Alle Artikel in: VfB

VertikalGIF #VfBFCSP: Mentalität vor Qualität

Nach Rostock nun also der FC Sankt Pauli. Ein sympathischerer Gegner, aber sicherlich kein leichterer. Dennoch waren die VfB-Fans fest überzeugt von einem Heimsieg. Kein Wunder, sie haben das Walter-Mantra schon verinnerlicht: Wir sind immer Favorit. Roarrr!   Holger Badstuber und Gregor Kobel hatten sich wieder einsatzfähig gemeldet und so sprach eigentlich nichts dagegen, wieder launige 90 Minuten im Neckarstadion zu verbringen. So wie beim 2:1 Auftaktsieg gegen Hannover 96.   Doch wie schon gegen Hannover kam der VfB etwas lahm aus den Startlöchern. Aber klar: von Null auf Walterball geht nicht, man muss sich erst etwas warm spielen. Blöd nur, dass es nach nur 18 Minuten 1:0 für den Gast stand.   Erst nicht wirklich clever verteidigt von Santi und Holgi und dann war Gregor Kobel nicht so schnell unten wie es nötig gewesen wäre, weil ihm die Sicht versperrt war. Der erste Rückstand in einem Pflichtspiel in dieser Saison. Wie würde der VfB reagieren?   Gute Frage. Die Antwort: sehr behäbig. Statt schnellem Passspiel gab es langsames Ballgeschleppe. Der Doppelochsensturm Al Ghaddioui und …

The Big Mislinbowski

Sven Mislintat ist kein cooler, dauerkiffender Althippie, wie Jeff Bridges in „The Big Lebowski“. Aber schlurfender Gang, Haare, Bart und Kleidungsstil erinnern definitiv ein bisschen an die Hauptfigur aus dem Kinofilm der Coen-Brüder. Und lässig wirkt das VfB-Diamantenauge auf jeden Fall. Mislintat ist ein nicer Dude, der im Moment abliefert like Hell. Zuletzt mit den Neuzugängen Nathaniel Philips, Wataru Endo und Silas Wamangituka. Mislinbowski hat den VfB-Kader ohne Kompromisse einmal auf links gedreht. Das Ergebnis ist eine Truppe, die dem Trainer Tim Walter große Möglichkeiten bietet. Ja, andere Protagonisten. Aber die Transferphasen vor drei Jahren und diese Saison ähneln sich sehr. Mehr junge Spieler mit Potential, mehr Konzept, ja auch mehr Leihen. Ich wünsche @ThomasHitz und Sven Mislintat den gleichen Erfolg. Ihre Arbeit beim #VfB hat das verdient. — twofourtwo (@two_four_two) August 14, 2019 31 Spieler umfasst die Gruppe, mitgezählt der vierte Keeper Sebastian Hornung, die Verletzten Marcin Kaminski und Sasa Kalajdzic, die Nachwuchskräfte Antonis Aidonis, David Grözinger und Luca Mack sowie den muffigen und abwanderungswilligen Tassos Donis. So ein nicer Dude ist Mislintat also …

VertikalGIF FCHVfB: Flaute an der Ostsee

Natürlich gibt es keinen Rostock-Fluch. Fakt ist, nein: war aber, dass der VfB im Pokal noch nie gegen Rostock gewinnen konnte – bei immerhin vier Versuchen. Eine Statistik, die dann doch für leichte Nervosität im Vorfeld sorgte. In Rostock kam Fabian Bredlow zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz für den VfB und vorne stürmte wieder Mario Gomez. Leider verletzten sich sowohl Orel Mangala wie auch Holger Badstuber. Und in der VfB Defensive sieht es aktuell ungefähr so aus: Auch diesmal hatten sich die Rostocker Fans wieder ins Zeug gelegt, um eine tolle Choreo zu präsentieren. Und in der Tat war das optisch auch sehr beeindruckend. Inhaltlich eher nicht. “Außer Rand und Band für Verein und Vaterland” stand auf einem großen Banner. Hintergrund: Der Urheber ist anscheinend ein Fanclub, der sowohl Rostock wie auch die deutsche Nationalmannschaft supportet. Warum man dann Frakturschrift und einen Totenkopf verwendet, muss man nicht verstehen. Die meisten VfB-Fans fanden es jedenfalls eher … Doch zum Spiel: Der VfB tat sich traditionell schwer und war drauf und dran, sich ein Gegentor zu fangen. Alles …

Heidenei!

Ich geb’s zu: Ich war relativ angetan davon, wie sich der VfB in Heidenheim präsentierte. Und ich rede hier nicht von den Torwart-Trikots, die das gesamte Team tragen musste, weil das stark gehypte Fanta-4-Ausweich-Trikot erst am Donnerstag präsentiert wird. I don’t mint. Mir gefiel es vielmehr, wie konzentriert und zielstrebig das umgebaute Team (Mangala und Badstuber für Gomez und Kaminski) von Anfang an zu Werke ging. Die Zeiten von “gegen xy muss man nicht gewinnen” scheinen endgültig vorbei zu sein. Tim Walter freut sich, in jedem Spiel Favorit zu sein und lässt seiner Mannschaft keine Chance, anders aufzutreten als dominant. 66 % Ballbesitz und 620 gespielte Pässe (Heidenheim: 302) belegen das deutlich. Gut so! Gegen Heidenheim klappte das allerdings nur 35 Minuten. Dann gab es einen unerklärlichen Bruch im Spiel und dass es zur Halbzeit nur 0:0 stand, war eigentlich nur der mangelnden individuellen Abschlussqualität der Heidenheimer Angreifer geschuldet. Willkommen in Liga zwei. VfB-Fans nach 30 Minuten: „Jetzt fehlt nur noch ein Tor.“ VfB-Fans nach 45 Minuten: „Zum Glück ist kein Tor gefallen!“ #FCHVfB — …

VertikalGIF #FCHVfB: Ostalbtraum

Nach dem spektakulären 2:1 Auftaktsieg gegen Hannover war klar: Das erste Auswärtsspiel der Saison würde eine ganz andere Nummer werden – und der erste echte Härtetest für das von Hitzlintat zusammengestellte Team und den praktizierten Walterball. Die Stimmung im Vorfeld war bei den VfB-Fans zwar vorsichtig optimistisch, doch viele erinnerten sich auch daran, wie schwer sich das Stuttgarter Team gegen die Heidenheimer in der letzten Zweitligasaison getan hatte. Und auch Walters Ex-Team Holstein Kiel konnte in der vergangenen Saison nicht gegen die Mannschaft von Frank Schmidt gewinnen. Trotzdem machten sich 2.000 oder mehr VfB-Fans auf den Weg in die Voith-Arena. Mal wieder ein beeindruckendes Naturschauspiel.   In der Abwehr nahm wie angekündigt Holger Badstuber den zweiten Platz in der Innenverteidigung ein. Heidenheim statt Champions League. Kann man auch mal machen. Back to the roots und so. Das änderte aber auch rein gar nichts daran, dass unsere Nummer 28 ein hervorragendes Spiel machte.   Hervorragend war auch die Ernsthaftigkeit, mit der das Walter-Team ins Spiel ging und von Anfang an klar machte, dass es bereit war, …

Love is in the air!

Ich weiß nicht, ob ihr das kennt, spontan verliebt zu sein. Bei mir passiert am Freitag Abend bei Tim Walter, Ata Karazor, Philipp Klement, Maxime Awoudja und Orel Mangala. Ok, bei ihm war es zuletzt eher so eine Fernbeziehung, die ich am Freitag aufgefrischt habe. Spontan verliebt heißt Falling in Love Knall auf Fall, das Spiel und viele seiner Akteure hatten eine Naturgewalt, gegen die ich nichts ausrichten konnte. Der VfB hat in letzter Zeit viel kaputt gemacht, aber eins konnte er nicht zerstören: Die Liebe der Fans zum VfB. Da ist die Hütte mit 50.000 richtig voll und das nach einer unterirdischen Saison und agierenden Führungspersonal, das ganz offensichtlich an Fans, Supportern und Mitgliedern keinerlei Interesse hatte. Das hindert alle im Neckarstadion nicht, so richtig Stimmung zu machen. Mit zwei Höhepunkten: Dem Eigentor von Awoudja und seiner (völlig unberechtigte) gelb-roten Karte. Nach seinem Missgeschick mit seiner ersten Ballberührung wurde er nicht nur von Mitspielern aufgerichtet, auch aus der Kurve kam sofort Support. Und als der unglückliche Awoudja vom Feld musste, wurde er gar mit …

VertikalGIF #VfBH96: Sieg oder Spielabbrych!

Puh, was für ein Auftakt in die neue Zweitliga-Saison. Ich sag es schon jetzt: 34 Partien von dieser emotionalen Intensität stehe ich vermutlich nicht durch. Aber der Reihe nach: Spieler und Fans hätten sicherlich noch gerne drei Wochen länger die Sommerpause genossen, aber man muss die Ligen nehmen, wie sie kommen. Stattdessen das Zweitliga-Auftaktspiel gegen Mitabsteiger Hannover am Freitag Abend. Gefühlslage: freudig erregt und unfassbar gespannt, wie der runderneuerte VfB Stuttgart unter Tim Walter auftritt, wenn es ernst wird. Doch bevor es auf dem Rasen losging, setzte sich Karawane in Gang. 6.500 Fans in weiß und angesichts der Temperaturen auch in Schweiss. Was für ein Spektakel!   Das Team, das Walter das auf das Feld schickte, war gespickt mit Neuzugängen. Es stand nur ein einziger Spieler in der Startelf, der auch beim letzten Spiel, dem 0:0 in Berlin, von Anfang an dabei gewesen war: Santi Ascacibar. Bereits von Anfang an konnte man sehen, dass der VfB einen Plan hatte. Wann gab es das zuletzt: unter Hannes Wolf? Insua. Terodde. Tor. Repeat. Das Konzept von Walter …

Unsere ultimative Hinrunden-Prognose

Es nervt. Es nervt hart. Diese unsägliche Vereinspolitik mit Quattrex-Verwicklungen, Wahrheitsbeugungen, Lügen, Propaganda und Querelen. Antworten auf nie gestellte Fragen. Fragen, auf die es keine Antworten gibt und Verluste, die als Gewinne deklariert werden. Die Worte „WLAN“ und „Gremien“ haben wir sowieso bis auf weiteres gemutet. Und wer in unserer Gegenwart einen dieser Begriffe verwendet, wird instant arschgebolzt! Jedenfalls gut, dass die Saison anfängt. Endlich wieder über Fehlpässe statt Falschaussagen echauffieren, endlich wieder über individuelle Fehler statt Egotrips aufregen. So schön. Mann, was freuen wir uns, dass es endlich los geht und wir den Walter-Fußball unter Wettkampfbedingungen sehen können – Hashtag “Ergebnisdruck”. Aber das ist ja beim VfB normal: Vor der Saison besoffen vor lauter Vorfreude, während der Saison dann der fiese Kater. Bitter! Oder wird diesmal alles anders? Wir wagen jedenfalls unsere schon traditionelle Hinrunden-Prognose (Spoiler: die Hinrunde wird sensationell!): Meine Fresse bin ich aufgeregt wegen Freitag! Wie wird die Saison laufen? Ich hoffe einfach, dass Walter ein erfolgreiches System etabliert und damit vor allem Ruhe und Kontinuität in den Verein bringt. Aufstieg wär …

Das Ende von Big D.

„Als ob Sie sich an Regeln halten würden, Herr Dietrich!“ Diese Antwort von Rainer Adrion auf Wolfgang Dietrichs Hinweis, er möge sich bei der Redezeit an die Vorgaben halten, ist so etwas wie die Zusammenfassung der Ereignisse der letzten zwei Tage. Und es war eventuell der Anfang vom Ende Dietrichs als Präsident des VfB Stuttgart. Denn wäre das WLAN nicht ausgefallen, wäre über den Abbruch der Aussprache abgestimmt worden und Adrion wohl nicht mehr zu Wort gekommen. Adrions Worte sollten sich 16 Stunden später erneut bewahrheiten. Denn auch bei seinem Rücktritt hielt sich Wolfgang Dietrich nicht an die Regeln. Den VfB e.V. und die VfB 1893 AG über seinen überraschenden Rückzug zu informieren,  hielt er nicht für notwendig. So gesehen ist sein egozentrischer Abgang nur das logische letzte Kapitel seiner knapp dreijährigen Amtszeit. Für seine Art der Führung des Vereins und der AG wurde der Präsident mit der Aufrichtigkeits-Allergie auf der Mitgliederversammlung mit unverblümter Kritik konfrontiert. Die Redebeiträge waren immer sachlich, oft emotional, aber nie unter der Gürtellinie. Unter der Last der vielen Argumente ist …

Mitgliederversammlung: Was wir wissen und was nicht

Per Definition ist die Mitgliederversammlung: Oberstes Organ des Vereins ist die Mitgliederversammlung (§ 32 BGB), in der Praxis teilweise auch als (Jahres-)Hauptversammlung bezeichnet. Sie entscheidet in allen Vereinsangelegenheiten, die nicht vom Vorstand oder einem anderen in der Satzung bestimmten Organ zu besorgen sind. Insbesondere bestellt die Mitgliederversammlung den Vereinsvorstand und beruft diesen ab (§ 27 BGB), soweit die Satzung diese Zuständigkeit nicht einem anderen Organ zuweist. Morgen wird das oberste Organ des VfB Stuttgart 1893 e.V. also nicht nur entscheiden, wer den freien Platz im Präsidium einnimmt, sondern auch darüber, ob die Amtszeit von Wolfgang Dietrich vorzeitig endet. Eigentlich kein großes Ding, sollte man meinen. Zumal die Hürde für eine Abwahl mit 75 % sehr hoch ist. Also hingehen, Knöpfchen drücken, Ergebnis zu Kenntnis nehmen und akzeptieren. Sollte man meinen. Stattdessen herrschen in der Woche vor der Mitgliederversammlung Zustände wie im amerikanischen Wahlkampf um das Präsidenten-Amt. Nur ohne russische Beteiligung. Aber wer weiß? Wundern würde einen auch das nicht mehr wirklich. Aber der Reihe nach: Schon seit längerer Zeit finden sich im Netz ausführliche Texte, …