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Keine Mannschaft, keine Führung

Gegen den KSC zu verlieren, das ist für mich nicht schlimmer als gegen Wehen Wiesbaden oder Holstein Kiel, … obwohl … doch, ist es! Aber ich habe es schlicht satt, eine „Mannschaft” zu sehen, die Kampfgeist, Entschlossenheit und Siegeswillen lediglich auf dem Spielfeld simuliert, was ihnen aber ein ums andere Mal gründlich misslingt, denn sie sind zu schlechte Schauspieler. Dies ist keine Mannschaft. Diese Spieler sind keine würdigen Vertreter des VfB. Sie wissen nicht, was sie spielen sollen, manche können es nicht, viele wollen es nicht. Und das Schlimmste: Den meisten scheint es einfach egal zu sein, ob der VfB Stuttgart aufsteigt oder nicht. “Wir sind bereit für das Derby und wollen das Spiel mit Mut und Leidenschaft für uns entscheiden.“ “Wir fahren nach Karlsruhe, ziehen drei Punkte und fahren nach Hause“ VfB-Trainer Pellegrino Materazzo und Sport-Direktor Sven Mislintat sollten sich langsam überlegen, ob sie nicht eine Zweitkarriere als Comedy-Duo anstreben sollten. Denn ihre Aussagen vor den Spielen sind angesichts der folgenden Leistungen auf dem Platz ein Witz. Leider kann ich darüber nicht lachen. Das …

„Wir dachten, jetzt läuft es von selbst“.

Was für eine entlarvende Aussage von Pascal Stenzel nach dem furchtbaren 0:0 gegen den VfL Osnabrück. Doch natürlich gilt das nicht nur für ihn gilt, sondern für den VfB Stuttgart als Ganzes. Nicht nur auf dem Feld, sondern auch außerhalb. Stets dachte der VfB nach kleineren Erfolgen – oder auch größeren wie der Meisterschaft 2007 oder einer Champions League-Qualifikation – es liefe von selbst. Beispiele gefällig? Nachdem ausgegliedert wurde und über 41 Millionen in die VfB AG flossen, dachte man, der Erfolg kommt von selbst. Professionalisierung auf allen Ebenen. Top 5 in Deutschland. Geld schießt Tore. Aber nur wenn man damit umgehen kann. Nachdem der Perlentaucher Michael Reschke kam, meinte der VfB, der sportliche Erfolg kommt von selbst und man könne mit ganz Großen mitspielen. Vor allem, weil sich Reschke als ganz Großen sah. Nachdem der VfB in der ersten Saison 2017/2018 nach dem Aufstieg Siebter wurde, dachten alle, jetzt läuft es wie von selbst auf eine dauerhafte Platzierung im ersten Tabellendrittel hinaus.Klar:, wer den FC Bayern München im eigenen Stadion 4:1 schlägt, der gewinnt …

Torlos, weil leblos

Wenn VfB-Präsident Claus Vogt, der einsam aus der Kurve heraus das Spiel im Stadion verfolgt, der beste VfB’ler gegen Osnabrück ist, dann ist eigentlich alles zu diesem Spiel gesagt. Von mir bekommt Claus Vogt dioe Note 1, alle anderen das Prädikat „mangelhaft“. Das Gerede steht mir echt bis hier: „Wir müssen immer 100 Prozent geben“ „Wir nehmen die Herausforderung an!“ „Wir sind voll fokussiert auf unsere Aufgabe!“ „Wir wissen, dass wir unsere Leistung steigern müssen!” Womöglich glauben die Entscheidungsträger das wirklich selbst. Die Spieler scheinen es nicht ernst zu nehmen, denn auf dem Platz ist davon gar nichts zu sehen. Null. Dieses selbstgefällige Quergeschiebe, wie lustlos, spielen wir um Platz Zehn? #VfB — Seehas1893 (@Seehas1893) June 7, 2020 Der VfB hat gegen Osnabrück keine einzige echte Torchance. Er hat also Null Chance, das Spiel zu gewinnen. Es fehlt eine Spielidee, Tempo und Überraschungsmomente sind ebenfalls nicht auszumachen. Das Ganze ist leblos und unambitioniert, es scheint fast so, als ob es für den VfB um nichts mehr ginge in dieser Saison. Mit diesem abersolut lächerlichen 0:0 …

Mario Gomez: ein tragischer Held

Mario Gomez war Deutscher Meister, türkischer Meister, Pokalsieger, Champions League-Triumphator, Torschützenkönig in Deutschland und der Türkei, Fußballer des Jahres. Aber Mario Gomez war auch: ungeliebt in der Nationalmannschaft, ausgepfiffen, nach 113 Toren in 174 Spielen für Bayern vor Pep Guardiola geflüchtet, verpasster WM-Titel 2014, immer wieder Chancentod und schließlich Abstieg mit dem VfB Stuttgart. Geliebt und kritisiert – und das fast gleichzeitig: das war Mario Gomez. Und zwar innerhalb von wenigen Minuten. Gerade schoss er noch zwei Tore und musste sich danach Fragen gefallen lassen, warum er nicht drei geschossen hat. Sein Wert wurde immer an Toren gemessen. Traf Gomez nicht, traf ihn die Kritik. Schon zum Anfang seiner Karriere war er ein Baum von einem Mann, kräftige Statur, schön wie eine antike Statue. Aber vor allem zum Ende der Karriere auch so beweglich. Oft war er jedoch der Adonis im Strafraum – also der echte, nicht der Grieche, der 2017 zum VfB kam – ein Gott der Tore. Ein Mann, auf den man sich verlassen konnte, einer, der veredelte, was andere für ihn vorbereiteten. …

Wer übernimmt das Kommando?

Vor der Saison war der Kurs klar gesetzt: Aufstieg. Doch es wäre einfach nicht unser VfB, wenn man alle Klippen lässig umschiffen würde. Und während Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat spätestens mit der überraschenden Vertragsverlängerung von Pellegrino Matarazzo gezeigt haben – oder vielleicht auch nur zeigen wollen, dass sie abseits des Platzes das Ruder fest in der Hand haben, so fragt man sich doch, wer eigentlich auf dem Platz das Kommando übernehmen soll. Denn die Schräglage im Mannschaftsgefüge zeigt sich exemplarisch an der Kapitänsfrage. Captain Kirk, Captain Iglo, Captain Jack, Captain Sharky, Captain Planet, Captain Hook: Ein Kapitän geht immer als letzter von Bord. VfB-Captain a.D. Marc-Oliver Kempf hingegen wurde zwar nicht kielgeholt, fand sich aber gegen Kiel nur auf der Bank wieder, nachdem der Trainer in der Vorwoche die Mentalitätsfrage gestellt hatte. Ein klarer Fingerzeig von Matarazzo, dass er mehr in Sachen Einstellung erwartet. Und vielleicht auch ein Signal, dass er die Spielführerbinde anders vergeben hätte als sein Vorgänger Tim Walter. Die Amtszeit von Kempf als Brustring-Kapitän hat jeweils eine ordentliche Delle abbekommen. Ist …

CoronaGIF #KSVVfB: Schiffbruch in Kiel

Nach dem desolaten Start aus der Coronapause war viel von Mentalität die Rede. Pellegrino Matarazzo wollte sich im Training ganz genau angucken, “wer bereit” sei und wer nicht. Wenig überraschend also, dass es reichlich Rotation in der Startelf gab. Überraschend, dass sich auch Kapitän Marc-Oliver Kempf auf der Bank wiederfand. Und tatsächlich präsentierte sich der VfB Stuttgart anders als in Wiesbaden. Denn hatte man dort noch eine gute Anfangsviertelstunde gezeigt, war das Stuttgarter Team in Kiel vom Anpfiff weg indisponiert. Das Resultat: das 1:0 nach nur dem ersten Angriff der Kieler in der siebten Minute. Vielleicht ein Hallo-Wach-Moment für das Team von Matarazzo? Leider nein. Die Stuttgarter Offensivbemühungen waren wie in der Vorwoche zu langsam, zu kompliziert, zu uninspiriert, zu inkonsequent und zu kraftlos. Wer vertrat eigentlich Marc-Oliver Kempf als Kapitän? Es war Daniel Didavi. Und der fiel durchaus auf. Leider jedoch nicht positiv. Nachdem er sich in der 41. Minute eine gelbe Karte wegen Meckerns abholte, flog er nur vier Minuten später nach einem Frust-Offensiv-Foul vom Platz. Welch’ ein Kapitän! Auch in der zweiten …

Wir verlieren zusammen und wir gewinnen zusammen (Irgendwann wieder. Vielleicht.)

Mein Freund Ben sagt immer: „Zam nei, zam naus!“. Das heisst so viel wie „was wir gemeinsam beginnen, das beenden wir auch gemeinsam oder auf Fußball übertragen: „Man gewinnt als Team und man verliert als Team!“. An der 2:3-Niederlage in Kiel ist demnach also nicht Daniel Didavi schuld, obwohl seine gelb-rote Karte ähnlich intelligent war wie seine Instagram-Postings. Es war auch nicht Marcin Kaminskis Schuld, obwohl man beim Zuschauen dachte, Sky zeigte seinen Sprint vor dem 0:1 in Slo-Mo. Auch Mario Gomez ist nicht schuld, obwohl er wirklich nur noch die Karikatur eines Torjägers ist. Und auch Roberto Massimo ist nicht schuld, auch wenn ihm in weniger als 120 Sekunden zwei Fehler unterlaufen, die zu Gegentoren führen. Nein, alle tragen Verantwortung beim VfB: Zum Beispiel Sven Mislintat, der diesen Kader zusammen gestellt hat, und der sich mittlerweile ernsthaft fragen lassen muss, ob dessen Qualität, Homogenität und Krisenfestigkeit reichen, um damit aufzusteigen. Zum Beispiel Pellegrino Matarazzo. Der Trainer versprach nach der Wiesbaden-Niederlage, ein anderes Gesicht der Mannschaft zu präsentieren. Und das stimmte auch: mit Pascal Stenzel, …

Das ist alles a bissle zu wenig

Bissle spielen, bissle passen, bissle schießen, bissle verteidigen. Ergebnis: Platz 3 nach 26 Spielspieltagen, mit dem vermeintlich höchsten Budget und besten Kader der zweiten Bundesliga. In der Saison 1995/1996 gab es eine der vielgerühmten VfB-Kampagnen: Krassimir Balakov schaute ernst von einer unbeholfen gestalteten Großfläche und ihm wurde in den Mund gelegt „Was heißt ‚a bissle‘? Ich will alles!“ Das Ganze lief unter dem Kampagnenmotto „Kämpfen für die Fans“. Vor 25 Jahren waren die Fans offensichtlich noch wichtig. Viel wichtiger allerdings: Die Einstellung, die sich durch dieses Motiv ausdrückte. Sich durchaus über die eigenen Qualitäten im Klaren zu sein – im Kader damals neben Weltstar Balakov unter anderem Weltmeister Thomas Berthold, Frank Verlaat und Giovane Elber – aber auch zu wissen, dass der Erfolg mit Arbeit verbunden ist und man sich nicht mit dem Erstbesten zufrieden geben wollte. Was für ein Unterschied zu heute. Da spricht nicht nur Mario Gomez davon, dass der VfB ein Spitzenteam sei. Auch wenn sich offensichtlich mehr Spitzenverdiener als Spitzenspieler im Kader befinden. Das führt zu Frage: Können sie es nicht …

Die gute Seele des VfB Stuttgart

Gerhard Wörn, der seit 30 Jahren Waden und Oberschenkel knetet und sich nebenbei die Sorgen der Spieler anhört (und schweigt). Peter Reichert, das Multitalent: Fanbetreuer, Übersetzer, Best Buddy von Pavard, Teamanager. Günther Schäfer, der seine Grätschen-Kompetenz seit Jahrzehnten weiter gibt. Jochen Rücker, Chauffeur von Mayer-Vorfelder, Torwarttrainer und lange Jahre Teammanger in kurzen Hosen und mit O-Beinen, durch die ein Rudel Dobermänner laufen konnte. Und Jochen Seitz: Schiedsrichter, Sanitäter, Platzwart, Zeugwart und Betreuer. Die gute Seele des VfB. Einer, dessen Herz stets im Takt des Brustrings schlug. Am Freitag hat es aufgehört zu schlagen. Er wird fehlen. Spieler kommen, Spieler gehen, Trainer, Manager und Präsidenten sowieso. Es sind Menschen wie Wörn und Reichert und Schäfer und Seitz, die den VfB prägten und prägen, die im Hintergrund wirken, fernab der Öffentlichkeit, und die die Konstanten beim VfB bilden. Jochen Seitz war einmalig, ein Unikum im besten Wortsinne, verschmitzter Blick, herzlicher Humor und wohl der einzige Zeugwart der Welt, der nach einem Spiel eine eigene Benotung in der Zeitung erhielt. 6. Oktober 1984: Der VfB spielt in Köln. …

Der Corona-Knigge

Besondere Zeiten brauchen besondere Maßnahmen. Nachdem sich schon Salomon Kalou und Birger Verstraete daneben benommen haben, nachdem Werder Bremen und Unions Neven Subotic doch allen Ernstes Kritik am schnellen Re-Start äußerten und auch nicht gerade wenige Fans sich ebenfalls nicht allzu begeistert zeigten, braucht es dringend einen Corona-Knigge für Spieler, Fans und Funktionäre. Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen! Nicht, dass die Wiederaufnahme der Saison 2019/2020, dieses grandiose Projekt der DFL, durch Fehlverhalten in Misskredit gerät oder gar misslingt. Der Corona-Knigge oder die Kunst, das Produkt nicht zu schädigen. Hier sind die 11 goldenen Regeln: 1.) Mindestens 1,5 Klicks Abstand zu allen Medien, Blogs und Podcasts, die sich mit dem Produkt Fußball und dem Re-Start kritisch auseinander setzen. Fettes Like auf allen Plattformen hingegen für BILD, Sky und kicker, Armin Laschet und Markus Söder. Kurz: die Retter des Fußball-Produkts. 2.) Flüssig bleiben! Bitte vor Anpfiff mit reichlich dünnem Fernsehbier versorgen. Ausnahmsweise ist es auch erlaubt, auf den Trainer- und Ersatzbänken Bier des Sponsors zu trinken – aber bitte nur aus der Flasche! (Drosten-Voice) …