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Mir fehlt etwas

Mir fehlt sogar ganz viel. Ausgelassen zu sein, gedankenlos zu sein. Freiheit. Die Freiheit machen zu können, was ich will. Liebe Leute zu treffen, die Unbeschwertheit, in der Sonne in einem Cafe zu sitzen und Leute zu beobachten, eine spontane Umarmung oder einfach meine Mutter zu sehen. Im Augenblick werden bei mir Dinge ganz laut, die bisher leise waren. Es sind Sorgen, die sonst verdrängt werden von scheinbar dringenden, aber meist banalen Problemen. Die Banalität ist gewichen der Sorge um die Gesundheit von Freunden und Familie und einem selbst. Die Sorge um die eigene berufliche Zukunft, die Unsicherheit der nahen und fernen Zukunft, ich fühle mich im Existenzkampfmodus. Und wo bekomme ich das nächste Klopapier her, verdammt? Ich lerne den alten Alltag schätzen, denn der ließ es kaum zu, über diese Dinge nachzudenken. Routinen bestimmten bisher meinen Tag, es ging ums Funktionieren und am Ende des Tages um Ablenkung von den schweren und komplizierten Dingen und dazu gehörte auch der VfB. Als kleine Erinnerung an den bisherigen Tagesablauf fange ich meinen Bürotag im Homeoffice mit …

“Ich bin alleine. Ich bin total alleine.“

Das sagte vor wenigen Tagen Antonio Rüdiger, der 26 Jahre alte Innenverteidiger des FC Chelsea nach einer Begegnung gegen Tottenham Hotspur und öffnete eine Tür zu seinem Seelenleben. Der Nationalspieler und ehemalige VfB-Verteidiger sieht sich fortwährend rassistischen Beleidigungen ausgesetzt. Einer Gruppe englischer Journalisten sagte er: „Ich möchte niemanden beleidigen, aber ihr werdet nie verstehen, was mir oder anderen schwarzen Spielern in diesem Moment durch den Kopf geht. Ich bin alleine. Ich bin total alleine.“ Dietmar Hopp war nicht alleine, als er in Hoffenheim das „Hurensohn-Banner“ sehen musste. Im Gegenteil: es solidarisierten sich fast alle mit ihm: Die eigene und die gegnerische Mannschaft, die Verantwortlichen des FC Bayern, Sky, die Sportschau, der DFB-Präsident, der Kicker, die Polizei, Mario Basler, alle. Ein Verhalten, das man sich auch bei anderen Vergehen wünschen würde. An der #Hopp Debatte erkennst genau die Systemmedien des #Fußballs. Diejenigen, die nur davon leben #Dopa #kicker #sky #sportbild, folgen dem Mammon und reiten die Empörungswelle. Die Anderen sehen das ganze Bild. — Bernd Sautter (@SautterBernd) March 1, 2020 Die Bayern-Anhänger aufgrund des Banners als …

Der Stehblues-Spieler

Orel Mangala war einer der Spieler, auf die ich mich vor der Saison sehr freute und auf dessen Rückkehr ich sehnsüchtig wartete. Ein typischer Jan Schindelmeiser-Transfer, ein typischer Hannes Wolf-Spieler, aber nicht deshalb. Er verkörperte das Junge und Ungestüme im Zweitliga-Kader 2019/2020, auch wenn er kein Draufgänger ist, so verband ich mit ihm die Hoffnung auf mehr Dynamik im zentralen Mittelfeld. In seiner ersten Saison 2017/2018 absolvierte er immerhin 20 Bundesligaspiele und stand auch beim legendären 4:1 am 34. Spieltag gegen Bayern München in der Startelf (Video mit den Highlights, siehe unten). Nach einer guten Saison beim Hamburger SV kehrte er zum VfB zurück und sollte hier einer der Entscheidungsspieler und Hoffnungsträger werden. Trainer Tim Walter sah das anders und setzte zunächst eher auf Ata Karazor, so dass sich Mangalas Bilanz eher mittelmäßig liest: 15 Spiele, davon 6x eingewechselt und 4x ausgewechselt. Das änderte sich als Pellegrino Matarazzo übernahm. Der 21-jährige ist nun wichtiger Bestandteil einer zentralen Achse mit Wataru Endo und Daniel Didavi. Endo ist der Terrier und Zweikämpfer und Didavi der Feinfüßige, der …

So wollen wir das!

Danke, Sankt Pauli! Danke, Daniel Didavi! Endlich mal die Schwäche eines Konkurrenten ausgenutzt, der sechste Heimsieg (die letzten drei ohne Gegentor) in Folge. Die Folge: ein Tabellenplatz, der zum direkten Aufstieg berechtigt. In der ersten Halbzeit jedoch hat man den Eindruck, dass der Ball schwerer, leichter, kleiner oder größer ist als sonst. Oder als ob die VfB-Spieler zum ersten Mal zusammen spielen. Kaum ein Pass kommt an: zu kurz, zu weit, falsche Richtung, die Ballan- und -mitnahme misslingt regelmäßig. In den Hauptrollen: Daniel Didavi und Silas. Trotz vieler unpräziser Zuspiele hat der VfB einige Chancen, aber so richtig konsequent ist das alles nicht. Gejubelt wird trotzdem, in Tor-Lautstärke. 1:0 für Sankt Pauli, 2:0 für Sankt Pauli, darauf zwei Astra! Silas’ erster Kontakt ist ein eingebauter Zufallsgenerator. Die große Streuung führt nach der Annahme zu einer unvorhergesehenen Situation, die er dann kreativ auflösen kann. #VfBSSV — Jonas (@vfbtaktisch) February 22, 2020 Das Traum-Tor von Orel Mangala – der beste Mann auf dem Platz, meine Meinung – wäre der Door-Opener gewesen. Aber Door-Man Harm Osmers hat etwas …

VertikalGIF #VfBSSV: Urlaubsedition

Es ist wie verhext: Nach dem Heimspiel gegen Erzgebirge Aue hat der Verfasser dieser Zeilen auch die nächste Partie im Neckarstadion verpasst. Sowohl live im Stadion wie auch vor dem Fernseher. Aber seit Jürgen Kramny und und Robin Dutt wissen wir ja, wie wichtig so ein Kurztrip auf eine spanische Insel ist. Deswegen ist dieses VertikalGIF kürzer als gewohnt, und basiert zum Großteil auf den Pushnachrichten diverser Fußball-Apps und teilweise der Übertragung auf Amazon Music. Mehr war leider nicht drin. Aber auch so war wieder einiges geboten. Hier z.B. meine Reaktion, als Orel Mangala das 1:0 erzielte. Und dies war meine Reaktion, als das Tor zurückgenommen wurde: Harm Osmers hat damit vermutlich mehr VfB-Tore anulliert als die meisten Spieler in dieser Saison erzielt haben. Trotzdem lag er in dieser Situation wohl richtig. Ob man das von der Entscheidung in der 50. Minute auch so sagen kann? Gregor Kobel sah im Luftzweikampf gegen Grüttner nicht gut aus, Stenzel holte den Neuer-Reklamier-Arm raus und es stand 0:1. Aber auch hier schaute sich Osmers die Szene nochmals im …

VertikalGIF #BOCVfB: Das Warten hat ein Ende!

Die Älteren unter uns können sich noch erinnern. An den letzten Auswärtssieg des VfB Stuttgart. Es war im September 2019 in Bielefeld. Der Trainer hieß noch Tim Walter und Santi Ascabibar und Emiliano Insua trugen noch das Trikot mit dem Brustring. Das waren noch Zeiten! Seitdem hatte sich der VfB zwar an die Spitze der Heimtabelle gespielt, auswärts aber so gut wie gar nichts gerissen. Die Konsequenz: Platz 11 in der Auswärtstabelle. Wenn Du mich fragst, wer Meister … nee, ob man so aufsteigt, dann sage ich zu dir: Das Problem bei den meisten der vergangenen Auftritte in fremden Stadien: Alle wussten, dass es für den Gegner das Spiel des Jahres ist. Alle, bis auf die Stuttgarter Spieler. Denn die begannen viel zu oft erst dann Fußball zu spielen, wenn sie bereits hinten lagen. Die Anfangsphase hingegen sah meist so aus: Nun also der zweite Versuch von Pellegrino Matarazzo, dem VfB diesen unsäglichen Auswärtsfluch auszutreiben. 143 Tage ohne Sieg in einem fremden Stadion. Zum Kotzen! Zumindest das Problem mit der verschlafenen Anfangsphase hatte das Stuttgarter …

Gefühle, die wo man schwer beschreiben kann

Wir kennen das: Wenn ein hoher Funktionsträger über Facebook völlig überraschend und unter nebulösen Andeutungen seinen Rücktritt bekannt gibt und der Club noch nichts davon weiß. Ist dem VfB so gegangen mit dem Ex-Präsidenten Wolfgang Dietrich. Und wiederholte sich nun offensichtlich bei Jürgen Klinsmanns Abtritt als Trainer bei Hertha BSC. Der kommt wie bei Dietrich so überraschend, dass sich die meisten nicht sicher waren, ob nicht doch jemand Klinsmanns Account gehackt habe oder ob es sich um eine clevere Marketing-Kampagne für die Zwei-Faktor-Authentifizierung handele. Aber was wird jetzt aus Santi?! https://t.co/6g2wgHCnDk — Sebastian (@buzze) February 11, 2020 Kein guter Stil, meint 11Freunde. In Berlin ist man sauer: Gemäß, das bisherige Bild stimmt: #Klinsmann kommt, umschwurbelt alle mit seinen Zukunftsfantasien, darf im Winter 75 (!!!) Millionen Euro ausgeben und schmeißt dann nach 5 Spielen in 2020 hin – das dann per Facebook, ohne irgendwem im Verein Bescheid zu geben. Leck mich. #hahohe — Marc Schwitzky (@jungerherr1892) February 11, 2020 Mir tut das Ganze weh. Jürgen Klinsmann war ein phantastischer Fußballspieler beim VfB Stuttgart. Remember Fallrückzieher Bayern, …

VertikalGIF #VfBAUE: Die Zahlen stimmen!

Steigen wir ausnahmsweise mal mit einem kleinen Quiz ein: Wie viele Tore hatte Erzgebirge Aue vor der Partie am Samstag gegen den VfB Stuttgart jemals erzielt? Genau: Und wie viele Tore waren es nach der Partie? Genau: So weit, so gut. Aber es gibt noch viel mehr tolle Zahlen. Denn das 3:0 gegen Aue war nicht nur der fünfte Heimsieg in Folge für den VfB, sondern auch der fünfte in Folge, bei dem der VfB drei Tore erzielte. Nicht so schlecht, oder? Sagt auch das Torverhältnis, das sich so langsam aber sicher wieder sehen lassen kann. Alles gut also? Eigentlich schon, am Ende kann man wohl von einer erfüllten Pflichtaufgabe sprechen. Nicht unerwähnt soll aber bleiben, dass sich der VfB in der ersten halben Stunde etwas schwer tat. Erstaunlicherweise nicht, weil sich die Auer am eigenen Strafraum verschanzten, sondern, weil sie munter nach vorne mitspielten. Das Ergebnis war eine sehr kurzweilige Partie und ein tiptop Stadionerlebnis bei bestem Wetter. Fehlten nur noch die Tore auf der richtigen Seite. Für die sorgte dann aber Daniel Didavi! …

Seriös. Sauber. Souverän.

So muss man das machen. Ein ungefährdeter Sieg, locker runter gespielt, kaum Gefahr fürs eigene Tor, außer eine paar Anlaufschwierigkeiten eine sehr souveräne Leistung. Das Fußallvokabular hat dafür einen Begriff: Pflichtsieg. Schön auch deshalb, weil der VfB nach guten Leistungen im darauf folgenden Spiel gerne mal seine „Pflichten“ vergisst. Aue heisst für mich Christian Tiffert heisst für mich Aua. „Tiffi“ absolvierte für Erzgebirge Aue nach dem VfB Stuttgart seine zweitmeisten Pflichtspiele, er war einer der Spielertypen, die man nicht unbedingt mag, wenn sie beim Gegner spielen, aber dafür umso mehr, wenn man sie im eigenen Team hat. So sagt man es auch den Veilchen nach: eklig, fies zu bespielen, aber auch diszipliniert und geradlinig, was nicht unbedingt die erste Attribute wären, die einem zu Tiffert einfallen. Er genoss stets das Leben und das machte ihn so sympathisch. Er war trendy, er war funk und Stammkunde im „abseits“ am Schloßplatz. Hier ein Zigarettchen (Spitzname: Tifferette), dort ein Bierchen zu viel und auch mal nur wenige Stunden Schlaf vor einem Spiel. Er hatte eine außerordentliche Begabung, erstaunlich …

Alles richtig gemacht!

Gut, dass zumindest einer von 1992 dabei war. Günther Schäfer, Grätschen-Gott. Er hat sicher erzählt, wie das vor 28 Jahren war. Klar, von seiner Rettungstat, auf Du und Du mit der Torlinie. Aber auch von der Wut und dem Willen, das Spiel trotz Unterzahl (Redhead Matthias Sammer sah rot) unbedingt gewinnen zu wollen. Wiggerl auf links machte den Kögl, auf rechts lief Andi Buck-Buck-Buck die 100 Meter in 10,8 Sekunden und Maurizio Gaudino sah nicht nur wie ein Mitglied der Band Bon Jovi aus, er rockte auch das Mittelfeld. Und heute? Die Aufstellung mit einer Verteidigung, bestehend aus Pascal Stenzel, Nathaniel Philips, Roberto Massimo und Wataru Endo gleicht der Idee, ein Pokalviertelfinale spielen zu wollen mit Fell-Adiletten statt Kickstiefeln. Warum hat Matarazzo nicht gleich den einzigen Innenverteidiger – Phillips – auch auf der Bank gelassen? Das wäre konsequent gewesen. Das muss einfach schief gehen, nicht wenige befürchten, dass es so aussehen würde: Leverkusener Angriff und Stuttgarter Abwehr. Ein Symbol-GIF. pic.twitter.com/NznqCxxOSJ — Moritz (@mohoritz) February 5, 2020 Die Partie allerdings erinnert lange an die Spiele des …