geht hier nicht um Hitz vs. Vogt, es geht um Establishment vs. Mitgliederrechte. Hitzlsperger war nur Plan A, um Vogt möglichst schnell loszuwerden. Ein Plan, der offenbar gescheitert ist. Oder glaubt jemand ernsthaft, Hitzlsperger brenne drauf, sich neben seinem höchst anspruchsvollen Fulltime-Double-Job als Sportvorstand und Vorstandsvorsitzender auch noch um Faustball, die Garde und unzähligen Jubilare zu kümmern? Warum ist es dann überhaupt soweit gekommen? Thomas Hitzlsperger hat es nach eigenen Worten sehr getroffen, was er erfahren, hören oder lesen musste. Verständlich. In gerade mal drei Wochen vom Brustring-Halbgott zum Spalter – und das einzig …

VertikalGIF #SCFVfB: Willkommen im Krisle

Nach der Heimniederlage am erste Spieltag gegen Freiburg startete der VfB durch: 17 Punkte aus den nächsten zehn Spielen mit dem furiosen 5:1 in Dortmund als krönendes Finale. Was für ein Saison-Auftakt! Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Aber seitdem der VfB für einen Wechsel auf der Dortmunder Trainerbank gesorgt hat, stottert die Punktemaschine des Vereins für Bewegungsspiele: Mickrige 5 Punkte aus 7 Spielen stehen zu Buche. Krise? Vielleicht ein „Krisle“. Denn, wenn das eine Krise ist, wie sollen wir dann das nennen, was aktuell abseits des Platzes passiert? Apokalypse? Click on the button below to load the content of giphy.com. Load content   Im Fußball-Neusprech würde man wohl eher von einer „Ergebniskrise“ sprechen, denn tabellarisch hat sich nicht so viel getan: Von Platz 7 ging es auf Platz 10. Aus 10 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz wurden sieben – und falls Köln heute gewinnen sollte, wären es gar nur noch vier. Okay, das ist wirklich nicht beruhigend. Click on the button below to load the content …

Mal schön den Ball flach halten …

Das Baden-Württemberg-Derbyle ist schnell erzählt: Zwei astreine Torvorlagen von Orel Mangala und Pascal Stenzel, ein verschossener Elfmeter von Nicolas Gonzalez, zwei Pfostenschüsse, ein gegnerischer Torhüter in Top-Form. Hat der VfB ein Problem? Ja, die Ergebnisse stimmen nicht mehr, das Leichte und Lässige ist verloren gegangen. Aber was wird denn erwartet? Dass der VfB eine clevere und formstarke Mannschaft wie den SC Freiburg herspielt? Dass der VfB durch die Liga fliegt? Auch wenn es manchmal nicht so aussah: Jeder Punkt muss hart erkämpft werden, dazu müssen alle in der Mannschaft ihre Top-Leistung auf den Platz bringen. Das war in den letzten Spielen aufgrund von Formschwächen nicht der Fall. Die zweite Halbzeit war absolut in Ordnung, Freiburg kam auf dem Zahnfleisch daher und der VfB spielte nicht wie in den letzten Jahren alibimäßig die Aufholjagd, sondern biss sich in die Partie, ein Punkt wäre mehr als verdient gewesen. Mal ehrlich: Dass die Saison kein Ponyhof wird, war klar, oder? Es ist eine junge Mannschaft und wir wollten eine junge Mannschaft – und die hat uns bisher mehr …

Die große Enttäuschung

Ist es wirklich ein Aufreger, dass offenbar Vorstand und Teile des Präsidiums die Aufklärung des Datenskandals behindern und an der Weitergabe der Daten beteiligt waren oder zumindest davon gewusst haben könnten? Also Stefan Heim, der als Finanzvorstand wohl keine 700.000,- EUR freigibt, ohne zu wissen, wofür. Also Jochen Röttgermann, in dessen Marketingressort die Ausgliederungskommunikation fiel. Also Rainer Mutschler, der damalige Projektverantwortliche der Ausgliederung. Und Dr. Bernd Gaiser, der womöglich als Intimus von Wolfgang Dietrich Einblick in alle Vorgänge gehabt haben könnte. Nein, der Aufreger ist, dass Fehlverhalten vertuscht werden soll, wobei wir dies befürchten mussten nach den Erfahrungen der letzten Jahre, in denen wir belogen wurden. Aber eins wurde nun durch die Veröffentlichung von Marko Schumacher in der Stuttgarter Zeitung/Nachrichten und im kicker mehr als deutlich: Die eigene Position ist den Verantwortlichen wichtiger als die Mitglieder des VfB. Das Verhalten ist nicht nur Betrug an den Mitgliedern, das ist Betrug an der Wahrheit, das ist der Verrat an den Werten des VfB. Wut. Enttäuschung. Scham. Dinge, die ich nach WD nie mehr für meinen Verein …

Die Chancen-Sünder von der Alm

„Die SpVgg Greuther Fürth hat ein deutliches Ausrufezeichen gesetzt und den VfB Stuttgart vor heimischem Publikum verdient mit 2:0 besiegt. Während die Gäste aus dem Schwabenland optisch tonangebend waren, aber aus ihrem Ballbesitz viel zu wenig machten, arbeitete sich das Kleeblatt in die Partie hinein und zwang den VfB schlussendlich mit der clevereren Spielanlage in die Knie.“ Das schrieb der kicker zur Niederlage am 25. Spieltag in der letzten Saison und könnte so etwas ähnliches auch nach dem 17. Spieltag der Bundesligasaison 2020/2021 schreiben. Zweite Liga, das liegt dem VfB einfach nicht. Der Gegner überlässt den Stuttgartern den Ball, ständig wird mit langen Bällen die eigene Pressinglinie überspielt, in der Offensive gibt es keine Räume. Man muss es so klar sagen: Auch in der zweiten Liga wird mangelnde Spannung bestraft, wie gegen Bielefeld die Weigerung zu verteidigen von Borna Sosa beim 2:0 und Philipp Klement beim 3:0. Das war lediglich Begleitservice der beiden, es hätte nur noch gefehlt, dass sie Ritsu Doan ein Getränk angeboten hätten („Kaffee oder Tee?“). Die Niederlage gegen Arminia Bielefeld fühlte …

Was der Vereinsbeirat wirklich meint …

Die Entscheidung im Spiel des VfB Stuttgart gegen Borussia Mönchengladbach fiel am Samstag Abend in letzter Sekunde. Eine andere Entscheidung, die man spätestens am Montag erwartet hatte, fiel hingegen nicht: Das Votum des Vereinsbeirats, wer am 18. März für das Amt des Präsidenten des VfB Stuttgart e.V. kandidieren darf. Stattdessen: ein Brief. Mal wieder. Aber die VfB-Fans sind es mittlerweile gewohnt. Dass die Botschaft des Vereinsbeirats an die Mitglieder in der lokalen Boulevardzeitung erschien, bevor er in den digitalen Postfächern der Mitglieder lag, ist dann allerdings doch einigermaßen befremdlich. Da der Brief recht kompliziert und unverbindlich formuliert ist, möchten wir unseren Lesern eine einfach zu verstehende Übersetzung anbieten. Denn uns liegt vielleicht ein früher Entwurf des Schreibens vor: Es ist dem Vereinsbeirat ein Anliegen, den Findungs- und Auswahlprozess so undurchsichtig wie möglich zu halten. Wir nennen das aber „so transparent wie möglich“, denn das hört sich einfach besser an. Insgesamt ist festzuhalten, dass uns die beiden internen Kandidaten in große Schwierigkeiten gebracht haben. Wir suchen deshalb nach bequemen Lösungen und wollen etwas Zeit gewinnen. Deshalb …

Sie geben einfach nicht auf

Wie gegen Hoffenheim und Union Berlin schafft der VfB in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Interessant: Immer waren der Kopf oder die Füße von Sasa Kalajdzic beteiligt. Er ist der Mann für die Crunchtime, so etwas wie die laufende Zweimeter-Brechstange, wenn Spiele noch einmal gedreht werden sollen. Der VfB ist wie Borna Sosa: Es gelingt nicht alles, es passieren Fehler, aber von Rückschlägen lässt sich der Kroate nicht entmutigen. In der 34. Minute begeht Sosa ein selten dämliches Foul an Stefan Lainer, das zu einem Strafstoß und zum 0:1-Rückstand führt. Aber Sosa lässt den Kopf nicht hängen, ist vor allem in der zweiten Halbzeit auf seiner linken Seite offensiv deutlich aktiver und gefährlicher als Kollege Silas auf rechts. Sosa geht weiter mutig ins Dribbling, schlägt viele Flanken in den Strafraum und ist defensiv nicht etwa zaghaft und unsicher, sondern solide und ernsthaft. Dass man das einmal über den 22-jährigen sagen würde, war vor einem halben Jahr wirklich nicht abzusehen. Borna und ernsthaft? Das schien sich bis vor kurzem noch auszuschließen. Für das 3.000 Bundesligator des …