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Die neuen Trikots: eine Stilkritik

Man kann sich über vieles aufregen, das ist schon klar: Zu viele Burger-Läden in der Stadt, zu warmes Bier, zu viele parkende G-Klasse auf dem Gehweg. Aber das neue VfB-Trikot ist traditionell ein Aufreger. Nicht, weil es nur ein (überteuertes) Stück Stoff ist, sondern weil es so etwas wie das Gesicht des Vereins ist, das die Supporter mit Stolz tragen wollen – und das mindestens eine Saison lang. Mit dem Fahrrad zukünftig ins Stadion! 😉 #VfB pic.twitter.com/Fv3dQ3xUIg — RoterBrustring (@Roter_Brustring) June 19, 2019 Albern und hässlich wie Gladbachs neues Trikot, das eine Art grüne Desigual-Kotze ziert, ist keines der beiden Heimtrikots geworden. Beide Heimtrikots? Ja, genau, denn das Motto der Saison heißt „Immer Heimspiel“. Ich dachte, das bezieht sich auf den Support, der so gut ist, dass sich auch ein Auswärtsspiel für die Spieler wie ein Heimspiel anfühlt. Aber im roten (Auswärts-)Trikot sollen sich Designelemente des Neckarstadions befinden, so dass die Spieler auswärts das eigene Stadion am Mann tragen. Schönes Konzept. Aber, ob die Spieler das auch wissen? Nun ja, mich erinnert das Trikot ohnehin …

No country for old men

Wir haben da so eine Vermutung: Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat hatten während der letzten Saison unseren Vertikalplatz mit einem Richtmikrofon im Visier. Denn direkt hinter uns schimpfte während der kompletten Spielzeit ein Fan auf einzelne Spieler. Immer lautstark und leidenschaftlich und oft noch unter dem spielerischen Niveau der Begegnungen. Bevorzugte Ziele seiner Tiraden: Andreas Beck („Kauf Dir ein Fahrrad!“), Christian Gentner (“Du Blinder!”), Dennis Aogo (“Du kansch nix!”) und Alexander Esswein (“Du kannsch gar nix, Essi!”). Alle vier wird er in der nächsten Saison nicht mehr sehen. Andreas Beck ist der dritte Spieler, mit dem der Vertrag nicht verlängert wird. Thomas Hitzlsperger macht den Anti-Reschke: Verkündete der ehemalige Sportvorstand gleich nach dem 34. Spieltag der Saison 17/18 gleich fünf Neuzugänge in seiner legendären Pressekonferenz, so ist sein Nachfolger bemüht, einen Kader zu bauen, der möglichst schnell wieder aufsteigen soll. Dass weder Gentner, Aogo noch Beck dabei eine Rolle spielen sollen, verwundert. Zumindest bei einem der drei Routiniers hatte man insgeheim eine Vertragsverlängerung vermutet. Der Favorit: Andreas Beck. Bei Andreas Beck wusste man, was man …

Der Märchen-Präsident

Baron Hieronymus Wolfgang Freiherr von Dietrich ist ein deutscher Sport-Funktionär und Finanzinvestor. Im Moment ist er noch Präsident des VfB Stuttgart e.V., Aufsichtsratsvorsitzender der VfB 1893 AG und war beteiligt an verschiedenen Unternehmen (u.a. der Quattrex Finance GmbH), die sich in der Finanzierung von Profi-Fußball-Clubs engagieren. Freiherr von Dietrich ist ein spannender Geschichtenerzähler, der gerne Freunde, Untergebene und Medien mit gebeugten Wahrheiten und sehr selbstbezogenen Einschätzungen unterhält, das Ganze an einer opulenten Tafel sitzend, die gedeckt ist mit Ausreden, Phrasen und Märchen. So hören sich seine Ausführungen zu seinen Finanzbeteiligungen ganz harmlos an und die schlechteste Saison seines Vereins trotz der höchsten Investitionen ist für ihn nur eine kleine sportliche Delle. In Wirklichkeit hat er den VfB auf einer Kanonenkugel reitend in die zweite Liga katapultiert. Aber das macht Dietrich nichts, denn seine größte Stärke ist, dass er unbeirr- und unbelehrbar ist und seine tollkühnen Geschichten selbst glaubt. Dietrich interpretiert das „Ehrenamt“ des VfB-Präsidenten auf seine ganz eigene Art. Das Amt ist ihm wichtig, es mit Ehre auszufüllen dagegen anscheinend weniger. Manche seiner Zuhörer bekommen …

Der Trixxer

Im Fußball werden sie geliebt, die Fummler, Dribbler, Trickser und Schnickser. Ihr Geschäft sind die Übersteiger und die Hackentricks, das Tarnen und Täuschen, das ins Leere laufen lassen des Gegners. Sie sind die Nepper, Schlepper, Bauernfänger. Die Zauberer auf dem Spielfeld. Der VfB-Präsident Wolfgang Dietrich ist auch so einer, nur kann seine Beliebtheit mit Spielern wie Leroy Sané, Kingsley Coman, Ante Rebic oder Jadon Sancho nicht mithalten. Und die Recherchen des kicker rund um sein Quattrex-Firmengeflecht haben sein Image auch nicht gerade positiv verändert. Völlig unverständlich, denn seine Kabinettstückchen sind weitaus komplizierter als die der zuvor erwähnten Rasenartisten. Im Vorfeld der Präsidentenwahl 2016 wurden Dietrichs Beteiligung an der Quattrex Sports AG von der DFL geprüft und letztlich für unbedenklich empfunden. Zur Erinnerung: Die Quattrex Sports AG vergibt Kredite an Fußballvereine. Zu den Kunden zähl(t)en Heidenheim, Kaiserslautern, Nürnberg und Union Berlin. Je erfolgreicher der Club agiert, desto stärker steigt der Kredit im Wert. Sollte es also zu einer Relegation zwischen dem VfB Stuttgart und Union Berlin kommen, wäre Dietrich auf jeden Fall der Gewinner: Entweder als …

So sehen Sieger aus!

Wir sollten in dieser schweren Stunde nach der unglücklichen Niederlage gegen Leverkusen nicht vergessen, was alles gut ist beim VfB Stuttgart. Wir haben einen sympathischen Sport-Vorstand, der den VfB gut zu repräsentieren weiß und wir haben seit neuestem einen Kaderplaner von internationalem Ruf. Die wohl beste Kombination für die zweite Liga in der nächsten Saison. Es wurden hervorragende Strukturen und Rahmenbedingungen nach der Ausgliederung geschaffen, die es möglich gemacht haben, dass Michael Reschke über 50 Millionen für Transfers und Gehälter ausgeben durfte, ohne dass ihn dabei jemand gebremst hätte. Wir haben einen Präsidenten mit großer Sportkompetenz. „Einfach alle Heimspiele gewinnen, fertig“, so seine Zielsetzung für den Klassenerhalt. Ich frage mich, warum sich niemand daran hält. Macht ja sonst jeder, was er sagt. Die Marketing-Abteilung glänzt mit kreativen Hashtags und motivierenden Kampagnen, die die Marke VfB mit gutaussehenden Hipstern mit Sick-of-it-all-Attitüde auflädt. Wir haben einen konsequenten Trainer, der konsequent auf einen eindimensionalen Matchplan (Defensive) setzt und ebenso konsequent auf ein strukturiertes Offensivspiel verzichtet. Er ist also einer, der wenig Wert auf Spielsysteme aber umso mehr auf …

Der schlechteste VfB aller Zeiten

Low, lower, VfB: Die schlechteste Saison. Die schlechtesten Spieler. Der schlechteste Trainer. Der schlechteste Präsident. Ob direkt oder über den Umweg Relegation: Es wäre nur logisch, wenn der VfB erneut absteigen würde. Dass der VfB noch den 15. Platz erreicht, ist angesichts der Leistung gegen Nürnberg illusorisch. Kein Fanmarsch, keine coole Choreo, kein geiler Support – nichts hat etwas gebracht (auch mein Frottesana-Trikot nicht), denn von der Mannschaft kam nichts zurück und in diesem Entscheidungsspiel ingesamt viel zu wenig. Hätte der 1. FC Nürnberg ein bisschen mehr individuelle Klasse zu bieten als den wuseligen und technisch starken Matheus Pereira, dann hätten die Franken ihre Konterchancen so ausgespielt wie letzte Woche Eintracht Frankfurt und der VfB hätte fünf Kisten bekommen. Die schlechteste VfB-Mannschaft aller Zeiten? Statistisch gesehen: ja. Spieltaktisch: ja. Ein einziger guter Angriff, der zur Großchance von Mario Gomez in der 89. Minute führte, das ist einfach zu wenig. Es fehlt Geschwindigkeit, ein Spielaufbau existiert nicht, Mentalität musst Du in dieser Mannschaft mit der Lupe suchen. Der VfB ist da anderer Meinung und redet den …

VertikalGIF #VfBFCN

Disclaimer: Ich bin selten so schlecht gelaunt aus dem Stadion gegangen wie heute. Diese Ausgabe des VertikalGIF kann daher Spuren von Frustration enthalten. Die 2016 abgestiegene (nur ein Unfall!) und vor der aktuellen Saison für rund 40 Millionen verstärkte Traditionself trifft im April 2019 gegen den chronisch klammen Aufsteiger aus Nürnberg, den eigentlich alle schon abgeschrieben hatten. Das Wetter ist gut, das Stadion ausverkauft. Besser können die Voraussetzungen nicht sein, oder? Und dann das: Die Cannstatter Kurve mal wieder mit einer tollen Choreo, aber mit dem Anpfiff ist jede Leidenschaft vergessen – zumindestens auf dem Platz. Der VfB Stuttgart schafft es gegen – bei allem Respekt – sehr limitierte Nürnberger nicht einmal für Unruhe im Strafraum des Gegners zu sorgen. Sorry, aber das ist Angsthasen-Fußball. Dabei war Markus Weinzierl über seinen Schatten gesprungen und hatte anstatt von Nicolas Gonzalez nicht nur Mario Gomez, sondern auch Tassos Donis aufgeboten. Auf dem Papier las sich das ganz gut, aber man fragte sich schon, wer eigentlich den Spielaufbau übernehmen sollte. Fast forward: Nach 42 Minuten, einem Lattentreffer von …

Bonus-Spiel oder Tilt?

Ein Bonus wird definiert als eine (finanzielle) Belohnung für gute Leistungen und für erreichte Ziele, ein Add-on, auf das sich nach erfolgreicher Arbeit jeder freut. Im Flipper- und Merkur-Spielautomaten-Business wird es auch als Frei-Spiel bezeichnet. Man spielte für den anerkennenden Blick der anderen Mitspieler, wenn beim Flippern dieses charakteristische „Klack“ kam. Man spielte für diesen magischen Augenblick, bei dem man möglichst lässig aussehen sollte mit einer Kippe im Mundwinkel, auch wenn der Zigarettenqualm höllisch in den Augen brannte. Beim VfB Stuttgart wurde bis vor kurzem von Bonus-Spielen gesprochen, wenn es gegen scheinbar übermächtige Gegner ging. Bayern München, Leipzig, Hoffenheim, Leverkusen, Frankfurt, Düsseldorf, Dortmund. Die Bezeichnung Bonus-Spiel konnte dechiffriert werden als „wir werden das Spiel abschenken, denn wir haben sowieso keine Chance“. Eine Mentalität, die sich der VfB nicht mehr leisten konnte. Seit der Partie gegen Borussia Dortmund gibt es eine andere Einstellung zu diesen angeblich unbezwingbaren Gegnern. “Wir haben keine Chance, lasst sie uns nutzen”. Seit Dortmund wird in Endspielen gedacht. Jetzt sind es noch acht. Inklusive Relegation – die sehr wahrscheinlich ist – sogar …

Herzlich willkommen beim Trollinger Talk!

BrustringTalk trifft Vertikalpass. In einer Kneipe. Unser Thema: Der VfB Stuttgart, was sonst? Doch statt das aktuelle Geschehen zu betrachten, werfen wir im TrollingerTalk lieber einen Blick zur Seite oder in die Vergangenheit. Denn das ist mindestens genauso spannend. Zum Wohl! P.S. Wir wissen, dass die Soundqualität noch ordentlich Luft nach oben hat. Gar nicht so einfach, einen Podcast in einer Gaststätte aufzunehmen, aber wir arbeiten dran! Wir sind gespannt auf euer Feedback und freuen uns auf Vorschläge zu Themen, Gästen und Locations – gerne mit Nebenraum. :-) P.S. Natürlich könnt ihr den TrollingerTalk auf über iTunes, Spotify und alle Podcatcher hören. @buzzeSchreibt und redet gerne über den VfB Stuttgart. Es sei denn, er sitzt auf dem Fahrrad. www.vertikalpass.de

Die Ein-Mann-Dampfwalze

Entweder am Freitag oder spätestens an seinem 19. Geburtstag am Montag wird Ozan Kabak sein Debüt bei der türkischen A-Nationalmannschaft feiern. Auch wir believen den Hype um ihn und sind ein bisschen verliebt. Ein Hauch der 2000er Jahre weht durchs Neckarstadion, wenn Ozan Kabak zu einem seiner offensiven Läufe ansetzt. Er erinnert immer ein wenig an Lucio, was nicht nur an seinem Bürstenhaarschnitt liegt. Es sieht bei Kabak zwar nicht so brachial aus wie einst beim Brasilianer, der mit großen Schritten das Mittelfeld durchquerte und es immer so eilig hatte, dass es wirkte, als ob er auf Scherben laufen musste. Aber Kabak ist ebenso eine Ein-Mann-Dampfwalze: unaufhaltsam und unwiderstehlich, dynamisch, technisch stark und in der Vorwärtsbewegung mit gutem Spielverständnis. In der Dreierkette sieht er nicht so elegant aus wie Benjamin Pavard, im Zweikampf ist er nicht so leidenschaftlich wie Ascacibar, dafür aber deutlich abgezockter. Was gelbe Karten angeht, ist er dem Argentinier auf den Fersen: Vier Stück in acht Spielen, we call it eine Santi-Quote. kein Wunder, denn er ist ebenso grätschfreudig wie der Argentinier …